Gerald Weiß (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Gerald Weiß
Jahrgang
1945
Berufliche Qualifikation
Diplom Handelslehrer, Staatssekretär a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Geschäftsführer, Weiß Consult GmbH
Wahlkreis
Groß-Gerau
Landeslistenplatz
7, über Liste eingezogen, Hessen
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(...) Die Rechtssprechung der Frankfurter Richterin ist zu Recht als skandalös verurteilt worden. Gewaltanwendung gegen die Ehefrau aufgrund von angeblich islamischem Brauchtum ist nicht akzeptabel. Solche Urteile stellen unser Rechtsverständnis auf den Kopf. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
05.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Weiß

Der Gesundheitsfonds soll am 1. Januar 2009 an den Start gehen. Zuvor legt die Regierung nächste Woche erstmals für alle Krankenkassen einen einheitlichen Beitragssatz fest. Sie als Bundestags-Abgeordnete sind ein Teil dieser Regierung und somit in meinen Augen mitverantwortlich für eine der größten Reformen unseres Gesundheitswesens seit Jahrzehnten.

Dass diese Reform einem Großteil der Bürger ausschließlich weitere negative Auswirkungen bescheren wird, dürfte unumstritten sein. Seit Jahren müssen wir Bürger (und Wähler) bereits eine stetige Verschlechterung des Gesundheitssystems und der medizinischen Versorgung bei gleichzeitig steigenden Kosten hinnehmen.

Die Argumentation, dass die medizinischen Kosten nicht mehr finanzierbare Dimensionen erreicht haben, kann ich so lange nicht gelten lassen, als wir uns nach wie vor zahllose Instanzen innerhalb unseres Gesundheitssystems leisten, die wenig bis gar nichts zur Verbesserung der medizinischen Versorgung oder zur Kostendämpfung beitragen. Warum stellt z.B. niemand in Frage, ob oder warum wir mehr als 250 Krankenkassen benötigen, von denen jede einzelne enorme administrative Kosten verursacht?

Meine Frage an Sie ist dahingehend, wie Sie eine solche Diskriminierung insbesondere älterer und weniger bemittelten Bürger rechtfertigen und mit Ihrem Gewissen vereinbaren können. Ihre Position im Bundestag sollte eigentlich die eines "Volksvertreters" sein. Seit vielen Jahren jedoch kann ich nicht erkennen, wie/wann und wo Mitglieder des Bundestages in meinem Interesse gehandelt hätten.

Ich rufe Sie deshalb eindringlich dazu auf, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um die Einführung des weitgehend umstrittenen Gesundheitsfonds zu verhindern. Und dies nicht nur im Hinblick auf die anstehenden Wahlen, sondern insbesondere zum Wohle der Menschen, die Sie vertreten sollten.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Gerald Weiß
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20.10.2008
Gerald Weiß
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich bin überzeugt, dass wir weltweit eines der besten Gesundheitssysteme überhaupt haben – trotz aller Dinge, die man noch verbessern kann.
So haben sich beispielsweise die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Ein Beispiel: Leukämie. Während im Jahr 1970 die Leukämien im Kindesalter noch fast ausnahmslos zum Tode führten, liegt die Überlebensrate nach fünf Jahren heute bei der häufigsten bösartigen Erkrankung im Kindesalter, der akuten lymphatischen Leukämie, bei 87 Prozent. Diese Entwicklung hat auch mit den verstärkten Bemühungen um bessere Früherkennung zu tun, aber vor allem mit dem medizinischen Fortschritt bei Diagnose und Therapie.
Doch medizinische Innovationen, ob in der Arzneimitteltherapie, der Medizintechnik oder der Diagnose, haben ihren Preis: Die Implantation eines Herzschrittmachers schlägt zum Beispiel mit einer Pauschale von 15.000 Euro zu Buche. Die Behandlungskosten pro Jahr für einen Dialyse-Patienten liegen im Durchschnitt bei 43.000 Euro. Lebensrettende Knochenmarktransplantationen werden mit 97.000 Euro berechnet. Der durchschnittliche Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung müsste dafür 32 Jahre lang einzahlen. Diese Kosten müssen und werden bereitgestellt.

Sie stellen die Frage, wieso wir 250 Krankenkassen haben und wieso man nicht an diesem Hebel ansetzt. Genau dieser Schritt wird mit dem Gesundheitsfonds angegangen. Damit die Zahl der Krankenkassen in ein notwendiges Maß kommt, muss man mehr fairen Wettbewerb schaffen und für mehr Transparenz sorgen. Die Krankenkassen müssen in Zukunft über ihre Leistung konkurrieren. Wenn die Krankenkassen gut wirtschaften, dann können sie auch Prämien an die Versicherten zurückzahlen. Dies wurde auch schon angekündigt.
Eine Diskriminierung von älteren und weniger bemittelten Bürger, wie Sie dies befürchten, sehe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Gerald Weiß
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Frage zum Thema Finanzen
05.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Weiß,

stimmt es , dass ab 2009/2010 ein Mitglied der PKV seine Beiträge komplett mit der Steuererklärung geltend machen kann, ein freiwillig bei der GKV Versicherter aber nicht im selben Umfang?

Wenn dem so ist, wieso ist dies dann kein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz lt. Grundgesetz?

Mit besten Grüßen
Antwort von Gerald Weiß
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20.10.2008
Gerald Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Meines Wissens nach, sind Ihre Sorgen unbegründet.
Die unionsgeführte Bundesregierung hat beschlossen, dass ab 2010 alle Steuerzahler einen größeren Teil ihrer Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge steuerlich absetzen können - und zwar unabhängig davon, ob sie privat oder gesetzlich krankenversichert sind.

Momentan wird im politischen Raum diskutiert, ob man die Absetzbarkeit auf das Jahr 2009 vorzieht, um wegen der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Risiken die Konjunktur und den Konsum zu stützen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Gerald Weiß
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Frage zum Thema Soziales
14.10.2008
Von:
-

Sehr geehrter Herr Weiß,

immer wieder ist heut zu Tage die Rede von ALG II-Empfängern.
Bei einem unserer Mieter ist die Lebensgefährtin (43) ganz schnell gestorben. Nun steht der ALG II-Empfänger ohne Geld da und kann die Miete (513,-- inkl. Nebenkosten) nicht bezahlen. Er bemüht sich zwar um eine ander Wohnung, kann aber keine bekommen, da wir ihm nicht bestätigen können, dass keine Mietschulden da sind. Die Wohnung hat er zwar auf Ende September 2008 ordentlich gekündigt, ist aber noch immer bei uns wohnhaft. Das heißt: er hat zwei Monate Rückstand.

Wer bezahlt uns nun die Miete. Die Arge jedenfalls weigert sich.
Wir haben die Wohnung umgebaut und renoviert und müssen auch unsere Kredite abbezahlen.

Es kann doch nicht sein, dass der Vermieter das Nachsehen hat.

Bitte geben Sie uns eine Antwort baldmöglichst. Danke

Mit freundlichen Grüssen
-
Antwort von Gerald Weiß
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20.10.2008
Gerald Weiß
Sehr geehrte Frau -,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Als Teil der Legislative kann ich leider keine Rechtsberatung ausüben. Als Ökonom fehlt mir dafür auch die entsprechende Ausbildung.

Die sogenannten Kosten der Unterkunft, die ALG II-Empfängern bezahlt werden, sind regional unterschiedlich, weswegen ich auch über die entsprechende Höhe leider keine Aussage treffen kann. Auch kann ich nicht abschätzen, ob der Steuerzahler in Ihrem Fall einspringen muss. Ich würde Ihnen empfehlen einen Rechtsrat, möglicherweise bei einem Sie vertretenden Verband, einzuholen.

Ich bedaure, dass ich Ihnen nicht weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Gerald Weiß
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
19.10.2008
Von:

Guten Tag,

...ich würde gerne mal von Ihnen wissen, wann denn nun mit der Verwirklichung der sogenannten "Südumgehung" von Mörfelden zu rechnen ist? Der Verkehrslärm am Ortsausgang Richtung Langen ist mittlerweiel unerträglich. Seit ca. 25 Jahren ist dies ein Thema. Wer will sich denn da wieder ein Denkmal setzen? Hinzu kommte der enorn gestiegene Fluglärm.

Sie wollen doch auch mal wiedergewählt werden!!!

MFG
G.
Antwort von Gerald Weiß
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05.12.2008
Gerald Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage bezüglich der "Südumgehung" Mörfelden. Dieses Thema beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger in Mörfelden schon eine ganze Weile. Seitens des Deutschen Bundestages bzw. der Bundesregierung wurden alle notwendigen Schritte eingeleitet, um dieses Vorhaben zu realisieren. Auf Bundesebene wurde der Bedarf dieser Umgehung geprüft und man hat diese Prüfung mit einem positiven Ergebnis beendet, woraufhin ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren eröffnet wurde. Für die Umsetzung sind die Landesbehörden in Hessen zuständig. Meines Wissens nach wurden inzwischen Stellungnahmen und Einwände gegen das Vorhaben gesammelt und an das Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt zur Erwiderung weitergeleitet. Es wurden etwa 500 bis 600 Einwände erhoben, weshalb dieser Prozess einige Zeit beansprucht. Es ist vorgesehen, dass als nächster möglicher Schritt in der ersten Hälfte des kommenden Jahres ein diesbezüglicher Erörterungstermin angesetzt wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüssen

Gerald Weiß
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Frage zum Thema Umwelt
22.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Weiß,

Sie vertreten meinen Wahlkreis im Deutschen Bundestag. Die wichtigsten Problemfelder für unsere Zukunft sehe ich in der Bildungs- und Energiepolitik. Wobei eine Verbesserung der Bildungspolitik den kommenden Generationen nicht helfen wird, wenn wir die notwendige Umkehr in der Energiepolitik nicht bewältigen. Wir müssen uns von der Energie-Verschwendung und gleichzeitig von den atomaren und fossilen Energieträgern verabschieden. Wir brauchen den Einstieg in ein solares Zeitalter, in dem wir alle Facetten der Sonnenenergie nutzen. Letztlich stammt alle verfügbare Energie von der Sonne. - Sowohl die atomare und fossile als auch die regenerative, wobei die atomare und fossile nicht nur endlich sondern auch extrem gefährlich oder klimaschädlich ist.

Mein künftiges Wahlverhalten wird sich ausschließlich danach richten, ob sich die mich vertretenden Abgeordneten für eine Umkehr in der Energiepolitik und für eine Förderung der regenerativen Energien einsetzen. Deswegen möchte ich gern von Ihnen wissen, inwieweit Sie sich für ein entsprechendes Umsteuern in der Energiepolitik einzusetzen gedenken.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Gerald Weiß
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04.11.2008
Gerald Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich sehe, insbesondere auf nationaler Ebene, in der Bildungspolitik das zentrale Thema der Zukunft. Wir müssen wieder zu dem werden, was Deutschland schon einmal war und was die Kanzlerin "Bildungsrepublik" genannt hat. Deswegen wurde jüngst vom Bund und von den Ländern, deren ureigenste Aufgabe die Bildungspolitik ist, beschlossen, dass die Ausgaben bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesteigert werden sollen. Bis kommenden Herbst soll eine Expertengruppe Einzelheiten beraten. Ich gehe davon aus, dass, sollte die Union wieder die Kanzlerin stellen, dieses Ziel auch umgesetzt wird. Bildung und Forschung sind der Rohstoff unseres Landes – das müssen wir fördern.

Im nationalen, aber vor allem auch im internationalen Rahmen, ist die Energie- und Umweltpolitik von sehr wichtiger Bedeutung. Um möglichst wenig Energie zu verbrauchen und die Umweltbelastung extrem zu senken, wäre wahrscheinlich eine Deindustrialisierung unseres Landes zielführend. Ob das aber die richtige Lösung für Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland sind, das bezweifele ich aber sehr. Also geht es um differenzierte Lösungen – etwa bei der Förderung aller Arten regenerativer Energie – die nicht gleichzeitig unsere Wirtschaft zu sehr beeinträchtigen.

Die unionsgeführte Bundesregierung hat im Dezember letzten Jahres eines der größten Gesetzespakete seit der Wiedervereinigung auf den Weg gebracht, den ersten Teil des "Integrierte Energie- und Klimaprogramm" (IEKP), das im Juni vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde.

Dieses beinhaltet u.a. folgende Punkte:

1. Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (Ziel: Verdopplung des Anteils von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung bis 2020 auf 25 %.)

2. Novelle des Energie-Wirtschafts-Gesetzes zur Liberalisierung des Messwesens (Ziel: Zügige Verbreitung von neuen Technologien im liberalisierten Strom-Messwesen zur zeitgenauen Verbrauchsmessung als Voraussetzung für Stromeinsparungen.)

3. Einführung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (Ziel: Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch auf 14 % im Jahr 2020.)

4. Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (Ziel: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromproduktion auf 30 % bis 2020. Integration der Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit sowie Anreize für bedarfsgerechte Einspeisung des EE-Stroms.)

Insofern sind wir in diesem Bereich schon auf einem guten Weg. Sie können Ihr Vertrauen bei der nächsten Wahl also getrost in die Hände der CDU legen.

Mit freundlichen Grüssen

Gerald Weiß
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