Dr. Jan-Marco Luczak (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Jan-Marco Luczak
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
02.10.1975
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB und Rechtsanwalt
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Tempelhof - Schöneberg
Ergebnis
32,5%
Landeslistenplatz
7, Berlin
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(...) Für mich ist klar, dass die Kernenergie in Deutschland eine Brückentechnologie ist. Sie muss schnellstmöglich vor allem durch Erneuerbare Energien ersetzt werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
28.09.2011
Von:

1. Zur Frage des Euro-Nutzens vom 28.9.11 schrieben Sie, dass die Statistiken eine Verstärkung der Exporte durch den Euro zeigen würden. In den Zahlen ( wcco0y847.homepage.t-online.de ) sind aber nur der durchgehend blaue Bereich Exporte in die Euro-Länder, während die Exporte in die Nicht-Euro-Länder viel stärker stiegen als in die Euro-Länder! Sogar innerhalb der EU waren sie mindestens genauso hoch, so dass man sieht, dass der Euro gar keinen Einfluss auf die Exporte hatte! Den Unterschied nochmal deutlich zu sehen auf S. 3 des BMF: www.bundesfinanzministerium.de !!

2. Für wie viel muss Deutschland außer den 170 Mrd Euro noch an Targetsalden und weiteren Zinsen haften?

3. www.boersennotizbuch.de zeigt, die DM war zuletzt genauso stabil wie der Euro. Lag die Stabilität des Euros nicht vor allem an breiten Senkungen von Löhnen und Lohnnebenkosten, so dass die Lohn-Preis-Spirale wegfiel?

4. Tobias Straumann zeigt in einer Grafik auf www.youtube.com (zu Stelle 04:16 vorklicken), wie die Lohnstückkosten der Krisenländer vor der Euro-Einführung unter denen Deutschlands lagen, während sie nach der Einführung des Euros in diesen Ländern massiv anstiegen und sie seitdem wettbewerbsunfähig sind!! Diese Staaten müssen ihre Zahlungsbilanzdefizite durch immer höhere Schulden ausgleichen, obwohl sie dringend eine abwertbare Währung bräuchten!

Herr Dr. Luczak, zeigen die Fakten nicht, dass man Angst hat, für die riesigen Haftungsbeträge am Ende zahlen zu müssen und die Banken die Kredite nicht zurück bekommen, anstatt zuzugeben, dass das Euro-System so nicht funktioniert?

Sollten Abgeordnete nicht endlich nach Gewissen entscheiden und die Bürger von immer neuen, sinnlosen Bürgschaftslasten befreien?
Antwort von Dr. Jan-Marco Luczak
1Empfehlung
29.09.2011
Dr. Jan-Marco Luczak
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage - da eine Beantwortung doch sehr umfangreich ausfiele, würde ich Sie bitten, sich direkt an mein Büro unter den unten angegebenen Kontaktdaten zu wenden.

Herzlichen Dank und Gruß
Jan-Marco Luczak

Dr. Jan-Marco Luczak
Mitglied des Deutschen Bundestages

Deutscher Bundestag | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin
Tel.: 030 227 - 71878 | Fax.: 030 227 - 76978
E-Mail: jan-marco.luczak@bundestag.de | www.luczak-berlin.de
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Frage zum Thema Euro-Stabilisierungsfonds EFSF
20.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Luczak,

Medienberichten zurfolge soll der "Rettungsschirm" als Institution Immunität bekommen. Wie soll denn da von einzelnen Mitgliedstaaten, insbesondere denen die Geld einzahlen, Missbrauch vorgebeugt werden? Wie soll eine parlamentarische Kontrolle erfolgen? Haben Sie keine Sorge, dass diejenigen die dann z.B. Kommissar sind den Versuchungen einer solchen Machtstellung unterliegen könnten und welche Konsequenzen sollte das nach sich ziehen?

Was wäre so dramatisch an einem Schuldenschnitt für Griechenland, dass Sie uns so eine undemokratische Bürde auferlegen wollen?

In der EU gibt es eine derartige Steuergeldverschwendung wie z.B. die Sitzungen des Parlaments in Strasburg, das soll jährlich 100.000.000,- Kosten.

Fangen Sie doch endlich an verantwortungsvoll mit dem Vermögen das Ihnen treuhänderisch von den Wählerinnen und Wählern anvertraut wurde umzugehen!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Jan-Marco Luczak
bisher keineEmpfehlungen
10.11.2011
Dr. Jan-Marco Luczak
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 20.10.2011 zum Euro-Rettungsschirm.

Bei der von Ihnen angesprochenen "Immunität" nehme ich an, dass Sie die Immunität des Europäischen Stabilitätsmechanismus meinen, welche in Artikel 27 des Vertrages zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) genannt ist. Diese hat jedoch nicht zur Folge, dass der ESM keiner Kontrolle unterliegt.

Im Rahmen des ESM, der ab dem 1. Juli 2013 an die Stelle der jetzt gültigen Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) tritt, sind die Verfahren festgelegt, unter welchen Bedingungen Euro-Staaten Unterstützung erhalten können. Ein Mitglied der Europäischen Währungsunion erhält nur Kredite, wenn die Stabilität der Eurozone gemäß des neuen Art. 136 Absatz 3 AEUV insgesamt gefährdet ist. Des Weiteren muss der hilfeersuchende Staat darlegen, welche Reformmaßnahmen er vornimmt, um seine finanzielle Lage zu verbessern. Es gibt also eine strikte Konditionalität. Dabei ist die sogenannte EU-Troika aus Kommission, IWF und EZB als überhaupt die objektive und fachlich versierte Instanz eingebunden. Eine parlamentarische Kontrolle wird u.a. durch die zuständigen Aufsichtsgremien sichergestellt.

Der von Ihnen angesprochene Schuldenschnitt (sog. "Haircut") für Griechenland wurde bereits im Juli dieses Jahres mit ca. 21 % und auf dem Euro-Gipfel vom 26. Oktober 2011 mit 50 % beschlossen. Diese von Bundeskanzlerin Merkel vorangetriebene Maßnahme entspricht einer Größenordnung von rund 100 Milliarden Euro. Auf diese Zahlungen müssen die privaten Gläubiger, also Banken und Versicherungen, nun verzichten. Das zeigt: wer Risiken eingeht um stattliche Renditen zu erlangen, muss letztlich auch Verantwortung tragen und haften. Eurostaaten und Zentralbanken werden von dem Schuldenschnitt hingegen nicht belastet.

Hinzu kommt die verbindliche Rekapitalisierung der Banken. Sie müssen ihr Eigenkapital bis Mitte nächsten Jahres auf 9 % erhöhen, um im Falle größerer Zahlungsausfälle nicht so leicht in Schieflage zu geraten. Insofern ist dies ein weiterer richtiger und wichtiger Schritt, private Gläubiger wie Banken an der Eurokrise zu beteiligen.

Die unterschiedlichen Standorte europäischer Institutionen sind finanzpolitisch alles andere als ideal. Sie sind Ergebnis eines politischen Kompromisses. Ebenso problematisch ist aus meiner Sicht als Berliner Abgeordneter die Aufteilung der Bundesministerien in Berlin und Bonn, die hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft einmal überwunden werden kann.

Versichern kann ich Ihnen abschließend, dass ich mir – wie auch alle meine Kollegen - die in den letzten Monaten getroffenen Entscheidungen nicht leicht gemacht habe. Letztendlich galt es, zwischen Chancen und Risiken verantwortungsbewusst im Sinne der Bürgerinnen und Bürger abzuwägen und die Folgen der Krise für den Euroraum sowie die Bundesrepublik größtmöglich abzufedern. Ich glaube, dass Deutschland und Europa mit dem eingeschlagenen Weg am besten gedient ist.

Ich hoffe Ihnen mit Beantwortung Ihrer Frage weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan-Marco Luczak
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Frage zum Thema Finanzen
25.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Luczak!

Anlässlich der täglichen Katastrophennachrichten über den Euro einerseits und den ständigen Verlautbarungen Ihrer Partei andererseits, in denen Sie ständig vom stabilen Euro und einer Stabilitätsunion sprechen, würde ich doch gerne wissen, wie Sie selbst zur derzeitigen Europa-Politik stehen und ob Sie selbstkritisch meine Wut, und wahrscheinlich die Wut vieler weiterer Bürger, verstehen können?

Ich finde folgende Punkte dabei brennend:

Missachtung der Demokratie:
  • Die meisten EU-Gesetze werden durch Kommissare und nicht, wie in der Gewaltenteilung üblich, durch ein Parlament gemacht.
  • EU-Verfassung vom Volk abgelehnt? Dann führt man sie eben als Lissabonner Vertrag ein
  • Lissabonner Vertrag/Euro: Man lässt so oft abstimmen, bis das Ergebnis passt.

Stabiler Euro:
  • Sie behaupten, der Euro sei stabiler als die DM. Dabei stimmt das nicht, da die DM in den Jahren vor der Euro-Einführung genauso stabil war wie der Euro.

Stabilitätsunion statt Transferunion?
  • Täglich neue Katastrophenmeldungen über nicht ausreichende Rettungspakete. Ironischerweise spricht die Regierung von einer "Stabilitätsunion", damit Europa trotzdem positiv klingt
  • Inzwischen korrigiert man sich auf Billionen, die als Hilfen notwendig seien
  • Anstatt Länder durch abgewertete Kurse wettbewerbsfähig zu machen, müssen sich die Länder mit dem Euro massiv verschulden

Der Euro als "Garant für Wohlstand und Exporte":
  • Die meisten Exportsteigerungen gehen nicht in die Euro-Länder, sondern in die Nicht-Euro-Länder!

Mich interessiert dabei Folgendes:
1. Können Sie verstehen, dass Bürger die vielen Widersprüche und Ungereimtheiten satt haben?
2. Gibt es noch Politiker, die sich für das ganze Chaos verantwortlich zeigen und zu ihrem Gewissen und den Fehlern stehen?
3. Würden Sie den Wunsch akzeptieren, wenn sich eine Mehrheit der Bürger für die Wiedereinführung der DM aussprechen würde?
Antwort von Dr. Jan-Marco Luczak
1Empfehlung
15.11.2011
Dr. Jan-Marco Luczak
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 25.10.2011 in der Sie mehrere Punkte bezüglich der Eurokrise ansprechen.

Im Verlauf der europäischen Integration wurden nach und nach mehr Kompetenzen an die Europäische Union übertragen. In der Vergangenheit bestand tatsächlich ein Ungleichgewicht innerhalb der europäischen Institutionen. Spätestens mit dem Vertrag von Lissabon änderte sich diese Praxis grundlegend. Heute ist beispielsweise das Europäische Parlament am Gesetzgebungsverfahren gleichberechtigt beteiligt. Ein "Diktat" der Europäischen Kommission besteht nicht. Die Gewaltenteilung wird somit besser denn je garantiert. Entscheidungen im Rat der Europäischen Union bedürfen ab 2014 einer sogenannten "doppelten Mehrheit", d.h. jede Entscheidung muss von einer Mehrheit der Mitgliedsstaaten (mindestens 55 %), welche gleichzeitig mindestens 65 % der Bevölkerung der EU-Mitgliedsstaaten repräsentieren, getragen sein.

Auch die nationalen Parlamente haben jetzt mehr Einfluss. Sie werden nun früher über Vorhaben der Europäischen Kommission informiert und können die Gesetzesvorhaben bereits in diesem Prozess zurückweisen, wenn sie etwa die Subsidiarität verletzt sehen. Des Weiteren wurde erstmals ein europäisches Bürgerbegehren eingeführt, welches von einer Million EU-Bürgern in Gang gesetzt werden kann. Die Europäische Kommission ist demnach gezwungen sich mit dem Bürgerbegehren auseinanderzusetzen sowie einen diesbezüglichen Rechtsakt vorzuschlagen. Außerdem wird den Mitgliedsstaaten ferner ein Austrittsrecht hinsichtlich des Vertrages eingeräumt.

Der Vertrag von Lissabon war insofern ein wichtiger Meilenstein in der gemeinsamen europäischen Geschichte und wurde nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg verabschiedet, sondern von den Mitgliedsstaaten gestaltet sowie von deren Parlamenten ratifiziert. Die Ablehnung des irischen Referendums beruhte zum großen Teil auf spezifisch Irland betreffenden Fragen wie z.B. die rechtlichen Rahmenbedingung bei Abtreibungen. Richtig ist, dass es mehrfach nicht gelang, die mit dem Vertrag verbundenen Fortschritte ausreichend zu erklären und zu kommunizieren. Dies wurde daher nachgeholt. Nichtsdestotrotz unterscheidet sich der Vertrag von Lissabon von einer ursprünglich vorgesehenen EU-Verfassung. So wurde u.a. das Amt des Außenministers nicht eingeführt. Die Position des Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik unterscheidet sich davon in einigen Punkten wesentlich. Die Frage hinsichtlich der Bedeutung der Namen "EU-Verfassung" oder "EU-Vertrag" ist letztlich immer eine der Definition.

Im Vergleich zur Deutschen Mark ist der Euro stabiler, weil er durch das Währungsgeflecht seiner Mitgliedsstaaten u.a. weniger inflationsanfällig ist. Dieser Fakt macht sich gerade mittel- und langfristig positiv bei den Bürgerinnen und Bürgern im Euroraum bemerkbar, da ihre auf der sogenannten "kalten Progression" beruhenden Vermögenseinbußen geringer ausfallen als mit der Deutschen Mark. Eine Wiedereinführung der D-Mark hätte für unsere nationale Wirtschaft fatale Folgen. Deutschland stünde ohne den Euro und deren Wirtschaftsraum weitaus schlechter da als heute. Damit wäre eine starke Aufwertung unserer Währung verbunden. Als exportabhängiges Land würden deutsche Produkte im Ausland zu teuer. Das ginge mit einem massiven Absatzeinbruch und demnach steigender Arbeitslosigkeit einher.

Die Länder der Eurozone dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen ist dabei unser langfristiges Ziel, was allerdings eine kurzfristige Unterstützung notwendig macht. Essentiell wichtig ist, dass die Mechanismen zeitnah greifen, um die Eurozone mit deren Mitgliedsstaaten bereits heute zu stabilisieren.

Ich verstehe den Ärger und die Sorge der Menschen über die aktuelle Situation, leider lassen sich in der Vergangenheit gemachte Fehler wie u.a. die Aufweichung der Maastricht-Kriterien und deren unentschlossene Durchsetzung nicht in einer Verhandlungsnacht korrigieren. Allerdings sind wir – auch wenn ich Ihre Bauchschmerzen teile – mit den verabschiedeten Mechanismen auf einem guten Weg, die Macht der Ratingagenturen sowie die der hochspekulativen Banken generell zu beschränken und in Finanznot geratene Eurostaaten wirksam zu unterstützen. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, muss dabei vor allem effektive Sparanstrengungen vornehmen. Dafür tritt die Bundesregierung in jeder Sitzung ein.

Ich hoffe Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Fragen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan-Marco Luczak
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Luczak,

ich habe folgende Sachverhalte/Fragen an Sie:

1.) Kfz-Ämter geben keine Kfz-Nummernschilder mit den Buchstabenfolgen SA, SS oder NS (Beispiel: B-SS 1234) heraus, wegen den Assoziationsmöglichkeiten zur Nazizeit. Finden Sie es nicht auch längst überholt, dass man diese Buchstabenfolgen immer noch nicht erhalten kann, weil die Nazi-Vergangenheit nun schon etwa 67 Jahre her ist?

Denn diese Buchstaben müssen doch nicht immer zwangsläufig mit diesen Sachen aus der Nazi-Zeit in Verbindung gebracht werden! Oder?

2.) Noch immer stehen einige Bundesministerien in Bonn, ich finde aber, da Berlin nun die Bundeshauptstadt ist, sollten die Bundesministerien komplett in Berlin sein, und Bonn ist jetzt einfach nur eine ganz normale kreisfreie Stadt in NRW. Sind Sie auch der Meinung, dass alle Bundesministerien endlich komplett in Berlin sein sollten, um auch die ganzen Kosten für das ganze Hin- und Her-Gependel einzusparen?

3.) Stimmt es, dass die deutsche Regierung, wie auch immer, es zulässt, dass Deutschland vom Ausland aus immer noch teilweise zu sehr mit der Nazi-Zeit in Verbindung gebracht wird, anstatt, dass endlich mal vom Ausland her mehr in die Gegenwart geschaut wird?

4.) Für den Fall, dass Griechenland irgendwie wieder aus der Eurozone ausscheidet: Befürchten Sie da ein gewisses Dominoeffekt auf die anderen Länder, wie etwa Italien, Spanien oder Portugal, so dass bei denen der Euro ebenfalls auf der Kippe steht?

5.) Sofern Israel den Iran tatsächlich mal angreifen sollte, und die dortigen Atomanlagen vom israelischen Militär beschossen werden: Würde sich Israel Ihrer Meinung nach dadurch letztenendes selber schaden? Sehen Sie eine Gefahr eines erneuten "Kalten Krieges", diesesmal durch Israel gegen Iran?

Aus Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Jan-Marco Luczak
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08.03.2012
Dr. Jan-Marco Luczak
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 22. Februar 2012. Gerne beantworte ich die von Ihnen aufgeworfenen Fragen.

1) Die von Ihnen benannten Abkürzungen sowie die Abkürzung "KZ" werden tatsächlich bundesweit für KFZ-Kennzeichen nicht vergeben. Grund hierfür ist der potenzielle Missbrauch der Kennzeichen in Verbindung mit rechtsextremen Ideologien. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse über die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" halte ich dies leider für nach wie vor angezeigt. Im Übrigen gibt es ausreichend Kombinationsmöglichkeiten für deutsche KFZ-Kennzeichen – für eine Freigabe aus organisatorischen Gründen besteht daher kein Bedarf.

2) Die Zersplitterung der Bundesministerien zwischen Berlin und Bonn begleiten uns seit dem Umzug in die Bundeshauptstadt und heutigen Regierungssitz. Rechtsgrundlage ist das sogenannte Bonn-Berlin-Gesetz, das seinerzeit einen politischen Kompromiss darstellte. Nicht nur als Berliner, sondern vor allem als Steuerzahler halte ich die ständigen Reisen zwischen Berlin und Bonn heute für nicht mehr zeitgemäß. Sie kosten (Arbeits-) Zeit und Geld. Deswegen unterstütze ich die Forderung, die verbliebenen Ministerien ebenfalls komplett nach Berlin zu verlegen.

3) Am Beispiel der Diskussion um die Hilfsmilliarden für Griechenland sieht man, dass es in Europa leider mitunter immer noch – auch über 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs – Ressentiments mit Blick auf die deutsche Geschichte gibt. Das ist bedauerlich – in einem vereinten Europa sollte es das heute nicht mehr geben. In einem freien Europa hat die Bundesregierung allerdings keinen Einfluss auf derartige Publikationen gerade in ausländischen Medien.

4) Die Gefahr des von Ihnen beschriebenen Dominoeffekts gibt es in der Tat. Mit unserer finanziellen Unterstützung für Griechenland versuchen wir, gerade dies zu verhindern, weil dies gerade auch für Deutschland gravierende Folgen hätte.

5) Die Entwicklungen hinsichtlich des iranischen Atomprogrammes sind beunruhigend. Die Bundesregierung setzt sich seit Monaten für substanzielle Sanktionen gegen das iranische Regime ein. In unserer aller Interesse muss die Verhinderung einer iranischen Atombombe mit friedlichen Mitteln sein. Mögliche Kriegsszenarien sind allerdings pure Spekulation, zu denen ich daher nichts sagen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Antworten weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan-Marco Luczak
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Frage zum Thema Internationales
01.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Luczak,

momentan wird ja über ein Boykott der EM in der Ukraine diskutiert!

Ich halte nichts davon, dass die deutsche Nationalmannschaft und die deutschen Fans die EM boykottieren sollen. Sollte die Politik, insbesondere die Regierung, doch dazu aufrufen, oder gar sowas fordern; entschuldigen Sie bitte, muss man das Gefühl haben, dass einem der Spaß und die Freude an der Europameisterschaft nicht gegönnt wird!

Natürlich ist es nicht schön, wie dort mit Timoschenko umgegangen wird, und natürlich habe ich auch nichts dagegen, dass einzelne Regierungsvertreter und Politiker für sich entscheiden, bewusst die Ukraine bei der EM zu meiden. Aber es muss nicht jeder beim Boykott mitmachen, sondern es muss jeder für sich entscheiden können!

Oder, wie sehen Sie das?

Mit freundlichen Grüßen


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