Christian Wulff (CDU)
Kandidat Landtagswahl Niedersachsen 2008
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Christian Wulff
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
Wohnort
-
Wahlkreis
Osnabrück-West
Ergebnis
46,7%
Landeslistenplatz
1
(...) Gesetzliche Regelungen sind jedoch unangebracht. Sinnvoller wäre es beispielsweise, die Rechte der Aktionäre zu stärken oder die Transparenz der Einkünfte weiter zu erhöhen. Im weltweiten Wettbewerb um die fähigsten und kreativsten Köpfe wären Lohnobergrenzen ein entschiedener Wettbewerbsnachteil, den sich der Standort Deutschland nicht leisten kann. (...)
 
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Frage zum Thema Gesundheit / Verbraucherschutz
06.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wulff,

in den vergangenen Tagen war von einem neuem Gammelfleischskandal, diesmal in Niedersachsen, zu lesen. Wie kann die Landesregierung in Zukunft besser die Verbraucher schützen, denn Lebensmittelrecht ist meines Wissens Landesrecht? Das Einfärben von Gammelfleisch mit Lebensmittelfarbe kann doch diesem kriminellen Treiben keinen Einhalt gebieten, denn das Problem liegt ja darin, dass gegen geltendes Recht Gammelfleisch in den Handel gelangt. Von daher braucht es nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass kriminelle Geschäftemacher gegen geltendes Recht ihr Gammelfleisch eben nicht mit Lebensmittelfarbe einfärben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Wulff
1Empfehlung
17.12.2007
Christian Wulff
Sehr geehrter Herr ,

Lebensmittelqualität und -sicherheit sind überaus wichtig, um das Vertrauen in unsere hochwertigen niedersächsischen agrarischen Produkte sicherzustellen. Daher verbessern wir die Kontrolle deutlich. Hierzu dient beispielsweise die Stärkung der Task Force Veterinärwesen oder der Ausbau des Kommunikations- und Informationssystems GeViN, um Missbräuche früher und transparenter begegnen zu können. Das Problem der Gammelfleischskandale besteht oftmals darin, dass Fleisch umdeklariert wird. Dieser Handlung kann aus meiner Sicht durch das Einfärben des Fleisches wirkungsvoll entgegengetreten werden. Darüber wacht das Landesamt für Verbraucherschutz, das wir gut ausgestattet haben.

Die Landesregierung nimmt die Sorgen zur Lebensmittelqualität sehr ernst und wird auch weiterhin auf ihre Verbesserung hinwirken. Denn die Nachfrage nach qualitätsvollen Lebensmitteln steigt erfreulicherweise.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Wulff
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Frage zum Thema Wirtschaft
07.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wulff,

wie zu lesen ist, will das Land Niedersachsen auf Drängen Ihres Koalitionspartners im Bundesrat gegen die Einführung des Post-Mindestlohns stimmen www.spiegel.de

Wie verträgt sich dies mit Ihrer Aussage, Sie könnten sich die Ausweitung des Entsendegesetzes auf weitere Branchen vorstellen?
www.welt.de

Dies klingt sehr nach Wahlkampftaktik angesichts der Tatsache, dass der Mindestlohn ein gefundenes Fressen für die wahlkämpfende SPD ist. Ihr Koalitionspartner drängt darauf, den Postmindestlohn im Bundesrat abzulehnen - Sie sind für noch mehr Mindestlohn.

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass dies der richtige Weg ist - warum pochen Sie dann nicht auf Ihre Richtlinienkompetenz?

Und ist es nicht üblich in einer Koalitionsregierung, dass diese sich bei unterschiedlichen Ansichten im Bundesrat der Stimme enthält?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Wulff
3Empfehlungen
17.12.2007
Christian Wulff
Sehr geehrte Frau ,

die CDU ist für Mindestlöhne, wobei Vorrang die Tarifverträge haben. Wenn mehr als 50 Prozent aller Beschäftigten unter einen Tarifvertrag fallen und die Tarifpartner zu schwach sind, um eine solche Regelung durchzusetzen, kann es zur Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit dieses Tarifvertrags kommen. Bis März 2008 haben wir den Branchen Zeit gegeben, den möglichen Bedarf und die Aufnahme ins Entsendegesetz zu beantragen.

Niedersachsen wird sich im Bundesrat aufgrund der Bedenken unseres Koalitionspartners FDP bei der Abstimmung zum Postmindestlohn voraussichtlich enthalten. Eine Entscheidung fällt das Kabinett am 18.12. 2007. Da dieses Verhalten bei unterschiedlichen Positionen von CDU und FDP im Koalitionsvertrag vorgeschrieben ist, ist dies die automatische Folge. Die drei CDU/FDP-Koalitionen verhindern die Beschlussfassung im Bundesrat aber voraussichtlich nicht, so dass es zur Einführung des Post-Mindestlohnes kommt.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Wulff
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Frage zum Thema Gesundheit / Verbraucherschutz
08.12.2007
Von:

Am 11.07.07 demonstrierten, erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik, Ärzte und Patienten gemeinsam vor der AOK Hannover. 825 Ärzten in Niedersachsen drohen existenzvernichtende Regresszahlungen. Wegen angeblich zu viel verschriebener und zu teurer Medikamente fordern die Krankenkassen von niedersächsischen Ärzten, vor allem von Hausärzten 106 Millionen Euro zurück. Am 23.10.2007 erhielten Sie als Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen einen offenen Brief der Freien Ärzteschaft. www.freie-aerzteschaft.de Dort wird bemängelt, daß das Land Niedersachsen die mit nichts zu rechtfertigenden niedrigsten Arzneimittelbudgets im Vergleich mit anderen Bundesländern hat.

Herr Wulff: Wie können Sie es verantworten, dass
a) niedersächsische Ärzte und damit auch deren Patienten schlechter gestellt sind als in anderen Bundesländern und
b) die Behandlung kranker Menschen überhaupt politisch reglementiert und zugeteilt wird?
Da Sie auf den offenen Brief der Freien Ärzteschaft nicht antworteten schrieb Ihnen am 03.12.07 die Initiative Regressabwehr, bestehend aus mehreren Ärzteorganisationen einen weiteren offenen Brief: "Die irritierenden ´Regress´-Verfahren, für die Ihre Regierung die oberste Verantwortung trägt, stören bei der Erfüllung unserer Aufgaben nachhaltig und untergraben das Vertrauen in die zuständigen Institutionen des Gesundheitswesens." "Die Versorgung niedersächsischer Patienten mit Arzneimitteln in den Jahren 2003 bis 2005 ist Kassen und Landesregierung ganz offensichtlich zu teuer. "

Stimmt das?
Wie stehen Sie zu der Verwendung von Beitragsgeldern gesetzlicher Krankenkassen für Wellness und Wettbewerb in einem Solidarkassensystem?
Wie gedenken Sie die Versorgung kranker Menschen im Flächenstaat Niedersachsen sicherzustellen?

Mit vorauseilendem Dank für Ihre Antwort

Antwort von Christian Wulff
5Empfehlungen
17.12.2007
Christian Wulff
Sehr geehrte Frau ,

die niedergelassenden Ärztinnen und Ärzte leisten im Flächenland Niedersachsen einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung. Daher kann von einer politisch gewollten Reduzierung von Praxen keine Rede sein. Die von Ihnen beklagten Regressforderungen und Budgets liegen in der Verantwortung von Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung. Gleiches gilt für den Leistungskatalog, den Sie mit dem Stichwort Wellness ansprechen. Die Einschränkung der Niederlassungsfreiheit im Zuge der Bedarfsplanung für gesetzlich Versicherte halte ich weiterhin für zeitgemäß.

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass gerade im ländlichen Raum die medizinische, beratende und unterstützende Versorgung auf einem hohen Niveau gehalten wird. Gerade im Zuge des demographischen Wandels ist eine funktionierende Helferinfrastruktur an unverzichtbar, um den Menschen möglichst lange zu ermöglichen, in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen.

Unsere Ärztinnen und Ärzte im Lande können sich auf uns verlassen. Offene Briefe verfolgen in der Regel nicht den Zweck, eine Antwort zu bekommen, sondern dienen der politischen Auseinandersetzung, insbesondere wenn der Brief in den Medien steht, bevor er den Empfänger überhaupt erreicht hat.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Wulff
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Frage zum Thema Gesundheit / Verbraucherschutz
09.12.2007
Von:

Wie sehen Sie Ihre Verantwortung als Ministerpraesident von Niedersachsen angesichts der Tatsache, daß durch sogenannte "Regress"-Verfahren ANSTÄNDIGE und TÜCHTIGE Ärzte vorsätzlich und planmässig (!) in den Ruin getrieben werden, weil sie niedersächsische Patienten ordentlich behandelt haben ?

Weshalb werden Niedersächsischen Bürgern im Krankheitsfall im Vergleich ALLER Bundesländer die geringsten Leistungen in der ambulanten Behandlung "zugeteilt", weshalb trägt IHR LAND Niedersachsen da die ROTE LATERNE, obwohl die Kranken Kassen über reichliche Mittel verfügen und das Alter der Niedersächsischen Bevölkerung deutlich über Bundesdurchschnitt liegt (10% höherer Rentneranteil)? Soll ein kranker Bürger Ihrer Heimatstadt Osnabrück lieber über die "Grenze" nach Lotte fahren, um die Vorteile des Landes Nordrhein-Westfalen zu erhalten ?

Wie ist Ihre Antwort auf den Offenen Brief der Initiative Regressabwehr Niedersachsen, der Ärztegenossenschaft Nordwest und der Freien Ärzteschaft Deutschlands ?

mit freundlichem Gruß von einem Quasi-Nachbarn

, Internist
Mindener Str. 389
49086 Osnabrück

vgl. Neue Osnabrücker Zeitung: Samstag, 8.12.2007, S. 10 !

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Frage zum Thema Bildung
10.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wulff,

vor einiger Zeit kritisierten Sie zu Recht Aussagen von Franz Müntefering zur Gültigkeit von Wahlversprechen von politischen Parteien.

Warum haben Sie in Bezug auf die Einführung von Studiengebühren Ihr Wahlversprechen gebrochen und entgegen ihres letzten Landtagswahlprogramms Studiengebühren eingeführt? Warum soll Ihnen jemand in bezug auf Ihre aktuellen Wahlversprechen glauben, wenn Sie schon einmal Wahlbetrug begangen haben?

Mit freundlichen Grüßen


Ehemaliger Präsident des Studierendenparlamentes der Universität Osnabrück
Antwort von Christian Wulff
5Empfehlungen
17.12.2007
Christian Wulff
Sehr geehrter Herr ,

der CDU ist es gelungen, praktisch das gesamte Regierungsprogramm 2003 bis 2008 umzusetzen. Der Koalitionsvertrag ist zwischen CDU und FDP als ein Kompromiss zustande gekommen. Bis 2010 schaffen wir 11.200 zusätzliche Studienplätze. Die notwendige Erhebung von Studiengebühren haben wir durch die Schaffung von Studiendarlehen sozial abgefedert. Diese müssen erst zwei Jahre nach Studienabschluss zurückgezahlt werden. Es gibt auch Befreiungsmöglichkeiten und Stipendien. Damit stellen wir weiterhin sicher, dass der finanzielle Hintergrund kein Studium verhindert. Das bisherige beitragsfreie Studium hatte übrigens viel zu wenige Arbeiterkinder an die Universitäten gebracht. Es gibt offenkundig ganz andere Ursachen in unserem Schulsystem. Die Vermehrung von Ganztagsschulen von 100 auf 550 ist neben der Sprachförderung ein wesentlicher Baustein für mehr Chancengleichheit. Die Studiengebühren sorgen für eine bessere Ausstattung der Universitäten und kommen damit allen Studierenden in Niedersachsen zugute.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Wulff
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