Sehr geehrte Frau

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das von Ihnen angesprochene Problem der Rentenangleichung Ost/West konnte leider noch nicht abschließend gelöst werden. Ich selbst habe mehrfach Ansätze unternommen, um eine schnelle Lösung des Problems herbeizuführen. Die FDP-Fraktion hat in der vergangenen Legislaturperiode deshalb einen entsprechenden Antrag eingebracht, der von der damaligen Koalitionsmehrheit aber abgelehnt wurde. Jetzt wird erneut an einer schnellen Lösung gearbeitet.
Allerdings ist das Problem nicht so leicht zu lösen, wie es von außen vielleicht den Anschein hat. Denn es geht ja nicht nur um die Frage der Rentenangleichung, sondern um das sich durch den demographischen Wandel immer weiter verschärfenden Ungleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern. Dieses Problem besteht in Ost und West in gleicher Weise, auch dies muss also bei einer Neuregelung berücksichtigt werden.
Das Sozialsystem in Deutschland basiert auf einem Generationenvertrag, der besagt, dass die jungen, arbeitenden Menschen für die Rentner aufkommen. Wenn nun aber die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt und die Zahl der Rentner steigt, dann liegt es auf der Hand, dass das zur Verfügung stehende Geld knapp wird. Entweder müssen die Erwerbstätigen also noch mehr Geld in die Sozialkassen einzahlen als bisher oder die Rentner müssen weniger Rente bekommen. Sie sehen, das ist eine verzwickte Situation. Ihr aktuelles Problem löst diese Erkenntnis nicht, ich weiß, aber sie beschreibt den Grund, weshalb wir noch zu keiner befriedigenden Lösung gekommen sind. Wir arbeiten aber weiter sehr intensiv an diesem Thema, auch gerade unter dem Aspekt eines fairen Gesundheitssystems, das den erforderlichen Sozialausgleich sichert. Ihr Beispiel belegt ja, dass gerade das derzeitige System erheblichen Änderungsbedarf aufweist.
Gleiches gilt allerdings für das System der Gesundheitsversorgung. Das bestehende System kann die versprochenen Leistungen nicht mehr in ausreichendem Umfang erbringen. Ansonsten wären Sie ja nicht gezwungen, Ihr Haus zu verkaufen, um als Rentnerin den Lebensunterhalt und ihren Medikamentenbedarf zu bestreiten. Das ist weder sozial noch gerecht.
Für Ihr konkretes Anliegen kann ich leider selbst Ihnen keine Lösung anbieten. Ich werde jedoch Ihre Zuschrift den fachlich zuständigen Kollegen meiner Fraktion zuleiten, die sie in den laufenden Beratungen über die Neuordnung des Sozialsystems berücksichtigen werden. Bitte haben Sie deshalb noch ein wenig Geduld. Ihr Problem, das ja nicht nur sie getroffen hat, ist bekannt, und an seiner Lösung wird in den zuständigen Ministerien ebenso wie in den Fachausschüssen des Deutschen Bundestages intensiv gearbeitet. Ich wünsche Ihnen persönlich alles Gute, bitte lassen Sie sich nicht entmutigen.
Mit freundlichen Grüßen
Hellmut Königshaus, MdB