Dr. Guido Westerwelle (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Guido Westerwelle
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Rechtsanwalt
Wahlkreis
Bonn
Landeslistenplatz
1, Nordrhein-Westfalen
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(...) Diese Einschnitte sind mit der Aufrechterhaltung der äußeren Sicherheit unseres Staates nicht mehr zu rechtfertigen und gesellschaftspolitisch nicht vermittelbar. Aus diesem Grund setzten sich die Freien Demokraten und ich ganz persönlich bereits seit langem für die Aussetzung der Wehrpflicht und die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiweilligenarmee ein. Dabei zähle ich auf Ihre Unterstützung – denn je mehr engagierte Unterstützer wir Liberale für unsere Positionen in der Bevölkerung finden, desto besser können wir uns gegen die anderen Parteien durchsetzen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
NEIN
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
JA
29.05.2009
Schuldenbremse
enthalten
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Dr. Guido Westerwelle
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Frage zum Thema Tornado-Einsatz
27.09.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,

letzte Woche habe ich erstaunt zur Kenntnis genommen, dass gem. Entscheidung des Bundeskabinettes die Abstimmungen über das ISAF-Mandat und das Tornado-Mandat (ab 13.10.07) gekoppelt werden sollen. Ich sehe hierbei sowohl (a) den ISAF-Einsatz (Wiederaufbau) und (b) den Tornado-Einsatz ("Eigenschutz" der ISAF-Truppen durch Aufklärung) mit diesen Zweckbestimmungen und für sich gesehen sinnvoll und notwendig an - so denn eine völkerrechtlich Abgedeckung permanent gewährleistet ist.

Während ich die zu "a" annehme sehe, ich dies auf Grund der Verquickung der Kommandostrukturen vor Ort mit OEF als nicht durchhaltefähig gesichert an. Ich spreche hier von der "Gefahr" der Weitergabe von Aufklärungsbildern an die OEF-Truppen, welche in der Vergangenheit mehr als einmal durch ihre sog. "Kolateralschäden" in die Schlagzeilen gerieten und damit nicht zuletzt das Vertrauen der dortigen Bevölkerung in den ISAF-Einsatz und seinem Konzept "winning hearts & minds" gefährdet haben.
Da BVerfG sieht in seinem Tornado-Urteil die o.a. Verquickung als nicht gegeben an, gesteht jedoch ein, dass "soweit eine Aktion der Operation Enduring Freedom - was nicht auszuschließen sei - mit dem Völkerrecht nicht im Einklang stünde und sich auch auf Aufklärungs- ergebnisse der Tornados zurückführen ließe, eine völkerrechtliche Verantwortlichkeit der NATO (hier: der Bundeswehr) ausgelöst werden könnte.
Beraubt man sich - vor diesem Hintergrund - bei einer Gesamtabstimmung nicht der Möglichkeit einer ggf. notwendigen "nachträglichen" parlamentarischen Kontrolle zugunsten abstimmungstaktischen "Spielereien", wenn Einsatz "b" völkerrechtlich aus dem Ruder läuft und böte dies nicht zuletzt wieder Raum für eine Organklage, wegen einer mögl. Verletzung des Parlamentsvorbehaltes in dem Sinne:

"2 Einsätze mit unterschiedl. völkerr. Gefahrenpotential = Recht des Bundestages auf 2 Abstimmungen ?"

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Guido Westerwelle
1Empfehlung
08.10.2007
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage vom 27. September 2007 und für Ihr Interesse an unserer liberalen Programmatik.

Mit Blick auf die im Bundestag anstehenden Mandatsverlängerungen von ISAF, OEF und TOR habe ich mir in Afghanistan vor Ort selbst ein Bild der Lage gemacht. Mein Eindruck ist, dass der Erfolg in Afghanistan noch möglich ist. Dafür werden wir aber einiges tun müssen: Der zivile Aufbau ist nötig und es ist offensichtlich, dass er auch militärisch abgesichert werden muss.

Die Spaltung der einzelnen Mandate ist aus meiner Sicht praxisfern. Daher werde ich der FDP-Bundestagsfraktion empfehlen, einer Verlängerung des Einsatzes unserer Bundeswehr in Afghanistan zuzustimmen. Denn in dem Augenblick, in dem wir uns aus dem Land zurückziehen, wäre Kabul wieder die Hauptstadt des Terrorismus in der Welt.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihr Interesse. Ich setze auf Ihre Unterstützung für unseren Kurs. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Guido Westerwelle,

Ihr Pressesprecher Herr Robert von Rimscha schrieb in einer Pressemitteilung vom 29.05.2007 folgendes:

"[...] Anschließend wird Westerwelle nach Istanbul weiterreisen, um von Donnerstag an an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz teilzunehmen."

Was ist überhaupt eine Bilderberg-Konferenz?

Mit besten Grüßen
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
7Empfehlungen
12.10.2007
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 1. Oktober 2007 und für Ihre Frage.

Auf den Bilderberg-Konferenzen treffen sich regelmäßig Teilnehmern aus den verschiedenen Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Neben Fragen der Weltwirtschaft werden vor allem die internationalen Beziehungen besprochen.

Die ca. 120 Teilnehmer werden so ausgewählt, dass eine ausgeglichene Diskussion über vorgegebene Tagesordnungspunkte stattfinden kann.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
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Frage zum Thema Sicherheit
03.10.2007
Von:

BAYER baut eine CO-Pipeline vom Werke Dormagen zum Werk Uerdingen. Co ist ein gefährliches Gas das man nicht sieht, nicht riechen kann, aber beim Austritt tötet. Laut BAYER soll die Leitung notwendig sein, um die beiden Chemiestandorte zu verbinden. Die Bürger haben Angst und wollen aus Sicherheitsgründen die Pipeline stoppen. Da die Bezirksregierung den Bau und ein Gesetz zur Enteignung zugelassen hat, gehen die Bürger auf die Barrikaden. Wir haben auch schon Parteiaustritte zu vermelden. Gerne erwarte ich von Ihnen zu diesem Thema Ihre Stellungnahme.
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
1Empfehlung
24.10.2007
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 3. Oktober 2007 und die Hinweise, die Sie darin gaben.

Wie Sie sicher wissen, ist der Bau der CO-Leitung bereits beschlossen. Im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens, das von der Bezirksregierung Düsseldorf durchgeführt wurde, wurden alle betroffenen Kommunen beteiligt und konnten zur geplanten Trasse Stellung nehmen.

Ihr Einverständnis unterstellt, habe ich mir erlaubt, Ihre Anfrage an den zuständigen Kollegen in Nordrhein-Westfalen weiterzuleiten, der mit dieser Frage befasst ist.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
04.10.2007
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Westerwelle,

nachdem ich die Sendung Berlin Mitte etwas mitverfolgt habe, drängt sich mir eine Frage auf. Sie erwähnten, dass einige Menschen arbeiten und nicht viel mehr verdienen als Hartz 4 Empfänger. Bewirkt dieses Hartz 4, welches Menschen durch starken Druck auf den Arbeitsmarkt zwingt, nicht eine Marktsituation, die genau zu solchen niedrigen Löhnen beiträgt. Ein mit Arbeitskräften überschwemmter Markt, die noch dazu unter Druck stehen beinahe jede Beschäftigung anzunehmen, haben nicht mehr die Möglichkeit eine schlecht bezahlte oder unwürdige Stelle abzulehnen. Der sogenannte Markt verliert dadurch die Markteigenschaft, die eine Wahl und ein Nein mitbeinnhaltet.
Glauben Sie nicht das das politisch aufrechterhaltene Dogma der Lohnarbeitsgesellschaft ein Anachronismus ist und Beschäftigung sich auch an anderen Kriterien als der Profitlogik festmacht? Sollte man Menschen mit aller bürokratischer und diskriminierender Macht in einen Bereich von Beschäftigung pressen wo andere gesellschaftlich relevante Bereiche, wie Kindererziehung und soziales Engagement, gewaltigen Mangel an Engagement aufweisen?
Wird das gängige, politische Weltbild der Realität noch gerecht oder sollten nicht vielmehr andere, freiheitlich- und am Sinn orientierte Beschäftigungen ermöglicht werden?

Beste Grüße
Uwe
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
1Empfehlung
24.10.2007
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 6. Oktober 2007 und ihr Frage.

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass es für die Betroffenen sehr ärgerlich ist, dass sie für ihren Lebensunterhalt bei einem niedrigen Stundenlohn den ganzen Tag schuften müssen, während andere durch das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) gleichviel oder mehr Geld erhalten. Genauso ärgerlich ist es, wenn man ALG II bezieht, sich durch Arbeit etwas hinzuverdient und davon einen großen Teil wieder abgeben muss.

Die Hartz IV-Reformen sind von der rot-grünen Bundesregierung gemacht worden, um beschäftigungslose Menschen zu fördern und zu fordern. Wir sind der Meinung: Menschen fördert man am besten dadurch, dass man Ihnen die Möglichkeit gibt, möglichst viel von dem zu behalten, was sie erarbeiten. Wir Freien Demokraten setzen uns für ein Steuer- und Transfersystem aus einem Guss ein: Menschen sollen einen Arbeitsplatz haben, der ihrer Qualifikation entspricht und angemessen bezahlt ist. Wenn das Arbeitsentgelt nicht ausreicht, braucht man einen staatlichen Ausgleichsmechanismus. Die Lösung ist unser liberales Bürgergeld.

Mit meiner Antwort übersende ich Ihnen den Link zum Bürgergeldkonzept der Freien Demokraten und hoffe, dieses Dokument findet Ihr Interesse: 56.parteitag.fdp.de ..

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihre Frage. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,

auf die am 13.09.07 Frage von Hr. Karst nach den Gefahren des Passivrauchens verweisen Sie einzig auf die Studie des DKFZ. Ihr Parteigenosse Dr. Noll moniert bei der Landttagssitzung in BW, dass es ein Novum sei, ein Gesetz einzig auf die Grundlage einer einzelnen Studie zu stellen. www.landtag-bw.de WP14, 28.Sitzung vom 28.06, Seite34 ff.) Zudem ist diese Studie auch durchaus umstritten (s.u.) Leider schaffen es offenbar kritische Stimme nur selten bis in die öffentliche Wahrnehmung. So spricht beispielsweise Herr Dr. Gölz, Präsident der dt. Gesellschaft für Suchtmedizin von einer sehr schlechten Datenlage und weist erneut darauf hin, dass es sich um keine "Studie" im klassischen Sinn handelt, sondern eine Datensammlung metaphysischer Art. www.aeksh.de Frau Zinkant geht in einem Artikel in der Zeit sogar noch einen Schritt weiter und bemerkt: "In die so genannte Studie hineingeguckt hat aber offenbar auch niemand - weder die Journalisten noch … Politiker…..." Eine Betrachtung der Studie findet sich unter www.zeit.de

Die einzige Stellungnahme eines Politikers, der sich offensichtlich eingehend mit den Studien des second hand smoking auseinander gesetzt hat, die auch die Grundlage für die Studie des DKFZ bilden, fand sich beim amerikanischen Senator Tom Neuville aus Minnesota. Kritische Stellungnahmen deutscher Politiker sind mir nicht bekannt.
tomneuville.com
Nun ist der Nichtraucherschutz sicher eines unserer kleineren Probleme, wirft allerdings die Frage auf, ob Sie es für denkbar halten, dass – bei sehr viel wichtigeren Themen – Gesetze entstehen können, die weniger der Faktenlage Rechnung tragen als einer temporären Stimmung im Land?

mfg
Antwort von Dr. Guido Westerwelle
bisher keineEmpfehlungen
24.10.2007
Dr. Guido Westerwelle
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 9. Oktober 2007 an Herrn Dr. Guido Westerwelle und für Ihre Nachfrage zu der Quellenlage hinsichtlich der Gefahren des Passivrauchens. Der Vorsitzende bat mich, Ihnen zu antworten.

Gerne verweisen wir Sie auf die Website der European Respiratory Society. Dort werden Sie weitere Studien bzw. Konferenzzusammenfassung mit Verweisen auf Studien finden: dev.ersnet.org

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Biesel
Leiter des Büros
des Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion
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