Sehr geehrter Herr

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besten Dank für Ihre Anfrage in Sachen Zustand der Meere und Fischbestände.
Die beste Grundlage für eine Einschätzung der globalen Situation ist die FAO-Statistik (FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION OF THE UNITED NATIONS). In Ihrem neuesten Bericht zur Lage stellt die FAO fest, dass 52 % der Fischbestände "are producing catches that are at or close to their maximum sustainable limits." Die Ausnutzung des maximal möglichen, nachhaltigen Dauerertrages ist das Ziel einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung.
Es ist jedem klar, dass die Probleme der Reisproduktion in Indonesien andere sind als die der Viehzucht in Argentinien oder des Rübenanbaus in Deutschland. Die Fischerei ist ähnlich aufgegliedert in Produktionssparten, die voneinander unabhängig sind und spezifische Herausforderungen an die Bewirtschaftung mit sich bringen. Globale Analysen tragen deshalb zur konkreten Verbesserung der Lage nur bei, wenn sie in spezifische Management-Maßnahmen in verschiedenen Regionen umgesetzt werden können. In manchen Regionen der Welt ist die ungeregelte, illegale Fischerei ein großes Problem für die Bewirtschaftung. Hier ist die deutsche Regierung sehr aktiv, um die Kontrolle der Erzeugung zu verbessern und den Handel mit illegalen Erzeugnissen zu bekämpfen. Zur Bewirtschaftung der Bestände sind Langzeitmanagementpläne und die Verbesserung der Fangtechnik notwendig. Hier gibt es vielfältige Bemühungen im Rahmen der EU.
Fahrzeuge unter deutscher Flagge sind im Rahmen von EU-Drittlandsabkommen vereinzelt vor Westafrika, speziell Mauretanien, im Einsatz gewesen. Dabei stand im Vordergrund, dass nur Bestände im Rahmen einer guten Bewirtschaftung genutzt werden, dass die Lizenzgebühren für den Aufbau einer einheimischen Fischereiverwaltung und –kontrolle eingesetzt und dass die Mittel auch zum Nutzen der einheimischen Fischerei verwendet werden. Zu diesem Zweck wurden auch regelmäßig einheimische Fischer auf den Fahrzeugen beschäftigt, die dort ihre fischereilichen und seemännischen Kenntnisse erweitern konnten.
Uns ist die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Fisch ein ebenso besonderes Anliegen wie die Existenz der Fischer - wo auch immer in der Welt. Illegale Aktivitäten müssen unterbunden werden, die Bewirtschaftung der Ressourcen muss nachhaltig gestaltet werden und die dafür notwendigen Instrumente wie Regionale Fischereiabkommen für die Hohe See, Bewirtschaftungspläne, Management der Flottenkapazität, aber auch Kontrolle und Bestrafung müssen den jeweiligen Verhältnissen in den verschiedenen Teilen der Welt entsprechend durchgesetzt werden. Dafür arbeiten wir auf allen Ebenen.
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Jung
PS. Ihre weiteren Anfragen, die Sie uns bereits übermittelt haben,
werden Ihnen auch noch beantwortet.