Dr. Stephan Eisel (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Dr. Stephan Eisel
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Musikwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
Leiter der Hauptabteilung politische Bildung der KAS
Wohnort
-
Wahlkreis
Bonn
Ergebnis
39,5%
Landeslistenplatz
35, Nordrhein-Westfalen
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Frage zum Thema Wirtschaft
11.09.2005
Von:

Unser Staat krankt überall an zuwenig Geld. Auf allen Ebenen und in allen Bereichen.

Als Lösung für die Finanzprobleme wird eine Politik versprochen, die "Wirtschaftswachstum" fördern soll. Mit diesem Wachstum würden Steuereinnahmen steigen und damit die Finanzprobleme lindern. Damit würde alles gut werden.

Aber was passiert, wenn dieses Wachstum nicht erreicht wird? Der "Wachstumsbegriff" kommt aus der Finanzwirtschaft und bezieht sich immer auf das Vorjahr. Wenn eine Volkswirtschaft schon riesig und [relativ] reich ist wie die unsrige, ist bei stagnierender und tendenziell älter werdernder Bevölkerung eigentlich kein nennenswertes Wachstum mehr möglich. Die Statistik der letzten 20-30 Jahre spricht da Bände.

Angesichts dieser zwingenden Gesetzmässigkeit gesättigter Volkswirtschaften wäre es doch angebracht und logisch, wenn die Politik Lösungen anbietet für den Fall, dass die Wirtschaft NICHT MEHR WÄCHST, sondern stagniert. Zumindest als Plan-B Szenario für den [wahrscheinlichen] Fall, dass das Wunschszenario (Wachstum) nicht oder nicht ausreichend ausfällt.

Warum wird keine Politik formuliert für eine Zukunft ohne nennenswertes Wachstum (wenn Wachstum kleiner als 2%/Jahr)? Das wäre doch ehrlicher.
Antwort von Dr. Stephan Eisel
bisher keineEmpfehlungen
12.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

ich teile Ihre Einschätzung nicht. Z. B. wächst in einer älter werdenden Gesellschaft - und auch unabhängig davon - der Gesundheitsbereich, schon heute einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige. Außerdem schafft auch sog. "qualitatives" Wachstum (z. B. 3-Liter-Auto) Arbeitsplätze. Auch unsere -- im Vergleich mit vielen anderen Ländern sicherlich reiche - Gesellschaft steht immer wieder vor der Notwendigkeit der Anpassung und damit auch des Wachstums Als weiteres Bespiel nennen ich hier nur einmal die kinderfreundliche Besellschaft und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Eisel
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Frage zum Thema Arbeit
13.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Stephan Eisel ,

was bedenkt die CDU zu tun, damit nicht immer mehr Firmen, Institute von Bonn nach Berlin umzuziehen, weil die einfach neben der Politik sein wollen.
Antwort von Dr. Stephan Eisel
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

am wichtigsten ist es, dass wir die vielen Stärken des Standortes Bonn stärker ins Bewußtsein bringen: innerhalb und außerhalb Bonns. Hier ist nämlich von den Ministerienstandorten bis zur UNO, von den obersten Bundesbehörden bis zu den Medien wie Deutsche Welle oder DLF in Köln), von den Weltunternehmen Telekom und Post bis zur Bundeskunsthalle ein Netzwerk, das viele Standortvorteile bietet. Aufgabe des Bonner Wahlkreisabgeordneten muss es sein, dieses Netzwerk zu pflegen und als Standortvorteil ins Bewußtsein zu bringen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Eisel
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Frage zum Thema Bürgerrechte
15.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

zu zwei Fragen, die im Wahlkampf nur am Rande gestreift wurden, würde mich Ihre Einstellung interessieren:

1. Wie wollen Sie den Globalisierungseliten der Wirtschaft entgegentreten und so die Bürgerrechte verteidigen?

2. Welche Art der Einwanderungs- und Integrationspolitik verfolgen Sie?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Bürgerrechte
15.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

in ihrer - auf Ihrer Website veroeffentlichten - Kandidatenrede aeusserten Sie sich wie folgt:

"Und nach einem Regierungswechsel werden wir endlich wieder eine Kanzlerin und Bundesminister haben, für die zum Amtseid selbstverständlich das Bekenntnis gehört: "So wahr mir Gott helfe"."

Finden Sie etwa nicht, dass es eine besondere Errungenschaft der Saekularisierung ist, dass jeder Mensch (insbesondere als Politiker) sein religioeses Leben derart gestalten kann wie er/sie es fuer richtig haelt? Es ist doch gerade das Grundrecht der Glaubens- und Religionsfreiheit, das uns vor einem Zwangsbekenntnis zu einer Religion, der man sich nicht angeoerig fuehlt, beschuetzen soll, ebenso wie es das Bekenntnis selbst schuetzt. Oder widersprechen Sie in diesem Punkt unseren Verfassungsvaetern?

Ist nur eine bekennender Christ auch ein guter Minister oder Kanzler?

Hat icht gerade der Bundeskanzler a.D., Dr. Helmut Kohl, sein privates Ehrenwort ueber den Amtseid (unter Einschluss der Bitte um Gottes Hilfe) gestellt?

Handelt es sich vielleicht bei Ihrem Zitat nicht um Ihre Ueberzeugung sondern doch eher um ein Mittel fuer eine beabschtigte Wirkung auf Ihren damaligen Zuhoererkreis?

Um die Beantwortung dieser Fragen waere ich Ihnen dankbar!

MfG
Antwort von Dr. Stephan Eisel
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2005
Sehr geehrter Herr .

vielen Dank für ihre mail.

In der Tat mag jeder sein religiöses Leben so gestalten wie er/sie mag. Wer aber politische Verantwortung übernehmen will, muss sich auch nach seinen Wertgrundlagen fragen lassen, nach dem Kompass, der ihn leitet. Ich halte es für ein Defizit, dass ein solcher Kompass bei den meisten Mitgliedern der jetzigen Bundesregierung nicht erkennbar ist. M. E, kommt dies auch in oft orientierungslosem und wenig zielgerichtetem politischen Handeln zum Ausdruck.

Das Bekenntnis zum christlichen Menschenbild ist für mich dabei ein wichtige Leitlinie und der Zusatz "So wahr mir Gott helfe" unterstreicht die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit. Ich vertrete diese Meinung auch, wenn die Zuhörerschaft dem skeptisch gegenübersteht.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Eisel
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Frage zum Thema Sicherheit
15.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Dr Eisel,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe gestern abend leider Ihren Besuch in der Waldorfschule verpasset, daher hier meine Frage:

Als Bürger schätze ich grösstmögliche Datensicherheit und besonders das Heraushalten meiner persönlichen Daten aus unübersichtlichen Datenbanken (staatlicher und privater Art) - erst recht das Vermischen verschiedener Datenbanken mehrerer Behörden.

Durch [vorwiegend "gefühlte"] Terrorangst werden überall (von Schily bis Beckstein) Forderungen gestellt, wie die "Sicherheit" zu erhöhen sei.

Die grössten Punkte in dieser Liste (Fluggastdaten an die USA u.ä., Vorratsdatenspeicherung von Telekomdaten, erweitere Biometriedaten in Reisepass und Personalausweis) greifen tief in unsere Bürger- und Freiheitsrechte ein.

Als unbescholtener Bürger sehe ich nur, welche Zumutungen damit verbunden sind - einen Schutz vor Terroranschlägen kann ich nicht erkennen. Bei einer Abwägung, ob mir meine Bürger- und Freiheitsrechte wichtiger sind als etwas mehr "gefühlte" Sicherheit, die mit den obigen Massnahmen sowieso nicht erreicht werden kann, fällt mir die Wahl leicht.

Kann ich von Ihnen erwarten, dass Sie jedem Sicherheitspolitiker in die Parade fahren, wenn man wieder neue Überwachungsmassnahmen vorgeschlagen werden?

Setzen Sie sich dafür ein, dass wir KEINE Fingerabdrücke abgeben müssen, um einen Pass oder Ausweis zu bekommen (erinnert so an Verbrecherbehandlung)? Setzen Sie sich für die Abschaffung von RFID-Tags in Ausweisen ein?

Darf ich von Ihnen erwarten, dass meine Telefondaten NICHT ohne konkreten Grund auf Vorrat gespeichert werden (erst recht nicht für länger als 3 Monate)?

Das ich bei Projekten wie der Gesundheitskarte, möglicher Mauterhebung für PKWs oder privater Kontendaten bei Banken grösstmöglichen Datenschutz gewährleistet sehen will, dürfte Sie nicht mehr überraschen. Würden Sie sich da für ein sehr hohes Datenschutzniveau einsetzen?
Antwort von Dr. Stephan Eisel
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2005
Sehr geehrter Herr ,
da liegen wir nun doch auseinander - für mich hat Sicherheit Vorrang.
Natürlich müssen alle Eingriffe in "informationelle Selbstbestimmung
(BVerfGe) genauestens geprüft werden, aber dabei bin ich so pauschal auf
ein Nein festgelegt wie Sie...
Gruss
Stephan Eisel
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