Antje Blumenthal (CDU)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Antje Blumenthal
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Steuerbeamtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Hamburg-Mitte
Ergebnis
27,5%
Landeslistenplatz
3, Hamburg
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www.wahl2005.antje-blumenthal.de
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Frage zum Thema Bürgerrechte
14.09.2005
Von:
M.

Sehr geehrte Frau Blumenthal,

vielen Dank noch für Ihre Antwort auf meine Frage vom 21.08.05. Interessanterweise verbinden Sie mit dem notwendigen Ausgleich des Bundeshaushalts die Chance, dass unser Land aus der Schuldenfalle herauskommen könnte. -
Heute, wenige Tage vor der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag möchte ich Sie gern auf eine erwägenswerte Möglichkeit zur Weiterentwicklung des Wahlverfahrens ansprechen.

Leider wissen viele der Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ich kenne, auch jetzt noch nicht, wem sie ihre Stimme anvertrauen sollen. Andere wiederum tendieren wohl zu einer konkreten Wahlentscheidung, ohne sich allerdings besonders überzeugt davon zu zeigen (´kleineres Übel´). Wo es einer großen Zahl von Wahlberechtigten nicht gelingt, sich politisch vertreten zu sehen, scheint es angebracht, u.a. das Wahlverfahren einmal neu zu betrachten.

Daher möchte ich Sie auf die Möglichkeit ansprechen, auf den Wahlvordrucken die Option "Enthaltung" einzuführen. Üblicherweise wird im Zuge von Abstimmungen stets gefragt: "Wer enthält sich?" - Doch bei Parlamentswahlen werden Enthaltungen bislang nicht gesondert erfasst. Entsprechende Kästchen fehlen noch, obwohl es durchaus auch hier vorkommt, dass wahlberechtigte Personen sich nach reiflicher Überlegung weder für noch gegen eine der aufgestellten Listen bzw. Kandidaten entscheiden möchten. Diese Wahl, bewusst keinen Einfluss auf die Sitzverteilung nehmen zu wollen, wird sicher nicht leichtfertig getroffen. Umso wertvoller erscheint es, deren Häufigkeit - unabhängig von ungültigen Stimmen - separat zu erheben: So wird ein bislang verborgenes Wahlverhalten sichtbar und einer entsprechenden inhaltlichen Auseinandersetzung zugänglich.

Meine Frage an Sie ist daher, wie Sie zu dieser Möglichkeit stehen, das Wahlverfahren zu erweitern. Auf welche Weise werden Sie sich ggf. dafür einsetzen, dass diese Innovation möglichst rasch ausgearbeitet und eingeführt wird?

Vielen Dank!
Antwort von Antje Blumenthal
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16.09.2005
Antje Blumenthal
Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für ihr Frage vom 15. September 2005 zum Thema Wahlverfahren.
Sie schlagen vor, auf den Wahlvordrucken die Option „Enthaltung“ einzuführen. Meines Erachtens sind bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag klare Entscheidungen notwendig. Die zusätzliche Erfassung von „Enthaltungen“ verursacht enormen bürokratischen Aufwand und bringt allenfalls statistischen Nutzen. Eine Stimmenthaltung hat den gleichen Einfluss auf das Wahlergebnis wie eine ungültige Stimmabgabe, nämlich keinen. Angesichts allgemeiner rückläufiger Wahlbeteiligung halte ich es für unwahrscheinlich, dass Bürgerinnen und Bürger, die bislang den Wahlen fern geblieben sind, nach einer Erweiterung des Wahlverfahrens die Wahllokale aufsuchen, um ihrer Stimmenthaltung Kund zu tun.
Mit freundlichen Grüßen
Antje Blumenthal
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Frage zum Thema Wirtschaft
15.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Blumenthal,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort gestern. -
Allerdings verstehen Sie das Biedenkopf-Zitat als Anspielung auf das Haushaltsdefizit unseres Landes. Ihr Parteikollege meinte aber die die verheerenden Folgen des jetzigen exponentiellen Wirtschaftswachstums. Wenn er einen Richtungswechsel vergleichbar einer weltlichen Reformation oder kopernikanischen Wende fordert, würden Sie ihm in dieser wertkonservativen Ansicht vermutlich widersprechen...? Schließlich steht davon auch nichts im Parteiprogramm der CDU (übrigens korrigiere ich meine Quellenangabe: ZEIT 49/04).
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Antje Blumenthal
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16.09.2005
Antje Blumenthal
Sehr geehrter Herr ,

ich verstehe das Biedenkopf Zitat nicht unbedingt als Anspielung auf das Haushaltsdefizit. Ich kann allerdings nicht die verheerenden Folgen des "exponentiellen" Wachstums nicht erkennen, wie sie Herr Biedenkopf ihrer Interpretation zufolge sieht.

Wenn Sie sich die Zeitreiehn des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Zusammenhang mit den Kennzahlen der Bundesagentur für Arbeit ansehen, werden Sie sehr wohl einen positiven empirischen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und der Zahl der Beschäftigten feststellen, so dass Okuns Gesetz auch nach wie vor für Deutschland zutrifft, vorausgesetzt es liegen keine massiven Veränderungen auf der Arbeitsangebotsseite vor, demografische Veränderungen oder Änderungen in der Erwerbsneigung der Bevölkerung.

Im übrigen kann ich die Zusammenhänge, die Herr Biedenkopf zwischen der Zinsrechnung und dem Wirtschaftswachstum herstellt - nämlich dass beide notwendigerweise exponentiell verlaufen - nicht nachvollziehen. Es gibt keinen Grund, warum das Wirtschaftswachstum exponentiell verlaufen *muss*. Dass mitunter der *Wunsch* nach exponentiellem Wachstum besteht, will ich nicht in Abrede stellen. Aber auch ich halte exponentielles Wachstum, d.h. konstantes relatives Wachstum, auf Dauer nicht für realistisch. Stattdessen wird aber zumeist ein "stetiges und angemessenes Wachstum" gefordert, das also auch durchaus linear, d.h. konstatnt absolut, sein darf und das ich durchaus für umsetzbar halte.

Mit freundlichen Grüßen

Antje Blumenthal
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Frage zum Thema Außenpolitik
16.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Blumenthal,

was wollen Sie an der deutsche Aussenpolitik in Afrika verändern? Vor allem in Kongo werden immer noch die arme Bevölkerung ausgebeutet. Wie sehen Sie die Machtverhältnisse in der zentralafrikanische Region?
Vielen Dank
Antwort von Antje Blumenthal
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17.09.2005
Antje Blumenthal
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage bei Kandidatenwatch zum Thema Afrikapolitik.

Die Union plant in Afrika mit mehr Realismus, einer klaren Strategie und mit dem nötigen Engagement ans Werk zu gehen. Zu einer Afrikapolitik aus einem Guss gehört eine bessere Koordinierung und Kohärenz der deutschen und europäischen Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik. Wir setzen auf die Stärkung der Präsenz vor Ort, eine intensivere Kooperation mit der Afrikanischen Union (AU), mit der "Neuen Partnerschaft für Entwicklung in Afrika (NEPAD)" und auf eine Vertiefung der kulturellen Zusammenarbeit. Wir werden darauf hinwirken, dass NEPAD und AU einen klaren und überprüfbaren Aktionsplan für Entwicklung in Afrika erarbeiten. Art und Umfang unserer Zusammenarbeit wird sich an diesem Aktionsplan orientieren. Es gilt abzusichern, dass Entschuldung nachhaltig wirkt, auch die Armen von der Handelsreform profitieren und die afrikanischen Staaten tatsächlich diese und eigene Mittel zur Umsetzung der Millenniumsziele nutzen. Da sich schlüsselfertige Konzepte von außen nicht bewährt haben, setzen wir verstärkt auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, Wir werden Afrika fördern und fordern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Antje Blumenthal
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Frage zum Thema Sicherheit
17.09.2005
Von:

Eine kritische Frage zu Ihrer Wiederwahl:

sind Sie als Abgeordneter (un)verantwortlich für die Ergebnisse ihres Verhaltens und der von Ihnen mitgetragenen Gesetzgebung bzw. ist es die Sache des Bürgers auszubaden, was seine Politiker für ihn beschliessen ?

2 konkrete Fälle:

das Gesetz zum EU-Haftbefehl wurde von Ihnen mitbeschlossen. Hierbei wurden - wie wir mittlerweile wissen - zentrale Grundrechte übergangen und die Auslieferung von Bundesbürger ermöglicht für "Vergehen", die bei uns nicht strafbar sind. Ähnliche Vorfälle gab es mit weiteren Gesetzen des Polizeirechts, der Überwachung usw., in denen Politiker Angriffe auf die verfassungsmässigen Grundrechte vorgenommen haben, so dass der Eindruck entsteht: ohne das Eingreifen des Verfassungsgerichs lebten wir längst in einem Polizeistaat, dank einer grossen Mehrheit der Politiker, die regelmässig die Bürgerrechte und die Verfassung attackieren oder die diese Attacken dulden und absegnen.

Ähnlich im Fall der EU-Verfassung.
Hier haben uns die Politiker die Katze im Sack aufgetischt und verkauft wie eine Mogelpackung: Europa soll grösser, besser und schöner werden, so das großspurige Etikett, das eine grosse Koalition aller Parteien draufgeklebt hat.
Erst wer sich die Müh machte, hineinzuschauen in diesen Sack erfuhr, welche Folterinstrumente er enthielt: die Verpflichtung zur Aufrüstung Art.I-41 & III-311, Angriffskrieg ohne Parlamentsbeschluss Art.III-309/310, die Verpflichtung öffentliche Dienste dem Wettbewerb / der Privatisierung zu unterwerfen (mit meist erheblichen Nachteilen für den Bürger), Mangel an Demokratie/ein in seinen Rechten verstümmeltes Parlament, keine Sozialverpflichtung des Eigentums mehr, aber viele Dinge, die in eine Verfassung nicht hineingehören bzw. unsere Grundrechte beschädigen - mit Ihrem Segen (info zb: hh-online.net/eu)

Müssen wir immer auf höhere Mächte (die französischen Wähler usw) vertrauen daß sie uns bewahren vor den Kollateralschäden unserer Politik(er) ?
Antwort von Antje Blumenthal
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28.09.2005
Antje Blumenthal
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage bei Kandidatenwatch zum EU-Haftbefehl und zur EU-Verfassung. Diese haben Sie auch meinem Kollegen Jürgen Klimke gestellt. Seiner Antwort möchte ich mich anschließen.

Mit freundlichen Grüßen
Antje Blumenthal
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Frage zum Thema Bürgerrechte
17.09.2005
Von:
M.

Sehr geehrte Frau Blumenthal,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort auf meine sicher recht ungewöhnliche Frage zur Option "Enthaltung" auf den Wahlzetteln.

Da Sie bei der Bundestagswahl für klare Entscheidungen plädieren: Habe ich Sie recht verstanden, dass unzufriedene oder unsichere Wähler sich lieber einer Protest-Partei anvertrauen sollten, statt mit einer ´ordentlichen´ Enthaltung schlicht ihrer Ratlosigkeit Ausdruck zu verleihen?

Es ist natürlich naheliegend, dass Sie möglichst viele Wähler – auch Protestwähler – für die Union mobilisieren möchten. Da jedoch etliche Wählerinnen und Wähler offenbar von allen etablierten Parteien enttäuscht sind, könnte es natürlich auch sein, dass sie nach links oder rechts ´abwandern´. Daher mein Vorschlag, möglichst zur nächsten Bundestagswahl eine vergleichsweise harmlose Alternative zu bieten.

Der statistische Aufwand der Erfassung kann m.E. kaum höher sein als für eine auf dem Wahlzettel aufgeführte Partei – eher geringer, da die gesamte Prozedur der Wahlzulassung entfällt. Über entsprechende Mittel der Wahlkampfkostenerstattung, die aus Gleichbehandlungsgründen den Stimmen dieser Wähler ebenfalls zuzuordnen wäre, ließen sich vermutlich sogar Kosten für eine (stichprobenartige) Untersuchung der Enthaltungsgründe ohne weiteres abdecken.

Natürlich könnte die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Enthaltungen und ihren Gründen einen gewissen Einsatz aller Beteiligten erfordern. Doch möglicherweise fände sich hiermit ja ein Ansatzpunkt, auf die beängstigende Politik-Müdigkeit weiter Bevölkerungskreise einzugehen und an ihr zu arbeiten. – Oder welche anderen Wege würden Sie eventuell vorschlagen, den Gründen der weitverbreiteten Politik-Verdrossenheit näher zu kommen und an diesen (im Austausch) zu arbeiten? Vielen Dank!
Antwort von Antje Blumenthal
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26.09.2005
Antje Blumenthal
Sehr geehrter Herr ,

es gibt verschiedene Gründe für die Entscheidung einer Nichtwahl.
Protestwähler sollen sich nicht aus Trotz zu den anderen Parteien, die
nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, anvertrauen. Das könnte
sonst schwere Konsequenzen für das Land und die Menschen haben. Es gibt
viele Nichtwähler, die aus Bequemlichkeit nicht zum Wahllokal gehen. Für
besonders Bedürftige (Menschen mit Behinderung, Ältere usw.), biete ich
und andere Politiker am Wahlsonntag einen Fahrdienst an.
Vor der Bundestagswahl hat jede Bürgerin und jeder Bürger die
Möglichkeit, sich rechtzeitig über die Parteien zu informieren. Es gibt
Wählerinnen und Wähler, deren Meinung nicht in allen Fragen zu hundert
Prozent mit der gewählten Partei übereinstimmt. Ich bin der Meinung,
dass man eine Partei finden kann, zu der man inhaltlich eher tendiert.
Politikverdrossenheit ist ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang.
Ich möchte, dass die Bürgerinnen und Bürger das demokratisch verankerte
Recht zur Wahl verinnerlichen und wertschätzen, sich Zeit nehmen sich
über die verschiedenen Parteien zu informieren und sich mit den
Angeboten der Parteien vertraut machen. Eine meiner größten Aufgaben als
Politikerin sehe ich darin, Interesse an der Politik bei den Bürgerinnen
und Bürgern zu wecken und sie zum Wahlgang zu motivieren. Durch mein
gesellschaftliches Engagement, durch meinen Kontakt zu unterschiedlichen
Gesellschaftsgruppen, mein großes Angebot an Bürgersprechstunden,
Infoständen, Internetseiten und vieles mehr, pflege ich den Kontakt zu
den Bürgerinnen und Bürgern. Ich präsentiere den Bürgern meine
Standpunkte und meine Themen. Ich beziehe Stellung zu aktuellen
politischen Themen und stelle dar, wofür ich eintrete.
Ich will den Bürgerinnen und Bürgern Einflussmöglichkeiten auf die
Politik geben. Deswegen suche ich immer den Dialog zu den Bürgerinnen
und Bürgern und nehme Rücksicht auf den Bevölkerungswillen in meinem
Wahlkreis. Bürgernähe ist für mich selbstverständlich. Die Bürgerinnen
und Bürger sollen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn es um
politische Fragen geht. Meinungsbilder aus der Bevölkerung sind von mir
immer gewünscht und begrüßt. Ich stehe gerne Rede und Antwort.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen wieder Vertrauen in der Politik
finden. Die Rot-Grüne Regierung auf Bundesebene hat mit ihren
"Zick-Zack-Kurs" in Deutschland dazu beigetragen, dass viele Bürger
heute allgemein wenig Vertrauen in die Politik und die Politiker haben.
Die Rot-Grüne Regierung hat sich unfähig erwiesen, Lösungen für die
Probleme unseres Landes zu finden. Unzufriedenheit der Wahlberechtigten
ist eine der Ursachen der hohen Zahl der Wahlverweigerer. Die CDU will
das Vertrauen der Bürger in den Politikern wieder aufbauen. Das
Vertrauen muss zurück gewonnen werden.

Mit freundlichen Grüssen

Antje Blumenthal, MdB
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