Daniel Ansorge (ÖDP)

Daniel Ansorge
Jahrgang
1988
Berufliche Qualifikation
s.u.
Ausgeübte Tätigkeit
Medizinstudent, Universität Ulm
Wohnort
Memmingen
Wahlkreis
Ostallgäu
Ergebnis
2,2%
Landeslistenplatz
13, Bayern
(...) Außerdem fordert die ÖDP, dass für Produkte, die eindeutig Kindern zuzuordnen sind, also etwa Spielzeug, Kinderbekleidung etc. nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz zu berechnen ist. (...)
 

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Frage zum Thema Soziales und Familie
06.09.2009
Von:

Bei CDU und FDP wird´s mulmig!
In einigen Artikeln und Leserbriefen der "Die Tagespost"wird der Eindruck beschworen, man habe bei der Bundestagswahl als guter Katholik kaum ein andere Wahl, als den "C"-Parteien seine Unterstützung angedeihen zu lassen – wenngleich zähneknirschend. Bei den Bundestagswahlen1976 schien das vielleicht noch die richtige katholisch-christliche Einstellung zu sein. Damals ging meine Großmutter hochmotiviert zur Wahl. Schließlich war sie – gemäß des damaligen Wahlslogans der CDU – im festen Glauben, dass jeder der nicht zur Wahl geht, die SPD wähle. Das galt es selbstverständlich zu unterbinden. Aber schon unter CDU-Parteichef und Bundeskanzler Helmut Kohl war mir mulmig zumute, das wurde aber durch einen Richard von Weizsäcker noch ein wenig besänftigt. Die heutige Aussicht auf eine schwarz-gelbe Zukunft unter Mitwirkung von Guido Westerwelle bereitet mir aber unerträgliche Rückenschmerzen. Ob dieses Kreuz für meine Bandscheiben nicht doch etwas zu schwer ist, um es am 27.September hinter dem "C" einzutragen? Eine konservative Volkspartei, die auf eine gesellschaftliche Mehrheit schielt, kann diesenErfolg nur mit der post-bürgerlichen Mitte erzielen. Dort aber treiben sich nicht mehr viele Christen herum. Dort herrscht narzisstischer Pragmatismus mit zivilreligiös-atheistisch-buddhistisch-esoterischen Wellnessuntermalungen.Zeitgeist eben und genau das, was die CDU meines Erachtens heute unwählbarmacht. Der Christ aber hat dem Zeitgeist gegenüber eine kritische Distanz zuwahren. Und eine christliche Partei, die dieses Attribut zu Recht trägt, muss sich heute damit abfinden, eine Minderheit zu repräsentieren. Ich jedenfalls sehne mich danach, mein Kreuz ohne Gewissensbisse auf dem Wahlzettel zu hinterlassen. Auch auf die Gefahr hin, dass meine Stimme unter "sonstige Parteien"im Nirwana der Demokratie verschwindet. Wenn viele sich trauen würden, diesenSchritt zu tun, könnte ja vielleicht irgendwann mal ein kleiner Koalitionspartner der CDU entstehen.Albert Frick, 79102 Freiburg
Antwort von Daniel Ansorge
2Empfehlungen
08.09.2009
Daniel Ansorge
Sehr geehrter Herr ,

da sich dieser Leserbrief auf Ihre nächste Frage bezieht, werde ich Ihnen wegen dem Überblick bei der nächsten Frage zusammenfassend antworten.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Ansorge
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Frage zum Thema Soziales und Familie
06.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ansorge,

mir hat der Platz bei meiner Frage davor nicht ausgereicht - deshalb schreibe ich Ihnen nochmals und hoffe, dass wir von Ihnen eine Antwort bekommen.

Wir sind voll überein mit dem Leserbrief in der deutschen Tagespost vom 25.Aug.2009, mit der Überschrift "Bei CDU und FDP wird,s mulmig".

Deshalb lautet unsere wichtigste Frage an die ÖDP wie folgt:

Ist sich die ÖDP bewußt, daß sie die Einzige der kleinen Parteien ist, die diese 5% Hürde überraschender Weise schon jetzt schaffen kann? Nur wäre es meiner Meinung nach unbedingt erforderlich, daß die Parteiführung umgehend bekannt gibt, daß die Türen für einen kath. und evangelischen Arbeitskreis offen stehen.

Sind Sie persönlich für so einen Schritt offen und wie steht ihre Partei zu so einem Schritt. (wohlgemerkt es geht aber nicht um einen christlichen oder ökumenschen Arbeitskreis sondern um zwei unabhängig voneinander arbeitende Gremien)!

Mit besten Grüßen aus Berg, mit Familie
Antwort von Daniel Ansorge
7Empfehlungen
07.09.2009
Daniel Ansorge
Sehr geehrter Herr ,

ich glaube, der Partei ist durchaus bewusst, dass in der Zeit des Internets der berühmte zündende Funke genügen würde, um ausreichend Wähler für die 5%-Hürde zu mobilisieren. Was wir vor der Wahl bräuchten ist ein positives medienwirksames Ereignis, um auch in der breiten Masse der Bevölkerung bekannt zu werden.

Zu ihrer Frage bezüglich des Arbeitskreises habe ich folgende Meinung: Grundsätzlich bin ich für jede Mitarbeit in der ÖDP dankbar, ganz gleich in welcher Form, selbstverständlich auch in Arbeitskreisen. Ich fände es sinnvoll, wenn alle wichtigen Elemente einer Partei in Arbeitskreisen vertreten wären. Dazu gehören natürlich die christlich orientierten Parteimitglieder, aber z.B. auch einen "Arbeitskreis Jugend" halte ich für sinnvoll. Für mich persönlich spielt die Konfession eher eine untergeordnete Rolle, obwohl ich diese natürllich respektiere. Wichtig ist mir aber vor allem die Mitarbeit in der Partei. Ich werde daher niemanden zwingen, in einem ökumenischen Arbeitskreis mitzuarbeiten, genau so wenig wie ich einen ökumenischen Arbeitskreis verbieten kann. Entscheidend ist der Wille der sich engagierenden Mitglieder, dieses Engagement sollte man nicht durch strikte Vorgaben ausbremsen. Prinzipiell spricht also nichts gegen beide Varianten, man wird dennoch in dieser Frage eine Einigung finden müssen. Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei, daher wird sich letztendlich die Lösung durchsetzen, für die sich mehr Anhänger begeistern lassen.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich die ÖDP nicht als christliche Partei im klassischen Sinne empfinde, sondern als eine Partei, die sich an den christlichen Werten orientiert. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Der persönliche Glaube hat für mich beim Umgang mit meinen Mitmenschen noch nie eine Rolle gespielt, ich bewerte jemanden nach seiner Einstellung und vor allem nach seinen Handlungen. Genau das ist das Prinzip der ÖDP: Unabhängig von jeder Konfession, aber dennoch in ihren Handlungen den moralischen Werten verpflichtet.

Ich hoffe trotzdem, ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Ansorge
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ansorge,

mich interessiert Ihre Haltung zum Thema "Open Source" und "Freie Software".

Wie stehen Sie zu diesen Themen? Was haben Sie konkret vor, um diese zu fördern? Sind Sie gewillt, sich Kompetenzen - auch außerhalb der eigenen Partei - zu Nutzen zu machen falls Ihnen die nötigen Hintergrundinformationen fehlen?

Außerdem möchte ich Sie fragen, wie Sie zum Thema "Kompetenz" stehen. Sind Sie auch der Meinung, man müsse zu jedem Thema eine Meinung haben und diese auch kundtun - egal ob man etwas davon versteht oder nicht? Ihr Bayern-Vorstand hat da ja in Memmingen schon einmal gut vorgelegt, mit der Aussage, "Killerspiele wie World of Warcraft [müssten] verboten werden". Ich hoffe, dass Sie dazu in der Lage sind, in Ihre Partei etwas frischen Wind und vor allem Medienkompetenz in Sachen Internet zu bringen.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Wahl viel Erfolg und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Daniel Ansorge
10Empfehlungen
10.09.2009
Daniel Ansorge
Sehr geehrter Herr ,

ich bin der Meinung, dass die aktuelle Debatte um das Urheberrecht, auf das ihre Frage ja abziehlt, längst überfällig und absolut notwendig war. Grundsätzlich stehe ich Open Source und freier Software sehr positiv gegenüber. Diese Idee trifft den Zeitgeist und hat vielversprechendes Potential. Das Urheberrecht sollte deswegen gründlich reformiert werden. Es kann nicht sein, dass Großkonzerne viele mittelständische Betriebe in die Knie zwingen, nur weil sie sich eigene Rechtsabteilungen für ihre Patente leisten können, die mit Klagen und Schadensersatzforderungen um sich schmeißen.
Ich gebe aber zu, dass dies nicht gerade der politische Schwerpunkt der ÖDP ist, konkrete Maßnahmen dazu finden sich in unserem Programm leider nicht. In diesem Punkt müssen wir uns eindeutig mehr informieren und das Programm ausbauen. Ich bin deswegen natürlich bereit, mir in dieser Frage auch externen Sachverstand zu holen. Unsere Politik dreht sich um Themen, nicht um Ämter und Parteikonstellationen.

Zu ihrer Frage um die Kompetenz: Ich denke, unser Landesvorsitzender hat damals auf eine spontan gestellte Frage eine spontane Antwort gegeben, die er nach bestem Wissen und Gewissen formuliert hat. Ich denke, es ist weniger schlimm, seine Meinung nach dem aktuellen Wissensstand kundzutun, sondern viel schlimmer wäre es, auf seiner Meinung zu beharren und das als der Weisheit letzter Schluss stehen zu lassen. Das ist in unserer Partei aber definitiv nicht der Fall. Bei uns kommt jeder zu Wort, auch die junge Generation, die von diesem Thema ja hauptsächlich betroffen ist. Ich bin mir sicher, dass wir als junge Mitglieder hier die richtigen Impulse setzen können, was ja auch bereits geschieht. Gerade bei doch relativ neuen Themen wie dem Internet ist das in unserer Partei auch durchaus erwünscht.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Ansorge
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Frage zum Thema Soziales und Familie
11.09.2009
Von:

MEDIALE INITIALZÜNDUNG "MIZ"? (Bei CDU und FDP wird,s mulmig).

Sehr geehrter Herr Ansorge,

danke für Ihre aufrichtige Antwort zu diesem wichtigen Thema. Wir sind mit Ihrer Antwort sehr zufrieden. Danke auch an das tolle Team von Abgeordnetenwatch.de für Ihre sehr gute und vor allem objektive Arbeit.

Könnte diese MIZ nicht dadurch ausgelöst werden indem die ÖDP an die CDU und FDP herantritt und Ihnen das Angebot für eine klare und unwiderrufliche Koalitionsaussage im Falle des Wahlsieges macht? Jede andere Koalition wäre nonsens - auch CDU und FDP
mit alleiniger Mehrheit (die es sowieso nicht schafft) wäre aus moralischen und etischen Gründen nicht gut für unser Volk.

Wir sind auch der Meinung, daß eine klare und unmißverständliche Koalitionsaussage
vor der Wahl ein verpflichtendes Gesetz sein sollte. Alles andere ist von vornherein unehrlich dem Wähler gegenüber - denn die Positionen der einzelnen Parteien zu den Sachfragen sind jedem aufmerksamen Wähler durch Ihr tun bekannt. (Da nützen die
Wahlversprechungen in den Wahlveranstaltungen auch nichts mehr - denn die Bürger
inzwischen wissen, daß die von den bisherigen Parteien sowieso nicht eingehalten
wurden.

Mit herzlichen Grüßen aus Berg, Fam. A.
Antwort von Daniel Ansorge
4Empfehlungen
11.09.2009
Daniel Ansorge
Sehr geehrter Herr ,

ihre Idee, mit einer Koalitionsaussage diese "mediale Initialzündung" hervorzurufen, sollte durchaus diskutiert werden. Ich bin jedoch sehr skeptisch, ob dieser positive Effekt wirklich bemerkbar wäre. Ich muss ihnen leider auch sagen, dass ich momentan keine Basis für eine Zusammenarbeit mit der CDU und der FDP sehe. Als Juniorpartner von schwarz-gelb werden wir höchstwahrscheinlich nur sehr wenige Forderungen durchsetzen können. In der Frage des Atomausstiegs und vielen anderen Themen werden wir aber keinen Millimeter von unserem Standpunkt abweichen, diese Verantwortung haben wir unseren Wählern gegenüber. Da wir als ÖDP bei vielen uns wichtigen Punkten eine gegenteilige Meinung vertreten, habe ich ernste Zweifel, ob ein Koalitionsvertrag überhaupt zustande kommen würde. Unsere Wähler setzen vor allem deswegen Vertrauen in uns, weil sie eben keine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke wollen, die Gentechnik ablehnen und auch für einen Rückzug aus Afghanistan sind. Jetzt eine Koalitionsaussage zu machen, würde dieses Vertrauen untergraben.
Ich schließe eine Koalition mit der CDU und FDP nicht aus, dazu müssten beide Parteien aber in vielen Punkten eine 180-Grad Wende hinlegen. Wie ich schon Hr. Mändlen in der letzten Frage geantwortert habe, geht es für mich in der Politik vor allem um Themen, die Koalitionen spielen da nur die zweite Geige. Deswegen würde ich einen Koalitionsvertrag nur dann unterschreiben, wenn ich weiß, dass die ÖDP die für sie wichtigen Punkte durchsetzen kann und der Koalitionspartner nichts in diesen Vertrag hineinschreibt, was im Widerspruch zum ÖDP-Programm steht. Natürlich haben wir Schnittmengen mit der CDU, wir haben aber auch Schnittmengen mit den Grünen, gerade was die Umweltpolitik betrifft, die SPD unterstützt z.B. genau wie wir die Forderung nach einem Mindestlohn. Ich halte es deswegen für einen Fehler, sich in der Koalitionsaussage verbindlich festzulegen. Als kleine Partei besteht nun einmal die große Gefahr, dass wir in einer Koaltion nur als Steigbügelhalter dienen und unsere eigenen Interessen dabei unter den Tisch fallen. Es geht, wie schon gesagt, um Themen und nichts anderes. Wir haben vom Wähler die Aufgabe, so viel wie möglich von unserem Programm umzusetzen, welche Farbe mein Koalitionspartner hat ist für mich dabei ehrlich gesagt nicht so wichtig.

Was ich aber definitiv ausschließen kann, ist eine Zusammenarbeit mit links- und rechtsradikalen Parteien.

Ein Gutes hat die Sache aber dann doch: Je stärker wir werden, desto mehr werden sich die großen Parteien mit uns und unserer Programmatik auseinandersetzen müssen. Vielleicht werden dann auch unsere Schnittmengen mit den etablierten Parteien deutlich größer.

Trotzdem finde ich ihre Frage sehr wichtig, wenn man ernstgemeinte Politik machen will, muss man sich auch damit auseinandersetzen. Ich hoffe dennoch, dass sie mit meiner Antwort etwas anfangen können.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Ansorge
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Frage zum Thema Energieversorgung
12.09.2009
Von:

Hallo Hr. Ansorge,
ich mache mir gerade Gedanken ob ein Solarthermisches Großkraftwerk in der Sahara die Energiewende beschleunigen könnte. Ist dies ihrer Meinung sinnvoll?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Daniel Ansorge
4Empfehlungen
13.09.2009
Daniel Ansorge
Sehr geehrter Herr ,

prinzipiell lässt sich dazu sagen: Bevor wir neue Atom- oder Kohlekraftwerke bauen, sollten wir natürlich lieber auf ein solches Solarkarftwerk setzen. Ich denke, dieses Projekt könnte eine Art Initialzündung für eine komplette Energiewende sein. Dennoch muss man bei aller Euphorie sachlich bleiben. Ich habe ein großes Problem mit dieser ganzen Aktion, und das heißt: Zentralismus!

Es besteht durchaus die Gefahr, dass wir in eine neue Abhängigkeit der Großkonzerne geraten, wenn wir zu sehr auf solche Kraftwerke in der Sahara setzen. Heute ist es halt das Gas aus Russland, in Zukunft könnte es die Sonne aus Afrika sein. Außerdem: Was machen wir, wenn auf einmal diese Stromquellen ausfallen sollten? Leider gehört Afrika ja nicht zu den politisch stabilsten Zonen der Erde. Auf deutsch: Durch eine zentrale Energieversorgung werden wir verwundbar.

Die ÖDP tritt deswegen für eine dezentrale Energieversorgung ein, mit vielen kleinen aber effizienten Solar-, Wind- und Biogasanlagen direkt vor Ort. Das wäre kostengünstiger, energieeffizienter (auf der Strecke von der Sahara bis zu uns geht nämlich Energie verloren), es würde uns unabhängig vom Ausland machen, die Kaufkraft bliebe im eigenen Land und es wäre viel weniger störanfällg als ein zentrales System.

Lange Rede kurzer Sinn: Diese Sahara-Kraftwerke sorgen für ein Umdenken in die richtige Richtung, die Zukunft der Energieversorgung liegt aber eindeutig hier bei uns in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Ansorge
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