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08.02.2010 | Bundestag
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage auf Abgeordnetenwatch.de vom 29.11.2009.
Wir bitten Sie, die späte Antwort zu entschuldigen.

Nach unserem Kenntnisstand ist der Begriff "Chemtrails" wissenschaftlich nicht abgesichert. Das Max-Planck-Institut bezeichnet die weißen Streifen, die Flugzeuge hinterlassen, als "Kondensstreifen". Zur Entstehung der Kondensstreifen erklärt das Max-Planck-Institut:

"Warum treten Kondensstreifen auf?
In der Reiseflughöhe von 10 - 13 km ist die Umgebungstemperatur mit -40°C bis -70°C sehr niedrig. Die Temperatur nimmt gewöhnlich vom Erdboden bis in diese Höhe ab, um darüber wieder anzusteigen. Dieses Temperaturminimum kennzeichnet den Übergang zwischen Troposphäre und der darüber liegenden Stratosphäre, die sogenannte Tropopause. Der maximal mögliche Feuchtegehalt der Atmosphäre (jenseits dessen Kondensation und Wolkenbildung auftreten) wird mit abnehmender Temperatur sehr klein. 100% relative Feuchte in der Nähe der Tropopause entsprechen nur etwa 1/1000 der Wasserdampfdichte am Boden. Die meisten anderen Gase nehmen dagegen mit der Höhe sehr viel langsamer ab. So beträgt die Dichte von Sauerstoff oder CO2 in Tropopausennähe immer noch etwa 1/3 des bodennahen Wertes. Die Verbrennung von 1 kg Kerosin in der Flugzeugturbine erzeugt 1,25 kg Wasserdampf und 3 kg CO2, sowie Stickoxide und Russ. Während die zusätzliche Menge an Wasserdampf in Bodennähe gegenüber der natürlichen Menge unerheblich ist, führt sie nahe der Tropopause häufig unmittelbar hinter dem Flugzeug zu Kondensation. Diese Bildung von Kondensstreifen wird um so wahrscheinlicher, je geringer die Temperatur der Umgebungsluft ist."
( www.mpimet.mpg.de ,
Homepage abgerufen: 01.02.2010, 13:15 Uhr)

Näheres auch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt: www.dlr.de (Homepage abgerufen am 01.02.2010, 13:23 Uhr). Hier werden auch die verschiedenen Arten der Kondensstreifen erläutert.

Bei der Verbrennung des Kerosins entsteht neben Wasserdampf also auch das klimaschädliche CO2. Dieses gefährdet implizit durch den Klimawandel natürlich auch den Menschen wie alle Lebewesen. Daher setzen wir Grüne uns dafür ein, dass der klimaschädliche Flugverkehr minimiert wird, z.B., indem Kerosin besteuert wird (vgl. dazu: www.michael-cramer.eu abgerufen 01.02.2010, 13:27 Uhr).

Nach den unzureichenden Ergebnissen der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 müssen wir weiter daran arbeiten, dass Klimaschutz verbindlich wird. In einer Pressemitteilung vom 1. Februar 2010 sagt der Sprecher für Klimapolitik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Hermann Ott: "(…) Die Europäische Union hat mit ihrem Ziel von 20 Prozent als Vorreiter des Klimaschutzes abgedankt. (…) Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, die EU schnell zu einer 30-prozentigen CO2-Minderung ohne Auflagen zu bewegen, um die Verhandlungen bis Mexiko Ende des Jahres zu befördern."

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Manuel Sarrazin
24.09.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrter Herr .

Fragen zu Chemtrails wurden mir immer wieder gestellt. Auch bei abgeordnetenwatch. Deshalb schicke ich meine früheren Antwort:
Auch ich habe mich schon über die vermehrt sichbaren Kondensstreifen am Himmel, die von Flugzeugen verursacht werden, gewundert. Ich habe mich auch geärgert, wenn diese Streifen sich nicht ganz auflösen und einen Schleier über große Teile des blauen Himmels bilden, der lange festzustellen ist.
Schon vor Jahren habe ich mich dazu auf Anfragen hin geäußert.

Ihre Annahme, daß diese Nebelschleier auf gezielte Sprüheinsätze von Flugzeugen zurückzuführen sind, die Aluminiumpartikel und Baliumsalze in der Atmosphäre verteilen, ist nach meiner Kenntnis bisher seriös nicht belegt und schon gar nicht bewiesen.
Die Flugzeuge, die für alle sichtbar diese Kondensstreifen verursachen, sind nichts Geheimes, sondern von der ständigen Luftüberwachung registriert. Sie sind bei Starts und Landungen auch am Boden sichtbar und identifizierbar. Die, die den Himmel in einer klar erkennbaren geraden Linie in großer Höhe durchqueren sind Verkehrsmaschinen auf bekanntem Kurs vom Startort zum Zielort. Die, die kreuz und quer und in Schleifen fliegen sind in der Regel Militärflugzeuge mit Stand- und Bestimmungsort, die der Flugüberwachung ebenfalls bekannt sind. All solche Flugzeuge werden auch bei Starts und Landungen oder sonst auf den Flughäfen auch von privaten Gruppen, NGOs und Einzelpersonen beobachtet und zuweilen auch fotographiert. So sind sogar Starts und Landungen von Flugzeugen, die Geheimdienste in geheimer Mission benutzt haben, von Privatpersonen bei Starts und Landungen festgestellt, enttarnt und identifiziert worden. Bis heute ist mir kein Fall bekannt, in dem an Passagier- oder Militärflugzeugen Vorkehrungen oder Anlagen für Sprüheinsätze festgestellt werden konnten.

Neben diesen meinen eigenen Erkenntnismöglichkeiten aus der Arbeit im parlamentarischen Untersuchungsausschuß hat die grüne Bundestagsfraktion sich seit 2007 mit Anfragen zu Chemtrails befaßt. Sie hat selbst nicht die Möglichkeit, eigene wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie ist daher auf die Angaben der Fachleute angewiesen.
Dem Umweltbundesamt (UBA) und auch dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen Phänomene nicht bekannt. Im DLR werden seit Jahren die Wirkungen der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre beobachtet und entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Die Bildung von Kondensstreifen auch in ungewöhnlicher Formation wird wissenschaftlich aus dem Zusammenspiel von Luftverkehr und Atmosphäre/Wetterbedingungen erklärt. Für das Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre sehen die wissenschaftlichen Institutionen der Bundesregierung keinerlei wissenschaftlichen Beleg.
Gäbe es die so genannten Chemtrails, müssten dem DLR darüber Informationen vorliegen; die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Die Deutsche Flugsicherung GmbH hat bestätigt, dass im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtet wurden, die etwas mit dem Sachverhalt zu tun haben könnten. Darüber hinaus hat der Deutsche Wetterdienst mitgeteilt, dass in den Beobachtungsdaten keine Besonderheiten auffindbar sind, die auf abweichende Formen von Kondensstreifen hindeuten könnten. Auch das Bundesverteidigungsministerium hat keine weitergehenden Erkenntnisse.

Hinzu kommt, daß die Behauptungen zu Chemtrails bisher hauptsächlich von der Zeitschrift Raum und Zeit verbreitet wurden, diese aber in den letzten Jahren auch Beiträge zu anderen Themen veröffentlicht hat, die vom gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand abweichen, so zum Beispiel Gegenthesen zur Relativitätstheorie, den Ursachen von AIDS und BSE. Auch gibt es Artikel, die den anthropogenen Treibhauseffekt und die damit verbundene Klimaänderung bestreiten. Dies erscheint besonders widersprüchlich angesichts der Behauptung an gleicher Stelle, Chemtrails seien der Versuch, die Wirkungen des menschgemachten Klimawandels zu mildern.

Auf der Basis meines Erkenntnisstandes und der Zusammenschau der zuvor erwähnten Auskünfte bewerte ich die Behauptungen über die Existenz von Chemtrails äußerst skeptisch und als nicht bewiesen.

Die meisten Thesen und Vorschläge zur Inneren Sicherheit, insbesondere sein neues BKA-Gesetz und die Forderung zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren lehne ich ab und halte ich für schlimme Eingriffe in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger.
Dies gilt auch für die von der großen Koalition bereits beschlossene Sperrung von Seiten im Internet. Deshalb habe ich im Bundestag dagen gestimmt.
Sie haben recht. Kinderpornographie ist strafbar. Auch die Veröffentlichung und der Besitz solcher Bilder ist zu recht mit hohen Strafen bedroht. Dies gilt auch für die Veröffentlichung von kinderpornographischen Seiten im Internet. Sie sollten entfernt werden, wenn dies in einem rechtsförmigen, rechtsstaatlichen Verfahren richterlich angeordnet wird.
Das Löschen von Internetseiten und das Verfolgen der Täter (auch und gerade international!) dient dem Opferschutz. Blockieren dieser Seiten verdeckt hingegen die Straftat nur. Die internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung kinderpornografischer Inhalte im Netz muss dringend verbessert werden. Politik und Polizei sind aufgefordert, durch Vereinbarungen mit anderen Staaten, die bestehenden Schwierigkeiten dabei zu beseitigen.

Mit freundlichen Grüßen
Ströbele
21.09.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich habe mich schon vor längerer Zeit zum Thema Chemtrails beim Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung Walter Kolbow erkundigt. Im folgenden gebe ich Ihnen gern seine Antwort zur Kenntnis.

"Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Flugzeuge in Europa Chemtrails (Aluminiumverbindungen) in die Atmosphäre einbringen. Auch vom Umweltbundesamt befragte Experten des Deutschen Wetterdienstes, der Lufthansa und des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt konnten die beschriebenen Phänomene nicht bestätigen, Beobachterdaten wiesen vielmehr keine Besonderheiten auf. Das Hauptquartier der US-Luftwaffe hat mitgeteilt, dass es (solche) Projekte der US-Luftwaffe weder gibt noch gegeben hat."

Welche Ursachen die Zeichen auf Ihren Fotos haben, kann ich Ihnen leider nicht per Fotoanalyse erklären.

Mit den besten Grüßen
Monika Griefahn
16.09.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre neuerliche Nachfrage. Auf Abgeordnetenwatch finden sich mittlerweile einige Nachfragen zu diesem Thema, die Sie gerne auch nachlesen können, zusätzlich zu den Links in der vorangegangenen Antwort. Es bleibt dabei, dass die von Ihnen angesprochenen "Chemtrails" wissenschaftlich nicht belegt sind. Im Gegenteil: das Umweltbundesamt hat sich dazu entsprechend ausführlich geäußert, ebenso wie Greenpeace. Der Umweltschutzorganisation kann nun gewiss keine "Parteilichkeit" unterstellt werden. www.greenpeace-magazin.de Die Quellen, die Sie im Internet angesprochen haben, gelten jedoch als höchst fragwürdig.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Katrin -Eckardt
15.09.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail. Seitdem in der Zeitschrift Raum und Zeit der Artikel "Die Zerstörung des Himmels" (Ausgabe 127, Januar 2004) erschienen ist, gibt es immer wieder Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger zur angeblichen Versprühung von Chemikalien in der Atmosphäre (Chemtrails).

Als Grüne Bundestagsfraktion haben wir gesetzlich nicht die Aufgabe und auch nicht die Mittel, eigene wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Wir sind daher auf die Aussagen der Fachleute angewiesen. Dem Umweltbundesamt (UBA) und auch dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen Phänomene nicht bekannt. Im DLR werden seit Jahren die Wirkungen der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre beobachtet und entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Die Bildung von Kondensstreifen auch in ungewöhnlicher Formation ist wissenschaftlich aus dem Zusammenspiel von Luftverkehr und Atmosphäre/Wetterbedingungen zu erklären. Für das in dem Artikel erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre gibt es laut den wissenschaftlichen Institutionen der Bundesregierung keinerlei wissenschaftlichen Beleg. Gäbe es die so genannten Chemtrails, müssten dem DLR darüber Informationen vorliegen; die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Die Deutsche Flugsicherung GmbH hat bestätigt, dass im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtet wurden, die etwas mit dem Sachverhalt zu tun haben könnten. Darüber hinaus hat der Deutsche Wetterdienst mitgeteilt, dass in den Beobachtungsdaten keine Besonderheiten auffindbar sind, die auf abweichende Formen von Kondensstreifen hindeuten könnten. Auch das Bundesverteidigungsministerium hat keine weitergehenden Erkenntnisse.

Bisher wurde das Thema hauptsächlich über die Zeitschrift Raum und Zeit verbreitet. In dieser Zeitschrift wurden in den letzten Jahren regelmäßig Beiträge veröffentlicht, die vom gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand abweichen, so zum Beispiel Gegenthesen zur Relativitätstheorie, den Ursachen von AIDS und BSE. Auch mehrere Artikel, die den anthropogenen Treibhauseffekt und die damit verbundene Klimaänderung bestreiten, sind enthalten. Dies erscheint besonders widersprüchlich angesichts der Behauptung an gleicher Stelle, Chemtrails seien der Versuch, die Wirkungen des menschgemachten Klimawandels zu mildern.

Auf der Basis des wissenschaftlichen Kenntnisstandes und der Zusammenschau der zuvor erwähnten Aspekte lässt sich schlussfolgern, dass die im Artikel aufgestellten Behauptungen nicht glaubwürdig sind. Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Luftverkehrs auf die Zusammensetzung der Atmosphäre und das Klima sind im Internet zu finden:
www.ipcc.ch
www.pa.op.dlr.de
weitere Informationen zu der Theorie:
de.wikipedia.org

Mit freundlichen Grüßen

Büro Katrin -Eckardt
06.09.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrter Herr ,

zum Punkt 1.: wer etwas behauptet, muss es auch beweisen, so ist das in der Wissenschaft. Für die sogenannten Chemtrails gibt es keinerlei überzeugende Beweise, dafür aber überzeugende normale/natürliche Erklärungen wie Wasserdampf unter verschiedenen Temperatur- und Druckbedingungen. Ich hatte mich erst schlau gemacht, bevor ich die damalige Frage beantwortet habe, deswegen hatte das auch etwas länger gedauert. Als Physiker bin ich in vielen Fällen in der Lage, mir recht rasch eine fundierte Meinung zu solchen Themen zu bilden.

Ein Wetterradar ist besonders empfindlich, um Wasserdampf nachzuweisen. Die in der Militärluftfahrt zwecks Verteidigung gegen radarzielsuchende Luft-Luft- und Boden-Luft-Raketen üblichen Düppel (engl. "chaff") sind mit Aluminium beschichtet und ergeben natürlich auf dem Radar (gewollt) ein ganz enorm starkes Echo, um die genannten Zielsuchradargeräte zu irritieren. Ein Geschwader von Kampfflugzeugen wie bei einer solchen Übung der Bundesluftwaffe offenbar geschehen, kann schon genug davon ausbringen, damit es auf dem Satellitenbild deutlich sichtbar wird, zumal es in dieser Menge gleich wieder mit dem allgegenwärtigen Wasserdampf zusammen spielt.

Das ist aber nicht gängige Praxis, sondern kommt laut Bericht ca. einmal im Jahr bei Luftkriegsübungen vor. Ich kann hier nichts geheimnisvolles sehen, auch wenn die Bundeswehr diese Praxis hinsichtlich Durchführung und Öffentlichkeitsarbeit mal überdenken sollte - immerhin hat man ja zugesichert, künftig den Wetterdienst davor zu warnen.

zum Punkt 2:

die menschengemachte Erwärmung des Erdklimas durch den künstlich verstärkten Treibhauseffekt (v.a. Kohlendioxid, aber auch Methan, FCKWs und sogar Ozon spielen dabei eine Rolle) gilt in der Scientific Community als erwiesen. Die sogenannten Klimaskeptiker werden immer weniger, u.a. auch, seit Exxon von der Royal Society in England kritisiert wurde, weil sie solche Leute dafür bezahlt hat, dass sie öffentlich Skepsis äußern. Das ist für die eher vornehm zurückhaltende Royal Society schon eine ungewöhnliche Einmischung gewesen, nebenbei bemerkt, aber Exxon betrieb diese Kampagne wirklich sehr dreist.

Nicht jedes Jahr hat den gleichen Temperaturwert oder liegt genau im Langzeittrend. Man sollte schon etwa ganze Jahrzehnte dafür betrachten. Auf dieser Skala ist der Erwärmungstrend nicht wegzudiskutieren, vom Kausalzusammenhang Kohlendioxid-Konzentration - mittlere Erdoberflächendurchschnitsstemperatur ganz zu schweigen. Dieser geht auch aus Eisbohrkernen über Jahrhunderttausende der jüngeren Erdgeschichte eindeutig und sehr gut korreliert hervor.

Kurzfristig können Effekte wie Vulkanausbrüche, das Klimaphänomen El Nino und auch geringe Sonnenfleckenaktivität (z.Zt. der Fall, das aktuelle Sonnenfleckenminimum dauert schon auffällig lange) für Abkühlung sorgen, diese sind dem langfristigen Trend jedoch nur aufgeprägt, ändern ihn also nicht. Außerdem sind immer nur globale Temperaturaussagen relevant, nicht-globale Änderungen betreffen oft Nord- und Südhalbkugel gegensinnig, so dass diese sich leicht wieder ausgleichen können.

Mit freundlichen Grüßen, Dipl.-Phys. Stefan Urbat
03.08.2009 | Bundestagswahl
Sehr geehrte Frau ,

ich höre zum ersten Mal von Chemtrails und in unserem Parteiprogramm gibt es auch nichts dazu, so dass ich Ihnen persönlich antworte als Direktkandidat und Diplom-Physiker.

Flugzeugtriebwerke erzeugen üblicherweise (hängt von Faktoren wie Luftdruck und Luftfeuchtigkeit ab, die sich auch mit der Höhe ändern) Kondensstreifen, die bei bestimmten Bedingungen auch zu einer künstlichen Wolkenbildung führen; es handelt sich letztlich um Wasser, was das auslöst.

Das meinen Sie wahrscheinlich mit der Streifenbildung am Himmel, das kennt jeder von uns. Natürlich beeinflusst diese künstliche Verstärkung der Bewölkung den Strahlungshaushalt in ihrem Bereich.

Dass da zusätzliche Stoffe von Flugzeugen ausgebracht werden, ist gleichermaßen unplausibel wie nicht zu belegen; die Temperaturen in der Brennkammer eines Flugzeugtriebwerks überstehen z.B. organische Materialien und Kunststoffe keinesfalls.

Ein gezieltes Abwerfen solcher Materialien wäre gleichermaßen ineffektiv wie treibstoffzehrend. Denn solche Vorrichtungen würden den Luftwiderstand des Flugzeugs unweigerlich erhöhen.

Auch würden sich Gruppen, die so etwas versuchen, wohl eher als Retter des Klimas aufspielen, als das geheim zu machen, und bei Passagierflügen würde so etwas immer jemandem auffallen.

Daher halte ich es mit Greenpeace und betrachte das als Verschwörungstheorie ohne wirkliche Substanz. Man sollte nicht Alles glauben, was irgendwo behauptet wird.

Eine gute Seite zu diesem Thema ist meines Erachtens hier zu finden:

www.martin-wagner.org

Mit freundlichen Grüßen, Dipl.-Phys. Stefan Urbat
13.05.2009 | Bundestag 2005-2009
Sehr geehrte Frau ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage an Gregor Gysi, die ich als umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE zuständigkeitshalber beantworten möchte.

Zu Ihrer Information möchten ich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von uns verweisen (siehe: dip21.bundestag.de Es geht um vermeintliche "Geisterwolken", und am Rande auch um so genannte "Chemtrails" am Himmel, zu denen wir in letzter Zeit einige Post bekommen haben.

Wir möchten darauf hinweisen, dass der in der Anfrage behandelte Abwurf von Chaff/Düppeln aus Militärflugzeugen nichts mit dem zu tun hat, was seit Jahren unter dem Begriff "Chemtrails" in diversen Internetforen und einigen Presseveröffentlichungen debattiert wird. Letzteres halten wir für kompletten Unsinn. Der Düppelabwurf zur Radartäuschung ist hingegen Realität.

Die vermeintlichen Chemtrails dagegen sollen angeblich geheime US-Versuche mit giftigen Chemikalien sein, die tonnenweise in die Atmosphäre gekippt werden, um mittels "Geoingeneering" das Erdklima zu stabilisieren. Nicht nur die LINKE hält dies für eine Verschwörungstheorie. Sowohl das Umweltbundesamt (siehe www.umweltdaten.de als auch Greenpeace www.greenpeace-magazin.de haben sich damit beschäftigt, und die Sache ins Reich der Legendenbildung verwiesen.

Letztlich bilden sich solche Streifen am Himmel auf natürliche Weise, wenn auch mit menschlichem Zutun: Sie sind z.B. gelegentlich im Umfeld des Flughafens Schönefeld in Berlin zu sehen. Das sind Kondensstreifen der startenden und landenden Flugzeuge, die sich bei bestimmten Wetterlagen besonders stark herausbilden und bei Windstille auch stundenlang halten.

Mit freundlichen Grüßen,
Eva Bulling-Schröter, MdB
12.05.2009 | Bundestag 2005-2009
Sehr geehrter Herr ,

die "chemtrail"-Theorie ist meines Erachtens im Bereich der Fiktion zu verorten. Der Deutsche Wetterdienst sowie das Umweltbundesamt haben mir auf Nachfrage versichert, dass es keinerlei Anhaltspunkte für diese Theorie gibt.

Ich zitiere abschließend aus einem Bericht des Bundesumweltamtes:

"Für das in dem genannten Artikel erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre und die Bildung so genannter Chemtrails gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Auch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen Phänomene nicht bekannt. […] Falls es die so genannten Chemtrails gäbe, müssten beim DLR darüber Informationen vorliegen. Die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Die Deutsche Flugsicherung GmbH bestätigte, dass sie im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtete, die etwas mit dem beschriebenen Sachverhalt zu tun haben könnten."

(Quelle: www.umweltdaten.de )

Ich hoffe, Ihre Anfrage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans Georg Faust, MdB
11.05.2009 | Bundestag 2005-2009
Sehr geehrter Herr ,

die Theorien zu Chemtrails sind mir bekannt, ich teile sie nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Bätzing, MdB
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