Arno Rademacher (Die Friesen)
Kandidat Landtagswahl Niedersachsen 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Arno Rademacher
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Finanz u. Versicherungsmakler
Wohnort
-
Wahlkreis
Leer
Ergebnis
2,7%
Landeslistenplatz
1
Dass schärfere Gesetze nur selten eine Verbesserung bringen, kann man sehr eindrucksvoll am Beispiel der USA erkennen. (...) Und auch hier bei uns, wenn man sich die Mühe macht, ein wenig in den Rückspiegel zu schauen, in der Historie zu forschen. Trotz drakonischer Strafen, die an Unmenschlichkeit kaum zu überbieten waren (Rädern, Vierteilen, Pfählen und dergleichen mehr), ist es nicht gelungen, Gewaltverbrechen in den Griff zu bekommen. Im Gegentei: Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. (...)
 
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Frage zum Thema Kultur und Medien
05.12.2007
Von:

Thema Religion. Die Ursprungsreligion der Friesen war das naturreligiöse Heidentum. Ostfriesland war der letzte Zufluchtsort für Widukind auf der Flucht vor den Christen Karls des Schlächters. Fast 5.000 heidnisch-germanische Edelleute wurden in verden an der Aller abgeschlachtet, weil sie sich nicht taufen lassen wollten. Der grausame Mönch Bonifatius trieb die Verfolgung voran und fällte die heilige Irminsul.

Ostfriesland hielt als letzte Bastion am alten Glauben fest, bevor auch hier das Christentum mit Gewalt durchgesetzt wurde. Heute suchen immer mehr Selbstdenker wieder in der Naturreligion und den alten Wurzeln neuen Halt. Ebenso wie die immer mehr werdenden Atheisten finden diese keine Partei, die ihre Interessen vertritt, während die immer weniger werdenden Christen von allen Parteien vertreten werden.

Wie steht die Friesen-Partei dazu?

Beste Grüße
T.L.
Antwort von Arno Rademacher
10Empfehlungen
06.12.2007
Arno Rademacher
Moin Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Glaube ist eine rein private Angelegenheit und hat nach unserer Auffassung nichts in der Politik zu suchen. Wir sind für eine strikte Trennung von Staat und Kirche(n), gleich welcher Religion. Deshalb halten wir uns als Partei aus allen Diskussionen zu diesem Themenblock heraus.

Natürlich hat jedes Parteimitglied seine eigenen Vorstellungen, die er auch nach außen hin vertreten kann. Aber eben nur als Privatperson und nicht als offizielles Statement unserer Partei. Ich zum Beispiel bin Agnostiker, ein anderes Mitglied fühlt sich eher zur Naturreligion hingezogen, während wir natürlich auch bekennende und überzeugte Christen in unseren Reihen haben.

Wir sind der Meinung: "Elk sien möög!"; jeder mag an das glauben, womit er sich wohlfühlt. Allerdings gilt auch in Bezug auf Glaube und Religion der Grundsatz, dass die persönliche Freiheit dort endet, wo die persönliche Freiheit eines anderen beeinträchtigt wird.

Ich hoffe, ich konnte damit Ihre Frage zufriedenstellend beantworten und stehe gerne für eine weitere - dann aber private - Diskussion zur Verfügung.

Mit freundlich-friesischen Grüßen,

Arno Rademacher
Bundesvorsitzender
Die Friesen
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Frage zum Thema Umwelt
07.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Rademacher,
wie stehen Sie persönlich zum Thema Atomausstieg? Was halten Sie von dem weiteren Ausbau der Windenergie?

Mit freundlichen Grüßen,

für die Klasse 10LF
Hermann-Billung-Gymnasium, Celle
Antwort von Arno Rademacher
4Empfehlungen
08.01.2008
Arno Rademacher
Moin Herr ,

ich persönlich begrüße den geplanten Ausstieg aus der Kernenergie sehr! Abgesehen davon, dass die Kernenergie ausschließlich im Hinblick auf den CO2-Ausstoß (vorübergehend) Vorteile bringen kann, sind mir die mit der Kernenergie verbundenen Risiken viel zu hoch, als dass das eine ernsthafte Alternative für die Energieerzeugung sein kann.

Neben der völlig ungeklärten Restmüll-Problematik steht die Kernenergie mehr denn je im Verdacht, durch erhöhte Strahlung in ihrem Umfeld Krebserkrankungen zu erzeugen. Außerdem gibt es in der Bundesrepublik Deutschland kein Uran - zumindest nicht in Mengen, die für den Betrieb von AKW´s ausreichen würden - und somit wären wir auch mit der Kernenergie weiterhin abhängig von Staaten des Mittleren Ostens, die politisch nicht gerade die stabilsten sind. Wir würden also von einer Abhängigkeit (Öl) in die nächste (Uran) geraten. Schlußendlich bergen AKW´s auch die Gefahr, Ziel terroristischer Anschläge zu werden. Nun mag mancher behaupten, unsere Atomkraftwerke seien sicher - aber das war die Titanic bekanntlich auch! Zumindest bis zum (bekannten) Beweis des Gegenteils.

Es ist ja auch nicht so, dass es an Alternativen zur Kernenergie fehlen würde; eine sprachen Sie mit der Windenergie bereits an. Natürlich sind die "Spargel" nicht besonders schön anzusehen, aber sie können gefahrlos ausgetauscht werden, wenn es eine bessere, effizientere und für den Menschen weniger belastende Möglichkeit gibt, Energie zu erzeugen. Weitere Alternativen für die umweltfreundliche Energieerzeugung sind z.B. Osmosekraftwerke, Wasserkraftwerke (Offshore), Windkraftwerke (Offshore), Solarthermie und Photovoltaik, Erdwärme, Kraft-Wärme- Koppelung (Blockheizkraftwerke), Energie sparen!Energie sparen!Energie sparen!Energie sparen!, etc..

Aber offenbar gibt es eine sehr starke Lobby in der Bundesrepublik Deutschland, die unbedingt an der Kernkraft festhalten will (warum auch immer) und deshalb erfolgreich verhindert, dass die alternativen Energien stärker gefördert und ausgebaut werden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir die Probleme, die mit dem Betrieb von Kernkraftwerken verbunden sind, der nächsten Generation - also Ihnen! - aufhalsen.

Deshalb führt für mich kein Weg am Ausstieg aus der Kernenergie vorbei.

Mit freundlich-friesischen Grüßen,

Arno Rademacher
Bundesvorsitzender
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Frage zum Thema Energie
07.01.2008
Von:
-

Sehr geehrter Herr Rademacher,

wie stehen Sie persönlich zum Thema Atomausstieg? Was halten Sie von dem weiteren Ausbau der Windenergie?

Mit freundlichen Grüßen,
-
Antwort von Arno Rademacher
3Empfehlungen
08.01.2008
Arno Rademacher
Moin Herr -,

dieselbe Frage hatte mir bereits Herr Mohtaschem gestellt.
Insoweit erlaube ich mir, auf die dort stehende Antwort zu verweisen.

Mit freundlich-friesischen Grüßen,

Arno Rademacher
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Frage zum Thema Bürokratie / Verwaltung
08.01.2008
Von:

Können Sie bitte erklären, warum bei den "Die Friesen" die 5% Sperrklausel angesetzt werden soll, wenn die Friesen seit 10 Jahren eine anerkannte Minderheit sind?
Warum wurde dann der EU Beschluß oder das Gesetz nicht umgesetzt?
Ich würde, als Nichtwähler, gerne meine Stimme Ihrer Partei geben. Aber diese Frage hätte ich gerne geklärt.
Antwort von Arno Rademacher
9Empfehlungen
09.01.2008
Arno Rademacher
Moin Herr ,

Sie sprechen einen Sachverhalt an, den wir auch nicht verstehen können. Ich erlaube mir, ein wenig auszuholen, damit auch andere Leser, die mit dieser Thematik nicht oder nur wenig vertraut sind, verstehen können, worum es eigentlich geht.

Der Europarat hat ein Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten getroffen, u.a. weil "der Schutz nationaler Minderheiten für Stabilität, demokratische Sicherheit und Frieden auf diesem Kontinent wesentlich ist". Die Bundesrepublik Deutschland hat dieses Übereinkommen am 10.09.1997 ratifiziert; damit ist es am 01.02.1998 in Kraft getreten.

Laut Artikel 25 dieses Rahmenübereinkommens war die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, "dem Generalsekretär des Europarats vollständige Informationen über die Gesetzgebungsmaßnahmen und andere Maßnahmen, die sie zur Verwirklichung der in diesem Rahmenübereinkommen niedergelegten Grundsätze getroffen hat" innerhalb eines Jahres zu über- mitteln. Das ist mit dem "Erster Bericht der Bundesrepublik Deutschland." im Jahre 1999 erfolgt.

In diesem Bericht legt die Bundesrepublik u.a. fest, wer unter den Schutz des Rahmenübereinkommens fallen soll: es sind dies die dänische Minderheit in Schleswig Holstein, die Sorben in Brandenburg und Sachsen, die Sinti und Roma als nicht gebietsansässige Minderheit und die Volksgruppe der Friesen, die in Schleswig-Holstein und Niedersachsen beheimatet sind.

Die Friesen sind sogar einzeln aufgeführt: die Nordfriesen, die Ostfriesen und die Saterfriesen. Bei den Ostfriesen heißt es beispielsweise: "Ostfriesland wird überwiegend noch von Menschen ostfriesischer Herkunft bewohnt. Obwohl die friesische Sprache hier ausgestorben ist, wird eine ostfriesische - kulturelle - Identität bei der Mehrheit der zwischen der niederländischen Grenze und der Weser lebenden Menschen Ostfrieslands weiter gepflegt. Die Friesen in Ostfriesland eint ein Gefühl gemeinsamer Geschichte und Kultur, das sich in einer regionalen Identität ausdrückt."

Es besteht also kein Zweifel, dass die Ostfriesen aufgrund ihrer eigenen Kultur und Geschichte - ungeachtet des Verlustes der friesischen Sprache! - unter den Schutz des Rahmenübereinkommens des Europarates fallen. Allerdings soll sich die Mehrheit der Friesen gegen die Bezeichnung "Nationale Minderheit" ausgesprochen haben, weshalb man sich auf den Begriff "Friesische Volksgruppe" geeinigt hat.

Die Bundesrepublik hat auch festgelegt, wer denn eigentlich Angehöriger einer der durch das Rahmenübereinkommen geschützten Gruppen ist: "Die Zugehörigkeit zu einer der vom Rahmenübereinkommen geschützten Gruppen ist somit die persönliche Entscheidung eines jeden einzelnen, die vom deutschen Staat nicht registriert, überprüft oder bestritten wird.".

Aus dem Rahmenübereinkommen ergeben sich für die Friesen bestimmte Sonderrechte, die uns auf Bundesebene auch zugestanden worden sind. Dazu gehört u.a. die Befreiung von der Sperrklausel, die man nach den Erfahrungen mit der Weimarer Republik in das Wahlgesetz aufgenommen hat. Diese Sperrklausel besagt: "Bei Verteilung der Sitze auf die Landeslisten werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens 5 vom Hundert der im Wahlgebiet abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten" (5%- Hürde). Im Bundeswahlgesetz gilt für Parteien nationaler Minderheiten folgende Regelung: "Satz 1 findet auf die von Parteien nationaler Minderheiten eingereichten Listen keine Anwendung."

Ähnliche Regelungen finden wir in den Landeswahlgesetzen von Schleswig Holstein (Dänen und Friesen) und Brandenburg (Sorben). Nur in Niedersachsen haben es die verschiedenen Landeregierungen seit 1998 nicht verstanden, einen entsprechenden Passus aus eigenem Antrieb und in Kenntnis des Vorhandenseins einer nationalen Minderheit in das Wahlgesetz aufzunehmen.

Darum haben wir den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages und alle im Landtag vertretenen Fraktionen aufgefordert, dieses Versäumnis auf der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode am 16. Januar 2008 (also noch vor der Landtagswahl) in das Landeswahlgesetz aufzunehmen. Am 17. Januar werden wir dann wissen, wie genau es die derzeitigen Abgeordneten mit der Aufforderung von Willy Brandt und Angela Merkel nehmen: "Mehr Demokratie wagen!".

Noch einmal zur Verdeutlichung: wir fordern keine "Extrawurst", sondern lediglich ein Recht vom Land Niedersachsen, das die Bundesrepublik uns bereits zugestanden hat! Beschließt der Landtag diesen Passus nicht (worauf im Moment alles hindeutet), dann bleibt uns nur, den Klageweg zu beschreiten und unser verbrieftes Recht gerichtlich durchzusetzen. Dabei schrecken wir auch vor einer Anfechtung der Landtagswahl nicht zurück!

Vielleicht sollten Sie diese Frage auch den anderen Abgeordneten bzw. Kandidaten aus unserer Region stellen; es ist bestimmt interessant, was diese Damen und Herren dazu ausführen.

Mit freundlich-friesischen Grüßen,

Arno Rademacher
Bundesvorsitzender
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Frage zum Thema Verkehr / Infrastruktur / Stadtentwicklung
11.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Rademacher,

ich würde gerne von ihnen wissen, ob sie für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Deutschen Autobahnen sind. Wie schnell finden sie dürfen die deutschen Autos auf den Autobahnen maximal fahren? Und würde eine Beschräkung auf z.B. 130 KM/h das Unfallrisiko senken?
Antwort von Arno Rademacher
5Empfehlungen
13.01.2008
Arno Rademacher
Moin Herr ,

ich bin leider kein Verkehrsexperte und kann daher nur auf der Grundlage meiner eigenen Erfahrungen als Autofahrer auf Ihre Frage antworten. Ich befürworte ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Es gibt aus meiner Sicht kein schlüssiges sachliches Argument gegen ein Tempolimit, aber sehr viele dafür. Bei geringeren Geschwindigkeiten verbrauchen Autos weniger Treibstoff (daher fahren viele Menschen auch schon freiwillig langsamer). Das ist positiv für das Portemonnaie des Fahrers, für das Klima (geringerer CO2-Ausstoß) und natürlich für die Erdöl-Reserven. Es entfällt auch der "Ziehharmonikaeffekt", der immer dann entsteht, wenn einige schnellfahrende Autos auf langsamere auflaufen und stark abbremsen müssen. Dieser "Ziehharmonikaeffekt" ist die Ursache für viele Staus, die durch ein Tempolimit somit auch vermieden werden könnten.
Außerdem - das ist meine eigene Erfahrung - fährt man bei 130 km/h deutlich entspannter als z.B. bei 180 km/h, was sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auf langen Strecken auswirkt und damit indirekt auch das Unfallrisiko verringert.

Meiner Meinung nach sollte ein Tempolimit für PKW bei 130 km/h liegen, für Kleintransporter bei 100 km/h und für LKW bei 80 km/h. Wenn man dann noch die "Elefantenrennen", also das Überholen von LKW durch LKW, unterbinden würde, bin ich mir sicher, dass wir das Unfallrisiko auf den deutschen Autobahnen deutlich reduzieren können.

Mit freundlich-friesischen Grüßen,

Arno Rademacher
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