Dr. Diether Dehm (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Diether Dehm
Jahrgang
1950
Berufliche Qualifikation
Diplom Heilpädagoge
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Autor, Musiker, Verlags-Geschäftsführer
Wahlkreis
Stadt Hannover II
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Niedersachsen
weitere Profile
(...) Natürlich muss für die Europäische Union ein solcher Verfassungstext in Zusammenarbeit aller europäischer Staaten, Parlamenten und der Zivilgesellschaft erarbeitet werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
NEIN
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
JA
29.05.2009
Schuldenbremse
NEIN
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Dr. Diether Dehm
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.01.2007
Von:

Was halten Sie von einem Alternativstimmen-Wahlverfahren ?
Vgl. www.wahlreform.de/valeske.htm
Antwort von Dr. Diether Dehm
8Empfehlungen
22.01.2007
Dr. Diether Dehm
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich sehr gerne beantworten möchte. Die Fraktion "DIE LINKE" fordert genau wie Sie, eine europaweite Volksabstimmung für die neue europäische Verfassung. Dabei haben wir deutlich aufgezeigt, dass die derzeitige Verfassung sozialen, ökologischen, friedenspolitischen und wirtschaftspolitischen Minimalanforderungen nicht ansatzweise entspricht.

Aus diesem Grund fordern wir die Erarbeitung einer neuen, alternativen Verfassung.

Wir denken, dass eine solche Verfassung als ganzes abgestimmt werden sollte, da die Abstimmung über einzelne Artikel der Verfassung problematisch.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diether Dehm
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.02.2007
Von:

Lieber Dieter,Deine Antwort auf die Frage in Bezug des Verbots von Killerspielen finde ich etwas kurzsichtig.In einer Gesellschaft die auf Gewalt aufgebaut ist und wo in jedem Medium Gewalt propagiert wird ,da ist es zu kurz gegriffen ausgerechnet von den Schulen etwas zu verlangen was diese unmöglich geben können.In einer Zeit wo es schon zum Schulalltag gehört daß Lehrern von Schülern körperliche Gewalt angetan wird ist es unmöglich ausgerechnet von der Schule solches zu verlangen.Abgesehen davon ist es ja nicht Sinn der Schule den jungen Menschen etisch und moralisch zu erziehen ,Sinn und Zweck ist es ja lediglich ihn zu einem möglichst perfekten Arbeitnehmer und ,wichtiger noch ,Verbraucher zu erziehen.Der Aufruf zur Gewalt findet ja schon bei zweijährigen Kindern statt ,und zwar jeden Tag. Denn was anderes ist der geistige Inhalt fast eines jeden Zeichentrickfilmes nicht. Und was ist der Alltag für einen Hartz Empfänger anderes als subtile Gewalt,die er täglich erfährt ? Mit linksherzlichen Gruß
Antwort von Dr. Diether Dehm
3Empfehlungen
06.05.2008
Dr. Diether Dehm
Lieber ,

vielen Dank für Deine Antwort. Deine Einschätzung zur Gesellschaft und zu den Möglichkeiten der Schule kann ich nur unterschreiben. Auch aus diesem Grund treten wir als Mitglieder der Partei DIE LINKE für eine bessere Ausstattung der Schulen, für eine Abschaffung der Selektion von Schülern durch das dreigliedrige Schulsystem und für eine deutliche Verkleinerung der Schulklassen ein.

Deinen Hinweis auf die alltägliche Gewalt, die den Menschen in unserem Land durch Ausgrenzung, Armut und Arbeitslosigkeit angetan wird, kann ich nur bestätigen.

Gerade deshalb möchte ich um Dein Verständnis dafür werben, dass Verbote in den meisten Fällen nicht weiterhelfen. Aufklärung und Diskussion über die strukturell bedingte Gewalt in der Gesellschaft und auch über sinnvolle Freizeitgestaltung, verbunden mit einem breiten öffentlichen und sozialen Angebot dafür sind für mich der beste Schutz vor diesem sinnlosen Killerspielen.

Mit besten Grüßen,

Dr. Diether Dehm
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Dehm,

was halten Sie von der Bezeichnung "dietherdehmlicher Politfunktionär mit Klampfe" ? In der Frankfurter Rundschau vom 08.02.2007, Seite 37 (Kultur) unter "Degenhardt!"

Ich lese die FR gern und bleibe auch dabei. Der Artikel steht sicher unter der Verantwortung des Autors. Ich verlange nicht, dass mein Schreiben veröffentlicht wird.

Die Veranstaltungen SOMMERTIME in Frankfurt habe ich gern besucht.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Diether Dehm
6Empfehlungen
06.05.2008
Dr. Diether Dehm
Sehr geehrter Herr ,

als ich die Frankfurter Rundschau las, gingen mir drei Dinge durch den Kopf:

1. Lustig, aber stilistisch wären mir viel schönere Schmähungen für mich eingefallen.
2. Meine Gitarre fühlt sich als "Klampfe"auch nicht beleidigt, schließlich gibt es von Brecht berühmte "Klampfenlieder".
3. Solange ich gleichzeitig als Künstler *und* Politiker wahrgenommen werde, mache ich meine Arbeit doch gut, oder?

Ihr

Dr. Diether Dehm
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.03.2007
Von:
de

Sehr geehrter Herr Dr. Dehm,
Sie schreiben, die Menschenrechtslage sei in Kuba besser als in 90 Prozent der Staaten der Dritten Welt? Betrachten Sie Kuba also nach fast 50 Jahren kommunistischer Herrschaft immer noch als Dritte-Welt-Staat? Und: Woher entnehmen Sie diese Zahl von 90 Prozent?
Im Vergleich mit welchen Ländern ist die Beteiligung der Kubanerinnen und Kubaner an der Diskussion und Regelung öffentlicher Angelegenheiten überdurchschnittlich hoch? Wie kann eine Diskussion aussehen, wenn Oppositionelle Gefahr laufen, wie Tausende andere als politische Gefangene im Gefängnis zu landen?

Mit freundlichen Grüßen
Niko de
Antwort von Dr. Diether Dehm
11Empfehlungen
06.05.2008
Dr. Diether Dehm
Sehr geehrter Herr de ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne aufgreife. Gerne möchte ich Ihnen zugestehen, dass die pauschale Nennung einer Prozentzahl bei der Einschätzung der Menschenrechtslage in den verschiedenen Staaten und politischen Systemen nicht optimal war. DIE LINKE hat seit ihrem Bestehen deutlich aufgezeigt, dass sie soziale und bürgerliche Menschenrechte als gleichberechtigt ansieht. Beide müssen in einem Staat umgesetzt und für alle Menschen gewährt werden. Wenn Sie universale Menschenrechte als unteilbar begreifen und sich die sozialen und bürgerlichen Menschenrechte auf Kuba im Vergleich zu anderen Staaten anschauen, werden Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Kuba seinen Bürgerinnen und Bürgern eine herausgehobene Menschenrechtssituation bietet. Im Bereich der sozialen Menschenrechte bietet Kuba für ein Land im Trikont eine in vielen Ländern der Welt als vorbildlich und nachahmenswert empfundene Sicherheit für alle Menschen, die auf Kuba leben. Egalität und soziale Absicherung werden im Rahmen der Möglichkeiten eines armen Landes hervorragend umgesetzt.

Natürlich ist Kuba auch heute noch ein armes Land. Dies hat auf der einen Seite mit der seit 1960 völkerrechtswidrigen Blockade Kubas durch die Machthaber der USA zu tun. Seit 1992 verurteilt die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit übergroßer Mehrheit das Embargo gegen Kuba. Im Oktober 2007 war die Mehrheit gegen das Embargo durch die USA in dieser Frage riesig: 184 Staaten stimmten der Resolution zu, die die Aufhebung des Embargos verlangt. Die USA fanden lediglich drei Verbündete. Ich finde es richtig, dass die Bundesregierung nicht dazu gehörte und dass Deutschland seit einigen Jahren im großen Lager derer zu finden ist, die das Embargo ablehnen.

Die kubanische Bevölkerung erfährt durch die US-Sanktionen große Einschränkungen. Durch das Embargo der USA werden alle sozialen und wirtschaftlichen Bereiche der kubanischen Gesellschaft bewusst geschädigt. Der Warenaustausch mit den USA wird fast vollständig unterbunden, der mit anderen Staaten wird behindert – teilweise durch geradezu absurde bis lächerliche Regelungen – ebenso Kreditgeschäfte, ausländische Investitionen und damit die Weiterentwicklung bedeutender Wirtschaftszweige wie des Tourismus. Die kubanische Regierung beziffert den Schaden, der ihrem Land seit der Inkraftsetzung der Sanktionen im Jahr 1960 entstanden ist, auf über 80 Mrd. US-Dollar.

Selbstverständlich gibt es auf Kuba Defizite. Gemeinsam mit meinen kubanischen Freunden diskutieren wir seit vielen Jahren über Möglichkeiten, die demokratische Teilhabe für alle Kubanerinnen und Kubaner auszubauen. Dabei wurde auf Kuba viel erreicht. In wenigen Staaten der Welt bewerben sich so viele Menschen um ein Parlamentsmandat wie auf Kuba. Bis auf Kuba in einem langen Diskussionsprozess die Wahlliste aufgestellt wurde, sind bei der letzten Wahl fast 10 000 Menschen für ein Mandat vorgeschlagen worden. Diese haben sich in ihren Regionen vorgestellt und wurden in einer "Vorwahl" nominiert. Einwände, dass dies undemokratisch sei, können selbstverständlich erörtert werden. Gleichzeitig bitte ich Sie jedoch auch zu berücksichtigen, dass ein Land wie die USA, in dem die Chancen, im Rahmen der Vorwahlen nominiert zu werden, vor allem auch von den eifrigen Spenden für die Kandidierenden abhängen, sicherlich auch nicht die höchste Form von Demokratie darstellt.

Auch bitte ich auch um Ihr Verständnis dafür, dass ein Staat und eine Regierung, die von einer mächtigen Regierung wie der der USA seit über 50 Jahren bedroht werden, manche Entscheidung trifft, die aus unserer Perspektive schwierig erscheint.

In Solidarität und gegenseitiger Achtung werde ich weiterhin mit unseren Freunden aus Kuba diskutieren - möchte Ihnen aber auch versichern, dass ich mich für die Erhaltung des Sozialismus auf Kuba aktiv einbringen werde und den Menschen auf Kuba wünsche, dass sie weiterhin selbstbestimmt und ohne äußere Einmischung ihren Weg gehen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diether Dehm
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
20.09.2007
Von:
-

Was tun Sie persönlich, um den Börsengang der Bahn zu verhindern.

Liebe Grüße
-
Antwort von Dr. Diether Dehm
4Empfehlungen
06.05.2008
Dr. Diether Dehm
Sehr geehrte Frau -,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die Fraktion DIE LINKE hat sich in den letzten Jahren intensiv gegen die Privatisierung der Bahn eingesetzt. Gemeinsam mit vielen Aktiven von attac, NaturFreunden, BUND und den vielen Initiativen gegen die Privatisierung der Bahn haben wir versucht, die Privatisierung zu stoppen. Während immer mehr Länder darüber diskutieren, früher privatisierte Bahnen jetzt zurück in Staatseigentum zu führen, geht die Bundesregierung den umgekehrten Weg.

Die Deutsche Bahn AG hat einen geschätzten Wert von rund 220 Milliarden Euro. Jährlich werden mehr als 10 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die Sicherstellung des Infrastrukturauftrags der Bahn eingesetzt. Jetzt hat die Bundesregierung eine Bahnprivatisierung beschlossen, bei der private Investoren bereits mit nur 5 Milliarden Euro bei der Bahn einsteigen und mitbestimmen können. Gleichzeitig hat die CDU/CSU keinen Zweifel daran gelassen, dass sie dies nur als ersten Schritt hin zur weiteren Privatisierung der Bahn ansieht. Wer daran glaubt, dass es bei den 24,9 Prozent Privat-Anteil bleiben wird, wird leider sehr schnell feststellen, dass mit dem jetzigen Beschluss das Tor zum Verkauf der Bahn weit aufgestoßen wurde.Tatsächlich stehen die Signale auf Grün, mindestens 49,9 Prozent der Aktienanteile der DB-Holding an den Transportgesellschaften zu verkaufen. Dies steht sowohl im Koalitionsbeschluss geschrieben als auch in einem Eckpunktepapier, auf das sich die Bahn AG mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA einigen will. Beide Dokumente gehen bereits von einer Privatisierung der Hälfte der Verkehrs- und Logistiksparte der DB AG aus.

DIE LINKE wird keiner Form der Bahnprivatisierung zustimmen. Persönlich habe ich mich auch künstlerisch am Widerstand gegen die Bahnprivatisierung aktiv beteiligt. So habe ich mein Lied "Monopoly" um eine Strophe ergänzt und die aktuelle Debatte um die Bahnprivatisierung künstlerisch aufgegriffen. In einer Reihe von Veranstaltungen bin ich dann als Abgeordneter, aber auch als Künstler aufgetreten und habe die Veranstaltungen künstlerisch und politisch begleitet.

Das Lied "Bahnopoly" können Sie auf meiner Internet-Seite unter

www.diether-dehm.de

gerne selbst anhören und auch als mp3 herunterladen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diether Dehm
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