Dr. Guido Westerwelle (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Guido Westerwelle
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Rechtsanwalt
Wahlkreis
Bonn
Landeslistenplatz
1, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Seit April 2005 sind Zweit- und Mehrfrauen aus poligamen Ehen eines Mitglieds der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr familienversichert. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
NEIN
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
JA
29.05.2009
Schuldenbremse
enthalten
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Dr. Guido Westerwelle
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Frage zum Thema Wirtschaft
09.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Westerwelle,

als FDP Mitglied und Unternehmer befremdet es mich, daß die FDP immer noch den IHK-Kammerzwang befüwortet.

Warum handelt die FDP nicht endlich in Sinne der meisten Unternehmer und tritt für Abschaffung des Kammerzwangs ein.

Warum befürwortet die FDP als liberale Partei eine Zwangsmitgliedschaft. Das ist mit liberalem Gedankengut nicht zu vereinbaren.

Mit freundlichen Grüssen
Joachim Dörr
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
3Empfehlungen
15.01.2009
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr Dörr,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 9. Januar 2009 und Ihre Frage.

Die FDP hat sich auf ihrem 57. ordentlichen Bundesparteitag in Rostock für eine umfassende Reform der Industrie- und Handelskammern, sowie der Handwerkskammern auf der Basis der bestehenden Pflichtmitgliedschaft ausgesprochen.

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Im Hinblick auf das deutsche Kammerwesen stehen zwei Prinzipien im Widerstreit, die für uns Liberale von grundlegender Bedeutung sind. Das ist zum einen die unternehmerische Handlungsfreiheit; und zum anderen die Selbstverwaltung der Wirtschaft. Ohne erstere käme der wirtschaftliche Wettbewerb, die Grundlage unseres Wohlstandes, zum Erliegen; Ohne letztere würde die Staatsverwaltung noch weiter um sich greifen.

Dieser Interessenskonflikt prägte auch die Debatte in Rostock. 45 Delegierte meldeten sich zu Wort. Engagiert wurde um eine Lösung gerungen. Das Ergebnis steht den Liberalen gut zu Gesicht:

In unserem Parteitagsbeschluss geben wir der Überzeugung Ausdruck, dass die gegenwärtige Organisation der Kammern als Körperschaften öffentlichen Rechts die geeignete Form ist, um die Selbstverwaltung der Wirtschaft und die Interessenvertretung der Unternehmen zu gewährleisten. Unabhängig davon sehen wir bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern erheblichen Reformbedarf:

  • Jene Kleinstfirmen, die keinen originär gewerblichen Charakter haben und nicht ausbilden können, sollen auf Dauer von Beiträgen befreit werden.
  • Ferner müssen die Kammern für mehr Transparenz in ihrer Rechnungslegung, Geschäftsführung und Qualität sorgen. Wir erwarten zudem, dass sie sich auf ihre Kernaufgaben beschränken.
  • Schließlich muss die innere Verfassung der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern mehr Demokratie, Transparenz und Effizienz ermöglichen.

Nur so werden die Kammern den Anforderungen einer sich immer weiter globalisierenden Wirtschaft gerecht und können dem bisweilen berechtigten Unmut über die Pflichtmitgliedschaft entgegenwirken.

Unter parteitag.fdp.de finden Sie zu Ihrer weitergehenden Information den kompletten Parteitagsbeschluss.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihr Interesse an liberaler Politik. Ihnen persönlich alles Gute für ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2009.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Guido Westerwelle, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
12.01.2009
Von:

Thema: WestLB

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,
mit Erschrecken habe ich vernommen, dass die WestLB in die drei obersten Stockwerke des wiedererichteten WTC 7 in New York einziehen wird (Meldung von Anfang Dezember). Es ist geplant, daß 400 Banker auf 12.000 qm in 2010 einziehen werden. Über diese Meldung war ich entsetzt, da hier die Steuergelder sinnlos verschwendet werden. Keine andere Investmentbank hat sich bisher aufgrund der Finanzkrise eingemietet. Ein Großteil der Stockweke steht übrigens leer. Auch wenn die WestLB im Jahr 2010 nicht einziehen wird oder kann, ist mit Abstandszahlungen zu rechnen.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Sachverhalt thematisieren könnten. Ist meine Darstellung so richtig (es soll eine Pressekonferenz in den USA dazu gegeben haben), sind Rücktritte des Managements nicht nur erforderlich, sondern zwingend.
Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen (ist dies tatsächlich so und warum sind daraus noch keine Konsequenzen gezogen worden?) im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
bisher keineEmpfehlungen
01.04.2009
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und für die Hinweise, die Sie darin
geben.

Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, dass das Verhalten der Staatsbanken ein Problem ist: Sie sind weltweit mit dem Geld der deutschen Steuerzahler als Spekulanten aufgetreten. Für die Freien Demokraten und mich ganz persönlich ist klar, dass die Steuerzahler nicht für deren Spekulationsverluste in Haft genommen werden dürfen. Die Politik sollte die Finger von Banken lassen, denn am Ende sind es die Steuerzahler in Deutschland, die für Fehlentscheidungen gerade stehen.

Die politische Konsequenz, die man daraus ziehen muss, ist, dass Staatsbanken sich darauf konzentrieren sollen, wofür man sie aufgebaut hat: Mittelstandsförderung, Existenzgründung und Forschungsförderung. Die FDP fordert darüber hinaus die zeitnahe Privatisierung der Landesbanken, um die deutschen Steuerzahler gegen Verluste abzusichern.

Als Anlage zu meiner Antwort übersende ich Ihnen den Link zum Antrag "Keine Sozialisierung von Spekulationsverlusten - Voraussetzungen für eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Finanzsektors schaffen" der FDP-Bundestagsfraktion vom 9. April 2008 zu Ihrer weiteren Information. Ich hoffe, er findet Ihr Interesse und unser liberaler Kurs Ihre Unterstützung.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion
Bundesvorsitzender der FDP

Link zum Antrag "Keine Sozialisierung von Spekulationsverlusten":
dip21.bundestag.de
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.01.2009
Von:
dr.

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Westerwelle !

Meine Meinung : auch in den "alten" Bundesländern lebt "ein Volk". Warum wird seit 20 Jahren durchgehend massive Förderung in den neuen Bundesländern vorgenommen, zum Teil völlig sinnlos ( z.B. 19 Erlebnisbäder in Brandenburg und weil damit das Geld noch nicht verbraucht ist, wird an ein Erlebnisbad ein Anbau mit arktischer Landschaft und Pinguinen fertiggestellt, um Besucher anzulocken )? Gleichzeitig wird in den alten Bundesländern nicht einmal das Nötigste finanziert : so wird beispielsweise das Freibad in 63329 Egelsbach geschlossen, da die 10.000-Einwohner-Gemeinde einfach nicht das Geld dazu hat. Dies ist nur ein Vergleich von vielen.

Mit besten Grüssen
Dr. Schwabe

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Frage zum Thema Finanzen
13.01.2009
Von:

Guten Tag, Herr Westerwelle.

Sie haben am heutigen Tage richtigweise das Konjunkturpaket der Regierung mit in etwa folgenden Worten kommentiert: Diese Regierung wird in die Geschichte eingehen. Als die Regierung mit den groessten Steuererhöhungen und die Regierung mit der höchsten Neuverschuldung der Nachkriegsgeschichte. Meine Frage - Erinnern Sie sich auch bei möglichen Koalitonsverhandlungen im September/Oktober an Ihre richtigen Worte und wäre das ein Regierungsbildungs-Hinderungsgrund? und 2. Frage....wäre die Starre bornierte Haltung der CDU/CSU in Sachen Gleichstellung Lebenspartnerschaft ein wirklicher Grund eine mögliche Koalition nicht einzugehen?
Herzlichen Dank und alles Gute
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
bisher keineEmpfehlungen
19.01.2009
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht vom 13. Januar 2009 habe ich erhalten.

Wie viel wir von unserer liberaler Programmatik in einer etwaigen Koalition umsetzen können, hängt zu allererst von unserer eigenen Stärke ab. Darum kämpfe ich für eine starke FDP. Denn je mehr Wählerinnen und Wähler unsere liberale Programmatik unterstützen, desto kraftvoller können wir diese auch in einer möglichen Koalition vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion
Bundesvorsitzender der FDP
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Frage zum Thema Wirtschaft
14.01.2009
Von:

Sehr gehhrter Herr Westerwelle,

Ihre Aussage zum Konjunkturpaket II kann ich nicht nachvollziehen. "Es bleibt für jeden Bundesbürger eine Currywurst mit Mayo über...."

Ich habe ein normales Einkommen. Nach der Krankenkassenreform und einer Gehaltserhöhung zum Jahresanfang sowe der jetzigen geplanten Absenkung des Steuersatzes und der Wiederabsenkung der neuen Krankenkassenbeiträge auf 14,9 Prozent werde ich definitiv 2.- Euro netto weniger von meinem Arbeitgeber erhalten.

MIt Currywurst ist da nix mehr drin.

Werden Sie und Ihre Partei tatsächlich Rückgrat beweisen und das Konjunkturpaket 2 nicht durch den Bundesrat laufen lassen? Ich gehe davon aus, daß die FDP in Hessen ab Montag mit der Regierungsbildung beauftragt ist.

Oder werden Sie einknicken im Hinblick auf die Bundestagswahl?
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
1Empfehlung
28.01.2009
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage vom 14. Januar 2009.

Wir Freie Demokraten halten an dem Ziel, bei den Verhandlungen eine stärkere Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger durchzusetzen und eine bessere Disziplin bei den Schulden zu erreichen, fest. Das werden wir im Verlauf der parlamentarischen Beratungen versuchen durchzusetzen, auch wenn es schwer wird.

Wir Liberale haben selbst ein Konzept erarbeitet, in dem wir darlegen, wie wir den konjunkturellen Abschwung aufhalten wollen. Für uns geht es dabei vor allem um strukturelle Maßnahmen, die schnell wirksam werden und eine dauerhafte Entlastungswirkung entfalten. Neben dem Ausbau der Investitionen in Bildung wollen wir vor allem den Investitionsstau bei der Infrastruktur auflösen. Dazu gilt es, langwierige Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Außerdem wollen wir jetzt in Steuersenkungen investieren, anstatt in einigen Monaten mit Milliarden Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Den Link zu diesem Beschluss füge ich Ihnen gern bei. Ich hoffe, er findet Ihr Interesse.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB

Link zum Präsidiumsbeschluss "Wege aus der Rezession"
www.liberale.de
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