Dr. Lars Castellucci (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Dr. Lars Castellucci
© SPD
Jahrgang
1974
Berufliche Qualifikation
Politikwissenschaftler (M.A.)
Ausgeübte Tätigkeit
Projektleiter (IFOK GmbH)
Wohnort
Wiesloch
Wahlkreis
Rhein-Neckar
Ergebnis
25,1%
Landeslistenplatz
23, Baden-Württemberg
(...) Zur Mitbestimmung: Finde ich wichtig und ausbaufähig als Grundlage für sozialen Frieden und wirtschaftlichen Erfolg. Für mich hat das auch etwas mit der Frage der Demokratie zu tun, die ja Teilhabe am Sagen auf allen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen betrifft. (...)
 
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Frage zum Thema Landwirtschaft
28.08.2009
Von:

Guten Tag Herr Castellucci,

in Berlin wurde gerade Herr Folgert als Schattenlandwirtschaftsminister aufgestellt.
Damit positioniert sich die SPD im Bereich der Landwirtschaft mit der Beführwortung von Gentechnik, Massentierhaltung etc. meines Erachtens äusserst rückschrittlich und entgegen den Interessen des Großteils der Bürger.
Wie ist Ihre persönliche Position in dieser Sache?
Würden Sie beispielsweise dem Anbau der Amflora-Kartoffel zustimmen oder dies ablehnen?
Antwort von Dr. Lars Castellucci
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30.08.2009
Dr. Lars Castellucci
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Meine Haltung zur grünen Gentechnik und anderen Fragen, die Verbraucherschutz und gerechte internationale Handelsbedingungen betreffen, habe ich dieser Tage gegenüber der Initiative Inkota dargelegt. Sie finden den Kandidatencheck sicher leicht über eine Suchmaschine im Internet.
Als Kreisvorsitzender habe ich mich beispielsweise auch konkret für den Beitritt meines Verbands zur Initiative Bürgenland stark gemacht. Als Kandidat waren einige meiner ersten Stationen der Begegnungstour mehrere ökologisch orientierte Bauernhöfe im Wahlkreis, deren Arbeit ich sehr schätze. In Sachen Nachhaltigkeit haben Sie mich an Ihrer Seite.

Freundliche Grüße,

Lars Castellucci
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Frage zum Thema Arbeit
04.09.2009
Von:

Guten Tag, Herr Dr. Castellucci.
Ich würde gerne wissen, wie Sie und Ihre Partei zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" stehen. Gibt es Interesse, generell sich mit dem Thema näher zu befassen oder liegt das momentan (noch?) ausser Reichweite ?
Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
Müller
Antwort von Dr. Lars Castellucci
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04.09.2009
Dr. Lars Castellucci
Sehr geehrter Herr Müller,

danke für Ihre Frage. Schauen Sie bitte einmal ein paar Fragen obendran, dort habe ich mich bereits zum Modell von Götz Werner geäußert. Wenn Sie mich direkt anmailen (mail@lars-castellucci.de) sende ich Ihnen auch gerne eine ausführlichere Antwort, die ich vor etwa einem Jahr zum Modell der KAB verfasst habe. Ich finde die Diskussion ausgesprochen wichtig und will sie weiter intensiv führen, weil wir in ihr klären können, wie künftig Zusammenleben und gesellschaftlicher Zusammenhalt organisiert und gewährleistet werden können. Es liegen ja völlig unterschiedliche Konzepte vor. Manche bedeuten Sozialabbau und weniger Unternstützung gerade für die Schwächsten, statt mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Da müssen wir aufpassen, dass nicht als Vision daherkommt, was glasklar sozialen Rückschritt bedeuten würde. Ich empfehle Ihnen zum Thema auch ein aktuelles Papier der Grundwertekommission der SPD, die Sie über das Willy-Brandt-Haus beziehen können.

Freundliche Grüße,

Lars Castellucci
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
07.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Castellucci,

in den vergangenen Jahren wurden auf Bundesebene verschiedene Gesetze und Gesetzesanpassungen beschlossen, welche die Befugnisse zur Überwachung der Bürgerinnen und Bürger seitens des Staates stark ausweiten sowie den freien Meinungs- und Informationsaustausch im Rahmen des Artikel 5 Grundgesetz speziell im Internet gefährden. Hierzu zählen insbesondere die Vorratsdatenspeicherung, die Integration biometrischer Daten wie den Fingerabdrücken in Ausweisdokumente, die Online-Durchsuchung von PCs und das Zugangserschwerungsgesetz. Darüber hinaus verfehlt speziell das Zugangserschwerungsgesetz nach der Meinung verschiedener unabhängiger Experten wie auch des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags das eigentliche Ziel und bewirkt sogar das Gegenteil – nämlich die Warnung der Täter während die eigentlichen strafbaren Inhalte verfügbar bleiben.

Wie stehen Sie zu den genannten Maßnahmen und Gesetzen? Was sagen Sie zu den von verschiedenen Seiten vorgetragenen Wünschen und Vorschlägen zur Verschärfung dieser Gesetze, beispielsweise die Ausweitung der Internetsperrlisten auf Urheberrechtsverstöße bzw. rechts- und linksextreme Seiten?

Werden Sie sich als neu gewählter Bundestagsabgeordneter für ein Ende dieser gefährlichen Symbolpolitik und für eine entsprechende Anpassung dieser Gesetze bei Bewahrung aller rechtsstaatlichen Grundsätze einsetzen? Werden Sie sich gleichzeitig für eine bessere Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden zur Kriminalitätsbekämpfung mit rechtsstaatlichen Mitteln werben?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dr. Lars Castellucci
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14.09.2009
Dr. Lars Castellucci
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Schön, dass die Bürgerrechtsbewegung in Deutschland nun aus der Internet-Community frischen Wind erfährt - von der einseitig wirtschaftsliberalen FDP ist hierzu ja nichts mehr zu erwarten.

Im Vorfeld des Netzsperren-Gesetzes habe ich mit anderen SPD-Bundestagskandidaten ein Papier verfasst, mit dem Ziel, dieses zu verhindern: spdnet.sozi.info idatinnen_und_Kandidaten.pdf (Motto: Löschen statt Sperren)

Freiheit und Sicherheit bedingen sich. Das hat mein Kreisverband bereits in unserem Wahlmanifest zur Bundestagswahl ausgedrückt, das von der SPD Baden-Württemberg übernommen wurde: www.wahlmanifest09.de

Für eine bessere Umsetzung unserer Gesetze (Stichwort Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden) will ich mich gerne einsetzen; dem ständigen Ruf nach Gesetzesverschärfungen dürfen wir hingegen nicht erliegen. Vermeintlich leichte Antworten auf schwierige Fragen - das geht eben nicht zusammen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Castellucci
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
17.09.2009
Von:

Seit 2003 liegt dem Bundestag die Ratifizierung der UN Konvention gegen Korruption vor. Alle großen EU Länder haben dies bereits getan nur die BRD nicht. Daher meine Fragen:

1. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Konvention?
2. Warum hat die große Koalition es nicht geschafft dieses Gesetz zu verabschieden?
3. Will die SPD wie die CDU/CSU dieses nicht um auch zukünftig Politiker, Abgeordnete, Minister etc. der Justiz zu entziehen?

Ihre Antwort zu dieser Angelegenheit ist für mich ein wichtiger Punkt meiner Wahlentscheidung.

mit freundlichen Grüßen

Mueller
Sinsheim
Antwort von Dr. Lars Castellucci
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03.11.2009
Dr. Lars Castellucci
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Position zum Thema Ratifizierung der UN Konvention gegen Korruption. Ihre Wahlentscheidung kann ich aufgrund meiner späten Rückmeldung nun nicht mehr beeinflussen, aber "nach der Wahl ist ja bekanntlich vor der Wahl".

Zu Ihren Fragen:


1. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Konvention?

Ich begrüße sie und finde, dass Deutschland bei der Ratifizierung solcher Konventionen eigentlich vorbildlicher handeln sollte.


2. Warum hat die große Koalition es nicht geschafft dieses Gesetz zu verabschieden?

Die rot-grüne Koalition hatte in der Wahlperiode 2002 - 2005 einen ersten Anlauf unternommen, das bislang straflose Annehmen, Sichversprechenlassen oder Fordern von Vorteilen für Mandatshandlungen unter Strafe zu stellen. Durch die vorgezogene Neuwahl kam es jedoch nicht zum Abschluss. Die Fortsetzung der Beratungen mit der auf diesem Gebiet zögerlichen CDU/CSU gestaltete sich dann schwierig. Jetzt dürfen wir gespannt sein, was sich unter der neuen Regierung tut!


3. Will die SPD wie die CDU/CSU dieses nicht um auch zukünftig Politiker, Abgeordnete, Minister etc. der Justiz zu entziehen?

Das sollten Sie nicht annehmen. Unser Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat am 29.06.09 die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. besucht und nachdrücklich bestätigt, dass die SPD sich für eine wirksame Umsetzung der UN-Konvention einsetzen wird.


Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Lars Castellucci
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Frage zum Thema Soziales und Familie
20.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Castellucci

Sie haben in Wahlveranstaltungen wie Wieloch Harz4 und die Agenda 2010 als richtig und erforderlich dargestellt. Dazu einige Fragen. Ist Ihnen bekannt das es bis zur Agenda 2010 ein wesendlicher Bestandteil der Arbeitsmarktpolitik war, Weiterbild, Umschulung mit einer erhöhten Geldleistung zu fördern ?

Seit Harz4 ist Förderung, Umschulung weitgend eingestellt worden. Im Gegenteil ältere Arbeitsuchende die einige zig Jahre ihre Arbeitswilligkeit bewiesen haben werden von der Arbeitsagentur diskriminierend zum Arbeitsamtsartz geschickt um Umschulung, Vermittlung auszuschliesen !

Ist Ihnen bekannt das die Arbeitsagentur bei dem Verdacht das Menchen in Bedarfsgemeinschaft ohne vorgeschriebene Anhörung, bis zu einem Jahr Sozialversicherungsbeiträge zurückziehen und die gesammten Leistungen dieser Zeit zurückfordern ? Das Rückwirkend dann für Ihre Karnkenhausaufenthalte und medzinschen Versorgung von Ihrer Krankenkasse aufgefordert werden die gesammten Kosten zu zahlen ?

Wissen Sie, das die Arbeitsangentur die vorgeschrieben Anhörung vor einem belastenden Verwaltungsakt mißachtet weil sie es nachholen kann? Fachbegriff, Heilung.

Sie sollten wissen, das die Arbeitsagentur, nach einem verlorenen Sozialgerichtstermin die längstmögliche Zeit 30 Tage rausschindet bis Sie vor dem Landessozialgericht klagt.

Anstelle von Aus- und Weiterbildung zu praktizieren ist jeder Leistungsbezieher im Betrugsverdacht und wird unangemeldet von einem Spezialgruppe die mindestens aus 2 Personen besteht augesucht.

Wollen sie wirklich nicht erkennen das nur Umschulung und Weiterbildung einem Arbeitssuchenden über Jahre vermittelbarer machen und Zuschüsse an Arbeitgeber in der Regel kurzfrist verloren sind. Ein neuer Arbeitsloser bringt wieder Zuschüsse mit

Vor Kanzler Schröder gab es für Leistungswilige Umschüler 10 Prozent mehr Geldleistung.

Wer Harz4, Arbeitgeberzuschüsse befürwortet ist nach meiner Meinung in der FDP richtiger.
Antwort von Dr. Lars Castellucci
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11.11.2009
Dr. Lars Castellucci
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht, auch wenn ich es nicht ganz fair finde, wenn Sie meine differenzierten Ausführungen zur Agenda 2010 und den Arbeitsmarktreformen hier so verkürzt darstellen.

In Wiesloch habe ich unter anderem gesagt, dass ich mir mehr Würde im System der sozialen Sicherung wünsche, dass mir bekannt ist, was auf unseren Sozialgerichten los ist und dass die Menschen mit den Anträgen nicht zurecht kommen, dass fördern und fordern noch nicht in einer guten Balance sind usw.; was ich will, ist, dass das Hilfesystem als Hilfe erlebt wird, nicht als Bedrohung.

Wir können jedoch nicht einerseits den Reformstau der Kohl-Jahre anprangern und gleichzeitig wollen, dass alles beim Alten bleibt. Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe ("Hartz IV") war, so meine Überzeugung, grundsätzlich richtig. Und Agenda 2010 hieß auch Verringerung des Eingangssteuersatzes, Anhebung des Grundfreibetrags, Ausbau von Ganztagsschulen, Erhöhung von Kindergeld, Wohngeld und BAföG, Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie etc.!

Die Agenda 2010 war gewiss nicht so durchdacht, wie das gerne dargestellt wurde und wird. Zum Beispiel wäre es gut gewesen, schon damals einen gesetzlichen Mindeslohn vorzusehen. Einzelne Bausteine sind kritikwürdig; manches, was die CDU heute kritisiert, hat aber ausgerechnet sie im Vermittlungsverfahren durchgesetzt (Stichwort Schonvermögen beispielsweise). Viele Probleme ergeben sich vor allem in der Umsetzung: Diese müssen im engen Austausch zwischen Betroffenen, Praktikern, Experten und dem Gesetzgeber erkannt und analysiert werden, um auf dieser Grundlage Veränderungen (=Verbesserungen) durchzusetzen. Viel Hoffnung in die neue Koalition habe ich da allerdings nicht!

Was die Bedeutung von Bildung und Weiterbildung und die Bedeutung aktiver Arbeitsmarktpolitik angeht, rennen Sie bei mir offene Türen ein. Zu diesen Fragen engagiere ich mich politisch schon seit vielen Jahren. Gerne bin ich bereit, in den von Ihnen angedeuteten konkreten Einzelfällen zu helfen, wenn ich dafür Möglichkeiten sehe.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Castellucci
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