Johannes Kahrs (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Johannes Kahrs
Geburtstag
15.09.1963
Berufliche Qualifikation
Jurist, Oberstleutnant der Reserve
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Hamburg Mitte
Ergebnis
34,6%
Landeslistenplatz
48, Hamburg
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(...) Diese Tatsache hat auch dazu beigetragen, dass ich mich heute bei der entsprechenden Abstimmung enthalten habe. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs

einer aktuell im Deutschen Bundestag eingegangene Petition zum Thema Abgeordnetenbestechung (§108 e StGB) wird die Einstellung ins Internet verwehrt und somit eine öffentliche Diskussion verhindert. Eine Reform ist jedoch dringend notwendig und wird auch seitens der UNO gefordert.

Ich bitte Sie um Mitteilung, weshalb der Bundestag ein öffentliches Interesse ausgerechnet bei der Behandlung dieser wichtigen Frage verneint und ob Sie diese Auffassung des Petitionsausschusses (AZ 4-17-07-450-005940) teilen. Darüber hinaus interessiert mich, wie Sie persönlich zu § 108e und zur Umsetzung der UN-Vorgaben stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Johannes Kahrs
7Empfehlungen
13.04.2010
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Frage. Da ich für das von Ihnen angesprochene Thema im Rahmen meiner parlamentarischen Arbeit nicht zuständig bin, möchte ich Sie bitten, sich mit Ihrer Frage an eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem dafür zuständigen Petitionsausschuss zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Finanzen
14.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

die Städte und Gemeinden beklagen sich der Zeit über katastrophale Bedingungen ihrer eigenen finanziellen Situation. Ich höre, das Schulen und Theater geschlossen werden müssen, weil kein Geld mehr in den Kassen ist. Im vergangenen Jahr wurden doch Milliarden Euro den Städten zur Verfügung gestellt um die Krise zu überstehen. Was ist aus diesen Mitteln geworden und warum fehlt bei den Städten das Geld wieder an allen Ecken und Enden?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Johannes Kahrs
15Empfehlungen
29.04.2010
Johannes Kahrs
Sehr geehrte Frau ,

Vielen Dank für Ihre Frage.

Die Mittel, die der Bund den Kommunen zur Verfügung gestellt hat, wurden bereits genutzt, um die Auswüchse der Finanzmarktkrise auf kommunaler Ebene so weit wie möglich zu verringern. Allerdings werden die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in den Kommunen 2010 immer stärker spürbar. Die krisenbedingt steigenden Sozialausgaben und die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen gefährden die Handlungsfähigkeit der Kommunen. Die Haushaltslage vieler Kommunen und Städte in Deutschland ist katastrophal.

2009 hatten die Kommunen und Städte, genauso wie der Bund und die Länder, erhebliche Steuerverluste. Am stärksten betroffen hat dies die Kommunen, das Minus betrug hier 7,1 Millionen Euro. Gekoppelt mit den stetig steigenden Sozialausgaben, welche allein 2009 auf rund 40 Millionen Euro gestiegen sind, belastet das die Haushaltslage der einzelnen Städte und Gemeinden in Deutschland extrem.

Über die momentan vorhandenen krisenbedingten Belastungen hinaus wird jetzt die finanzielle Situation der Städte und Kommunen außerdem noch durch die Steuergesetzgebung der schwarz-gelben Regierung dramatisch verschlechtert.

Die Steuerprivilegien für einzelne Gruppen verschärfen die Situation, diese Gesetzgebung hilft leider keineswegs, die finanzielle Lage zu verbessern. Wichtige Leistungen der Kommunen bei Bildung, Integration, Verkehr und Kultur stehen auf dem Spiel.

Aus diesem Grund fordern wir als SPD - Bundestagsfraktion einen Rettungsschirm für Kommunen. Die Bundesregierung müsste das Mehrwertsteuerprivileg für Hoteliers rückgängig machen und dafür sorgen, dass die Kommunen eine volle Kompensation für ihre durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz entstandenen Einnahmeausfälle von 1,6 Milliarden Euro pro Jahr erhalten. Leider hat die regierende Koalition in der letzten Sitzungswoche geschlossen gegen den von der SPD eingebrachten Antrag zur Rücknahme der Steuerprivilegien für Hoteliers gestimmt. Zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzlage der Kommunen muss der Bund zusätzlich und befristet auf zwei Jahre seine Beteiligung an den Kosten der Unterkunft um 3 Prozentpunkte anheben. Dies ergäbe rund 400 Millionen Euro pro Jahr für die Kommunen.

Außerdem fordern wir den Stopp aller von der schwarz-gelben Koalition beabsichtigten weiteren Vorhaben für ungerechte Steuersenkungen. Allein die vollzogenen und angekündigten Veränderungen bei der Einkommensbesteuerung summieren sich auf Einnahmeausfälle für die Kommunen in Höhe von rund 4 Milliarden Euro jährlich. Insgesamt erfüllt die schwarz-gelbe Steuerpolitik genau die Befürchtungen: es wird, wenn überhaupt, am falschen Ende gespart.

Zu dem von uns geforderten Rettungsschirm Rettungsschirm müssen allerdings auch die Länder ihre Verpflichtung zu einer auskömmlichen Finanzierung der Kommunen erfüllen.

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
28.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

durch diesen Artikel in der WELT ( www.welt.de ) wurde ich wieder daran erinnert, daß ich schon des öfteren feststellen mußte, im Deutschen Bundestag und auch in den Ländern werden Gesetze beschlossen, die fernab der Praxis, weit weg vom realen Leben oder auch gern mal in Teilen verfassungswidrig oder ökonomisch unsinnig sind. Es verschafft mir schon eine gewisse Genugtuung, zu erfahren, daß nicht nur ich diesen bisweilen verheerenden Eindruck habe.

Meine erste Frage: Teilen sie diese Einschätzung der mangelnden Qualität von manchen Gesetzen?

Auch wenn Sie jetzt in der Opposition sind: Was gedenken Sie (und Ihre Partei) zu unternehmen, um in Zukunft ´vernünftigere´ Gesetze zu erlassen?

Und was wollen Sie unternehmen, um die Qualität, den Nutzen oder auch den Schaden schon existierender Gesetze zu evaluieren?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Johannes Kahrs
bisher keineEmpfehlungen
21.11.2012
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Frage.
Nach sehr gründlicher Überlegung bin ich zu der Auffassung gelangt: Ja, Sie haben Recht. Nicht jedes Gesetz ist frei von Mängeln und es gibt gelegentlich auch fragwürdige Entwicklungen, die sich aus neuen Gesetzen und Initiativen ergeben. Um solche Fehler zu vermeiden, ist es sinnvoll, von Anfang an möglichst viele Fachleute in die Diskussion und Erarbeitung einzubinden. Trotz solcher Bemühungen können manchmal Konsequenzen entstehen, die aufgrund der Komplexität heutiger Gesellschaften nicht absehbar waren. Wenn sich das Leben anders entwickelt, als in den ursprünglichen Annahmen prognostiziert, ist Nachbesserung kein Schimpfwort sondern Notwendigkeit.

Mit freundlichem Gruß,
Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Finanzen
28.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

es steht in Kürze eine wichtige Abstimmung über eine Gesetzesvorlage zur Gewährung von Krediten an Griechenland an. Dazu habe ich zwei Fragen:

1) Fühlen Sie sich ausreichend informiert, um sachgerecht schon Anfang Mai darüber zu entscheiden? Wenn nicht, werden Sie dann für oder gegen die Hilfen stimmen?

2) Wenn Hilfen gewährt werden, sollten Ihrer Meinung nach auch die Gläubiger beteiligt werden in dem sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten? Wenn die Bundesregierung einen Gesetzentwurf ohne Forderungsverzicht vorlegt, werden Sie dann für oder gegen die Hilfen stimmen?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und mit besten Grüßen aus dem Wahlkreis
Antwort von Johannes Kahrs
16Empfehlungen
07.05.2010
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich habe mich heute bei der Abstimmung über die Kredite an Griechenland der Stimme enthalten.

Persönlich bin ich über Enthaltungen nie besonders glücklich. In diesem Fall halte ich meine Entscheidung aber für angemessen.

Die SPD-Fraktion war immer für Hilfen für Griechenland. So unpopulär diese in der Bevölkerung auch sein mögen, so gefährlich wäre es gewesen, Griechenland nicht beizustehen. Sicher hat die griechische Regierung in der Vergangenheit sehr viel falsch gemacht. Aber durch die Krise in Griechenland ist der gesamte Euroraum betroffen. Es kann uns nicht egal sein, wenn unsere Währung in Gefahr gerät. Oder, um ein Bild zu benutzen: wenn das Haus des Nachbarn durch seine eigene Schuld in Flammen steht, dann sollte ich ihm trotzdem beim Löschen helfen, um ein Übergreifen des Feuers auf mein eigenes Haus zu verhindern.
Problematisch ist nur, daß die schwarz-gelbe Bundesregierung das Feuer sozusagen noch geschürt hat, in dem sie wochenlang eine klare Ansage vermieden hat. Bundeskanzlerin Merkel hat sich zwar nach innen als starke Entscheiderin gegeben, tatsächlich hat sie aber wie immer nur abgewartet. Auch Bundesfinanzminister Schäuble hat durch widersprüchliche Aussagen und langes Zögern die griechische Krise nur noch verschlimmert und es den internationalen Finanzspekulanten, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands gewettet haben, nur noch leichter gemacht. Überdies hat das Zaudern und Zögern der Bundesregierung dem Ansehen Deutschlands in Europa massiv geschadet.
Die heute beschlossenen Kredite und damit das Risiko für Deutschland wären durchaus geringer ausgefallen, wenn sich CDU/CSU und FDP schon vor Wochen zu einer klaren Position hätten durchringen können. Wegen der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sie das nicht getan. Offenbar waren ihnen die möglichen Stimmverluste in einem Bundesland mehrere Milliarden wert.

Zu meiner Entscheidung, mich im Plenum zu enthalten: wie gesagt, gegen Hilfen für Griechenland war die SPD nie. Es kann jedoch nicht sein, daß ein Gesetz dieser Tragweite im Hauruck-Verfahren durch das Parlament verabschiedet wird, ohne dass dabei auch an die Zukunft gedacht wird. Die jetzige Situation darf sich einfach nicht wiederholen. Der Steuerzahler darf nicht wieder derjenige sein, der den Schaden, den Banken und Spekulanten angerichtet haben, ausbadet. Deswegen hat sich die SPD in der letzten Woche in den Verhandlungen mit CDU/CSU und FDP dafür stark gemacht, zusammen mit der Bewilligung der Kredite auch die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer zu beschließen. Diese Steuer würde internationale Finanzgeschäfte betreffen. Sie würde sich nach den bewegten Geldsummen bemessen und zwar lediglich im Bereich von unter 0,5 Prozent. Es handelte sich um eine Umsatzsteuer für die internationalen Finanzmärkte. Sie wäre ein mächtiges Instrument, um ungerechtfertigte und hochriskante Spekulationen zu regulieren. Die negativen Auswirkungen dieser Spekulationen sind uns allen bekannt. Auch Angela Merkel hat sich vor nicht allzu langer Zeit für die Einführung einer solchen Steuer ausgesprochen. Das war aber noch vor ihrer Koalition mit der FDP. Guido Westerwelle hat heute im Plenum noch einmal bekräftigt, dass eine Finanztransaktionssteuer mit seiner Partei nicht zu machen sei. Dabei hat er sich gar zu der Aussage verstiegen, diese würde die Normalverbraucher belasten. Fragt sich, welcher Normalverbraucher mehrmals am Tag größere Summen auf den internationalen Finanzmärkten verschiebt.

In jedem Fall haben sich CDU/CSU und FDP mit aller Macht gegen eine von allen Oppositionsparteien geforderte stärkere Regulierung der Finanzmärkte gewehrt. Dem Gesetzentwurf konnte die SPD damit nicht guten Gewissens zustimmen. Da wir aber auch deutlich machen wollten, dass wir nicht prinzipiell gegen eine Unterstützung Griechenlands sind, haben wir Sozialdemokraten uns heute in der Abstimmung enthalten.

Ich hoffe, Ihnen die Hintergründe meiner Entscheidung verdeutlicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Kahrs
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Frage zum Thema Internationales
05.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Kahrs,

diese Woche wird im Bundestag abgestimmt zu Milliardenkrediten für Griechenland. Die Bundesregierung erklärt, das kein deutsches Steuergeld nach Griechenland fließt. Wie kann die Bundesregierung denn bürgen, dass die versprochenen Bürgschaften die bewilligt werden sollen, ( als Kredit ) zurückgezahlt werden. Das geht doch, wie Sie wissen, nach hinten los. und wir Steuerzahler haften letzten Endes doch mit unseren Geldern. Denn der Staat hat doch kein eigenes Geld. Sind Sie bereit, eine private Bürgschaft abzugeben, in Höhe Ihrer Diäten für ein Jahr ?

Bitte um Antwort auf meine Mail,
Danke Ihr treuer SPD- Wähler
Antwort von Johannes Kahrs
13Empfehlungen
07.05.2010
Johannes Kahrs
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich habe mich heute bei der Abstimmung über die Kredite an Griechenland der Stimme enthalten.

Persönlich bin ich über Enthaltungen nie besonders glücklich. In diesem Fall halte ich meine Entscheidung aber für angemessen.

Die SPD-Fraktion war immer für Hilfen für Griechenland. So unpopulär diese in der Bevölkerung auch sein mögen, so gefährlich wäre es gewesen, Griechenland nicht beizustehen. Sicher hat die griechische Regierung in der Vergangenheit sehr viel falsch gemacht. Aber durch die Krise in Griechenland ist der gesamte Euroraum betroffen. Es kann uns nicht egal sein, wenn unsere Währung in Gefahr gerät. Oder, um ein Bild zu benutzen: wenn das Haus des Nachbarn durch seine eigene Schuld in Flammen steht, dann sollte ich ihm trotzdem beim Löschen helfen, um ein Übergreifen des Feuers auf mein eigenes Haus zu verhindern.

Problematisch ist nur, daß die schwarz-gelbe Bundesregierung das Feuer sozusagen noch geschürt hat, in dem sie wochenlang eine klare Ansage vermieden hat. Bundeskanzlerin Merkel hat sich zwar nach innen als starke Entscheiderin gegeben, tatsächlich hat sie aber wie immer nur abgewartet. Auch Bundesfinanzminister Schäuble hat durch widersprüchliche Aussagen und langes Zögern die griechische Krise nur noch verschlimmert und es den internationalen Finanzspekulanten, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands gewettet haben, nur noch leichter gemacht. Überdies hat das Zaudern und Zögern der Bundesregierung dem Ansehen Deutschlands in Europa massiv geschadet.

Die heute beschlossenen Kredite und damit das Risiko für Deutschland wären durchaus geringer ausgefallen, wenn sich CDU/CSU und FDP schon vor Wochen zu einer klaren Position hätten durchringen können. Wegen der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sie das nicht getan. Offenbar waren ihnen die möglichen Stimmverluste in einem Bundesland mehrere Milliarden wert.

Zu meiner Entscheidung, mich im Plenum zu enthalten: wie gesagt, gegen Hilfen für Griechenland war die SPD nie. Es kann jedoch nicht sein, daß ein Gesetz dieser Tragweite im Hauruck-Verfahren durch das Parlament verabschiedet wird, ohne dass dabei auch an die Zukunft gedacht wird. Die jetzige Situation darf sich einfach nicht wiederholen. Der Steuerzahler darf nicht wieder derjenige sein, der den Schaden, den Banken und Spekulanten angerichtet haben, ausbadet. Deswegen hat sich die SPD in der letzten Woche in den Verhandlungen mit CDU/CSU und FDP dafür stark gemacht, zusammen mit der Bewilligung der Kredite auch die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer zu beschließen. Diese Steuer würde internationale Finanzgeschäfte betreffen. Sie würde sich nach den bewegten Geldsummen bemessen und zwar lediglich im Bereich von unter 0,5 Prozent. Es handelte sich um eine Umsatzsteuer für die internationalen Finanzmärkte. Sie wäre ein mächtiges Instrument, um ungerechtfertigte und hochriskante Spekulationen zu regulieren. Die negativen Auswirkungen dieser Spekulationen sind uns allen bekannt. Auch Angela Merkel hat sich vor nicht allzu langer Zeit für die Einführung einer solchen Steuer ausgesprochen. Das war aber noch vor ihrer Koalition mit der FDP. Guido Westerwelle hat heute im Plenum noch einmal bekräftigt, dass eine Finanztransaktionssteuer mit seiner Partei nicht zu machen sei. Dabei hat er sich gar zu der Aussage verstiegen, diese würde die Normalverbraucher belasten. Fragt sich, welcher Normalverbraucher mehrmals am Tag größere Summen auf den internationalen Finanzmärkten verschiebt.

In jedem Fall haben sich CDU/CSU und FDP mit aller Macht gegen eine von allen Oppositionsparteien geforderte stärkere Regulierung der Finanzmärkte gewehrt. Dem Gesetzentwurf konnte die SPD damit nicht guten Gewissens zustimmen. Da wir aber auch deutlich machen wollten, dass wir nicht prinzipiell gegen eine Unterstützung Griechenlands sind, haben wir Sozialdemokraten uns heute in der Abstimmung enthalten.

Ich hoffe, Ihnen die Hintergründe meiner Entscheidung verdeutlicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Kahrs
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