Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer) (FREIE WÄHLER)
Abgeordnete Landtag Bayern

Grunddaten
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Sängerin, Autorin, MdL
Wohnort
-
Stimmkreis
Pfaffenhofen a.d.Ilm, Schrobenhausen
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(...) Die Sozialwahl ist zu allererst ein fester Bestandteil unseres demokratischen Systems, bei der es im Kern um Mitbestimmung in zentralen und essentiellen Lebensbereichen geht, die jeden Versicherten angehen - wie Rente, Gesundheitsversorgung, Pflege, Arbeitsunfähigkeit und letzten Endes auch um die Zukunft der Sozialversicherungssysteme. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Frauen
24.12.2009
Von:

Guten Tag Frau Jung,

wie sehen Sie die Sache "Gleichberechtigung der Frau"?

Es kann doch eigentlich nicht richtig sein, wenn Frauen, die ein oder mehrere Kinder bekommen haben, Probleme bekommen, wenn sie wieder in den Beruf einsteigen wollen.
Entweder werden wir gleich abgelehnt, weil wir nicht flexibel genug sind, ist mir selber passiert, oder wir werden als Rabenmütter bezeichnet.

Kann man da nix machen?

Ich kann mir vorstellen, daß Sie als Künstlerin und Politikerin da auch auf geteilte Meinungen stoßen.

Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.

Viele Grüße
Ihre
Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
6Empfehlungen
26.01.2010
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Sehr geehrte Frau ,

mit Ihrer Frage haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich bin mir sicher, dass Mütter in keinem anderen Land ein so zwiespältiges Image haben wie in Deutschland. Als Mutter es anderen Recht zu machen, ist schwer. Bleibt man zu Hause, ist man gleich das Heimchen am Herd oder die gluckende Übermutter. Als Berufstätige hat man schnell den Ruf einer Rabenmutter. Da geht es mir nicht anders als anderen Frauen. Das liegt wohl daran, dass der deutsche Mutterbegriff sehr moralisch und auch ideologisch geprägt ist.

Lange gab es bei uns auch kein Rollenmodell für Frauen, die Karriere machen und Kinder haben. Glücklicherweise hat sich das geändert. Noch nie gab es eine so gut ausgebildete und selbstbewusste Frauengeneration wie heute, die für sich beides fordert: ein erfülltes Familienleben und gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben.

Familie und Karriere erfolgreich unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, fällt auch mir nicht immer leicht. Wären da nicht der Rückhalt und die Unterstützung meiner Familie, würde mir dies auch nicht gelingen.

Ein partnerschaftliches Lebensmodell und eine echte Gleichberechtigung von Frau und Mann setzt eine funktionierende Vereinbarkeit von Familie und Beruf voraus. Leider haben wir es in Deutschland versäumt, rechtzeitig die Weichen zu stellen und Bedingungen für eine echte Wahlfreiheit zu schaffen. Anstatt unsere Arbeitswelt - wie viele unserer europäischen Nachbarn - so zu gestalten, dass Kinder und Karriere miteinander in Einklang gebracht werden können und nicht in Widerspruch stehen, haben wir hierzulande viel Zeit mit ideologischen Debatten um die perfekte Kindererziehung vergeudet.

Es gibt keine Rabenmütter und auch keine Rabeneltern. Eine solche Diffamierung lehne ich persönlich und auch nachdrücklich ab. Kritiker vergessen nämlich eines: Eltern, die mit ihrer Lebensperspektive zufrieden sind, sind zumeist auch gute Eltern. Und gute Eltern zeichnen sich dadurch aus, dass sie dann, wenn sie da sind, sogenannte "Qualitätszeit" mit ihren Kindern verbringen, also gemeinsam spielen, spazieren gehen, miteinander reden, Sport machen, etwas unternehmen… Übrigens gibt es meines Wissens das Wort "Rabenmutter" in kaum einer anderen Sprache, zumindest ist es nicht so prominent und negativ besetzt wie bei uns.

Weder Staat noch Gesellschaft haben Eltern vorzuschreiben oder vorzugeben, ob und wann ein Kind in eine Betreuungseinrichtung gehen soll. Das sollen und können Eltern selbst entscheiden. Aufgabe des Staates ist es vielmehr, sowohl die Eltern zu unterstützen, die ihre Kinder zu Hause erziehen möchten, als auch den quantitativen und qualitativen Ausbau unseres Kinderbetreuungssystems voranzutreiben - ein Aspekt, der angesichts der Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise wichtiger denn je ist. Nur wenige Familien können sich heute noch ein einziges Einkommen leisten. Auch die Zahl der Alleinerziehenden, die in der Regel alle arbeiten müssen, steigt kontinuierlich.

Ein durchgängiges Angebot ganztägiger Betreuung und Bildung ist ein Muss, damit Eltern sich frei entscheiden können, ob sie berufstätig und damit wirtschaftlich unabhängig sind. Dafür brauchen wir differenzierte, bedarfsgerechte Ganztagsangebote für Kinder aller Altersgruppen.

Aber auch Unternehmen sind gefordert. In punkto Familienfreundlichkeit stehen wir hier noch relativ am Anfang. Als familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Freien Wähler begrüße ich alle Maßnahmen (seitens der Wirtschaft und der Politik), mit denen Mütter und Väter ihre familiären und beruflichen Pflichten gemeinsam erfüllen können. Wünschenswert wären etwa flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitkonten, Jobsharing, Betriebs-Kitas ebenso wie Arbeitsmarktförderungsprogramme, mit denen die Beschäftigungschancen von Frauen steigen.

Aktive Frauen- und Familienförderung ist für Politik und Wirtschaft zu einer unverzichtbaren Investition geworden. Gemeinsam mit flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen ist eine familienbewusste und frauenfreundliche Arbeitswelt die Voraussetzung dafür, dass die Entscheidung für ein Kind nicht zu einer "Entweder-Oder"-Entscheidung wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausführungen einen Einblick in meine Ansichten vermitteln konnte und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit besten Grüßen

Ihre Claudia Jung, MdL
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Frage zum Thema Familie
31.01.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Claudia Jung,

ich besuche gerade meine Schwester in Belgien und unterhalten uns über Babyklappen.

Der Deutsche Ethikrat hat sich für eine Abschaffung der Babyklappen ausgesprochen. Durch diese Einrichtungen werde das Recht des Kindes verletzt, seine Herkunft zu kennen und eine Beziehung zu seinen Eltern aufnehmen zu können. Mich würde interessieren, wie Sie, als familienpolitische Sprecherin der Freien Wähler in Bayern, dazu stehen. Sehen auch Sie Babyklappen als ethisch problematisch an?

Vielen Dank für Ihre Antwort und

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
6Empfehlungen
02.02.2010
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerade in dieser Woche haben die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler einen entsprechenden Antrag an den Bayerischen Landtag gestellt: "Leben schützen - Babyklappen erhalten". Darin fordern wir die Staatsregierung auf, sich ausdrücklich für den Bestand von Babyklappen und den Angeboten der anonymen Geburt auszusprechen und sich auch auf Bundesebene dafür stark zu machen und nicht der Empfehlung des Deutschen Ethikrates zu folgen. Dieser hatte sich in seiner Empfehlung Ende 2009 dafür ausgesprochen, die anonyme Kindesabgabe abzuschaffen, weil sie einen erheblichen Eingriff in das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner biologischen Abstammung und auf Beziehung zu seinen Eltern darstelle. Es steht außer Zweifel, dass es für jeden von uns wichtig ist, zu wissen, woher man kommt und wer man ist, und dass dieses "große Nein" am Anfang des Lebens zu einem lebenslangen Trauma werden kann. Das Recht auf Leben sollte aber vor dem Recht auf Identität stehen. Jedes Leben, das durch eine Babyklappe oder eine anonyme Geburt gerettet werden kann, rechtfertigt diese Angebote für Mütter in Not und Konfliktsituationen. Ich bin überzeugt davon, dass dieser Schritt keiner Frau leicht fällt.
Babyklappen oder Babykörbe, wie sie auch genannt werden, können Leben retten, genauso wie das Angebot der anonymen Geburt. Damit sind sie ein wichtiges Element im Rahmen eines großen Netzwerks von Hilfsangeboten, die betroffenen Frauen zur Verfügung stehen und schon so mancher verzweifelten Mutter aus einer Notlage geholfen haben. Für den kleinen Kreis von Frauen, die den Weg zu den Beratungsstellen aber nicht finden, kann die anonyme Babyklappe ein letzter Ausweg sein, bevor sie das Neugeborene unversorgt aussetzen und so dessen Leben gefährden. Gleiches gilt für das Angebot der anonymen Geburt, die ihnen einen geschützten und sicheren Rahmen für die Entbindung bieten. Worin ich mit dem Deutschen Ethikrat und allen anderen Kritikern der Babyklappe übereinstimme, ist die Empfehlung, das Hilfsangebot für Schwangere und Mütter in Not und Konfliktsituationen zu verstärken und ausgewählte Beratungs- und Hilfsangebote rund um die Uhr anzubieten. Damit einhergehend müssten allerdings auch gezielte Aktionen gestartet werden, mit denen das Vertrauen in diese Angebote verbessert wird. Der Ruf nach mehr und besseren Hilfsangeboten ist sicherlich gerechtfertigt, denn leider sterben noch immer Babys durch Tötungsdelikte oder Aussetzen. Es gibt aber - moralisch und ethisch gesehen - keinen Grund, warum diese Angebote zur Schließung von Babyklappen führen sollten. Deshalb bin ich, sind wir von den Freien Wählern der Überzeugung, dass die Staatsregierung den Empfehlungen des Deutschen Ethikrates nicht nachgeben darf.

Ich hoffe, Ihnen damit Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben.

Ihre Claudia Jung, MdL
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.02.2010
Von:

Grüß Gott Frau Jung!

Im Bayerischen Landesportal ist aktuell nachzulesen,das beim diesjährigen Aschermittwoch in der bayerischen Landesvertretung in Berlin ein Karpfenessen stattfand. Mich würde interessieren
  • wissen Sie wie teuer dieser Abend war?
  • waren Politiker der Freien Wähler anwesend?

Schöne Grüße
Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
6Empfehlungen
01.03.2010
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Sehr geehrter Herr ,

zu dem von Ihnen angesprochenen Fischessen in der Bayerischen Vertretung in Berlin hat Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, eingeladen. Meiner Kenntnis nach waren keine Vertreter der Landtagsfraktion der Freien Wähler anwesend. Auch wenn mit dem Fischessen nach bayerischer Tradition die Fastenzeit auf humorvolle Weise eingeläutet wird, können Sie sicher sein, dass ich persönlich eine entsprechende Einladung ausgeschlagen hätte. In einer Zeit, die von Wirtschaftskrise, hoher Arbeitslosenquote und steigendem Armutsrisiko geprägt ist, betrachte ich Veranstaltungen dieser Art als überflüssige und auch unangemessene Investition. Wie viel diese Veranstaltung letztendlich den Steuerzahler gekostet hat, kann Ihnen leider nur die Staatsregierung beantworten.

Sollten Sie Fragen zur Politik der Freien Wähler Landtagsfraktion oder zu meinen politischen Zielen als familienpolitische Sprecherin haben, würde ich mich freuen, wieder von Ihnen zu hören.

Ihre
Claudia Jung, MdL
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Frage zum Thema Sicherheit
23.08.2010
Von:

kann die regierung für mein eigentum eine staasgarantie geben, und unterstützen sie die forderung nach einer staatsgarantie für die bürger und ihre wähler Frau Jung

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Frage zum Thema Sicherheit
25.08.2010
Von:

frau jung,

ich frage noch einmal nach. kann die regierung mir für mein eigentum eine Staatsgarantie geben? es müsste doch für die regierung ein leichtes sein, so eine garantie zu geben, wenn sie keine innere Unruhe erwartet.
Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
bisher keineEmpfehlungen
02.10.2010
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Hallo Herr ,

vielen Dank für Ihre interessante Frage.
In Art. 14 GG wird der Bestand des Eigentums als Einrichtung und damit zugleich als Grundrecht des einzelnen bereits gewährleistet. Die Eigentumsgarantie ist meines Erachtens schon sehr umfassend.

Nach meiner politischen Auffassung ist es die Pflicht des Staates, seinen Bürgerinnen und Bürgern ausreichend öffentliche Güter im Rahmen der Daseinsfürsorge bereitzustellen. Das heißt konkret: öffentliche Anstalten zu fördern sowie Einrichtungen zu gründen und zu unterhalten, die zum Wohle aller sind und von Privatleuten nicht betrieben werden können, weil der Gewinn die Kosten niemals decken könnte - und das gegebenenfalls auch mit Bürgschaften. Dazu gehört aber sicherlich nicht die Bürgschaft für Wohneigentum oder sonstige rein private Investitionen.

Ihre Claudia Jung
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