Daniel Neun (WASG)
Kandidat Abgeordnetenhauswahl Berlin 2006
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Daniel Neun
Jahrgang
1968
Berufliche Qualifikation
Künstler
Ausgeübte Tätigkeit
Musiker, Produzent
Wohnort
-
Wahlkreis
Tempelhof-Schöneberg WK 6
Ergebnis
4,4%
Landeslistenplatz
keinen, Tempelhof-Schöneberg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Neun,

angenommen die Wahlen gehen so aus:

Die WASG kommt mit 5% ins AGH.

Es reicht für Rot/rot/WASG. Wenn die WASG nicht mitspielt dann gibt es entweder: rot/rot/grün, rot/grün, ampel oder evtl. rot/schwarz.

In anderen Worten: wie erklären Sie dem Wähler das durch Sie verschuldet die Regierung in Berlin nach rechts rutscht. Finden Sie dies 100% sozial?

Ihr

Antwort von Daniel Neun
21Empfehlungen
04.09.2006
Sehr geehrter Herr ,

Die Regierung in Berlin steht bereits rechts. Und sie ist schlimmer und antisozialer als jede andere vor ihr, die wenigstens nominell noch eine linke Opposition hatte.
Der Wähler wollte eine starke Linke in Berlin und bekam eine starke PDS. Das Ergebnis war der übelste Verrat, der hier jemals in dieser Stadt an emanzipatorischen und sozialen Kräften begangen wurde.
Teil der umbenannten Neocons der PDS Berlin zu sein ist eine Schande, sie zu wählen eine Dummheit ohnegleichen, und sie links zu nennen entweder bezahlte oder gerade noch entschuldbare Ignoranz.

Ich werde niemals in diese Partei eintreten und ganz nebenbei, auch alles daran setzen, daß dieses Neocon-Konstrukt zur Kontrolle und Neutralisierung der Linken in Deutschland nie wieder in den Bundestag, sondern eine bundesweite soziale Alternative um die Ohren bekommt die dieser schändlichen Kollaboration des alten SED-Apparates mit dem Establishment endgültig ein Ende macht.

Mit freundlichen Grüßen,
Daniel Neun
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.09.2006
Von:
-

Herr Neun;

Sie schreiben, Sie wollen gegen die Linke.PDS kämpfen. Das ist eine negative Definition, d. h. Sie erklären Ihre Position nur in Abgrenzung von der PDS.Linken; ich möchte, Herr Neun, aber auch etwas über Ihre positiven, eigenen Vorstellungen erfahren.

Welche konkreten politischen Schritte stellen Sie sich vor zu unternehmen, sofern Sie gewählt würden?

Oder anders formuliert:

Welche politischen Aktivitäten stellen Sie sich als die ersten Ihrer politischen Arbeit vor, sofern sie gewählt würden?

MfG
Antwort von Daniel Neun
25Empfehlungen
16.09.2006
Liebe -,

Sie fragten mich:
Welche konkreten politischen Schritte stellen Sie sich vor zu unternehmen, > sofern Sie gewählt würden?
Oder anders formuliert:
Welche politischen Aktivitäten stellen Sie sich als die ersten Ihrer politischen Arbeit vor, sofern sie gewählt würden?
Das kann ich Ihnen sagen.
Zuerst würde ich mir nicht von obermerkwürdigen Beraterkolonnen wie dem US-Pentagon-Think Tank RAND Corporation die Ohren vollquatschen lassen, wie es der "rote Senat" hier mit der Berliner Filiale dieses Ladens immer noch zu tun pflegt.
Ich würde nicht mehr auf rauschende Feste von Handelskammern, Lobbyisten und Reaktionären latschen, sondern mich an den vielen verzweifelten Eingaben und Vorschlägen sozialer Basisinitiativen, Künstlern und rechtlern orientieren, die beim Partybesäufer Wowereit kein Gehör mehr finden.
Dann würde ich zusehn, daß der Gewinn aus Bodenbesitz endlich wieder fair besteuert wird. Die Grundsteuer, deren Hebesatz in Berlin dreimal so hoch ist wie in München, aber nicht annähernd so viele Einnahmen bringt wie dort, greift nicht mehr und ist unfair, das sieht auch das Bundesverfassungsgericht so.
Ich würde das Volksvermögen (also den staatlichen Besitz und damit auch die Gestaltungsmöglichkeiten des gewählten Allgemeinwesens überhaupt) nicht geldgierigen Ausbeutern, man nennt sie gerne "Investoren", in den Schlund werfen, sondern dieses über Jahrzehnte von der Bevölkerung erarbeiteten Guthaben hüten wie meinen Augapfel.
Ich würde nicht privatisieren, sondern nach Artikel 15 unserer Verfassung Konzerne, Besitzer und Monopolisten enteignen, die mit ihrem Haben dem Sein von 3 Millionen Menschen Schaden zufügen.
Und dann treibt mich ein Traum um. Er läßt mich nicht mehr los...
Ein Gang. Lang und matt erleuchtet. Auf der einen Seite eine lange, lange Sitzreihe schwitzender, angstvollen Bürokratengesichter, mit ihren Aktentaschen auf dem Schoß, ihre potentiellen Nachfolger im Amt ihnen lächelnd gegenübersitzend.
Und ganz am Ende des Ganges eine Tür.
Sie fliegt auf, ein Bürokrat stürzt panisch mit bleichem Gesicht heraus, seine Aktentasche fliegt ihm hinterher, und meine Stimme ertönt, laut und schrecklich klingt sie bis in die letzte, versteinerte Verwaltungsseele auf dem Schleuderstuhl meiner Wahl:
"SIE SIND GEFEUERT!... DER NÄCHSTE, BITTE....!!"
Liebe -. Das würde ich machen, wenn ich gewählt werde...
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