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Sehr geehrter Herr Kahrs,
die wenigen Verbesserungen der Gesundheitsreform werden von allen Politikern immer sehr
in den Vordergrund gestellt.
Was aber bringt sie den vielen chronisch Kranken in unserem Land, die sich ihre Krankheit nicht aussuchen, wir wurden völlig vergessen.
Durch die weiter bestehende Budgetierung der Ärzte im Arznei- und Heilmittelbereich werden wir Kassenpatient/innen künftig nur noch die billigsten Medikamente erhalten.
Eine finanziell geförderte integrierte Versorgung bedeutet nichts anderes als eine 0815-Behandlung nach Schema F – also für alle gleich.
Wir sind aber Menschen, die alle ihre individuelle Behandlung benötigen - auch wenn eine Krankheit den gleichen Namen trägt.
Was nützen uns Wahltarife, wenn wir sie uns finanziell nicht leisten können?
Pech gehabt? Ist das noch sozial?
Ist Ihnen eigentlich bekannt, das in unserem Land schon Menschen wie z.B. Julia Längsfeld im Alter von nur 37 Jahren sterben müssen, weil Ihnen von den Kassen, dem MDK und dem Gemeinsamen Bundesausschuss - nachweislich lebenserhaltende Therapien - verweigert werden und gegen ein eindeutiges Urteil des Bundesgerichtshofes verstoßen wird?
Oder der Fall des 49jährigen Rainer Nowak. Er hat einen bösartigen Gehirntumor, eine Wärmebehandlung hat diesen nachweislich schrumpfen lassen – trotzdem werden die Behandlungskosten verweigert. Seine finanziellen Mittel sind ausgeschöpft – auch er wird sterben müssen wenn die Behandlung abgebrochen werden muss.
Das ist die grausame Realität wenn man unverschuldet krank wird.
Politiker werden kaum in den "Genuss" dieser von Ihnen allen verabschiedeten Reform kommen - denn sie können sich locker eine private Krankenversicherung leisten und werden
diese Auswirkungen niemals selbst zu spüren bekommen.
Wo bleibt die Menschlichkeit bei unseren so genannten Volksvertretern? - alles dreht sich nur ums Geld.
Mit freundlichen Grüßen
