Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer) (FREIE WÄHLER)
Kandidatin Landtagswahl Bayern 2008
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Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Sängerin, Kreisrätin, Gemeinderätin
Wohnort
-
Stimmkreis
Pfaffenhofen a.d.Ilm, Schrobenhausen
Landeslistenplatz
20, Oberbayern
(...) Die Freien Wählergruppen sind ja aus der Historie heraus keine klassisch organisierte Partei wie z.B. SPD und CSU. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
04.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Singer,

mich würde Ihre Meinung zum Thema Radfahrer und Radwege interessieren. Alle reden vom Umweltschutz und dass Radfahren ein gesunder Sport ist. In der Praxis ist es aber nicht so toll. Da gibt es Radwege auf denen man maximal 15 km/h fahren kann, wegen Bordsteine, gefährlichen Einfahrten, Fußgängern oder sonstigen Hindernissen. Ein engagierter Radler bringt aber leicht 25 km/h und mehr auf den Tacho, der weicht dann gerne auf die Strasse aus, wo er dann in Konflikt mit uneinsichtigen Autofahrern kommt. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass Fußgänger, langsame Sonntagsradler, schnelle Radler (die oft auf dem Weg zur Arbeit sind und dafür das Auto stehen lassen) und Autofahrer gleichberechtigt nebeneinander existieren können?
Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
12Empfehlungen
05.09.2008
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
ILieber Herr

Ich selbst fahre nicht sehr viel mit dem Radl, wenn dann nur bei uns im Dorf. Ich kann deshalb die verschiedenen Situation aus Sicht der unterschiedlichen Radlakteure nur unzulänglich beurteilen, bzw. nur aus Sicht der üblichen des Autofahrers: "Radler weg, ab auf den Radweg!" :-)

Aber ich kenne jemanden, die relativ viel mit dem Radl unterwegs ist. Was sie mir aufzeigte, war für mich zwar neu, aber hat mich auch nachdenklich gemacht. Sie vertritt im Grundsatz die These, dass die Wurzel aller Probleme zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern in der wenig konsequenten Umsetzung der Novellierung zur Straßenverkehrsordnung aus dem Jahre 1997 liegt.

Radwege gaukeln besonders innerorts oftmals eine trügerische Sicherheit vor und schaffen viel Frust. Auch bei Autofahrern, die beim Abbiegen an Kreuzungspunkten Radler oftmals übersehen. Oder mit Fußgängern bei plötzlichen Ausweichmanövern auf gemischten Radwegen. Das Unfallrisiko für Radler auf Radwegen ist bis zu 12 x höher als auf der Straße !

In der Novellierung 1997 wurde nämlich die generelle Radwegebenutzungspflicht aufgehoben und jeder Radler könnte seitdem eigentlich selbst entscheiden, auf welcher Fahrbahn er sich je nach Zustand und Situation am sichersten fühlt: z.b. fühlen sich flotte Rennradler oft wohler auf der Straße, während die Mutter mit ihrem Kind auf dem Einkaufsrad auf dem Radweg sicherer fühlt. Leider haben aber die Strassenverkehrsbehörden in der Praxis die entsprechende Beschilderungsänderung bisher nur ungenügend umgesetzt gemäß nach Abs. 9 in § 45 StVO. Die Ausnahme des Radwegegebots wurde wieder insgeheim wieder zur Regel gemacht mit den blauen Gebotsschild.

Im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags wurde dazu im März eine Petition zur Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht diskutiert. Diese wurde 2007 von rund 17.000 Bundesbürgern mitunterzeichnet. Überraschend deutlich fiel eine Klarstellung des zuständigen Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick (SPD), aus: "Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht." Die Petition hatte somit keinen Erfolg.

Nach Auffassung Kasparicks sind die Länder seit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung im Jahre 1997 in den vergangenen zehn Jahren offensichtlich nicht in der Lage gewesen, Bundesrecht ausreichend zu verstehen und anzuwenden. Die neue Fahrradakademie im Auftrag des BMVBS soll nun Städte und Stadtplaner schulen.

Wie gesagt, diese Sichtweise und Erkenntnis stammt nicht persönlich von mir, aber sie leuchtet mir zum Teil ein, weil ich auch keine besser Strategie kenne. Es wurde dazu mit unserem Landrat in Pfaffenhofen schon Gespräche geführt mit Hinweis eben auf die Akademie und die Novellierung.


Rahmen und Speichenbruch :-)
aus Oberbayern
Claudia Jung
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
08.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Singer,

Ich habe eine eher allgemeine Frage zu einer Problematik, die mich immer wieder furchtbar aufregt.

Der Mensch von Heute hat ja viele Ansprüche: Der Müll soll beseitigt werden, dass Handy soll funktionieren, der Strom soll aus der Steckdose kommen, er möchte Arbeit, in den Urlaub fliegen können, etc.

Nur - sobald man irgendwo eine Müllverbrennungsanlage oder einen Müllberg errichten will, Handymasten aufstellt, Kraftwerke - egal ob Kohle, Kern, Wasser oder Wind - bauen will, Gewerbegebiete errichten möchte oder Flughäfen (aus)baut: Man kann sich darauf verlassen, dass sofort eine Bürgerinitiative auftaucht, die natürlich aus guten Gründen dagegen ist.

Diese reflexive Dagegenschreien hat meiner Meinung nach mehrere Probleme: Zum einen kümmern sich Landes- und Bundespolitiker irgendwann nicht mehr um Bürgereinsprüche vor Ort. Wirklich gerechtfertigte uns sinnvolle Einwände gehen dann unter. Außerdem halte ich die Einstellung mancher "Dagegenschreier" für fragwürdig: Sie möchten den gesamten Komfort der modernen Gesellschaft für sich, aber die damit verbundenen Einschränkungen sollen "die Anderen" auf sich nehmen.

Ist dies in Ihren Augen auch ein Problem? Wenn ja, wie kann man das Bewußtsein und die Einstellung der Menschen ändern?
Antwort von Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
10Empfehlungen
10.09.2008
Claudia Jung (bürgerlicher Name Ute Singer)
Lieber Herr

Natürlich ist das ein Problem, was Sie schildern. Es ist schon so alt, wie der Mensch sesshaft ist. Aber das eigentliche Problem dabei ist, daß wir an diesem altbekannten "Sankt-Florian-Prinzip" wohl nie etwas ändern werden könnnen. Davon will ich mich selbst gar nicht ausnehmen ... Ich schrieb ja schon weiter unten zum Thema Startbahn 3, daß ich öfters mit dem Flugzeug unterwegs bin. Wenn die Flieger der geplanten Startbahn 3 mir eines Tages aber selbst um die Ohren brummen sollten in Gerolsbach, dann würde ich vermutlich auch "Dagegenschreien"? :-)


Liebe Grüsse aus Gerolsbach
Claudia Jung
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Frage zum Thema Arbeit
24.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Jung,

seit längerem beobachte ich den Umgang mit der Prostitution in Bayern. Mit fällt dabei folgendes auf, der Gesetzgeber will die Prostitution anscheinend aus ihrem "Schattendasein raushaben", Prostituierte sollen Steueren zahlen, was ja an und für sich korrekt ist, den jeder der Einnahmen erzielt muß dieses versteuern!

Aus Insiderkreisen ist mir folgendes zugetragen worden, der Fiskus möchte eine Kontrolle, inwieweit diese Einnahmen stattfinden, daher so kommt es anscheinend in diesen Kreisen an, sollen die "Puffwirte" die Einnahmen kontrollieren, aus der Gründen der Steuerehrlichkeit durchaus verständlich, anscheinend, soll die sozialversicherungspflichtige Anstellung favorisiert werden, andererseits wird in dem Fall eines solchen Angestelltenverhältnisses von den Strafverfolgungsbehörden von der Straftat der Zuhälterei ausgegangen. also ich höre nur seit es das ProstG gibt, ist es in Bayern schlimmer als vorher!

Ich will Menschenhandel nicht gefördert sehen, um dies klar zu sagen, aber das Verhalten der Behörden, halte ich insofern für bedenklich, das bei mir der Eindruck entsteht, daß durch restrikten Maßnahmen dieser Behörden, eigenlich, ohne das es gewollt ist, illegale Methoden, wie der brutalen Zuhälterei (u.a. Anwendung nicht gerechtfertigter körperlicher Angriffe), gefördert werden. Meine Frage an Sie bzw. Ihre Partei ist, wie wollen Sie bzw. Ihre Partei mit dem Thema Prostitution umgehen?

In diesem Zusammenhang fällt mir auch die sogenannte "Escortbranche auf", eine Dame oder ein Herr, der jemanden im Hotel oder beim "Kunden" zu Hause Sexualdienstleistungen gegen Entgelt anbietet, macht sich in Bayern "strafbar". Bayerische Strafverfolgungsbehörden prüfen dies durch Einsatz von "Testfreiern", eine moralische Gefährdung z.B. der Jugend kann ich in diesem Falle nicht erkennen, trotzdem greift der Staat zu diesen Maßnahmen, meine Frage bitte WARUM???

Ich bitte um eine grundsätzliche Position zu dieser Frage!

MfG

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