Christian Carstensen (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Christian Carstensen
Jahrgang
1973
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Diplom Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hamburg-Nord
Landeslistenplatz
6, Hamburg
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(...) Sie fragen, wen ich persönlich als Verantwortlichen für diesen Konflikt ansehe. Nach meiner Einschätzung aus Gesprächen mit Fachleuten tragen sowohl Russland als auch Georgien die Verantwortung für die Eskalation der Auseinandersetzung – einseitige Schuldzuweisungen haben keinen Sinn. Einerseits ist das militärische Vorgehen Georgiens im Vorfeld der russischen Kampfhandlungen in Südossetien, das zu Opfer in der Zivilbevölkerung und in immensen Zerstörungen geführt hat, andererseits das Vorgehen Russlands unangemessen und inakzeptabel, da in diesem Falle eine Verletzung der Souveränität Georgiens und ein Bruch des internationalen Rechts. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Carstensen,

mein Name ist und ich bin Oberstufenschülerin des Heilwiggymnasiums.
Im Rahmen eines Projektes meines Leistungskurses Gemeinschaftskunde, zum Thema Bundestagswahl, da wir zum ersten Mal wahlberechtigt sind, führe ich eine kleine Umfrage durch.
Es geht darum, wie der Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen/ Meinungsforschungsergebnissen ist und darum, wie die Medien den Wahlkampf der Parteien beeinflussen.

Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen könnten, um meine Fragen zu beantworten.

1. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen, wenn ja, welchen?
2. Lassen Sie/ Ihre Partei sich im Wahlkampf oder beim Wahlprogramm von Prognosen beeinflussen, wenn ja/ nein, warum?
3. Erstellen Sie Ihr Wahlprogramm unter anderem auf Grundlage von Meinungsforschungsergebnissen, wenn ja/ nein, warum?
4. Sind Sie der Meinung, dass Wahlprognosen die Psyche der Wähler beeinflussen und somit auch ihr Wahlverhalten, wenn ja/ nein, warum?

Ich danke Ihnen vielmals, für die Beantwortung der Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christian Carstensen
bisher keineEmpfehlungen
08.09.2009
Christian Carstensen
Sehr geehrte Frau ,

hier meine Einschätzungen zu Ihren vier Fragen:

1. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen, wenn ja, welchen?

Nein, es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Wahlkampf und aktuellen Wahlprognosen, da der Großteil des Wahlkampfes logistisch bereits Monate im Voraus geplant wird. Geplante (Groß-)Veranstaltungen und die Herstellung von Wahlkampfmaterial, Plakaten, Flyern etc. haben oft eine lange Vorlaufzeit.

2. Lassen Sie/ Ihre Partei sich im Wahlkampf oder beim Wahlprogramm von Prognosen beeinflussen, wenn ja/ nein, warum?

Nein. Zum einen wäre dies wie bereits erwähnt organisatorisch nur schwer zu bewerkstelligen, zum anderen gibt es keinen Grund sich von Prognosen verrückt machen zu lassen. Meine Partei und ich haben klare Ziele und Vorstellungen für die Politik von morgen, dafür werbe ich seit Wochen persönlich auf zahlreichen Infoständen und mit Veranstaltungen bei den Bürgerinnen und Bürgern und davon lasse ich mich auch von vermeintlich schlechten Prognosen nicht abbringen.

3. Erstellen Sie Ihr Wahlprogramm unter anderem auf Grundlage von Meinungsforschungsergebnissen, wenn ja/ nein, warum?

Nein, das Wahlprogramm wird aufgrund von Meinungsbildungsprozessen innerhalb der Partei abgestimmt.

4. Sind Sie der Meinung, dass Wahlprognosen die Psyche der Wähler beeinflussen und somit auch ihr Wahlverhalten, wenn ja/ nein, warum?

Ich bin zwar kein Wahlforscher, aber ich denke, das trifft wohl vermutlich zu. Man möchte als Wähler natürlich immer gerne auf den "Sieger setzen". Suggerieren die Wahlprognosen, dass ohnehin schon alles gelaufen sei, dann gehen viele wohl gar nicht mehr hin, prognostiziert man aber ein Kopf an Kopf-Rennen, dann erhält der Wähler den Eindruck, es komme auf seine Stimme an und die Wahlbeteiligung ist höher.

Für Ihr Projekt wünsche ich Ihnen viel Erfolg und hoffe, dass Sie und Ihre Kurskolleginnen und -kollegen von Ihrem Wahlrecht zahlreich Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Carstensen
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Carstensen,

ich bin von 1973 bis 2002 überzeugter SPD-Wähler gewesen und schwer enttäuscht von dem, was der meiner Meinung nach populistische und unseriöse Gerhard Schröder aus der Opposition befreit hat. Geradezu lächerlich mutet es für mich an, wie der Verrat an sozialdemokratischen Grundwerten heute Oskar Lafontaine zugeschoben werden soll.

In einer Untersuchung der nachdenkseiten.de wurden alle SPD-Abgeordneten des deutschen Bundestages ihrem Abstimmungsverhalten gemäß analysiert. -> www.nachdenkseiten.de

Ihr Ergebnis weist Sie mit -100 Punkten als "Überzeugungstäter" einer neoliberalen und Sozialstaat-zerstörenden Politik aus.

Für mich persönlich kommt das bei einem Bankangestellten nicht überraschend. Ich frage Sie bloss, wie kamen Sie jemals auf den Gedanken "sozialdemokratisch" zu sein? Oder handelten Sie im Auftrag? Wenn ja, von wem?

Und was halten Sie von Basisdemokratischen Projekten, wie die nachdenkseiten.de und vergleichbare Internet-Blogs, die ja vor wenigen Jahren noch garnicht denkbar waren.

Unter anderem haben Sie ja für Internetsperren gestimmt. Würden Sie einem Verbot solcher Blogs auch zustimmen, sagen wir in 10 Jahren?

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