Ingrid Hack (SPD)
Kandidatin Landtagswahl NRW 2010
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Grunddaten
Ingrid Hack
Geburtstag
28.07.1964
Berufliche Qualifikation
Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und Politologie (M.A.)
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Köln
Wahlkreis
Köln I
Landeslistenplatz
57
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(...) Daneben sollten sich angehende ErzieherInnen unbedingt in ihrer Ausbildung mit dem Thema "Deutsch als Zweit- / Fremdsprache" beschäftigen können; auch dies haben wir in der Enquete-Kommission so empfohlen. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
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Ingrid Hack hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Integration
14.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Hack,

Unser Bundesland hat sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund, von denen man hört, dass sie weniger Erfolge in der Schule haben und sozusagen in die unterste Schublade des derzeitigen Schulsystems (seit heute kenne ich das von Ihrer Partei angestrebte Schulsystem) kommen.
Soweit ich als Achtklässler denken kann, haben die SchülerInnen mit Migrationshintergrund Probleme, das Gesagte zu verstehen, da es für sie unbekannte Wörter. Was ich auch weiß, ist, dass man nur bis zur ersten Klasse Zeit hat, denn ab Klasse 1 fängt das Lernen an und in Klasse 1 werden die Grundlagen gelehrt. Man kann schleißlich kein Haus auf weicher, nicht stäbilitätsverleihender Erde bauen, denn das Haus würde einstürzen. Wer nicht z.B. das schriftliche Rechnen erlernt, wird dann Rechenaufgaben haben, die er/sie im Gegensatz zu anderen lösen kann, da die Grundlage fehlt.

Wie denken Sie, könnte man diese baldwerdenden Schülerinnen und Schüler besonders unterstützen, um auf das gleiche Niveau zu kommen wie die Einheimischen?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Ingrid Hack
2Empfehlungen
27.04.2010
Ingrid Hack
Sehr geehrter Herr , lieber ,

wenn Du erlaubst, duze ich Dich, da Du Dich nun als Schüler der 8. Klasse zu "erkennen gegeben" hast?!
Mit dem von Dir angesprochenen Thema SchülerInnen mit nicht deutscher Muttersprache habe ich mich u.a. in meiner Arbeit in der Enquetekommission "Chancen für Kinder" ausführlich beschäftigt.
Richtig ist Deine Einschätzung, dass es viele SchülerInnen gibt, die Sprach- und Verständnisprobleme (nicht nur) im Unterricht haben. Meiner Erfahrung nach sind dies übrigens nicht nur SchülerInnen aus Familien mit dem viel zitierten Migrationshintergrund.
In der Kommission - den Bericht findest Du auf meiner Homepage
ingrid-hack.de - haben wir empfohlen, ein Sprachförderkonzept auszuarbeiten und einzuführen, das jedes Kind vom Eintritt in die Kindertageseinrichtung bis zum Ende der Sekundarstufe I durchgängig in seiner Sprachentwicklung unterstützt.
Ich stimme nicht ganz mit Dir überein, dass "man nur bis zur 1. Klasse Zeit hat". Natürlich werden in der Kita ganz wichtige Grundlagen für das Kind geschaffen, aber in der Grundschule sollte daran angeschlossen werden und die Entwicklung eines jeden Kindes individuell gefördert werden. Das steht ja sogar im NRW-Schulgesetz.
In der Kita, also vor dem Beginn der Grundschule, hat die CDU-FDP-Landesregierung die verpflichtenden Sprachtests für alle Vierjährigen und ggf. anschließende Sprachförderung eingeführt. Ich habe in vielen Debatten und Anhörungen im Landtag immer wieder betont, dass die Zielsetzung dieser Maßnahme richtig, die Umsetzung aber höchst umstritten und fragwürdig ist.
Ich wünsche mir, dass die ErzieherInnen mehr Zeit und Spielraum zur Verfügung haben, um mit "ihren" Kindern Sprache (und alles andere) zu erschließen - die Mittel, die derzeit in das Delfin4-Verfahren gesteckt werden, sollten m. E. direkt und ausschließlich den Kitas zugute kommen und so die Arbeit dort weiter verbessern.
Daneben sollten sich angehende ErzieherInnen unbedingt in ihrer Ausbildung mit dem Thema "Deutsch als Zweit- / Fremdsprache" beschäftigen können; auch dies haben wir in der Enquete-Kommission so empfohlen.

Mit herzlichen Grüßen
ingrid hack
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
22.04.2010
Von:

Sehr geehrte Fr. Hack,

die SPD tritt für eine Abschaffung der Studiengebühren an öffentlichen Hochschulen ein. Gerade in großen Studiengängen unterstützen Tutorien und zusätzliche Lehrveranstaltungen durch Lecturer-Stellen etc. gegenwärtig entscheidend die Betreuung der einzelnen Studierenden. Wie planen Sie, einen Wegfall der Studiengebühren gegenzufinanzieren?

mit freundlichen Grüßen,

.
Antwort von Ingrid Hack
1Empfehlung
27.04.2010
Ingrid Hack
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage - die sich ja für zahlreiche von uns gewünschten Veränderungen im gesamten Bildungswesen stellt.

Auch wenn wir mit vielen anderen die Verwendung der Studiengebühren an vielen Stellen sehr kritisch sehen, ist der SPD auch klar, dass die Hochschulen nicht mehr auf diese Mittel verzichten können. Deshalb wollen wir den Hochschulen nach Abschaffung der Studiengebühren Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung stellen. Diese sollen dann unter Beteiligung der Studierenden für die Verbesserung der Qualität der Lehre eingesetzt werden, eben auch für die Verbesserung der Betreuungssituation an den Hochschulen. Um dies zu gewährleisten, werden wir diese zusätzlichen Mittel so zur Verfügung stellen, dass sie nicht kapazitätswirksam werden, das heißt nicht auf die Studierendenzahl angerechnet werden.

Dies funktioniert im Übrigen in anderen Bundesländern, beispielsweise in Hessen, sehr gut. In diesem Zusammenhang: Wir wollen, dass die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse im wissenschaftlichen Bereich eingedämmt wird. Von vielen Hochschulleitungen wird als Argument gegen die Schaffung von Dauerstellen angeführt, dass die weitere Verfügbarkeit der Mittel aus Studiengebühren ungewiss sei.

Dass die SPD in der Lage ist, im Landeshaushalt Handlungsspielräume für den Schwerpunktbereich Bildung zu finden, haben wir in den vergangenen Jahren bei den Haushaltsberatungen im Landtag bewiesen. Mit den richtigen Prioritäten kann man einen Teil der vorhandenen Landesmittel so umschichten, dass für den Bereich Kinder, Jugend, Bildung zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass sich mit einer Regierungsbeteiligung in NRW die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat so ändern würden, dass die verantwortungslosen Steuersenkungen von Schwarz-Gelb im Bund zu Lasten von Ländern und Kommunen verhindert werden könnten. Allein das von Schwarz-Gelb im Bund beschlossene so genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz kostet NRW pro Jahr 889 Mio. € - das ist fast der gesamte NRW-Haushalt für die Frühe Bildung!

Wir wollen die Einnahmebasis des Staates erweitern, indem wir "starke Schultern mehr tragen lassen als schwache", deshalb setzen wir uns für eine Vermögenssteuer ein - ihre Abschaffung war ein Fehler.
Unabhängig davon soll ein zweiprozentiger Aufschlag auf den Steuersatz für Spitzenverdiener zweckgebunden den gleichen Zugang zu Bildungschancen für Alle ermöglichen. Wir sprechen uns gegen eine weitere Absenkung des Spitzensteuersatzes aus.

Schließlich sollen diejenigen, die durch spekulative Investitionen und unverantwortliches Profitstreben für die Finanz- und Wirtschaftskrise verantwortlich sind, durch eine Finanztransaktions-Steuer an der Beseitigung der finanziellen Folgen dieser Krise beteiligt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Hack
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Frage zum Thema Bildung
27.04.2010
Von:

Wollen wir Methussalems an Gymnasien in NRW?

Sehr geehrte Frau Hack,

das Abitur nach 12 Jahren gleicht den deutschen Bildungsabschluss den meisten europäischen Schulabschlüssen an und fördert damit Austausch und Integration in Europa. Stress in den Schulen ist nur dadurch entstanden, dass die hiesige Bildungsbürokratie es versäumt hat, Lehrpläne zu entschlacken und die Schulen wirksam bei der Umsetzung der ersten spürbaren Reform seit Jahrzehnten zu unterstützen.
Warum soll das richtige Ziel jetzt geändert werden?
Das ist in meinen Augen eine Absage an die Reformfähigkeit schulischer Institutionen.
Wie sehen Sie das?
Mit freundlichen Grüßen

Vater dreier schulpflichtiger Kinder
Antwort von Ingrid Hack
bisher keineEmpfehlungen
30.04.2010
Ingrid Hack
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage zum Abitur mit 12 Jahren - dieses Thema ist auch eines der meist diskutierten bei den Oberstufen-Debatten, die ich in den vergangenen Wochen erleben durfte.

Die Planung und Zielsetzung der Schulzeit-Verkürzung haben auch wir Sozialdemokraten begrüßt, die Umsetzung, die auch Sie zu Recht kritisieren, halten wir allerdings für äußerst mangelhaft. Zwei wichtige Gründe dafür führen Sie an, die mangelnde Überarbeitung der Lehrpläne und der zu spät begonnene und mit zu geringen Mitteln ausgestattete Umbau zu Ganztagsschulen. Wir haben darüber hinaus auch immer die gewählte Form des G8 - 9plus3 - abgelehnt, die zu einer Unterrichts- und Stoffverdichtung in der Unter- und Mittelstufe führt, statt mit der Lösung 10plus2 ausschließlich den OberstufenschülerInnen mehr zuzumuten. Wir wollen nicht das Abitur nach 12 Jahren abschaffen, sondern die Wahlmöglichkeit für alle OberstufenschülerInnen eröffnen - für die, die das Gymnasium besuchen und für die, die die Gesamtschule besuchen.

Es gibt Kinder und Jugendliche, die mit der neuen Form gut zurecht kommen und nicht unter der Änderung leiden; ich erfahre aber von ebenso vielen SchülerInnen, die mit Schule nur noch Druck und Zeitmangel verbinden. Auch in den Schulklassen, die ich während der verganegenen fünf Jahre im Landtag zu Gast hatte oder in Köln besuchen konnte, waren die Meinungen darüber immer geteilt. Zu den zahlreichen Änderungen, die wir für die Schulen vor Ort im Sinne größerer eigener Entscheidungsbefugnisse anstreben, gehört dieses Ermöglichen von Wahlfreiheit. Für mich auch ein Beitrag dazu, Schule kindgerechter und nicht Kinder schulgerechter zu machen.

Mit herzlichen Grüßen
Ingrid Hack
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Frage zum Thema Bildung
03.05.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Hack,

bei den wirklich wichtigen Bildungsabschlüssen -also den Abschlüssen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind- ist NRW im nationalen Vergleich ebenso unterdurchschnittlich wie die Bundesrepublik im internationalen Vergleich (siehe OECD-Report). Was kann die SPD tun, damit sich unser Bildungssystem wieder mehr an der Realität des Berufslebens orientiert?

Das Leistungsniveau der Schüler ist nach meiner persönlichen Einschätzung deutlich schlechter als das vorangegangener Generationen. Das spüre ich im täglichen Leben, wenn meine beiden Kinder (17 und 19 Jahre) mich bei schulischen Themen um Hilfe bitten und ich immer wieder feststellen muss, dass es an Basiswissen fehlt. Vor einiger Zeit wurde an der Schule meiner Tochter die Parole "nachhaltiges Lernen" ausgegeben ... scheinbar konnte dieser gute Vorsatz aber nicht umgesetzt werden. Das wundert mich nicht. Nach meiner persönlichen Statistik finden an dieser Schule ca. 15 - 20 % der Unterrichtsveranstaltungen nicht statt. Ein Personalverantwortlicher in der freien Wirtschaft bekäme die rote Karte, wenn 15 - 20 % seiner Produktivzeiten ausfallen würden. Wie kann man unsere Lehrerschaft dazu bringen verantwortlicher und effektiver mit Ihrer Produktivzeit umzugehen?

Meine Frau ist Lehrerin. Ihre Unterrichtsstunden fallen so gut wie nie aus und ich weiß genau, dass sie sich sehr intensiv darum bemüht ihren Schülern einen besseren Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Sie darf jedoch in unserem Land nicht an öffentlichen Schulen unterrichten, weil sie einen Abschluss einer ausländischen Universität hat und ihr somit das zweite Staatsexamen fehlt. Ich behaupte, die stärkere Anwendung des Leistungsprinzips auf unsere Lehrerschaft könnte nicht nur meiner Frau eine traumhafte Karriere an öffentlichen Schulen bescheren, sondern besonders unsere Schüler auf einen erfolgreicheren Lebensweg vorbereiten.

Wie kann eine SPD-geführte Landesregierung solche Bildungsnotstände beseitigen?

Gruß,
Antwort von Ingrid Hack
bisher keineEmpfehlungen
08.05.2010
Ingrid Hack
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen, die sicherlich nicht kurz und mit einem "Patentrezept" beantwortet werden können. Ich will dennoch versuchen, Ihnen einige Vorschläge der SPD und meine Position zu diesen Problemen zu erläutern.

Zunächst müsste Konsens darüber erzielt werden, welche Bildungsabschlüsse die "wirklich wichtigen" sind; häufig machen Schulabgänger und junge Erwachsene auch die Erfahrung, dass sie beim Start einer Ausbildung vorgeblich beste Chancen mit dem angestrebten Beruf haben, nach Abschluss aber dennoch Schwierigkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Meines Erachtens ist das Schulsystem (das ich hier deutlich vom Bildungssystem unterscheide) unter anderem deshalb dringend reformbedürftig, weil es weder in der Spitze noch in der Breite ausreichend gute Ergebnisse "produziert", die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist erschreckend hoch, ebenfalls viel zu groß ist die Anzahl der Abschlüsse ohne aussichtsreiche Perspektive - entweder für weitere Schul-Qualifikation oder für eine berufliche Ausbildung.

Die Berufsorientierung beginnt meines Erachtens in allen derzeitigen Schulformen zu spät. In der Enquetekommission "Chancen für Kinder" www.landtag.nrw.de haben wir (übrigens fraktionsübergreifend!) die Empfehlung ausgesprochen, "ein integriertes Gesamtkonzept zum Bereich ´Arbeitswelt´ in allen Schulformen." aufzubauen, einschließlich mehrwöchiger Berufspraktika.

Das Problem des Unterrichtsausfalls, das wir auch immer wieder im Schulausschuss und im Landtagsplenum debattiert haben, hatte die CDU-FDP-Regierung ganz vorrangig bearbeiten wollen; eine maßgebliche Änderung ist unseres Erachtens seit 2005 nicht eingetreten. Mir ist wichtig festzustellen, dass die ganz überwiegende Mehrheit der LehrerInnen hoch engagiert für ihre und mit ihren Schülerinnen und Schüler arbeitet. Aber - ein einfacher Grund, warum hier Verbesserungen auch schwierig sind - vor Krankheitsausfällen ist niemand gefeit. Vor allem aber müssen LehrerInnen bereits durch ihre Ausbildung in die Lage versetzt werden, den veränderten Anforderungen gerecht zu werden; auch hier, meine ich, gibt es Defizite. So fehlen bspw. sonder-, heil- und sozialpädagogische Elemente in der Regel-Lehrer-Ausbildung; diese aber würden einen "anderen Blick" aufs Kind ermöglichen und den Lehrkräften ein erweitertes Instrumentarium in ihrer Arbeit zur Verfügung stellen.

Der Ausbau unserer Schulen zu Ganztagsschulen würde unseres Erachtens anderes Lernen und Lehren ermöglichen, Stoff-Fülle entzerren und zum Beispiel auch die von Ihnen beschriebenen Schwierigkeiten beim (leidigen) Thema Hausaufgaben verringern. Wir wünschen uns den Ausbau in einer geregelten, vom Land sehr viel besser finanziell geförderten Weise; besonders wichtig ist für uns hier auch das Thema geregelte und kostenfreie Verpflegung.

Wie geschrieben, die eine Lösung gibt es m. E. nicht; an vielen Stellen zugleich sind Veränderungen notwendig, um im komplexen System Schule kindgerechter zu werden und damit auch LehrerInnen bessere Arbeit zu ermöglichen.

Mit herzlichen Grüßen
Ingrid Hack
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