Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.05.1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Augsburg
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Ergebnis
14,6%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) Einhaltungen bzw. das Verhalten, sich bei Abstimmungen der Stimme zu enthalten, ist ein legitimes und wohl begründetes demokratisches Recht, Ablehnungen oder je nach Zusammenhang auch Zustimmungen aufgrund inhaltlicher Differenzen zum Ausdruck bringen zu können. Mit Ihrer Beschreibung "Nichtpositionierung" diffamieren Sie dieses demokratisches Recht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
13.07.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

herzlichen Dank für Ihre Antwort vom 12.07.2011 auf meine Frage vom 11.07.2011.

Sie antworten aber vorwiegend auf Fragen, die ich überhaupt nicht gestellt habe? Ich habe weder Ihr NEIN zu den Panzerlieferungen an Saudi-Arabien kritisiert, noch habe ich versucht die geplante Panzerlieferung an die Saudis dadurch zu rechtfertigen, dass Sie ebenfalls solche an Saudi-Arabien in Ihrer Regierungszeit zugelassen haben. Auch die Waffenlieferungen an China und die Türkei waren in meiner Frage überhaupt kein Thema! Ich bin mit meinem beschränkten Wissen über den Nahen Osten und dem fehlenden Zugang zu geheimdienstlichen Informationen auch überhaupt nicht in der Lage, mich "Für" oder "Gegen" solche Lieferungen auszusprechen und kann somit in Folge auch solche Entscheidungen weder kritisieren, noch rechtfertigen.

Trotz allem ist es mir gelungen aus Ihrer Antwort den Grund für Ihre damalige Entscheidung herauszulesen.

Sie haben also die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien zugelassen, weil Sie die angeschlagene Koalition mit der SPD nicht gefährden wollten. Mit einem beharrlichen NEIN Ihrerseit wäre - wie ich Ihrer Antwort entnehme kann - die Koalition wohl geplatzt, so dass Sie die Waffenlieferungen an Saudi Arabien zugelassen haben, um somit auch weiterhin Regierungsarbeit leisten zu können.

Halten Sie diesen faulen Kompromiss, den Sie damals eingegangen sind, aus heutiger Sicht für einen Fehler?

Würden Sie zukünftig im Zweifel wieder so handeln? Sprich erneut Waffenlieferungen in Ihrer Regierungsverantwortung zulassen (möglicherweise auch an Länder, die Sie als Diktaturen betrachten), wenn ein NEIN Ihrerseits zum Koalitionsbruch führen würde und Sie die Regierungsarbeit dann aufgeben müssten?

Vielen Dank für Ihre erneute Antwort.
Antwort von Claudia Roth
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20.07.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

die erste ausführliche Antwort war notwendig, um die Hintergründe der Kritik für ein besseres Verständnis darzulegen. Die Fortsetzung der Koalition mit der SPD war sinnvoll und richtig, weil es damals nur in dieser Konstellation möglich war, größere und weitaus gefährlichere Rüstungslieferungen zu verhindern. In dieser Koalition wurde die Bundesregierung verpflichtet, jährlich einen Rüstungsexportbericht vorzulegen. Die Überarbeitung der Rüstungsexportrichtlinien war ein weiterer Erfolg auf dem Wege zu mehr Transparenz im Rüstungsgeschäft. Eine parlamentarische Kontrolle des Bundessicherheitsrates konnte nicht durchgesetzt werden. Es waren also Erfolge und Misserfolge durch Kompromisse, die Sie als "faul" bezeichnen. Abwägungen in Entscheidungssituationen angesichts realer Machtverhältnisse sind jedoch nach einem demokratischen Politikverständnis kein Verrat an Prinzipien, sondern Teil der demokratischen Auseinandersetzung. Denn jede Koalition lebt vom Spannungsverhältnis zwischen den jeweiligen Programmen der Parteien. Nur aus der Sicht eines totalitären Politikverständnisses sind Kompromisse immer faul. Vorstellungen von einer Eins-zu-Eins-Umsetzung von Programmen zeugen von einem Wunschdenken, das bei Modernisierungen und "revolutionären Entscheidungen" eher Diktat im Sinne hat, als Mitgestaltung mit anderen Akteuren in einer parlamentarischen Demokratie.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
15.07.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

in den vergangenen Wochen häufen sich Fälle, bei welchen an Prviat-PKW von Soldaten die Radmuttern gelockert wurden, um die Soldaten möglicherweise zu töten.

Quelle:

www.fnp.de

www.abendblatt.de

Auch von Privat-PKW von Polizeibeamten in NRW wird derartiges berichtet. Eine Warnung, dass möglicherweise auch PKW von Justizangehörigen Anschlagsziele sein könnten, erging in den Justizbehörden in NRW, also auch an mich.

Polizei und Staatsanwaltschaft(en) halten es für möglich, dass linksradikale Kriminelle hinter diesen Taten stehen. Eventuell ermittelt auch der Staatsschutz, ich weiß es nicht genau.

Halten auch Sie es für möglich, dass diese Taten (links) politisch motoviert sein könnten?

Was tun Sie, um derartiges zu unterbinden?

Was kann Ihrer Ansicht nach helfen, in Zukunft solche Taten zu verhindern (Verbote, pp.)

B90/Grüne machen regelmäßig Stimmung gegen die Streitkräfte. Es wird versucht, die Bevölkerung gegen die Bundeswehr aufzuwiegeln. Zum Beispiel:

www.gruene-jugend.de

jugendparlament.journalisten-akademie.com

Glauben Sie (wie ich) dass möglicherweise ein Zusammenhang besteht zwischen dem Aufwiegelungsversuchen Ihrer und anderer linker Parteien und den Taten gegen Soldaten?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Claudia Roth
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18.07.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

zur Einleitung Ihrer Fragen schreiben Sie "Polizei und Staatsanwaltschaft(en) halten es für möglich, dass linksradikale Kriminelle hinter diesen Taten stehen. Eventuell ermittelt auch der Staatsschutz, ich weiß es nicht genau." So gesehen ist die Antwort auf Ihre Frage relativ simpel: Es sind Vermutungen, die auf der persönlichen Ebene zu Hirngespinsten weiter entwickelt werden. Die Kommentierung von Spekulationen und Hirngespinsten ist keine Beantwortung von Fragen, dazu noch keine parlamentarische Tätigkeit.

Das Lockern von Radmuttern an Fahrzeugen ist kein Bagatelldelikt sondern ein Verbrechen, das mit allen strafrechtlichen Mitteln und mit aller Härte des Gesetzes geahndet und bestraft werden sollte. Es spielt keine Rolle, ob die Opfer solch krimineller Taten Zivilisten, Polizisten oder Angehörige der Bundeswehr sind.

Kritik an und Distanz zu militaristischen Traditionen und Symbolen gehören für uns zu Selbstverständlichkeiten in einer Demokratie und vor allem im Umgang mit einer Armee, die einer demokratischen Gesellschaft verpflichtet ist. Über unsere Positionen zur Bundeswehr erfahren Sie aus erster Hand unter diesem Link:
www.gruene-bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
21.07.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

nachdem es Ihrem Parteikollegen, Herrn Frey (mdl BW) bisher nicht gelungen ist meine Fragen nach einer logisch schlüssigen und faktenbasierenden Erklärung, warum ein zeitnahes Verbot des legalen privaten Besitzes sogenannter großkalibriger Schusswaffen dringend geboten ist, zu beantworten, wende ich mich mit meiner Fragestellung an Sie

Zur Untermauerung meiner Fragestellung und Eingedenk des Umstandes, dass nach Herrn Freys Aussage keine konkreten Zahlen bezüglich der Deliktrelevanz legal besessener Schusswaffen vorliegen, habe ich mir die Mühe gemacht, Ihnen die Beantwortung meiner Fragestellung etwas zu erleichtern, indem ich einige Fakten bezüglich der Deliktrelevanz legaler Schusswaffen zusammengetragen habe:

Die PKS für das Jahr 2010 gibt nachstehende Zahlen wieder in Klammern die Veränderung gegenüber dem Vorjahr):
Straftaten insgesamt: 6.054.330(-2,0%)
Davon unter Verwendung von Schusswaffen: 12.176 (-6,7%)

Der prozentuale Anteil an Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen an der Gesamtzahl beträgt demnach 0,2%.
Hält man sich nun noch das Verhältnis von legal und illegal besessenen Schusswaffen vor Augen (das BKA geht mittlerweile von einem Verhältnis von 1:3 aus) wird der geringe Anteil von legal besessenen Schusswaffen noch deutlicher. Demnach waren 3.044 legal besessene Schusswaffen an Straftaten beteiligt. Das entspricht einem statistischen Gesamtanteil von 0,05 % an allen Straftaten.

Vielleicht ist es ja Ihnen möglich, mir logisch nachvollziehbar zu vermitteln, warum 1,8 Mio, in der überwältigenden Mehrheit rechts- und Gesetzestreue Legalwaffenbesitzer in der Ausübung ihres Hobbies unbedingt erheblich eingeschränkt werden müssen, obwohl die Fakten eine deutlich andere Sprache sprechen.

In anderen Deliktbereichen ist Ihre Partei ja deutlich weniger Kompromissbereit, wenn es um die Wahrung von Grundrechten geht. In so fern fällt es mir schwer, die vehemente vorgenannte Verbotsforderung nachzuvollziehen.

MFG, A.
Antwort von Claudia Roth
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01.09.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Argumente entbehren jeglicher Logik, eine Frage mit landespolitischem Bezug an die Abgeordneten im Bundestag weiterleiten, weil Sie noch keine Antworten darauf bekommen haben!

Auch Ihre Auslegung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik beruht auf einer windschiefen und abwegigen Logik. Sie können doch nicht wirklich das Ausmaß von solchen Verbrechen wie in Erfurt, Winnenden und anderen Amokläufen mit Millionen Kriminalitätsfällen vergleichen, bei denen kein Mensch sein Leben verloren hat. Die Amokläufe dieses Ausmaßes gehen in die Statistik als Einzelfall ein, können aber in ihrer zerstörerischen Wirkung schwerwiegender sein als hunderttausend weitere Fälle der Statistik. Auch eine vereinfachte Übertragung des geschätzten Verhältnisses von illegalen und legalen Waffen spiegelt die reale Rolle von Waffen im legalen Besitz bei großen Verbrechendelikten nicht wider.

Ein Verbot von großkalibrigen Schusswaffen ist keine Einschränkung von Freiheiten und Möglichkeiten, vielfältige und verschiedene Schießsportarten zu betreiben.

Das Verbot von tödlichen Waffen im Privatbesitz bedeutet nicht, dass illegale Waffen geduldet werden müssen. Der Kampf gegen illegale Waffen ist wie jeder Kampf gegen etwas Illegales, nämlich dauerhaft.

Unabhängig davon, mit welchen Relativierungen Sie die Rolle von legalen Waffen in der Kriminalitätsstatistik und der Gefahr für Leib und Leben in der Gesellschaft versuchen kleinzureden, steht für uns außer Frage, dass das jetzige Waffenrecht radikal überarbeitet werden muss, um die Wahrscheinlichkeit von Amokläufen à la Winnenden und Erfurt auf ein Minimum reduzieren zu können. Genau in diesem Sinne sind wir weiterhin für eine weitestgehende Verschärfung des Waffenrechts.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Finanzen
24.07.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Roth,

sagen Sie mir mal Bitte, wo ihre Partei im Bund konkret sparen will.

Der Läderfinanzausgleich sollte abgeschafft werden. Damit würden die Empfängerländer, die über

ihre Verhältnisse leben (vergl. Griechenland), zum Sparen erzogen werden.


Mit freudlichen Grüßen
Antwort von Claudia Roth
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15.09.2011
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau ,

die Grüne Bundestagsfraktion ist davon überzeugt, dass unsolide Staatsfinanzen nächste Generationen belasten und politische Gestaltungsräume einschränken. Unsolide Staatsfinanzen schwächen das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand und sind damit eine Wachstumsbremse. Daher dürfen die Konsolidierungsanstrengungen nicht nachlassen.

In der Grünen Haushalts- und Finanzpolitik gilt das Leitbild "Sparen und Investieren". Dies sollte sich in der Ausgaben- und Einnahmestruktur des Bundeshaushalts widerspiegeln. Wichtige Zukunftsaufgaben müssen finanziert werden, gleichzeitig müssen aber die Gesamtausgaben maßvoll und die Steuereinnahmen angemessen sein. Kluge Haushaltssanierung baut auf einem Mix aus gerechter Einnahmeverbesserung und gezielter Ausgabenkürzung sowie Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Unser Ansatz für eine nachhaltige Haushaltspolitik steht auf folgenden Säulen:

1. Aufgabenkritik und die Suche nach Einsparungen müssen Priorität haben. Bestehende Standards und Ausgaben müssen kritisch überprüft werden. Hierzu zählen besonders der Etat des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. In der Summe sollen hier über alle Einzelposten hinweg 7 Mrd. Euro zusammenkommen.

2. Ökologisch schädliche Subventionen in zweistelliger Milliardenhöhe müssen beendet werden. Die Einführung einer Flugticketabgabe ist richtig. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt sich für die Brennelementesteuer ein, weil sie die steuerliche Bevorzugung gegenüber anderen Energieträgern beendet. Besonders anzugehen sind ebenso die Ermäßigungen bei der Strom- und Energiesteuer, die Abschaffung des Spitzenausgleichs, der Abbau von Steuerentlastungen für besonders energieintensive Prozesse, eine ökologische Reform der Dienstwagenbesteuerung, die Kerosinbesteuerung, die Abschaffung der Privilegien der Atomwirtschaft sowie der Braun- und Steinkohleförderung und die Erhöhung der Lkw-Maut. In der Summe sollen so 10 Mrd. Euro zusammenkommen.

3. Die Einnahmebasis muss deutlich verbessert werden. Hierzu zählen eine Bundessteuerverwaltung, die Einführung einer Vermögensabgabe, die Anhebung des Spitzensteuersatzes, Einnahmesteigerungen bei der Erbschaftsteuer, die Abschaffung der Abgeltungsteuer und Wiedereinführung der Besteuerung von Zinseinkünften nach der progressiven Einkommensteuer, eine Finanzumsatzsteuer und die Rücknahme der Mehrwertsteuerermäßigung für das Beherbergungsgewerbe sowie Abbau weiterer Mehrwertsteuervergünstigungen. Allein eine Abschmelzung des Ehegatten-Splittings könnte im ersten Jahr Mehreinnahmen in Höhe von 3,5 Mrd. Euro bedeuten.

4. Die finanzielle Basis des Staates muss sichergestellt bleiben. Dies geht nur in einer nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Gesellschaft. Investitionen in die Zukunftsaufgabe Klimaschutz sind elementar und auch finanziell rentierlich. Es wird ein Energiespar¬fonds in Höhe von 3 Mrd. Euro pro Jahr eingerichtet. Der internationale Klimaschutz wird ausgeweitet, die Gebäudesanierung stärker gefördert, Schienen- und Radwege sind stärker auszubauen. Soziale und kulturelle Teilhabegerechtigkeit und internationale Gerechtigkeit sind zu finanzieren. Die Ausgaben für Bildung, Forschung und frühkindliche Bildung müssen erhöht werden, der Bund muss seinen Teil zur zügigen Erreichung des 10-Prozent-Ziels finanzieren. Der Regelsatz im Zweiten Sozialgesetzbuch ist für Erwachsene auf 420 Euro zu erhöhen. Die Kinderregelsätze müssen dem entwicklungsbedingtem Bedarf der Kinder angepasst werden. Darüber hinaus ist das derzeitige Ehe- und Familienfördersystem grundsätzlich zu reformieren, um die Mittel gerechter zu verteilen und Kinderarmut effektiver zu bekämpfen. Untere Einkommen sind von Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten.

Und nun zum Länderfinanzausgleich: Der Länderfinanzausgleich ist mit ca. 8 Mr. Euro ein sehr kleiner Posten im gesamtstaatlichen Haushalt. Seine Abschaffung würde keine Probleme lösen, dafür aber den Zusammenhalt im Bundesstaat entscheidend schwächen. Wir Grünen stehen zu einem solidarischen Ausgleich der Länder untereinander und befürworten ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Leistungsanreiz und aufgabenadäquater Finanzausstattung. Der bestehende Finanzausgleich gilt bis 2019. Er fußt auf politischen Vorgaben wie Steuerzerlegung, Einwohnerorientierung und Ausgleichsniveau. Unser Ziel ist es, für 2019 einen neuen, gerechten Finanzausgleich mit Leistungsanreizen zu erarbeiten, der alle Stufen des Finanzausgleichs sowie die unterschiedlichen Förderstränge in einem Gesamtkonzept eines solidarischen Finanzausgleiches berücksichtigt. Der neue Länderfinanzausgleich soll transparent und gerecht sein und sicher stellen, dass gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland gewahrt bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Sicherheit
26.07.2011
Von:

Der Herr Pierre Vogel predigt den Islam nach Koran und Sunna dh. Steinigung, Ablehnung der Nicht-Islamischen Gesetze und Tötung bei Abfall vom Glauben.
Mit erschrecken muss ich festellen, das immer mehr Muslime auf diese Schiene geraten. Besonderst deutlich wird dies in Foren und Video-Plattformen.
Auf völliges Unverständnis trifft bei mir, das Städte Informationsstände, Auftritte usw genehmigen.

Wie gedenkt ihre Partei gegen Haß-Prediger wie Pierre Vogel vorzugehen ?
Antwort von Claudia Roth
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31.08.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

im Parlament ist die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen als Gesetzgeberin tätig und hat keine Möglichkeiten, Gesetzesverstöße im Einzelnen festzustellen, zu bewerten und zu bestrafen. Hierfür sind die unabhängige Justiz und die Strafverfolgungsbehörden zuständig. Wenn Sie davon überzeugt sind, dass bestimmte Personen gegen die geltenden Gesetze verstoßen, haben Sie persönlich immer die Möglichkeit, das auf dem Rechtsweg klären zu lassen.

Wir halten die Schutzvorschriften des deutschen Rechts für ausreichend. Alle Menschen, die in Deutschland leben, unterliegen den Vorschriften des Strafgesetzbuches. Wenn also z. B. ein Prediger öffentlich zu Straftaten auffordert, muss er gem. §111 StGB mit einem Strafverfahren rechnen. Die Möglichkeiten der Polizei, öffentliche Aufrufe zur Gewalt (z. B. bei Informationsständen oder Auftritte) im Vorfeld zu unterbinden, obliegen dem Polizei- und Ordnungsrecht der Bundesländer.

Was die politische Bewertung von einem Hassprediger anbelangt, so gehen wir auf zwei Ebenen dagegen vor: - Klare rechtliche Regelungen, die jede Verletzung von Verfassungswerten und Grundfreiheiten mit der ganzen Härte des Gesetzes ahnden - volles Engagement bei politischen Auseinandersetzungen mit Gegnern und Feinden der Verfassung, die die Grenzen der Meinungsfreiheit ausreizen und die Werte unserer Verfassung immer wieder in Frage stellen.


Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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