Iris Gleicke (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
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Iris Gleicke
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Bauingenieurin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Parl. Staatsekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Wohnort
-
Wahlkreis
Suhl - Schmalkalden-Meiningen - Hildburghausen
Ergebnis
30,4%
Landeslistenplatz
1, Thüringen
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www.iris-gleicke.de
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Frage zum Thema Arbeit
04.08.2005
Von:

Wir haben es hier weder mit struktureller noch mit zyklischer Arbeitslosigkeit zutun. Ursache ist die technologisch bedingte Arbeitslosigkeit, die sich weder mit der bisherigen Politik der SPD noch mit der zukünftigen Politik der CDU/CSU beseitigen läßt.
Wie sehen Ihre Vorschläge für eine Beseitigung der viel zu hohen Massenarbeitslosigkeit und der Schaffung von mindestens 8 Mio. neuer Árnbeitsplätze aus?
Antwort von Iris Gleicke
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2005
Iris Gleicke
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage auf kandidatenwatch.de zum Thema Massenarbeitslosigkeit.

Die dringendste politische Aufgabe ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in unserem Land, das steht außer Frage. Darauf konzentrieren wir Sozialdemokraten alle Kräfte. Weil wir uns nicht damit abfinden, dass Menschen ohne Arbeit an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Weil wir uns nicht damit abfinden, dass die Leistungsbereitschaft dieser Menschen ungenutzt bleibt. Und weil wir an die Potentiale und Fähigkeiten der Menschen in unserem Land glauben.

Wir haben mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Rot-Grünen-Koalition sieben Jahre gute Politik für Deutschland gemacht. Wir haben uns um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gekümmert. Wir sind weiter als 1998.

Dem gegenüber haben wir in den vergangenen Jahren vieles auf den Weg gebracht und manches schon zum Erfolg geführt. Die Zwischenbilanz ist positiv. Die Richtung stimmt. Wir haben die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung gestellt. Der Standort Deutschland ist international inzwischen wieder hoch wettbewerbsfähig.

Wir wissen aber auch, dass noch viel zu tun ist. Denn die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist weiterhin viel zu hoch. Die SPD hält an dem Ziel der Vollbeschäftigung fest. Jeder Mensch muss aus unserer Sicht das Recht auf menschenwürdige und die Existenz sichernde Arbeit haben.

Wir haben es in Deutschland sowohl mit strukturell als auch mit konjunkturell bedingter Arbeitslosigkeit zu tun. Der hohe Sockel an strukturell bedingter Arbeitslosigkeit hat sich in Deutschland über Jahrzehnte aufgebaut.

Wir wissen, dass Arbeitsmarktpolitik keine Arbeitsplätze schafften kann. Sie kann aber wichtige Überstützung für die bessere Vermittlung in Arbeit leisten und dem ziel dienen, Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage schneller wieder in Übereinstimmung zu bringen. Arbeitsmarktpolitik kann wichtige Beiträge für die Qualifizierung von Arbeitslosen leisten. Diesen Zielen wollen wir mit unseren Arbeitsmarktreformen dienen.

Der eingeleitete grundlegende Umbau der Bundesanstalt für Arbeit (BA) zu einem modernen Dienstleister am Arbeitsmarkt wird Ende 2005 abgeschlossen sein. Die BA wird dann den Arbeitssuchenden die bestmögliche Dienstleistung zur Verfügung stellen. Arbeitssuchende und offene Stellen werden künftig sehr viel schneller zusammengebracht.

Mit der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV) haben wir eine Grundsicherung für alle erwerbsfähigen Langzeitarbeitslosen eingeführt. Dadurch ist die Zahl der Arbeitslosen zwar statistisch um einige Hunderttausende gestiegen. Aber wir haben so über eine Million erwerbsfähige Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger aus der Sozialhilfe herausgeholt. Sie erhalten jetzt endlich das gleiche umfassende Angebot an Förderung und Jobvermittlung wie alle anderen Arbeitssuchenden. Wir haben bisherige Sozialhilfeempfänger in die Sozialversicherung einbezogen.

In den Bereichen, wo es Fehlentwicklungen oder Ungerechtigkeiten gibt, werden wir diese korrigieren.

Die SPD-geführte Bundesregierung hat bereits die Ost-West-Angleichung des Arbeitslosengeldes II beschlossen. Die monatliche Grundsicherung für Arbeitssuchende wird ab dem 1. Januar 2006 in den neuen Bundesländern angehoben und erreicht damit den in Westdeutschland geltenden Regelsatz. Der Bundesrat muss hierzu allerdings noch seine Zustimmung erklären. Die Möglichkeiten beim Hinzuverdienst für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) wurden verbessert. Der Bundestag hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, der höhere Freibeträge beim Hinzuverdienst für erwerbsfähige Hilfebedürftige vorsieht. Der Bundesrat hat dem Gesetz zugestimmt.

Wir wollen, dass keine Jugendliche und kein Jugendlicher sein Arbeitsleben mit Arbeitslosigkeit beginnen muss. Deswegen haben wir dafür gesorgt, dass die Arbeitsvermittler besonders viel Zeit und Mühe auf Jugendliche verwenden. Unser Ziel bleibt: Kein junger Mensch unter 25 Jahren soll länger als 3 Monate ohne Arbeit, Ausbildung oder weiterführende Beschäftigung sein. Dabei wird uns auch der mit der Wirtschaft vereinbarte Ausbildungspakt helfen. Schon im letzten Jahr ist mit einem Zuwachs von 22.500 Ausbildungsverträgen die Trendwende am Ausbildungsmarkt gelungen. Auch dieses Jahr sollen, das ist unser Ziel, alle ausbildungsfähigen und -willigen jungen Menschen ein Ausbildungsangebot bekommen.

Die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer benötigen besondere Förderung. Den Trend der Verdrängung Älterer aus dem Arbeitsleben wollen wir stoppen. Mit lebenslangem Lernen, mit Lohnkostenunterstützung der Bundesagentur für Arbeit und mit der Förderung von bis zu 50 regionalen Beschäftigungspakten für Ältere. Hierfür stellen wir bis zu 250 Mio. Euro zur Verfügung. Weil der Arbeitsmarkt für Ältere in weiten Teilen Deutschlands weiterhin so schwierig ist, haben wir uns entschlossen, die ursprünglich für den 1. Februar 2006 vorgesehene Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I um zwei Jahre auf den 01.02.2008 zu verschieben. Damit wird auch die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Erstattung des Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitslose entsprechend verlängert.

Um die Arbeitslosigkeit aber deutlich zu senken, brauchen wir mehr Wachstum und vor allem eine Stärkung der Binnennachfrage. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist vorrangig die Aufgabe der Unternehmen im Lande. Wir sorgen dafür, dass sie – gerade was Steuern und Abgaben angeht - wettbewerbsfähig sind. Und wir haben die Lohnnebenkosten gesenkt. Die Unternehmen sind nun in der Pflicht.

In meiner Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen setze ich mich für den Ausbau der Infrastruktur ein. Eine gute Infrastruktur stärkt den Standort und ist für das Gewerbe von enormer Bedeutung. Das sichert Arbeitsplätze und verbessert die Perspektiven einer Region.

Insbesondere die neuen Länder bieten attraktive Investitionsbindungen: Eine dynamisch wachsende Industrie mit spezialisierten Bereichen wie z.B. Mikroelektronik, Chemie oder Automobilwirtschaft, an denen Investoren andocken können. Gute Förderbedingungen verstärkten diesen attraktiven Standort.

Wir wollen eine Stärkung der regionalen Wirtschaft und ihrer Arbeitsplätze über Handwerk und Dienstleistungen. Deswegen fördern wir insbesondere mittelständische Betriebe:

· Innovative Mittelständler erhalten von der Mittelstandsbank zukünftig Kredite, die 2 Prozentpunkte unter dem Marktzins liegen.

· Durch eine rechtsformunabhängige und finanzierungsneutrale Unternehmenssteuer sollen künftig alle Betriebe – Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften – einheitlich besteuert werden.

· Die betriebliche Erbschaftssteuer wird so ausgestaltet, dass kleine und mittlere Unternehmen beim Übergang zur nächsten Generation fortbestehen.

· 20 % aller privaten Erhaltungs- und Modernisierungsaufwendungen bis zu einer Höhe von 3.000 Euro, also maximal 600 Euro sind – zunächst auf 2 Jahre befristet – von der zu zahlenden Einkommensteuer abziehbar. Damit werden Handwerk und Mittelstand gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen.

Weiterhin hat die SPD-geführte Bundesregierung hat das Anspringen der Binnenkonjunktur gefördert, indem zum Beispiel die Steuerbelastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer massiv gesenkt wurde. Insbesondere Familien wurden, auch durch die mehrfache Erhöhung des Kindesgeldes, deutlich besser gestellt.

Entscheidend ist die Stärkung der Investitionskraft der Kommunen, denen wir durch unsere Politik höhere finanzielle Spielräume ermöglicht haben. Die positive Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen bietet dazu Gelegenheit, wenn die Kommunen mindestens einen Teil davon in Investitionen statt zur Entschuldung einsetzen dürfen. Nur wenn Bund, Länder und Kommunen mit ihren Investitionen einvernehmlich auf Wachstum und Arbeit setzen, können öffentliche Investitionen am Arbeitsmarkt merklich positiv wirken.

Um Arbeitslosigkeit auch in Zukunft verhindern zu können, ist die Qualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von entscheidender Bedeutung. Das A und O ist eine gute und umfassende Bildung. Sie verhindert später auftretende Probleme auf dem Arbeitsmarkt und drohende Arbeitslosigkeit am nachhaltigsten:

· Darum finanziert die Bundesregierung z.B. in ihrem Ganztagschulen-Programm mit
4 Milliarden Euro den Ausbau von Schulen und somit die bessere Bildung unserer Kinder und Jugendlichen.

· Darum schaffen wir z.B. mit dem Tagesausbaubetreuungsgesetz bis 2010 rund 230.000 zusätzliche Plätze in Kindergärten, Krippen und in der Tagespflege. Für die Mütter und Väter heißt das echte Wahl zwischen unterschiedlichen Betreuungsmöglichkeiten und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

· Darum bleibt z.B. das Erststudium frei von Studiengebühren. Der Zugang zur Hochschule muss auch künftig überall besonders qualifizierten Absolventen einer Berufsausbildung ohne Abitur offen stehen. Das Bafög bleibt und wird nicht in ein Volldarlehen umgewandelt.

Wir wollen jedem und jeder Einzelnen unabhängig von der sozialen Herkunft Zugang zu guter Bildung ermöglichen. Das ist für uns ein Gebot der Gerechtigkeit.

Und es entspricht der ökonomischen Vernunft. Im Internationalen Wettbewerb werden wir nur bestehen, wenn wir den Reichtum unserer Talenten entwickeln und ausschöpfen.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Gleicke
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Frage zum Thema Steuern
16.08.2005
Von:

hallo,

was sind für sie "steuersubventionen" und welche würden sie abschaffen wollen.
Antwort von Iris Gleicke
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2005
Iris Gleicke
Sehr geehrter Herr ,



vielen Dank für Ihre Anfrage auf kandidatenwatch.de zu dem Thema Steuersubventionen.

Ihre Frage zum Thema Steuersubventionen lässt sich nicht beantworten, ohne vorher auf die Grundzüge der Steuer- und Haushaltspolitik der SPD-geführten Bundesregierung einzugehen.

Die nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte bleibt eine der zentralen Aufgaben der nächsten Wahlperiode. Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat mit entsprechender Finanzausstattung, um die notwendigen Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen erfüllen zu können.

Auf der Ausgabenseite hat die SPD-geführte Bundesregierung einen konsequenten Konsolidierungskurs verfolgt. Die Bundesausgaben sind seit 1998 im Jahresdurchschnitt nur um knapp 0,4 % gestiegen. Das ist ein realer Ausgabenrückgang. Die Staatsquote ist mit 46,9 % auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken, nachdem sie noch 1997 bei 50,0 % lag.

Zur nachhaltigen Konsolidierung des Bundeshaushalts gibt es mit Blick auf die bestehende Schuldenlast und die absehbare demographische Entwicklung keine vernünftige Alternative. Die letzten Jahre haben aber auch deutlich gezeigt, dass es ohne Wirtschaftswachstum nicht gelingen wird, aus der Schuldenfalle herauszukommen. Wir werden bei einem noch nicht gesicherten kräftigen Aufschwung auch weiterhin keine zusätzlichen Sparrunden durchführen.

Gleichzeitig hat sozialdemokratische Wirtschaftspolitik die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft verbessert: Die Lohnnebenkosten wurden von 42,0 % (1998) auf 41,0 % (2005) gesenkt. Die Steuerquote ist mit rd. 21,0 % die niedrigste in Europa.

CDU/CSU und FDP blockieren im Bundesrat den Abbau von Steuervergünstigungen seit 3 Jahren und verweigern sich einer verantwortungsvollen Finanzpolitik. Deshalb ist die Haushaltslage bei Bund und Ländern jetzt dramatisch: Privatisierungen müssen in großem Umfang zur Finanzierung laufender Ausgaben eingesetzt werden, mehr als die Hälfte der Bundesländer hat verfassungswidrige Haushalte: Das ist die Folge des unverantwortlichen Verhaltens von CDU/CSU und FDP im Bundesrat. Und natürlich ist es dann auch nicht überraschend, wenn die entsprechenden Investitionsquoten des Bundes, der Länder und der Kommunen deutlich gefallen sind.

Das beste Beispiel für eine nicht mehr zeitgemäße Steuersubvention ist die Eigenheimzulage. Allein die Blockade der Union zur Abschaffung der Eigenheimzulage bedeutet einen Investitionsstau in Höhe von rd. 6 Mrd. Euro. Die Eigenheimzulage ist seit Jahren die steuerliche Einzelsubvention mit dem höchsten Volumen im Bundeshaushalt. Aufgrund der guten Wohnraumsituation in Deutschland ist die steuerliche Förderung von Wohneigentum seit Jahren aber nicht mehr erforderlich, in einigen Gebieten mit hohem Wohnungsleerstand zwischenzeitlich sogar kontraproduktiv geworden.

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben aufgezeigt, dass das ursprüngliche Förderziel des Eigenheimzulagengesetz, nämlich die Behebung der schlechten Wohnraumsituation nach dem Zweiten Weltkrieg, bereits erreicht worden ist. Mittlerweile gehen die Bevölkerungszahlen und mit ihnen der Wohnraumbedarf sogar zurück. Die generelle Förderung ohne Berücksichtigung der regional unterschiedlichen Gegebenheiten geht deshalb am Bedarf vorbei.

Befürchtete negative Auswirkungen einer Abschaffung werden vielfach überschätzt. Die Zulage wird überwiegend von Haushalten im oberen Drittel des geförderten Einkommensbereichs in Anspruch genommen. Häufig wird also auch ohne die Zulage gebaut oder gekauft worden. Die Eigenheimzulage führt zu Verzerrungen, Mitnahmeeffekten und Ungerechtigkeiten: Haushalte mit geringen Einkommen, die sich trotz Zulage kein Eigenheim leisten können, finanzieren mit ihren Steuergeldern das Eigenheim Besserverdienender mit.

Die Haltung der Opposition in dieser Frage ist der Test dafür, ob sie über Forschung und Entwicklung nur reden oder ob sie tatsächlich bereit sind, etwas dafür zu tun. Doch das bloße Gerede von Subventionsabbau hilft keinem einzigen Forscher und keinem einzigen Schüler. Wir können nicht alles finanzieren und wir müssen Prioritäten setzen. Aber wir haben den Mut Entscheidungen zu treffen: Wir wollen Zukunft gestalten.

Beim Subventionsabbau sind wir in den vergangenen Jahren ein gutes Stück vorangekommen. Der Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen wird auch im Jahr 2005 konsequent fortgeführt durch lineare Subventionskürzungen nach dem Vorbild der Koch-Steinbrück-Initiative und durch den gezielten Abbau einzelner Fördermaßnahmen.

Die Steuerquote muss angesichts der notwendigen Zukunftsinvestitionen und der absehbaren demographischen Entwicklung wieder auf ein vernünftiges Maß ansteigen. Der konsequente steuerliche Subventionsabbau ist deshalb unabdingbar, um die Einnahmeseite des Staates zu sichern. Wir müssen die Verschuldung und die Zinslasten der öffentlichen Haushalte in Deutschland bremsen und nachhaltig zurückführen.

Das geht nicht schnell und es erfordert das konstruktive Zusammenwirken von Bund und Ländern. Wir werden in der nächsten Legislaturperiode einen neuen Anlauf zum Abbau von Steuervergünstigungen unternehmen.





Mit freundlichen Grüßen

Iris Gleicke
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Frage zum Thema Bürgerrechte
18.08.2005
Von:

Wie soll es mit der Antidiskriminierungsgetzgebung weitergehen?
Was werden Sie für Behinderte tun?
Was tun Sie um die hohe Arbeitslosigkeit von behinderten Menschen in Deutschland abzubauen?
Was wollen Sie für Südthüringen erreichen?
Antwort von Iris Gleicke
1Empfehlung
16.09.2005
Iris Gleicke
Sehr geehrter Herr Notnagel,

vielen Dank für Ihre Anfrage auf kandidatenwatch.de, in der Sie mich nach dem Antidiskriminierungsgesetz bzw. meinen Einsatz für die Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze gefragt haben.

Wir haben uns bei der Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien intensiv für die Aufnahme behinderter Menschen in ein zivilrechtliches Antidiskriminierungsgesetz eingesetzt. Alltägliche Diskriminierungen vor allem durch Privatversicherer, im Hotel und Gaststättenbereich und im Reisesektor, zeigen dass behinderte Menschen hier einen effektiven Schutz benötigen. Der von den Koalitionsfraktionen eingebrachte Gesetzentwurf ist ein Vorhaben mit Augenmaß, das gleichzeitig die Chance bietet, Diskriminierungen im Zivilrecht wirksam entgegenzutreten und aktive Bürgerrechtspolitik darstellt.

Wir kritisieren es scharf, dass die CDU/CSU-FDP-Bundesländer das Inkrafttreten des Gesetzes dadurch verzögern, indem sie den Vermittlungsausschuss angerufen haben. Vertreter der Opposition und die Kanzlerkandidatin, Frau Angela Merkel, haben bereits mehrfach öffentlich erklärt, dass sie behinderte Menschen nicht in ein Antidiskriminierungsgesetz aufnehmen möchten. Wir hingegen stehen zu diesem notwendigen, mit Augenmaß erarbeiteten Gesetz!

Wir stimmen daher der Einschätzung des DBR, das die berufliche Rehabilitation und Eingliederung für behinderte Menschen von herausragender Bedeutung ist, voll und ganz zu. Auch die Ausweitung und Verbesserung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen muss weiterhin ein zentrales Anliegen der neuen Bundesregierung bleiben. Dies gilt auch besonders vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Globalisierung, des schnellen technischen und wirtschaftlichen Wandels und der demographischen Entwicklung.

Die durch das Gesetz zur Verbesserung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen vom 23. April 2004 geschaffenen Instrumente müssen konsequent genutzt werden. Mit der Initiative ´job – Jobs ohne Barrieren´ sollen alle, die für die Beschäftigung behinderter Menschen Verantwortung tragen, trotz der schwierigen Arbeitsmarktlage durch gute Beispiele Zeichen für Ausbildung und Beschäftigung und für betriebliche Prävention setzen. Weitere gesetzliche Maßnahmen in diesem Bereich halten wir derzeit weder für erforderlich noch für durchsetzbar. Nun sind auch die privaten und die kommunalen Arbeitgeber ebenso wie die der Landesebene gefragt.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) als Träger der beruflichen Rehabilitation hat in der Förderung der Teilhabe behinderter und schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben eine wichtige arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitische Verpflichtung.

Der Erfolg arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben ist in besonderem Maße von lokalen und zielgruppenspezifischen Erfahrungen und regionalen Vernetzungen abhängig. Die Bundesagentur hat als Träger von Leistungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben die Aufgabe, die Qualität und Kontinuität der Leistungen zur Berufsbildung und beruflichen Eingliederung für die betroffenen Menschen sicherzustellen. Auch bei veränderten geschäftspolitischen Zielen der BA muss ihr sozialpolitischer Auftrag zur angemessenen Teilhabegewährung weiterhin Bestand haben.

Probleme werden derzeit bei der Umsetzung der großen Arbeitsmarktreform im Hinblick auf die notwendige Leistungserbringung zur Teilhabe behinderter Menschen gesehen. Um eine reibungslose Förderung zu gewährleisten, ist auch eine bessere Abstimmung des SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) mit dem SGB III (Arbeitsförderung) und dem SGB IX (Rehabilitation) erforderlich.

Hier werden wir weitere gesetzliche Maßnahmen zur Koordinierung der
Leistungen anstreben.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Gleicke
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Frage zum Thema Arbeit
25.08.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Gleicke,
Ihre Partei greift den früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine, der jetzt für die Linkspartei kandidiert, heftig wegen der Benutzung des Begriffs "Fremdarbeiter" an und wirft ihm "Rechtspopulistismus" vor. Spiegel Online hat gemeldet (und dokumentiert), dass sich der Begriff "Fremdarbeiter" auch auf Ihrer Homepage in einem Text zur EU-Osterweiterung befand (und inzwischen ersetzt wurde). Wieso wurde auf Ihrer Hiomepage der Begriff "Fremdarbeiter" benutzt? Wurden Sie in Ihrer Partei für die Nutzung des Begriffs kritisiert? Ist Ihnen von SPD-Mitgliedern wegen des begriffs "Fremdarbeiter" auf Ihrer Homepage "Rechtspopulismus" unterstellt wurden?
Viele Grüße
W.S.
Antwort von Iris Gleicke
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2005
Iris Gleicke
*Begriff Fremdarbeiter*

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage bezüglich des Begriffs "Fremdarbeiters"
und dessen Verwendung auf meiner Homepage.

Redakteure von Spiegel Online haben mich am 20. Juni 2005 darauf
aufmerksam gemacht, dass es auf meiner Homepage einen mehr als ein Jahr
alten Artikel zur EU-Osterweiterung gebe, in dem der historisch belastete Begriff "Fremdarbeiter" verwendet werde.

Die Benutzung dieses Begriffes auf meiner Homepage war ein mehr als nur
ärgerlicher Vorgang und erfolgte selbstverständlich ohne mein Wissen und
ohne meine Billigung.

Ich habe den entsprechenden Artikel sofort sperren und überarbeiten
lassen. Er steht in korrigierter Form wieder allen Leserinnen und Lesern
wieder zur Verfügung. Eine Untersuchung des Vorgangs ergab, dass der
Artikel seinerzeit ursprünglich von einer Praktikantin verfasst worden
war. Meinem verantwortlichen Mitarbeiter ist diese unselige Begriffswahl
bei der Endredaktion entgangen.

Ich habe meinen verantwortlichen Mitarbeiter ermahnt und mich noch am
selben Tag bei allen Leserinnen und Lesern meiner Homepage entschuldigt
sowie mich ausdrücklich für den Hinweis bedankt, der mich auf diese
Panne aufmerksam gemacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Gleicke
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Frage zum Thema Bürgerrechte
11.09.2005
Von:

sehr geehrte frau gleicke,
warum antworten sie nicht auf die gestellten fragen?
mfg
frank weiß
Antwort von Iris Gleicke
1Empfehlung
16.09.2005
Iris Gleicke
Sehr geehrter Herr ,

aufgrund der Fülle von Anfragen - auch von websites wie z.B. Kandidatenwatch.de -, die mich im Wahlkampf erreichen, ist es mir leider nich möglich alle Anfragen sofort zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Gleicke
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Ihre Frage an Iris Gleicke
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