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Sehr geehrter Herr Bahr,
wie ich aus Ihren Ausführungen ersehen habe, unterstützen Sie das
angestrebte Gesetz zur Sperrung von Internetseiten mit
kinderpornografischem Inhalt.
Nun meine Fragen an Sie:
1. Wie kann es sein, dass kein Richter über die Rechtmäßigkeit der jeweiligen Sperre entscheiden muss, damit das BKA nicht "fälschlicherweise" auch legale Seiten sperrt?
2. Warum werden diese Seiten auf eine Sperrliste gesetzt und nicht sofort abgeschaltet, auch wenn dies nahezu immer möglich wäre (siehe Aktion der Organisation Carechild: 20 Seiten abgeschaltet binnen 24h)?
3. Was passiert, wenn jemand einen Virus auf seinem Rechner hat, der unbemerkt DNS und HTTP Anfragen auf gesperrte Seiten durchführt und dadurch mit einer Strafverfolgung zu rechnen hat?
4. Was passiert, wenn jemand auf einen Link klickt (z.B. Spam Mail) und dadurch auf der STOPP- Seite landet? Denn auch hierbei muss der Bürger bei dem geplanten Gesetz mit einer Strafverfolgung rechnen.
4. Wie wollen Sie Menschen rehabilitieren, bei denen dank eines Virus oder einer Spam Mail und der dadurch durchgeführten Strafverfolgung/Hausdurchsuchung das Leben zerstört wurde?
5. Wie wollen Sie ohne Kontrollorgane garantieren, dass nicht wie bei allen bekannt gewordenen Listen anderer Länder legale aber politisch unerwünschte Inhalte gesperrt werden (was einer Zensur gleichkäme!)?
6. Wollen Sie wirklich mit dem BKA eine staatliche Internet-Zensurbehörde einrichten, die keinerlei Kontrollorganen untersteht und geheime, undurchsichtige und unkontrollierbare Sperrlisten erstellt?
7. Möchten Sie wirklich in einem Land leben, in dem man Angst hat auf einen unbekannten Link zu klicken, weil man nicht wissen kann, ob man das STOPP- Schild zu sehen bekommt und einem dadurch eine Hausdurchsuchung droht? Damit wäre die Informationsfreiheit für den Bürger schon aus Angst vor den möglichen Konsequenzen abgeschafft.
Mit freundlichem Gruß

( ein besorgter Bürger )