Johannes Kahrs (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Johannes Kahrs
© spdfraktion.de
Geburtstag
15.09.1963
Berufliche Qualifikation
Jurist, Oberstleutnant der Reserve
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Hamburg Mitte
Ergebnis
34,6%
Landeslistenplatz
48, Hamburg
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(...) Es ging mir vor allem um die Klarstellung, dass ich noch nie Mitglied der Regierung war. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
07.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

kürzlich habe ich von Reform der Mülverwertung gelesen, die u.a. die Biotonne bundesweit verpfichtend machen soll.

Ist dieser Weg von immer neuen Tonnen und noch komlizierter Trennung nicht genau der falsche angesichts der Tatsache, dass Maschinen heutzutage deutlich besser sortieren können als Menschen.
Sind Systeme mit zwei Tonnen, recyclebarer Müll und Restmüll, oder gar nur einer Tonne in Zusammenarbeit mit modernen Sortierungsanlagen nicht besser geeignet mehr Recycling zu fördern.

Sollte die Gesetzgebung nicht eher das Ziel, z.B. in Form von Wiedeverwertungsraten, vorgeben als den Weg dahin? Ist nicht die private Wirtschaft besser darin durch Kostensenkung zur Gewinnmaximierung und durch Wettbewerb den effektivsten Weg zu finden, solange die richtigen gesetzlichen Anreize geschaffen werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Johannes Kahrs
1Empfehlung
13.04.2012
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Frage zur Reform der Müllverwertung. Entschuldigen sie bitte die späte Antwort.

Am 28.10.2011 beschloss der Bundestag das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Dieses Gesetz soll das deutsche Abfallrecht neu ordnen und zugleich an die Abfallrahmenrichtlinie der EU anpassen. Der Zweck dieses Gesetzes, so der Bundesregierung, sei "Rohstoffe so lange, so häufig und so effizient wie möglich zu nutzen und erst am Ende ihrer Nutzungsdauer energetisch zu verwerten".

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet auch zu getrennter Sammlung von Bioabfällen sowie von Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfällen ab dem Jahr 2015.

Es gibt zwar neue Technologien in dem Bereich, aber leider ist bisher die komplett maschinelle Trennung vom Müll weder günstig noch effektiv. Laut eines Berichtes des Umweltbundesamtes gibt es "zur Praxis der getrennten Sammlung derzeit keine Alternative (.) da die Praxisreife der technischen Alternativen noch nicht nachgewiesen ist."
Darüber hinaus sei, "die getrennte Sammlung von Bioabfällen erforderlich, um als Ergebnis von Sammlung und Behandlung (Kompostierung oder Vergärung) ein schad- und störstoffarmes, hygienisch einwandfreies Düngemittel oder Kultursubstrat herzustellen, das umweltverträglich eingesetzt werden kann."

Ihre Ansicht, dass die private Wirtschaft im Wettbewerb die effektivste Lösung finden könnte, hat auch der Gesetzgeber berücksichtigt. "Der vom neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz geschaffene faire Ausgleich zwischen öffentlicher und privater Entsorgungswirtschaft trägt auch den Vorgaben des EU-Wettbewerbsrechts Rechnung. So werden die Kommunen als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger auch weiterhin die Verantwortung für die Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten haben. Gewerbliche Sammlungen sind zwar möglich, müssen jedoch den zuständigen Behörden angezeigt werden."

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
15.12.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

in Hamburg und anderen Großstädten Deutschlands sind in den letzten Jahren vermehrt brutale Überfälle von Jugendlichen gezählt worden. Aufgrund der hohen Jugendkriminalitätsrate in Hamburg, frage ich mich mit welchen Maßnahmen Sie und die SPD vorgehen wollen, um die Kriminalität, vor allem in Hamburg, zu verringern.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Johannes Kahrs
3Empfehlungen
15.12.2011
Johannes Kahrs
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich kann ihre Sorge vor einem Anstieg von Jugendgewalt verstehen. Die verstärkten Berichte in den Medien, insbesondere auch die Veröffentlichung der Videos von Überwachungskameras (etwa in Bahnen und Bahnhöfen) machen vielen Menschen Angst. Ich selber wohne in der Nähe des Hauptbahnhofes und bewege mich in der Stadt meist mit U- und S-Bahn, weswegen mir gerade Berichte über Gewalt im Nahverkehr Sorge bereiten. Ich bin davon überzeugt, daß die Polizei in Hamburg gute Arbeit leistet und die SPD in Hamburg unter Senator Neumann ein vernünftiges Konzept zur Bekämpfung von Kriminalität verfolgt. Auch der HVV tut sein übriges, um in seinen Bahnhöfen und Verkehrsmitteln die Sicherheit zu erhöhen.

Bei allen Sicherheitsmaßnahmen, wie Überwachung, Polizeistreifen und so weiter, halte ich es jedoch immer noch für das wichtigste, Jugendliche von Anfang an vor dem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. Ich bin daher seit 18 Jahren Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses von Hamburg-Mitte. Bildung, Integration und soziale Absicherung sind immer noch die besten Mittel, um Kriminalität und Gewalt vorzubeugen.

Die Statistik zeigt denn auch, daß entgegen der weitverbreiteten Annahme die Zahl von Straftaten durch Jugendliche seit Jahren immer weiter abnimmt.

Gleichwohl lässt sich ein Trend beobachten, daß Gewalttaten trotz insgesamt sinkender Zahl brutaler werden. Zusammen mit der verstärkten Berichterstattung darüber entsteht so eine Abnahme der sogenannten subjektiven Sicherheitsempfindens vieler Menschen.

Hier – bei dem Anstieg der Brutalität – gilt es, noch stärker gegenzusteuern. Ich glaube, daß die SPD in Hamburg hier auf dem richtigen Weg ist: ein Ausbau der Polizeipräsenz auf der Straße, schnellere und bessere Vernetzung der Behörden, schnellere Jugendstrafverfahren (insbesondere eine Verkürzung der Zeit zwischen Tat und Strafe) und eine Ausbildungsoffensive bei der Hamburger Polizei werden dabei helfen, die Zahl der Gewalttaten in Zukunft weiter zu verringern.


Mit freundlichen Grüßen,


Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Internationales
23.12.2011
Von:

Betr.: Christenverfolgung

Sehr geehrter Herr Kahrs,

Christen sind die weltweit am stärksten der Verfolgung ausgesetzte Religionsgemeinschaft. Das Kernland der Bibel, das Heilige Land im Nahen Osten, wird aufgrund massiver Repressalien geradezu von Christen entvölkert. Die ausgesprochen bedrängte Situation der koptischen Christen in Ägypten ist aus der Presse bekannt. Als Folge der Verfolgung insbesondere von der muslimischen Seite fliehen zunehmend Christen aus Ländern wie Ägypten, dem Irak oder Iran. Der sog. "Arabische Frühling", der in mehreren Ländern (Tunesien, Marokko, Ägypten usw. ) durch demokratische Wahlen radikale Islamisten wie die Muslimbruderschaft an die Regierung bringen wird oder schon gebracht hat, wird – trotz anderslautender verbaler Bekenntnisse – die Verfolgung Andersgläubiger, und damit die Christenverfolgung, in diesen Ländern voraussehbar noch erheblich weiter verschärfen.

Im Iran ist über Pastor Youcef Nadarkhani nur deshalb das Todesurteil ausgesprochen worden, weil er vom islamischen Glauben abgefallen ist. Sein Fall hat inzwischen öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Sein Schicksal ist allerdings kein Einzelfall.

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich wissen lassen würden, welche konkreten Maßnahmen Ihre Partei und Sie ganz persönlich unternehmen, um der sich ausbreitenden Christenverfolgung weltweit, insbesondere auch in muslimischen Ländern wirksam entgegen zu treten.

Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit diesem Thema und meinem Anliegen zu beschäftigen.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Johannes Kahrs
4Empfehlungen
03.02.2012
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Als Abgeordneter des Bundestages sind meine Möglichkeiten, in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einzugreifen, sehr begrenzt. Auch die Bundesregierung – in diesem Fall das Auswärtige Amt – kann meist nur indirekten, mittelbaren Einfluss auf die Rechtsprechung eines anderen Staates ausüben. Die Möglichkeiten der Bundesrepublik Deutschland, in einen innerstaatlichen Konflikt einzugreifen, beschränken sich in der Regel auf Vermittlung und Verhandlungsarbeit hinter den Kulissen. Zusätzlich kann die Bundesrepublik sowohl durch die zahlreichen im Ausland aktiven Stiftungen, etwa die Friedrich-Ebert-Stiftung oder das Goethe-Institut, als auch über den Weg der Entwicklungszusammenarbeit Angebote zur politischen Bildung und zum Aufbau der einheimischen Zivilgesellschaft machen.

Das Auswärtige Amt ist im Falle von Pastor Nadarkhani engagiert und, da bin ich sicher, tut alles im Rahmen seiner Möglichkeiten, die Vollstreckung des Todesurteiles abzuwenden. Das Ergebnis dieser Bemühungen bleibt abzuwarten. Auch wenn im Iran Gesetze gelten, die wir nicht akzeptieren können, weil sie mit den grundlegenden Menschen-und Bürgerrechten nicht übereinstimmen, handelt es sich dennoch um einen souveränen Staat. Dasselbe gilt für die von Ihnen angesprochenen arabischen Länder, wobei die Entwicklungen bisher immerhin noch keinen Anlass zu der Befürchtung geben, es könnten sich so streng theokratische Regime wie das iranische herausbilden. Im Zweifelsfall wird auch weiterhin gelten, daß religiös Verfolgte in Deutschland um Asyl ersuchen können.

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Gesundheit
02.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

ich würde mich mal gerne darüber informieren wie die SPD derzeit zu dem Thema "Cannabis-Verbot" (Ja/Nein) steht.

Meiner Meinung nach gibt es keinen Grund am Cannabis-Verbot festzuhalten.

  • der Staat nimmt an Cannabis ein anstatt etw. auszugeben (Polizeikontrollen etc.)
  • die Droge ist nicht schlimmer als Alkohol, wenn nicht noch milder
  • der Staat hat Kontrolle über den Verkauf / Freigabe ab 18
  • Gesundheitsschäden durch Cannabis nehmen ab aufgrund von reinem Cannabis

Ich würde mich über eine Antwort freuen.
Antwort von Johannes Kahrs
1Empfehlung
07.02.2012
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.
In der SPD-Bundestagsfraktion gibt es derzeit keine Bestrebungen, die bestehende Gesetzeslage zu verändern. An der prinzipiellen Strafbarkeit des Besitzes und des Inverkehrbringens von Cannabis wird festgehalten. Ausgehend davon befürwortet die SPD eine bundeseinheitliche Regelung zur Festlegung der Kriterien für die Einstellungspraxis nach § 31a BtMG, d.h. der Einstellung des Verfahrens bei Besitz von geringen Mengen Cannabis für den Eigenkonsum. Hierbei handelt es sich jedoch um Maßgaben, die in die Zuständigkeiten der einzelnen Bundesländer fallen: Als Reaktion auf die so genannte "Haschisch-Entscheidung" des Bundesverfassungsgerichts von 1994 regte die frühere rot-grüne Bundesregierung bei den hierfür zuständigen Landesjustizministerien die gemeinsame Festlegung einer "geringen Menge für den Eigenkonsum" an. Diese scheiterte seinerzeit vor allem an der starren Haltung der unionsgeführten Bundesländer, weshalb die Rechtspraxis auch heute noch von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden ist.

Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, daß ich vermutlich sowieso nicht ganz der richtige Ansprechpartner für dieses Thema bin: seit vielen Jahren bin ich Mitglied der Guttempler, die sich für ein Leben ohne Rauschmittel – ob nun Alkohol oder andere Drogen – engagieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Integration
03.02.2012
Von:

Sehr geehrter Abgeordneter,

vor kurzer Zeit hat der "freie Westen" noch über die Revolutionen im arabischen Raum gejubelt.
Unsere Parteien auch!
Nun frage ich, nachdem überall der Bürgerkrieg oder das Chaos tobt bzw. in Teilen begonnen hat, was soll den jetzt geschehen? Versteht man in unseren Parteien nicht, dass es Länder gibt, die unsere Art von Demokratie nicht übernehmen können oder wollen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Johannes Kahrs
2Empfehlungen
05.03.2012
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Da ich kein Außenpolitiker bin und die Lage in der Region sehr unübersichtlich ist, fällt es mir schwer, eine weitergehende Einschätzung zu der Thematik vorzunehmen. Allgemein ist meines Erachtens festzuhalten, dass die einzelnen Staaten sehr unterschiedlich sind und deshalb schlecht miteinander zu vergleichen. Die weitere Entwicklung ist unklar, es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Menschen in den betroffenen Ländern ihren eigenen Weg zu einer besseren und friedlicheren Gesellschaft finden.

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kahrs
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