Dr. Joachim Pfeiffer (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Joachim Pfeiffer
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
25.04.1967
Berufliche Qualifikation
Diplomkaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Waiblingen
Wahlkreis
Waiblingen , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
43,0%
Landeslistenplatz
keinen, Baden-Württemberg
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(...) Das sage ich seit Jahren voraus und werde zu Unrecht deshalb als Gegner der erneuerbaren Energien diffamiert. Das Gegenteil ist der Fall! Insgesamt haben wir schon einiges erreicht, um die erneuerbaren Energien weiter zu fördern, ohne die Effizienz aus den Augen zu verlieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
06.07.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Pfeiffer,

Mich würde gerne interessieren wieso man heutzutage in der Schule so viel Sachen lernt die man nie wieder braucht?
In Mathematik zum Beispiel lernt man über Parabeln, Quadratische Funktionen und ähnliches. Ist ja alles schön und gut aber bestimmt 99% der Schüler brauchen diese Themen nie wieder in ihrem Leben und für die 1% die es bräuchten können dies doch in dem jeweiligen Beruf lernen.
Man wundert sich wieso so viele Schüler zusammenbrechen und Angst vor den Prüfungen haben wenn man so ein Quark lernen muss.
Meiste können ja nicht mal mehr die Grundlagen von Mathematik wie Kopfrechnen.
Wäre es nicht sinnvoller z.B. Methoden die im Buch ´Mathe Magie´ von Arthur Benjamin in das Schulsystem einzubringen um wenigstens das was man wirklich täglich braucht mehr zu schärfen??
Ich möchte nicht dastehen als würde ich mich zum Lernen weigern, aber ich finde diese Sachen einfach nicht sehr sinnvoll. Man kann sich das Leben auch unnötig schwer machen.

Ich weiss dass alles seinen Sinn hat aber ist ja nur eine Frage :)

MfG,
Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
9Empfehlungen
08.07.2010
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

über Ihre Erkenntnis im letzen Satz freue ich mich. Wollen wir uns in zehn Jahren nochmal sprechen? Ich bin sicher, dass Sie mir diese Frage dann nicht mehr stellen. Übrigens hat auch der Deutschunterricht sehr viel Sinn. Dort lernt man nämlich korrekten Sprachgebrauch und vor allem Zeichensetzung. Haben Sie dort gefehlt oder nur nicht aufgepasst? Zur weiteren Information empfehle ich Ihnen folgenden Link:
www.kmk.org

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
28.07.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

offenkundig haben Sie ebenfalls Fehlzeiten, während ihrer Schulbildung vorzuweisen, da Sie mit den, in unserer Sprache gebräuchlichen Artikeln, sehr sparsam umgehen.

Unabhängig davon, wie Sie über die gestellte Frage urteilen und ob Sie die Frage des Schülers für sinnvoll erachten, sollten Sie doch mindestens die Höflichkeit besitzen, diese ohne jegliche Polemik zu beantworten.

Ich möchte hiermit die gestellte Frage des Schülers erneut aufgreifen und beantwortet wissen.

Hochachtungsvoll

Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
1Empfehlung
03.08.2010
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

wer mich in einem öffentlichen Forum anfragt, muss eine öffentliche Antwort aushalten, auch dann, wenn sie nicht ganz nach dem eigenen Geschmack ausfällt. Etwas Kritikfähigkeit bei den Fragestellern sollte man schon erwarten, finden Sie nicht?

Da Sie die Frage von Herrn Gohlke erneut aufgreifen, erlaube ich mir den Hinweis, dass die Gestaltung der Lehrpläne in der Verantwortung der Kultusministerien der Länder liegt. Das Sekretariat der Kultusministerkonferenz führt zur Information eine Lehrplandatenbank.
Auch hier nochmals der weiterführende Link:
www.kmk.org

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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Frage zum Thema Umwelt
07.08.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

ich zitiere aus Spiegel Online vom 07.8.2010, 17:18:

"Joachim Pfeiffer, der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, attackiert Röttgen im SPIEGEL: "Röttgen sollte anerkennen, dass die Mehrheit in Partei und Fraktion Kernkraft für eine längere Zeit als er für absolut nötig hält, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten."

Was steckt dahinter, den Willen einer angeblichen Mehrheit einer aktuell 36%-Koalition für eine Entscheidung maßgebend zu machen, die absehbar alle nachfolgenden Generationen schwer belasten wird?

Zum einen durch die ungelöste Atommüllfrage, wohin mit dem Zeug? Diese wird insbesondere schwierig zu beantworten, da die süddeutschen Bundesländer zwar gerne Dreck machen, diesen dann aber nach Norden abschieben wollen und sich standhaft weigern, die Frage geeigneter süddeutscher Standorte für die Endlagerung auch nur zu diskutieren. Warum wird kein möglicherweise geeigneter Standort in Süddeutschland untersucht? Bitte antworten Sie nicht damit, dass in Gorleben schon Milliarden geflossen sind. Man lernt in jedem Managementseminar, dass Sunk Costs nicht zur Grundlage für Entscheidungen für die Zukunft gemacht werden dürfen.

Zum anderen durch den wahrscheinlich verzögerten Ausbau alternativer Energien, da Atomkraft konkurrenzlos billig ist, da für die Entsorgungskosten der Steuerzahler aufkommt. Das Energieoligopol behält, auch bei einer zusätzlichen Schamsteuer, die Profite. Glauben Sie, dass weiter in hohem Ausmaß in Alternativen investiert sind, wenn die Großlieferanten die Preise beliebig steuern können?

Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang immer stelle und die Sie sicherlich beantworten können: Ist es für möglich, dass manche Entscheidungen pro Oligopol auf Basis oder mit Hilfe dieser Profite gefällt werden ? Oder halten Sie dies für ausgeschlossen ? Was meinen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
1Empfehlung
06.09.2010
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

gerne erläutere ich Ihnen, warum sich die Union für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke einsetzt und beantworte Ihre Fragen zum Thema Endlager.

Verbraucher und Unternehmen in Deutschland sind auf eine saubere, sichere und bezahlbare Energieversorgung angewiesen. Zwar hat der Anteil der regenerativen Energien in den vergangenen Jahren erfreulicherweise deutlich zugenommen, aber nach wie vor wird der gesamte Grundlastbedarf an Strom in Deutschland zu 46 Prozent über die 17 deutschen Kernkraftwerke gedeckt. Die Kernenergie ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Kernenergie und Erneuerbare sind zwei Seiten einer Medaille. Ein ausgewogener, technologieoffener und marktorientierter Energiemix stärkt die Unabhängigkeit von einzelnen Energieträgern, verringert die Anfälligkeit für Preisschwankungen und hilft die Klimaziele zu erreichen. Ziel ist es, die konventionellen Energieträger in einem dynamischen Energiemix nach und nach durch alternative Energien zu ersetzen. Auf konventionelle Energieträger wie Kernenergie, Kohle und Erdgas können wir solange nicht verzichten, bis klimafreundliche, verlässliche und kostengünstige Alternativen verfügbar sind. Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass dieser Prozess nach Möglichkeit im Wettbewerb der Energieträger untereinander gestaltet wird.

Sie sprechen in Ihrem Schreiben davon, dass wir "den Willen einer angeblichen Mehrheit" als Entscheidungsgrundlage für die Laufzeitverlängerung nehmen. Hierzu möchte ich folgendes sagen:

Wir haben in Deutschland eine repräsentative Demokratie, also eine Form der Organisation von politischen Entscheidungsfindungsverfahren, bei der jede politische Entscheidung - mit Ausnahme der Zusammensetzung des Parlamentes - mittelbar durch die so genannten Volksvertreter getroffen wird. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Die vom Volk gewählten Bundestagsabgeordneten sind beauftragt, die Probleme in Deutschland zu lösen. In der Schweiz beispielsweise gilt das Modell der direkten Demokratie. Unter diesem Modell werden politische Entscheidungsverfahren und Formen der Bürgerbeteiligung subsumiert, bei denen in der Regel ausgewählte politische Themenbereiche direkt durch Volksabstimmungen entschieden werden können. In der Praxis sieht direkte Demokratie in der Regel abgestufte Verfahrensformen über Bürger- oder Volksbegehren bis hin zum eigentlichen Volksentscheid vor.

Man kann für oder gegen das eine oder andere Modell sein kann, darf jedoch nicht beide Modelle vermischen. Es muss klare Zuständigkeiten geben, sonst bekommen wir ein Legitimationsproblem. Man kann nicht bei schwierigen Entscheidungen einen Volksentscheid fordern und die "einfachen" Fragen durch den Bundestag regeln lassen. Das muss einheitlich geschehen. Grundlegende Entscheidungen in der Geschichte der Bundesrepublik, wie die Aufstellung der Bundeswehr, Beitritt zur NATO, die Einführung des Euros, eventuell auch die Wiedervereinigung, wären wahrscheinlich nicht getroffen worden. Oft müssen Entscheidungen gegen die tagespolitische Stimmungslage der Allgemeinheit getroffen werden, um Deutschland für die Zukunft fit zu machen. Dafür hat der Bürger die Möglichkeit eine Person und eine Partei auszuwählen, der er diese wichtige Aufgabe am ehesten zutraut. Dieses System auf Grundlage des Grundgesetztes hat sich in der 61-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bewährt. Davon grundsätzlich abzukehren, halte ich nicht für den richtigen Weg, um das bürgerliche Engagement zu stärken. Ziel unserer Arbeit ist es eine zuverlässige und zukunftsfähige Arbeit zu leisten und nicht sich wie das Fähnlein im Wind zu drehen. Die heutige Koalition wurde von der Mehrheit des Volkes demokratisch gewählt und ist somit demokratisch legitimiert. Diese Tatsache darf und kann nicht bei jeder zu treffenden Entscheidung in Frage gestellt werden.

Darüber hinaus zeigt sich, dass Umfragen immer volatiler werden. So antworten beispielsweise 70 Prozent auf die Frage, ob sie für den schnellen Ausstieg aus der Kernenergie sind mit "Ja". Stellt man hingegen die Frage, ob die Kernenergie in 20 Jahren im Energiemix noch eine Rolle spielen wird, antworten dieselben Befragten ebenfalls mit "Ja". Aus diesem Grund macht die christlich-liberale Koalition ihre Entscheidungen nicht von Umfragen abhängig, sondern handelt nach bestem Wissen und Gewissen. Die CDU/CSU-Fraktion hat sich im Wahlkampf für eine Verlängerung der Laufzeiten ausgesprochen und dafür wurden wir gewählt. Nun haben wir als Politiker auch die Verantwortung unsere Wahlversprechen umzusetzen.

Aber ich gebe Ihnen Recht, eine verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie beinhaltet auch die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle. Zu einer Standortwahl in Süddeutschland möchte ich Ihnen mitteilen, dass es eine Frage der nationalen Verantwortung und der Generationengerechtigkeit ist, die Entsorgung radioaktiver Abfälle zu gewährleisten. In Deutschland hat man sich dazu entschieden, nicht den Weg der Wiederaufbereitung zu gehen und Transmutationsverfahren stehen bis heute noch nicht zur Verfügung, so dass wir um eine Endlagerung der radioaktiven Abfälle nicht herumkommen. Die entscheidende Frage ist dabei jedoch nicht, wo der Standort des Endlagers ist, sondern dass der Standort als Endlager geeignet ist. Ob dies nun Süddeutschland, in Norddeutschland oder einer anderen Region ist, spielt also keine Rolle. Mir persönlich geht es darum, dass die Endlagerfrage verantwortungsvoll gelöst wird.

In Deutschland gibt es bereits mit dem Schacht Konrad ein genehmigtes Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, das sind rund 90% der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle. Zwei Drittel der Abfälle entfallen auf die Energieversorgungsunternehmen und ein Drittel auf den Bereich der öffentlichen Hand (Forschung, Kliniken etc.). Die Schachtanlage wird voraussichtlich im Jahr 2013 in Betrieb genommen. Das Endlager im Schacht Konrad ist der Beleg dafür, dass die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle auch in Deutschland technisch lösbar ist.

In Deutschland einigte man sich in den 70-er Jahren nach einem ausführlichen Auswahlverfahren auf Gorleben als möglichen Standort für das Endlager. Bis zum Jahre 2000 wurde der Salzstock in Gorleben ober- und unterirdisch auf seine Eignung untersucht. 2000 wurde dann unter der rot-grünen Bundesregierung ein Erkundungsstopp zur Klärung konzeptioneller und sicherheitsrelevanter Fragen verhängt. Diese Fragen sind seit 2005 alle geklärt. Nach knapp zehn Jahren politisch verordneter Zwangspause wird in Gorleben die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten für ein mögliches Atomendlager vorbereitet. Denn endgültige Klarheit über die Eignung von Gorleben werden erst die weitere untertägige Erkundung und eine Langzeitsicherheitsanalyse liefern. Die Erkundungsarbeiten sind ergebnisoffen fortzusetzen. Dies bereitet die Bundesregierung augenblicklich vor. Dabei werden wir ein transparentes Verfahren wählen, bei dem sowohl die Begleitung durch internationale Experten als auch eine Beteiligung der Bürger gewährleistet ist. Die veranschlagten Kosten liegen für den Schacht Konrad bei 1,9 Mrd. EUR (investiert wurden bereits 0,9 Mrd.) und für Gorleben bei 3,5 Mrd. EUR (investiert wurden bereits 1,5 Mrd. EUR). Dabei liegt der aktuelle Kostenanteil der Energieversorgungsunternehmen für den Schacht Konrad bei 64,4 % und für Gorleben bei 96,5 %.

Die Entsorgungskosten tragen nicht die Steuerzahler. Nach § 9 a des Atomgesetzes sind die KKW-Betreiber zur Bildung von Rückstellungen verpflichtet. Dies umfasst die Kosten für die Stilllegung von Kernkraftwerken, die erwarteten Kosten des Nachbetriebs, der Demontage und der Entsorgung radioaktiver Stilllegungsabfälle inkl. Endlagerkosten sowie die Kosten für die Entsorgung/Endlagerung der Brennelemente und der radioaktiven Betriebsabfälle. Die Höhe der zu bildenden Rückstellungen bestimmt sich nach den zukünftigen Entsorgungskosten. Sie werden auf der Grundlage der in bestehenden Entsorgungsverträgen niedergelegten Preise oder auf der Basis externer Expertisen und Gutachten für das jeweilige Bilanzjahr ermittelt. Im Jahr 2008 hatten die Unternehmen Rückstellungen in folgender Höhe vorzuweisen: E.ON AG 12.200 Mio. EUR, RWE AG 9.465 Mio. EUR, EnBW AG 4.754 Mio. EUR, Vattenfall Europe AG 1.104 Mio. EUR. In diesem Zusammenhang muss man sich vor Augen halten, dass die Kernenergie mit 2,65 Cent/kWh die mit Abstand geringsten Stromerzeugungskosten aufweist. Hierbei werden die Kosten für die Entsorgung und den sicheren Einschluss der radioaktiven Abfälle sowie für die spätere Stilllegung und den Abbruch der Anlagen jetzt schon laufend zurückgestellt. Mit anderen Worten: Bei der Kernenergie sind die Entsorgungskosten im Strompreis inbegriffen (internalisiert).

Gerade die Gegner der Kernenergie sind nicht an der Lösung der Endlagerfrage interessiert, da sie die ungelöste Endlagerfrage als Argument gegen die Kernenergie verwenden wollen. Diese rein politisch motivierte Verzögerungstaktik ist teuer und geht zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Eine verantwortungsvolle Politik sieht meiner Meinung nach anders aus.

Auch Ihre Aussage, dass die Atomkraft den Ausbau erneuerbarer Energien verzögert, trifft nicht zu. Die Kernenergie ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Kernenergie und Erneuerbare sind zwei Seiten einer Medaille. Selbst in konjunkturell schwierigen Zeiten der Wirtschaftskrise hat die Kernenergie den Ausbau der Erneuerbaren nicht behindert und wird es auch in Zukunft nicht, solange Strom aus erneuerbaren Energien einen unbegrenzten Einspeisevorrang hat. Genau dieser unbegrenzte Einspeisevorrang ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP fest vereinbart. Dies ist der Grund, weshalb in Deutschland der Ausbau der erneuerbaren Energien schon weiter fortgeschritten ist als in vielen unserer Nachbarländer.

Was wollen Sie mir mit Ihrer Frage, ob manche Entscheidungen auf Basis oder mit Hilfe von Profiten gefällt werden, eigentlich unterstellen? Ich billige jedem Bürger eine eigene Meinung zu. Aber warum haben Sie den Verdacht, dass ich keine eigene habe, bzw. jemandem verpflichtet bin? Ich bitte Sie, sich genauso ausführlich mit meinen Argumenten zu beschäftigen wie ich es mit Ihren getan habe, anstatt nur Teilaspekte zu betrachten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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Frage zum Thema Umwelt
08.08.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

der Tagesspiegel Berlin zitiert Sie in einem Artikel zur Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken am 7.8.2010 mit der Aussage: "Röttgen sollte anerkennen, dass die Mehrheit in Partei und Fraktion Kernkraft für eine längere Zeit als er für absolut nötig hält, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten."

Nun sind Mehrheiten so eine Sache; die der Bevölkerung zum Beispiel möchte weder längere Atomkraftwerkslaufzeiten noch die Fortsetzung des Afghanistaneinsatzes, aber sei´s drum.

Ich entnehme Ihrer Biographie auf www.bundestag.de, daß Sie sich in Energiedingen auskennen. Da Sie demzufolge wissen, daß Brennstäbe irgendwann als Atommüll enden, sofern Sie nicht die Ausweitung der Plutoniumwirtschaft bevorzugen, möchte ich von Ihnen wissen, ob Sie nicht nur die verlängerte Betriebszeit der Kernkraftwerke, sondern auch ein Atommüllendlager in Ihrem Bundesland befürworten.

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
2Empfehlungen
20.08.2010
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es ist eine Frage der nationalen Verantwortung und der Generationengerechtigkeit, die Entsorgung radioaktiver Abfälle zu gewährleisten. In Deutschland hat man sich dazu entschieden, nicht den Weg der Wiederaufbereitung zu gehen und Transmutationsverfahren stehen bis heute noch nicht zur Verfügung, so dass wir um eine Endlagerung der radioaktiven Abfälle nicht herumkommen. Die entscheidende Frage ist dabei jedoch nicht, wo der Standort des Endlagers ist, sondern dass der Standort als Endlager geeignet ist. Ob dies nun Baden-Württemberg, Niedersachsen oder ein anderes Bundesland ist spielt also keine Rolle. Mir persönlich geht es darum, dass die Endlagerfrage gelöst wird.

In Deutschland gibt es bereits mit dem Schacht Konrad ein genehmigtes Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, das sind rund 90 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle. Zwei Drittel der Abfälle entfallen auf die Energieversorgungsunternehmen und ein Drittel auf den Bereich der öffentlichen Hand (Forschung, Kliniken etc.). Die Schachtanlage wird voraussichtlich im Jahr 2013 in Betrieb genommen. Das Endlager im Schacht Konrad ist der Beleg dafür, dass die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle auch in Deutschland technisch lösbar ist.

Darüber hinaus einigte man sich in den 1970-er Jahren nach einem ausführlichen Auswahlverfahren auf Gorleben als möglichen Standort für das Endlager. Bis zum Jahre 2000 wurde der Salzstock in Gorleben ober- und unterirdisch auf seine Eignung untersucht. Im Jahr 2000 wurde dann unter der rot-grünen Bundesregierung ein Erkundungsstopp zur Klärung konzeptioneller und sicherheitsrelevanter Fragen verhängt. Diese Fragen sind seit 2005 alle geklärt. Die Kosten der Offenhaltung des Salzstocks für weitere Untersuchungen belaufen sich auf mittlerweile rund 1,5 Milliarden Euro. Alle bisher durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass derzeit sicherheitstechnisch und methodisch-konzeptionell keine Fakten gegen den Salzstock Gorleben als Endlager für hochradioaktive, wärmeentwickelnde Abfälle sprechen. Endgültige Klarheit über die Eignung von Gorleben werden aber erst die weitere untertägige Erkundung und eine Langzeitsicherheitsanalyse liefern. Es gilt daher, das Gorleben-Moratorium zur Erforschung des Salzstockes Gorleben unverzüglich aufzuheben. Dabei ist es wichtig, das persönliche Interessen keine Rolle spielen. Es geht hier darum, die Erkundungsarbeiten unvoreingenommen und ergebnisoffen fortzusetzen. Dies bereitet die Bundesregierung augenblicklich vor. Dabei werden wir ein transparentes Verfahren wählen, bei dem sowohl die Begleitung durch internationale Experten als auch eine Beteiligung der Bürger gewährleistet ist. Vor diesem Hintergrund akzeptiere ich eine Standortauswahl in Deutschland.

Gerade die Gegner der Kernenergie sind nicht an der Lösung der Endlagerfrage interessiert, da sie die ungelöste Endlagerfrage als Argument gegen die Kernenergie verwenden wollen. Diese rein politisch motivierte Verzögerungstaktik ist teuer und geht zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Eine verantwortungsvolle Politik sieht meiner Meinung nach anders aus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer
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Frage zum Thema Arbeit
11.08.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Pfeiffer,

ich wende mich mit meiner Frage an Sie, da Sie für meinen Wahlkreis im Bundestag sitzen.

Ich habe vor ein paar Tagen mehrmals im Radio O-Töne von diversen MdBs gehört, die wegen des drohenden Fachkräftemangels den Zuzug von qualifizierten ausländischen Arbeitnehmern vorantreiben wollen.
Das ist schon eine Idee, aber nur, und ich betone es noch einmal: NUR wenn im gleichen Atemzug ebenfalls eine Idee kommt, was man mit seinen bisherigen (Langzeit-)Arbeitslosen macht. Ich finde das sonst hochgefährlich! Die Volksseele kocht sonst.
Ich bin mir sicher, dass mindestens 50 % der derzeitigen Arbeitslosen qualifiziert genug sind (oder doch zumindest fähig sind, sich eine Qualifizierung anzueigen), dass Sie einen Arbeitsplatz zur Zufriedenheit aller ausfüllen können. Ob die Arbeitgeber Ihnen auch eine Chance geben, das zu beweisen, wäre Gegenstand einer weiteren Frage.

Jedenfalls, unter den heutigen Arbeitslosen gibt es viele, die, womöglich mit etwas Unterstützung, fähig und bereit sind, sich zu einer Fachkraft weiterzubilden. Wobei die Frage noch ist, welche Berufe unter den Fachkräftemangel falle. Bisher habe ich nur etwas von Ingenieuren gehört, evtl. auch noch Allgemeinmediziner.
Können Sie mir dazu auch etwas sagen?
Gehört eine Bürokauffrau auch zu den Fachkräften, an denen es in Zukunft mangelt? Diese Frage ist von rein persönlichem Interesse.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
1Empfehlung
03.09.2010
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrte Frau ,

ich teile die Forderung eines kontingentierten Zuzugs von Fachkräften aus dem Ausland, sie ist vor folgendem Hintergrund zu sehen:

Der Bedarf an gut ausgebildeten und gut qualifizierten Fachkräften in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dieser Bedarf an Arbeitskräften wächst weiter und wird auch unabhängig von konjunkturellen Schwankungen in Zukunft weiter wachsen, wie ein Blick auf die demografische Entwicklung zeigt. Eine verantwortliche Bundesregierung hat die Aufgabe, vorausschauend die Weichen dafür stellen, dass die notwendigen Fachkräfte dem Arbeitsmarkt auch künftig zur Verfügung stehen.

Die Politik der Bundesregierung beruht auf drei Säulen, nämlich erstens darauf, die einheimischen Arbeitskräfte so zu qualifizieren und so weiterzubilden, dass sie von den großen Chancen, die sich bieten, besser profitieren können. Das gilt zweitens auch für diejenigen, die schon lange hier sind und in vielen Fällen aufgrund mangelnder Bildungschancen und mangelnder Förderung nicht imstande waren, sich so in den Arbeitsmarkt einzugliedern, wie dies im Interesse unserer wirtschaftlichen Entwicklung geboten ist. Drittens kann die Gewinnung ausländischer Facharbeitskräfte Versäumnisse der inländischen Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen nie ganz ersetzen, sondern sie ist allenfalls eine wichtige Ergänzung dieser Politik; nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anders formuliert: Die Pflicht ist 1. die Erwerbsbeteiligung Älterer über die heute gut 56 Prozent bei den 55 bis 64-Jährigen hinaus weiter zu steigern (im Jahr 2000 waren es noch 37 Prozent ); 2. Familie und Beruf noch besser miteinander zu verbinden; 3. den Ausbildungspakt weiter zu entwickeln und 4. die Menschen ohne qualifizierten Abschluss sowie die Migranten konsequent in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Erst dann kommt mit der Heranziehung ausländischer Facharbeitskräfte die Kür. Bei diesen Fachkräften und Spezialisten kann dann von Zuwanderung in die Sozialsysteme nicht die Rede sein. Im Gegenteil schaffen sie sogar noch Arbeitsplätze für weniger Qualifizierte. Nach meinem Vorschlag einer jährlichen Kontingentierung wären sie zudem direkt steuerbar.

Bei alldem betone ich ganz deutlich, dass es an erster Stelle darum gehen muss, die hiesigen Erwerbslosen in Arbeit zu bringen. Nur auf die eigenen Arbeitslosen zu setzen, genügt aber perspektivisch gesehen nicht.

Die Unternehmen beschäftigen sich schon lange nicht mehr allein mit der Frage, wie man mehr Ausbildungsplätze schaffen kann, sondern gerade auch mit der Frage, wie der eigene Fachkräftebedarf in Zukunft gedeckt werden kann. Das betrifft vor allem hochinnovative Unternehmen, aber auch das Handwerk in Deutschland. Das wird auch in diesem Jahr die Chancen der Schulabsolventen weiter erhöhen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Berufliche Bildung, also duale Ausbildung, ist das Flaggschiff unseres Bildungssystems.

Es ist unbestritten, dass es einen Mangel an Fachkräften gibt. Die Bevölkerungsentwicklung und die anhaltende Dynamik in der Wirtschaft führen zu diesem erhöhtem Fachkräftebedarf. Der Verein deutscher Ingenieure (VDI) geht von knapp 36.000 Ingenieuren aus, die derzeit fehlen. In der IT-Branche fehlen laut dem Branchenverband Bitkom derzeit rund 43.000 Spezialisten. Die Bundesregierung rechnet damit, dass bis in drei Jahren 330.000 Akademiker auf dem deutschen Arbeitsmarkt fehlen, darunter 70.000 Naturwissenschaftler und 85.000 Ingenieure. Einer Studie für das Bundeswirtschaftsministerium zufolge kostet der Mangel an qualifiziertem Personal die deutsche Wirtschaft jedes Jahr bis zu 20 Mrd. Euro. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich die Situation weiter verschärfen. Nach einer Prognos-Studie fehlen schon 2015 fast drei Millionen Fachkräfte auf allen Ebenen. Das ist allein mit deutschen Arbeitskräften nicht mehr zu bewältigen.

Im Beruf der Kauffrau bzw. des Kaufmanns für Bürokommunikation ist meines Wissens ein Mangel auf dem Arbeitsmarkt nicht gegeben. Ich hoffe, Ihre Fragen damit, sehr geehrte Frau , zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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