Dr. Franz Josef Jung (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Franz Josef Jung
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt und Notar
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister der Verteidigung
Wahlkreis
Landesliste
Landeslistenplatz
1, Hessen
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(...) Bis 1990 existierten im Ost-West-Konflikt klare Grenzen zwischen "Freund und Feind". Heute ist die Sache komplizierter. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Kultur
12.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Jung,

als interessierte Erstwählerin beschäftige ich mich auch im Rahmen meiner Weiterbildung mit der Bedeutung von Medien für die Politik bzw. deren gegenseitigen Wechselbeziehungen. Hierzu meine Frage (der Bereich "Kultur" schien mir geeignet zu sein, denn es geht mir ja um politische Kultur):
Beim Vergleich der Internettauftritte der Ministerien stellte ich heute fest, dass die Eintrittsportale doch recht unterschiedlich gestaltet sind.
Auffällig ist, wie unterschiedlich oft einzelne Ministerinnen / Minister auf der Portalseite ihres jeweiligen Ministeriums im Bild erscheinen:
0 = Fr. Aigner
1x = die Herren Steinbrück, zu Guttenberg, Schäuble und Fr. Schmidt
2x = Fr. Schavan, Fr. Wieczoreck-Zeul
3 x = die Herren Steinmeier, Scholz, Tiefensee, Gabriel und Fr. v.d. Leyen
7 x = Fr. Merkel
8 x = Sie selbst
12 x = Fr. Zypries

Wieso müssen Sie sich so profilieren? Haben Sie in Ihrem Ministerium und der Bundeswehr so wenig vorzeigbare Menschen – oder liegt es daran, dass Sie sich bekannt machen müssen?
Die gleiche Frage stelle ich Fr. Merkel und Fr. Zypries.

Mit bestem Gruß
St.
Antwort von Dr. Franz Josef Jung
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14.08.2009
Dr. Franz Josef Jung
Sehr geehrte Frau ,

ich freue mich, dass Sie alle Seiten der Ministerien und insbesondere die Seiten des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr betrachtet haben.

Sicherlich haben Sie bemerkt, dass auf der Homepage des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr auch viele Bilder von Soldatinnen und Soldaten sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgebildet sind. Die Präsentation der Inhalte wird somit aufgelockert und interessanter gestaltet. Diese interessante Mischung der Darstellung erfreut die vielen Nutzer, die die Internetauftritte des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr besuchen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Franz Josef Jung
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Frage zum Thema Sicherheit
17.06.2009
Von:

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat die eigenen Truppen hart kritisiert.
Viele erwarteten für ihren Dienst ein "Rundum-Wohlfühlangebot mit Erfolgserlebnis". Wolfgang Schneiderhan hat am Dienstag mangelhaftes Verantwortungsbewusstsein von Soldaten für den Staat beklagt - viele jammerten "auf hohem Niveau"
...Noch nie habe er die Situation im Einsatz am Hindukusch "so schlimm erlebt" wie jüngst bei seinem Besuch der Soldaten im nordafghanischen Kundus, berichtete der Wehrbeauftragte des Bundestags, Robbe. Die Soldaten hätten ihm gesagt: "Wir bauen hier im Moment keine Brücken und bohren keine Brunnen. Wir befinden uns hier im Krieg."
www.spiegel.de

Der Generalinspekteur wertet also die durchaus nachvollziehbare Todesangst junger Männer in Kundus als ´Jammern auf hohem Niveau´.
Selbst Laien ist die völlig aussichtslose strategische Lage in Kundus und der daraus resultierenden, extremen Bedrohung für Leib und Leben der Soldaten einsichtig.
Teilen Sie die Ansicht Ihres Inspekteurs?

Frauen haben schon vor Jahren ihren Einsatz in der BW gerichtlich erfochten und ihre Karrierechncen sind in der BW mittlerweile oppulent.
Erläutern Sie bitte, warum sie in Kundus sich nicht in Kampfeinsätzen bewähren dürfen.

MfG
Antwort von Dr. Franz Josef Jung
2Empfehlungen
22.07.2009
Dr. Franz Josef Jung
Sehr geehrter Herr ,
für Ihre Anfrage vom 17. Juni 2009 danke ich Ihnen.

Ihre Ansicht, dass die strategische Lage in Afghanistan völlig aussichtslos sei und eine extreme Bedrohung für Leib und Leben der Soldaten bestehe, teile ich nicht. Trotz der veränderten Sicherheitslage in jüngster Vergangenheit, führen die ISAF-Kräfte ihren Einsatz weiterhin erfolgreich durch. Die Anzahl von mehr als 840 zivilen Aufbauprojekten im Norden Afghanistans ist ein deutliches Zeichen des Fortschritts und der Wiederaufbauleistungen.

In Bezug auf Ihre Frage zum Einsatz von Frauen in der Bundeswehr in Kunduz teile ich Ihnen mit, dass Ende Juni 2009 über 3.800 Bundeswehrangehörige beim Deutschen Einsatzkontingent ISAF eingesetzt waren, davon 142 Frauen. Auch am Standort Kunduz leisten derzeit 21 Frauen Dienst. Frauen steht grundsätzlich der Zugang zu allen Verwendungen in der Bundeswehr offen. Die Soldatinnen leisten im Einsatz ebenso wie die Soldaten ihren Dienst in den jeweiligen Verwendungen.

Die von Ihnen angesprochenen Äußerungen des Generalinspekteurs der Bundeswehr stellen nur Auszüge aus seiner Festansprache im Rahmen des Jahresempfangs des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages am 15. Juni 2009 dar. Im Rahmen dieser Rede betonte er, dass Einzelfälle nicht die ganze Truppe in Misskredit bringen und unverhältnismäßige politische Reaktionen hervorrufen sollten. Den vollen Wortlaut der Rede können Sie im Internet unter www.bmvg.de nachlesen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Franz Josef Jung
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Jung,

meine Frage sind:

1. Wann denken Sie über ein Wasserspritzen-Verbot nach? Kinder zielen auf Kinder und das aus nächster Nähe um zu treffen. Ist doch auch ein "Killerspiel" oder?! Nur Real!

2. Sind vielleicht nicht die Medien daran Schuld, dass das Thema Amoklauf und Killerspiele so breitgetreten wird? Früher gab es auch Amokläufer bloß es wurde nicht so ein Hype drüber gemacht wie heute!

3. Warum gibt es in Österreich keine Amokläufer? Da kann man Index Spiele kaufen und der Jugendschutz ist nicht so extrem wie hier in Deutschland!

4. Wissen Sie, wieviele Wähler Sie bei den Wahlen 2009 nicht unterstützen werden, wegen den Äußerungen über eine Killerspielverbot? Es gibt ca. 20 Millionen Computer und Konsolen Spieler in Deutschland! Sind das alles Amokläufer?

5. Haben sie schon jemals ein "Killerspiel" gespielt? Wenn ja sind Sie dann auch gleich zu Amokläufer in der Patei geworden?

Es gibt eine vielzahl von Foren die Ihre Entschlossenheit nicht unterstützen und verstehen.

Meiner Meinung ist Ihre Entscheidung unverständlich und das anderer Spieler auch.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Enrico Naumann
Antwort von Dr. Franz Josef Jung
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13.08.2009
Dr. Franz Josef Jung
Sehr geehrter Herr Naumann,

Angestoßen durch die bestürzenden Ereignisse von Winnenden im März 2009 hatten die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD in einem Brief an die Familien der Opfer zugesagt, zu prüfen, durch welche gesetzgeberischen Maßnahmen die Sicherheit im Zusammenhang mit legalen Schusswaffen zu erhöhen sei. Hierbei war den nachvollziehbaren Forderungen der Angehörigen der Winnenden-Opfer Rechnung zu tragen. Gleichzeitig war es wichtig, Jäger und Schützen, deren weit überwiegende Mehrheit einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Waffen pflegt, nicht unter einen Gesamtverdacht zu stellen und unangemessenen Belastungen oder Beschränkungen auszusetzen.

Im Vordergrund stand unser Bestreben, eine praxistaugliche Lösung herbeizuführen. Durch die Erschwerung des Zugangs Unbefugter zu Schusswaffen sowie durch verbesserte Kontrollmöglichkeiten, bei gleichzeitiger Wahrung der Verhältnismäßigkeit, im Hinblick auf die Rechte von Schützen und Jägern, haben wir mehr Sicherheit geschaffen. Das Ergebnis kann von allen Betroffenen mit getragen werden.

Um bei der gesetzlichen Neuregelung eine möglichst große Lebensnähe zu gewährleisten, haben wir uns in diesem Zusammenhang auch mit "Spielen", wie Laserdrome oder Paintball/Gotcha beschäftigt, die das Verletzen oder Töten von Menschen realitätsnah simulieren. Wir halten dieses für besorgniserregend, wenn auch nicht für zwangläufig verbotswürdig. Die CDU/CSU-Fraktion spricht sich für eine wissenschaftliche Prüfung der von diesen Spielen ausgehenden Gefahren aus und, wie diese ggfs. reduziert werden können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort behilflich sein und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Franz Josef Jung
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bundesverteidigungsminister Dr. Jung,

zu Fluglärm-Belastungen der Zivilbevölkerung fand ich unter www.arbeiterkammer.at nachfolgendes Zitat:
• "Bei Fluglärmbelastungen (außen) von 55dB(A) tags und 45dB(A) nachts wird die Grenze zu erheblichen Belästigungen erreicht. Bei Fluglärmbelastungen deutlich unterhalb von 55dB(A) tags und 45dB(A) nachts dürften nennenswerte Beeinträchtigungen weitgehend ausgeschlossen sein.
• Bei Fluglärmbelastungen (außen) von 60dB(A) tags und 50dB(A) nachts sind Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr auszuschließen.
• Bei Fluglärmbelastungen oberhalb (außen) 65dB(A) tags und 55dB(A) nachts sind Gesundheitsbeeinträchtigungen in Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erwarten. Gebiete mit diesen Belastungen sind grundsätzlich zum Wohnen ungeeignet." (Zitat Ende) Wir wohnen in Bayern in so einem Gebiet, über dem wochentäglich Übungsflüge der US-Gaststreitkräfte durchgeführt werden, ich nehme aber an, dass diese Aussagen auch für die Bundesrepublik zutreffen. Eigene Lautstärkemessungen ergaben, dass die Lärmimmissionen der Hubschrauber stark über 65 dB(A) liegen und oft bis zu 80 dB(A) auch während der Nachtstunden erreichen.
Hier nun meine Fragen mit der Bitte um konkrete Antworten, bitte aber nicht wieder auf die Ewige Dankbarkeit zwecks der Befreiung vor 60 Jahren hinweisen! Ist es für die Landesverteidigung erforderlich, dass US-Einheiten gerade bei uns ihre Flüge (die zur Verlängerung der Fluglizenzen notwendig sein sollen) durchführen müssen? Gehe ich recht in der Annahme, dass auch Gaststreitkräfte deutsche Bestimmungen einzuhalten hätten (Bundes-Immissionsschutzgesetz etc.) ? Gibt es für die Bundesrepublik Deutschland ähnliche Aussagen? Wenn Ja, dann müsste doch die US-Army Übungsflüge sofort einstellen? Gilt die Auffassung, dass Gebiete mit hohen Flugbelastungen zum Wohnen ungeeignet seien nicht auch für die Bundesrepublik?

Auf Ihre Antworten bin nicht nur ich gespannt!

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Frage zum Thema Internationales
24.06.2009
Von:
Tom

Sehr geehrter Herr Dr. Jung,

Im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall in Afghanistan sprechen Sie von "Gefallenen", betonen aber gleichzeitig, dass es sich bei dem Bundeswehreinsatz nicht um einen Kriegseinsatz handelt.

Wie bekommen Sie diese Aussagen überein? Die gängigen Wörterbüchern definieren "fallen" bzw. "gefallen" als "sterben durch Gewalteinwirkung im Krieg" (neben den üblichen Bedeutungen von hinfallen etc.)

Wenn Sie unseren Soldaten die Soldatenehre zugestehen wollen, müssen Sie dann nicht auch anerkennen, dass diese sich in einem Kriegseinsatz befinden? Als zivile Helfer würden Ihnen nur zivile Ehrungen zustehen.

Finden Sie nicht, dass angesichts der Ehre der Gefallenen es an der Zeit wäre, den Kriegseinsatz in Afghanistan endlich als das anzuerkennen, was er ist, und die täglich dort ihr Leben riskierenden Soldaten nicht weiter als "zivile Aufbauhelfer" zu verhöhnen?
Antwort von Dr. Franz Josef Jung
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27.08.2009
Dr. Franz Josef Jung
Sehr geehrter Herr ,

In Afghanistan ist es unser Ziel, gemeinsam mit unseren Bündnispartnern dazu beizutragen, ein stabiles, funktionsfähiges, sich selbst tragendes Staatswesen zu etablieren. Es ist unmittelbares deutsches Interesse, dass der internationale Terrorismus Afghanistan nicht wieder als Ruhe-, Rückzugs-, und Regenerationszentrum nutzen kann. Der militärische Beitrag ist dabei ein Element des umfassenden Engagements der internationalen Gemeinschaft, um die afghanische Regierung zu unterstützen und der afghanischen Bevölkerung zu helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.

Die Zielsetzung der ISAF-Mission in Afghanistan, der Charakter des Konflikts und die Vielschichtigkeit der Unterstützungs-, Aufbau,- und Entwicklungsaktivitäten lassen es unangemessen erscheinen, in Afghanistan von einem Krieg zu sprechen. Ich stelle allerdings nicht in Abrede, dass die terroristischen Gewaltanwendungen in Afghanistan örtlich und zeitlich begrenzt zu intensiven militärischen Kampfhandlungen führen.

Im Norden gibt es auch, wenngleich in geringer Intensität als im Süden oder Osten des Landes, solche Schwerpunkte der Gewalt der regierungsfeindlichen Kräfte. So erklärt sich der scheinbar widersprüchliche Eindruck, dass wir einerseits von einer Stabilisierungsoperation, andererseits aber auch davon sprechen, dass unsere Soldaten "gefallen" sind. Dies trägt vor allem dem berechtigten Bedürfnis der Soldaten, ihrer Angehörigen und Freunde Rechnung, deutlich zu machen, dass Kameraden ihr Leben nicht bei alltäglicher Diensterfüllung – beispielsweise durch einen Unfall in der Heimat – verloren haben, sondern im Rahmen eines gefährlichen Einsatzes, zu dem sie ihr Land entsandt hat.

Unsere Soldaten zeigen angesichts vielfältiger Bedrohungen Mut und Entschlossenheit; dafür verdienen sie unser aller Respekt und Anerkennung, etwa durch Auszeichnungen wie das neue Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit. Die erstmalige Verleihung des Ehrenkreuzes am 6. Juli 2009 zeugt vom Bekenntnis der Bundesregierung zu dem Einsatz und zeigt Respekt gegenüber den Leistungen der ausgezeichneten Soldaten. Ein "Verhöhnen" kann ich darin nicht erkennen und verwahre mich im Namen der Bundesregierung auch dagegen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Franz Josef Jung
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