Christian Carstensen (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Christian Carstensen
Jahrgang
1973
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Diplom-Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
wissenschaftlicher Angestellter
Wohnort
-
Wahlkreis
Hamburg-Nord
Ergebnis
43,2%
Landeslistenplatz
6, Hamburg
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Persönliche Website
www.christian-carstensen.info
Fragen an Christian Carstensen
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Frage zum Thema Sicherheit
09.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Carstensen,

in der Diskussion über die Legalisierung von Cannabis habe ich den Eindruck gewonnen, dass ein Verbot von Cannabis die Zahl der Konsumenten nicht wirkungsvoll reduzieren kann. Mit dem Verbot des legalen Anbaus/Handels hat sich der Markt aber in die Kriminalität verschoben. Bei genauer Betrachtung dieser Situation frage ich mich ernsthaft, wieso der Gesetzgeber diesen Schwarzmarkt beispielsweise einem kontrollierten Fachhandel für Canabis vorzieht.

Wie bewerten Sie das in Deutschland seit Anfang der siebziger Jahre praktizierte Verbot von Cannabis, und wie beurteilen sie die Entwicklung der staatlichen Maßnahmen, des Schwarzmarkts sowie der Zahl der Konsumenten und Strafverfolgungen in dieser Zeit?

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dieser Einschätzung für die zukünftige Politik in Bezug auf Cannabis?

Mit freundlichen Grüßen


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Frage zum Thema Bürgerrechte
09.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Carstensen,
es soll kein endloser Dialog werden - einen zweiten Versuch möchte ich aber unternehmen, um von Ihnen eine Antwort auf MEINE Frage vom 25.8. zu erhalten - nicht aber auf die von Ihnen unterstellte: Ich hatte Sie weder nach einer "isolierten deutschen Veranstaltung" noch nach einer "strikt nationalen Lösung" für eine Gedächtnis-, Mahn- und Dokumentationsstätte für die u.a. 15 Millionen deutschen Vertreibungsopfer gefragt, sondern ausdrücklich nach einer "europäisch ausgerichteten", so wie sie vom Bund der Vertriebenen als Stiftung vorgesehen ist, in deren Stiftungsrat und -kuratorium international anerkannte Persönlichkeiten -aus Ungarn bis Estland - und beispielsweise aus unserer Vaterstadt Hamburg unser jüdischer Mitbürger und Schriftsteller Ralph Giordano als des Nationalismus sicher unverdächtig als Mitglieder vertreten sind. Würden Sie eine solche, europäisch ausgerichtete und die Verteibungen im Europa des zwanzigsten Jahrhunderts insgesamt erfassende Einrichtung befürworten?
Mit freundlichen Grüßen aus dem Alstertal
Antwort von Christian Carstensen
1Empfehlung
16.09.2005
Christian Carstensen
Sehr geehrter Herr ,

eine europäisch ausgerichtete und die Vertreibung im Europa des zwanzigsten Jahrhunderts insgesamt erfassende Einrichtung werde ich befürworten, wenn sie im internationalen Einverständnis beschlossen wird. In welcher europäischen Stadt diese Gedenkstätte ihren Platz bekommen würde, müsste gemeinsam entschieden werden.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Carstensen
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Frage zum Thema Familie
10.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Carstensen,

ich möchte Sie Fragen, wann die SPD nun endlich für alle Familien die von Herrn Kirchhoff als Verfassungsrichter bemängelten Grundfreibeträge für jedes Mitglied der Familie steuerrechtlich umsetzt? Sie hatten seitdem 6 Jahre Zeit und haben nur minimalste Änderungen an Kindergeldern etc. vorgenommen, die bei weitem nicht den Vorgaben der Verfassungsrichter entsprechen. Werden Sie sich persönlich für die Umsetzung einsetzen?
Antwort von Christian Carstensen
1Empfehlung
15.09.2005
Christian Carstensen
Sehr geehrter Herr ,

das während der 16-jährigen Koalition von CDU/CSU und FDP keine familienorientierte Politik gemacht wurde, führte zu dem von Ihnen angesprochen Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Unter der Regierung Helmut Kohls - an der Angela Merkel unter anderem auch als Bundesministerin für Frauen und Jugend Verantwortung trug - fand tatsächlich keine ausreichende Familienförderung statt, während sich unter unserer Verantwortung die familienpolitischen Ausgaben von 40,2 Mrd. Euro 1998 auf 60 Mrd. Euro im Jahre 2005 erhöhten. Das ist ein Anstieg von 49,3 Prozent! Das unter unserer Regierungsverantwortung nur minimalste Änderungen vorgenommen worden wären, die den Vorgaben des BVerfG nicht gerecht würden, entspricht also nicht der Wahrheit.

Der Grundfreibetrag stieg von 6322 Euro im Jahre 1998 um mehr als 21 Prozent auf heute 7664 Euro. Für das erste und zweite Kind wurde das Kindergeld um ganze 37 Prozent von 112 Euro auf heute 154 Euro erhöht. Gleichzeitig führte die dreistufige Steuerreform mit einer Senkung des Eingangssteuersatzes auf heute 15 Prozent - 1998 lag dieser noch bei 25,9 Prozent - zu mehr Entlastung bei Familien und für kleinere und mittlere Einkommen.

Väter und Mütter können seit der Umgestaltung des Erziehungsurlaubs gemeinsam bis zu drei Jahre in Elternzeit gehen und gleichzeitig in Teilzeit arbeiten oder sich untereinander bei Erziehung und Erwerbstätigkeit abwechseln. Der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit hilft Familien bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz, welches dieses Jahr in Kraft getreten ist, soll die Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen bedarfgerecht und qualitätsorientiert ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2010 werden damit 230.000 neue Plätze geschaffen werden.

Wir Sozialdemokraten wollen uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen, Deutschland muss noch familienfreundlicher werden. Gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden werden wir die Gebührenfreiheit für Kindertagesstätten umsetzen. Das geht aber nur schrittweise.

Das bisherige Erziehungsgeld wollen wir durch ein für ein Jahr gezahltes Elterngeld mit Einkommensersatzfunktion umwandeln um dadurch sicherzustellen, dass Familien ihren Lebensstandart halten können, auch wenn sie ihre Berufstätigkeit unterbrechen. Unser Ziel bleibt es, Leistungen für Familien in einer Familienkasse zu bündeln. Wir wollen Familien helfen, Armutsrisiken zu vermeiden. Der Kinderzuschlag soll fortentwickelt werden.

Ich möchte als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Hamburg-Nord/Alstertal und als Vater von zwei Töchtern meinen Teil dazu beitragen, dass Familienpolitik auch in Zukunft nicht wieder vernachlässigt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Carstensen
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