Dr. Stephan Eisel (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dr. Stephan Eisel
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Studium der Polit. Wissenschaft, Neueren Geschichte und Musikwissenschaft (Promotion)
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Bonn
Landeslistenplatz
35, Nordrhein-Westfalen
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(...) Wie Sie halte ich eine grundlegende Steuerreform für notwendig. Dabei muss aus meiner Sicht das Thema Steuervereinfachung im Mittelpunkt stehen. Steuersenkungen müssen im richtigen Verhältnis zum Ziel des Abbaus der Neuverschuldung stehen, das gilt im Übrigen auch für die jetzt diskutierten konjunkturellen Maßnahmen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
02.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,
ich habe ein 14 Jahre altes Fahrzeug, das bis März 2008 auf mich zugelassen war. Dieses habe ich vorerst stillgelegt, um es später wieder anzumelden. Ich habe mich jedoch für den Kauf eines Neuwagens entschlossen und möchte die Umweltprämie in Anspruch nehmen. Bekomme ich die Umweltprämie? Und ist Voraussetzung hierfür, dass das Fahrzeug wieder angemeldet wird?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Stephan Eisel
6Empfehlungen
03.02.2009
Dr. Stephan Eisel
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zur Umweltprämie.

Nach Auskunft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie muss das Altfahrzeug zurückgerechnet vom Zeitpunkt der Verschrottung für mindestens ein Jahr auf den Antragsteller zugelassen gewesen sein. Außerdem muss die Erstzulassung des Fahrzeugs mindestens neun Jahre vor dem Verschrottungsdatum erfolgt sein.

Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie den Antrag unter Beilegung des Verwertungsnachweises eines anerkannten Demontagebetriebs, der Kopie der Zulassungsbescheinigungen von Alt- und Neufahrzeug sowie der Kopie der Rechnung über den Erwerb des neuen Autos stellen.

Die Antragstellung ist seit dem 27. Januar 2009 möglich. Das Antragsformular und alle weiteren Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.bmwi.de) oder direkt beim dafür zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de).

Wenn Sie darüber hinaus weitere Detailfragen haben, können Sie diese gerne unter der eingerichteten Service-Nummer 30-346 465 470 stellen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Stephan Eisel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

mit gemischten Gefuehlen betrachte ich die aktuelle Diskussion im Zusammenhang mit der Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten. Um keine Missverstaendnisse aufkommen zu lassen: der Kampf gegen Kinderpornographie muss mit der groesstmoeglichen Anstrengung gefuehrt werden, aber:
1. die hoechste Prioritaet muss bei der Taeterverfolgung und dem Opferschutz liegen; dass die Verbreitung kinderpornographischen Materials auf "virtuellem Weg" zunaechst Straftaten schlimmsten Ausmasses im realen Leben voraussetzt, geht m.E. in der aktuellen Diskussion unter.
2. demokratische Grundrechte duerfen nicht unterwandert werden.

Vor diesem Hintergrund halte ich die von Bundesfamilienministerin von der Leyen angestrebte Sperrung und Filterung von Internetangeboten und die dafuer notwendige Aenderung des Telemediengesetzes fuer Aktionismus mit gefaehrlichen Nebenwirkungen fuer die demokratischen Grundrechte und Informationsfreiheit. Ungeheuerlich finde ich den Vorschlag einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Internetprovider auf heise.de (vgl. www.heise.de ). Ich zitiere daraus: "CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn bezeichnete die Vereinbarung als einen Versuch von Ministerien, eine "freiwillige" Vorzensur ohne gesetzliche Grundlage zu schaffen...". Dieser Formulierung moechte ich mich anschliessen. Zu alledem kommt die Unzulaenglichkeit der technische Umsetzung solcher Sperren auch nach Expertenansicht.

Wie beurteilen Sie diesen Sachverhalt und wie stehen Sie allgemein zu Entwicklungen bzgl. der Ueberwachung und Sperrung von Internetangeboten?

Mit freundlichen Gruessen,
Antwort von Dr. Stephan Eisel
7Empfehlungen
17.02.2009
Dr. Stephan Eisel
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zu Zugangssperren für Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass Kinderpornographie im Internet stark zunimmt und immer brutaler wird. Das Bundeskriminalamt stellte bei dem Vertrieb von Bildern und Videos mit kinderpornographischen Inhalten von 2006 auf 2007 eine Zunahme von 111 Prozent fest. Zudem hat die britische Internet Watch Foundation Zahlen veröffentlicht, nach denen 43 Prozent der dargestellten Opfer jünger als sechs Jahre und zehn Prozent sogar jünger als zwei Jahre waren.

Das sind schreckliche Tatsachen, denen wir gesellschaftlich wie politisch begegnen müssen. Daher begrüße ich die Initiative der Bundesfamilienministerin, den Zugang zu kinderpornographischen Internetseiten – rechtsstaatlich abgesichert – zu erschweren. Dazu müssen nun alle rechtlichen und praktischen Bedenken in einer breiten Debatte mit der Internetwirtschaft, den Strafverfolgungsbehörden und den zuständigen Fachpolitikern erörtert werden.

Meines Erachtens müssen Sperrungen allerdings Bestandteil einer Gesamtstrategie gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und seiner Darstellung im Internet sein. Die Ermittlung der Täter und der Opferschutz sollen dadurch nicht ersetzt, sondern wirksam ergänzt werden. Dass das System auch technisch funktionieren kann, zeigen die jahrelangen Erfahrungen anderer Länder wie Großbritannien, Italien, der Schweiz, Neuseeland, Norwegen und Schweden. So können allein in Schweden täglich bis zu 50.000 Zugriffe auf Seiten mit kinderpornographischen Inhalten blockiert werden.

In Deutschland haben wir viele Jahre auf freiwillige Maßnahmen der Internetwirtschaft gesetzt. Aber andere Länder zeigen, dass noch mehr getan werden kann. In einem ersten Schritt haben sich nach meinem Kenntnisstand die Bundesregierung und die Internetwirtschaft jetzt darauf verständigt, bis Ende Februar gemeinsame Ergebnisse zu präsentieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephan Eisel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
17.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

Sie haben heute, am 17.02.09, auf eine Frage zum 13.02.09 geantwortet. Ich habe dazu einige inhaltiche Nachfragen.
1. Sie behaupten, die Internetzensur funktioniere in Großbritannien, Italien oder Norwegen gut und täglich würden bis zu 50.000 Zugriffe geblockt.
Wie können Sie sich da sicher sein? Es ist ein Leichtes, die Zensur zu umgehen und plötzlich taucht man nicht mehr in dieser Statistik auf. Wie viele Zugriffe sind aus diesen Ländern trotz Sperren erfolgt? Das kann keiner mit Sicherheit sagen, weil die Umgehungsmaßnahmen verhindern, dass das nachvollziehbar wird. Im Übrigen hat Großbritannien zwischenzeitlich die Wikipedia gesperrt, die Filterlisten aus Dänemark, Schweden und Dänemark kursieren frei im Internet als Fremdenführer für Pädophile umher, es landen viele Seiten fälschlicherweise auf den Sperrlisten - aus meiner Sicht sind diese Länder kein positives Beispiel, sondern das Beispiel einer Katastrophe.

2. Wieso wird nicht gegen die Täter vorgegangen? Die meisten KiPo-Seiten werden aus den USA, Kanada, Australien, Niederlande und Deutschland betrieben. In diesen Ländern ist eine Strafverfolgung ohne Probleme möglich. In Deutschland muss die Polizei nur ein Ermittlungsverfahren eröffnen, in den anderen Ländern hilft die Amtshilfe. Innerhalb von wenigen Stunden kann man die dortigen Behörden zum Handeln veranlassen. Nach Recherchen Scusiblogs ( scusiblog.org ) gibt mindestens 26 in Deutschland gehostete Seiten auf der Zensurliste, die tatsächlich noch aktiv sind, obwohl die verwendete Liste ein Jahr alt ist. Wieso sind die Seiten noch aktiv? Wo bleibt hier das Engagement der Polizei? Wo bleibt der politische Wille in dieser Richtung?

Gruß,
T.
Antwort von Dr. Stephan Eisel
10Empfehlungen
18.02.2009
Dr. Stephan Eisel
Sehr geehrter Herr ,

haben sie vielen Dank für Ihre Nachfrage zur Blockade von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten.

Ich gebe Ihnen Recht, dass es einen hundertprozentigen Schutz nicht geben kann. Technisch versierte Internetnutzer werden wahrscheinlich immer Möglichkeiten finden, Blockaden zu umgehen. Für den durchschnittlichen Internetnutzer stellen diese Sperren allerdings eine effektive Barriere dar, sodass die Zahl der Nutzer kinderpornographischer Seiten im Internet aller Voraussicht nach sinken wird. Entscheidend ist dabei auch, dass dieser Effekt die Anbieter wirtschaftlich trifft.

Dies belegen laut Auskunft des Bundesfamilienministeriums die Erfahrungen aus vielen europäischen Ländern. Zudem haben Machbarkeitsstudien ergeben, dass Zugangssperren in Deutschland technisch möglich sind. So soll nach den gegenwärtigen Plänen das Bundeskriminalamt damit beauftragt werden, täglich eine Sperrliste zu aktualisieren. Diese Liste wird dann an die Internetprovider weitergegeben, die sich bereits dazu verpflichtet haben, tagesaktuell die entsprechenden Seiten zu sperren.

Statt Resignation vor den vielfältigen Möglichkeiten im weltweiten Datennetz sollten wir lieber alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um die Verbreitung kinderpornographischer Angebote zu verhindern.

Natürlich reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus, um die Verbreitung und Herstellung kinderpornographischen Materials gänzlich zu unterbinden. Opferschutz und Täterermittlung sollen dadurch auch nicht eingeschränkt, sondern wirksam ergänzt werden. Die Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt leisten hierbei eine gute Arbeit – das belegen auch die Erfolge über die Aufdeckung von Kinderpornographie-Ringen in der jüngeren Vergangenheit. Auch in Zukunft werden die Ermittler hart daran arbeiten, die Täter zu verfolgen und strafrechtlich zu belangen.
Da es sich hierbei aber um ein internationales Problem handelt und ungefähr die Hälfte der Staaten Verbreitung und Besitz kinderpornographischen Materials nicht hinlänglich sanktioniert, sind in vielen Fällen polizeiliche Mittel alleine nicht ausreichend.

Aus diesem Grunde hat sich die Bundesregierung auf dem III. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Heranwachsenden im vergangenen November in Rio de Janeiro für ein internationales Abkommen zur Bekämpfung von Kinderpornographie eingesetzt. Darüber hinaus verstärkt Deutschland die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern und tritt demnächst auch dem gut funktionierenden internationalen Netzwerk CIRCAMP (Cospol Internet Related Child Abusive Material Project) bei, dem bereits 13 Staaten angehören.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephan Eisel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Ich bitte SIe dennoch, auf einen Punkt einzugehen, den Sie scheinbar bewusst ignoriert haben:
Über 90% der KiPo-Seiten sind auf Servern in Deutschland, Kanada, Australien, Deutschland oder den Niederlanden gehostet!
Daher sehe ich es als erwiesen an, dass die polizeilichen Mittel noch längst nicht erschöpft sind! Wieso werden nicht _erst_ die polizeilichen Mittel erschöpft?
Im Übrigen ist diese Sperre sehr leicht umgehbar. Man muss dafür kein Experte sein, man muss lediglich wenige Minuten Zeit investieren, um dauerhaft diese Sperren umgehen zu können. Das bestätigen alle Computerexperten.

In der Hoffnung, dass Sie diesmal nicht mit hohlen Phrasen ausweichen, sondern meine Frage beantworten,
T.
Antwort von Dr. Stephan Eisel
10Empfehlungen
02.03.2009
Dr. Stephan Eisel
Sehr geehrter Herr ,

es mag ja sein, dass Sie mit meiner Antwort nicht einverstanden sind. Das ist aber kein Grund, mir hohle Phrasen zu unterstellen. Man sollte unterschiedliche Meinungen auch aushalten können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephan Eisel
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Frage zum Thema Finanzen
26.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

ich halte die sog. Umweltprämie für eine falsche Maßnahme. Sie vernichtet Millionenwerte und hilft weder den Autoherstellern zukunftsfähig zu werden noch hilft sie der Umwelt. Nicht nur dass ressourcenintensiv hergestellte Autos zu Hunderttausenden vor der Zeit vernichtet werden, es fehlen auch die relativ neuen EURO-2 und -3-Gebrauchtwagen, die in Deutschland oder anderswo noch ältere Autos ersetzen könnten. Dass die Prämie auch für die Autoindustrie nicht hilfreich ist, zeigt sich daran, wie energisch sie auf die Fortsetzung der Prämie besteht: Ohne Subvention geht nichts.

Da ich als Steuerzahler mich an diesem Abwrackwahn nicht beteiligen möchte, habe ich eine Frage: Wo kann ich mich eintragen, um nach der Wahl von den mit Sicherheit kommenden Steuererhöhungen wg. Abwrackprämie verschont zu werden? Ich möchte nämlich nicht die umweltfeindliche Zerstörung wertvoller Güter nicht auch noch bezahlen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

, Bonn
Antwort von Dr. Stephan Eisel
5Empfehlungen
31.03.2009
Dr. Stephan Eisel
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zur Abwrackprämie.

Die starke Nachfrage nach der Abwrackprämie hat mich und viele andere tatsächlich überrascht. Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg hat jüngst in einem Interview die Äußerung getätigt, dass er einerseits zwar Sympathie für weitere Rechtssicherheit für Autokäufer hegt, andererseits aber erst einmal Grundsatzfragen geklärt werden sollten.

Daran kann ich mich anschließen. Auch über die ökologischen Auswirkungen der Prämie kann man durchaus streiten. Meines Erachtens sollten wir – trotz der Wirtschaftskrise – jetzt auch nicht den Aspekt der Neuverschuldung aus den Augen verlieren, zumal viele Autokäufe wegen der Prämie vermutlich nur vorgezogen werden.

Meine abschließende Entscheidung zu diesem Thema kann ich allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht treffen, sondern erst dann, wenn die Bundesregierung ihr Konzept über eine weiterführende Regelung vorgelegt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephan Eisel
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