Anke Erdmann (GRÜNE)
Kandidatin Landtagswahl Schleswig-Holstein 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Anke Erdmann
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
Volkswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Referentin im Landwirtschafts- und Umweltministerium, Ratsfrau in Kiel
Wohnort
Kiel
Wahlkreis
Kiel-West
Ergebnis
16,5%
Landeslistenplatz
5
Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Bürgerinnen und Bürger ein Mitspracherecht bei der Standortwahl von Mobilfunksendeanlagen haben. Das ist für uns nicht nur eine Frage des Landschaftsbildes, sondern betrifft ja auch den Aspekt der Strahlenbelastung. (...)
 
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Frage zum Thema Schulen
23.08.2009
Von:

Schleswig-Holstein hat im aktuellen Bildungsmonitor nur den 14. Platz unter allen Bundesländern erreicht. Wie konnte es dazu kommen (auch die Grünen waren ja viele Jahre in SH an der Macht!) und was wollen Sie tun, um das zu ändern? Und was halten Sie von der schwarz-grünen Bildungspolitik in Hamburg?
Antwort von Anke Erdmann
3Empfehlungen
25.08.2009
Anke Erdmann
Guten Tag,
ich fange mal bei der Schulpolitik Hamburgs an: Ich sehe die Schulreform in Hamburg überwiegend positiv, an einem Punkt aber auch kritisch:
Die Reform besteht aus zwei Teilen: Der neuen Schulstruktur und der neuen Lernkultur. Unter der neuen Schulstruktur verbirgt sich, dass es künftig - ähnlich wie in Schleswig-Holstein - nicht mehr die klassische Aufteilung von Gymnasien, Real- und Hauptschulen geben wird. In Hamburg soll es künftig Gymnasien und Stadtteilschulen geben. Außerdem sollen die Grundschulen nicht mehr die Klassen 1-4 umfassen, sondern die Klasse sechs einschließen.
Die Zweiteilung im Schulsystem - in Schleswig-Holstein wären das Gymnasien und Gemeinschaftsschulen - halte ich für sinnvoll. Die Große Koalition in Kiel hatte den ersten Schritt in diese Richtung gemacht - künftig wird es Gymnasien, Gemeinschafts- und Regionalschulen geben. Das war nicht zu Ende gedacht, sondern ein politischer Kompromiss am Verhandlungstisch.
Die Ausweitung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre in Hamburg halte ich für weniger geglückt. Wir GRÜNEN wissen, dass viel für längeres gemeinsames Lernen spricht. In internationalen Vergleichen zeigt sich, dass die Bildungsleistungen um so besser sind, je später die Schüler "sortiert" werden. Allerdings kostet die Reform in Hamburgs Schulen sehr viel Kraft. Viel Energie fließt in den Widerstand gegen die Ausweitung der Primarzeit, die enormees Umorganisieren bedeutet.
Besser wäre es gewesen, die Energie in die andere Säule der Hamburger Reform fließen zu lassen: Die neue Lernkultur. Anders als in Schleswig-Holstein wird in Hamburg nicht nur individuelle Förderung per Dekret verordnet - die Lehrerinnen und Lehrer bekommen Fortbildungen und wirkliche Unterstützung, wie man mit neuen Methoden die einzelnen Jugendlichen und Kinder besser fördern kann.
Insgesamt gibt Hamburg bis 2010 acht Prozent mehr Geld für Bildung aus, die Qualitätsoffensive wird also auch finanziell unterfüttert. Die Reformen in Schleswig-Holstein waren allesamt Sparschweine für den öffentlichen Haushalt - damit verbessert man die Bildungschancen unserer Schülerinnen und Schüler aber nicht.
Vorbildlich ist der erste Bildungsbericht in Hamburg: Eine systematische Bestandsaufnahme, wo die Stadt steht und wo es Defizite gibt. Für die Hamburgerinnen und Hamburger eine gute Grundlage für eine systematische Bildungspolitik. Solchen Berichten wie dem in Hamburg messe ich mehr Bedeutung bei, als dem Bildunsgmonitor, den Sie ansprechen. Der Bildunsmonitor geht auf die Initiative Soziale Marktwirtschaft zurück. Diese sehen junge Menschen eher als Humankapital, das es zu optimieren gilt. Das ist nicht meine Auffassung von guter Schule.
Dennoch: Jedes Ranking gibt Hinweise. Der Hinweis des Bildunsgmonitors für Schleswig-Holstein lautet u.a.: Zu wenig Lehrkräfte für zu viele Schülerinnen und Schüler und zu wenig Schulabschlüsse, die für ein Studium qualifizieren im Vergleich zu anderen Bundesländern.
Das muss man ernst nehmen - und gegensteuern. Wir GRÜNEN wollen diese Probleme mit einer Bildunsgoffensive anpacken!
Mehr dazu:
www.sh.gruene-fraktion.de
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
01.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Erdmann,

Der gültige Raumordnungsplan 1998 und der Entwurf zum LEP schützen den ländlichen Raum, indem sie eine Reglemtierung der Mobilfunkanlagen als Soll Aufgabe definieren.
Werden sie sich dafür einsetzen, das Landschaftsbild nachhaltig zu erhalten, indem der seit Anfang des Jahres geänderte §63 der LBO mit seinem Freibrief für Mobilfunkantennen dahingehend geändert wird, das insbesondere diese gewerblichen Anlagen baugenehmigungspflichtig werden.

mfg
Antwort von Anke Erdmann
1Empfehlung
03.09.2009
Anke Erdmann
Sehr geehrter Herr ,

wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Bürgerinnen und Bürger ein Mitspracherecht bei der Standortwahl von Mobilfunksendeanlagen haben. Das ist für uns nicht nur eine Frage des Landschaftsbildes, sondern betrifft ja auch den Aspekt der Strahlenbelastung.
Ob die Änderung des §63 der LBO das richtige Instrument ist, kann ich - da ich keine Fachpolitikerin bin - nicht ohne weiteres beantworten. Ihr Vorschlag klingt einleuchtend. Ich werde diese Anregung an unsere Fachpolitiker/innen weitergeben.

Vielen Dank für die Anregung sagt Ihnen
Anke Erdmann
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Erdmann,
Flüchtlinge dürfen sich ihren Wohnort nicht aussuchen, über Wohnsitzauflagen entscheiden die zuständigen Ausländerbehörden. Die sog. Residenzpflicht verbietet darüber hinaus das unerlaubte Verlassen des zugewiesenen Landkreises oder der zugewiesenen Stadt. Betroffene erleben diese Auflagen als integrationsfeindlich in Bezug auf Arbeitsaufnahme, Ausbildungssuche, das Pflegen sozialer Kontakte etc.
In anderen Bundesländern ist der Geltungsbereich der Residenzpflicht auf das gesamte Bundesland festgelegt.
  • Welche Möglichkeiten sehen Sie, die sog. Residenzpflicht im Interesse einer besseren Integration auf ganz Schleswig-Holstein auszuweiten?
  • Werden Sie und ihre Fraktion sich für die Ausdehnung oder Abschaffung der Residenzpflicht einsetzen?

Mit freundlichen Grüßen

Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Antwort von Anke Erdmann
1Empfehlung
03.09.2009
Anke Erdmann
Sehr geehrte Frau ,

wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass die Residenzpflicht mindestens auf Schleswig-Holstein ausgedehnt wird. Warum sollte hier nicht möglich sein, was in anderen Bundesländern bereits Praxis ist. Das ist ein humanitäres Muss!
Nebenbei bemerkt ist dies aber auch ein Schritt Richtung Bürokratieabbau. Wenn ein Flüchtling für einen Nachmittag z.B. von Kiel nach Altenholz, von Molfsee für einen Abend nach Kiel möchte, warum muss sich damit eine Behörde befassen? Lieber sollte man die Kraft in die Integration stecken, da ist großer Nachholfbedarf.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Erdmann
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Frage zum Thema Schulen
19.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Erdmann,

Ich denke, wir sind uns einig, dass es in SH dem Bildungssystem an Chancengleichheit fehlt.
Um dies zu ändern, muss aber vorausgesetzt sein, dass Bildung komplett kostenfrei ist. Wie stehen Sie dazu, dass SchülerInnen der Oberstufe teilweise 580 Euro im Jahr allein für Busfahrten zahlen, dass sich Familien keine Nachhilfe für ihr Kind leisten können, dass teure Bücher und Materialien angeschafft werden müssen? Zweitens würde ich gerne nochmal Ihre Meinung zur Drei- bzw. (jetzt) Zweigliedrigkeit des Schulsystems hören. Mit der gymnasialen Schulzeitverkürzung ist es SchülerInnen der Regionalschulen nämlich nicht mal mehr möglich, auf ein Gymnasium zu wechseln und ein Abitur an der Gemeinschaftsschule wird damit schnell zum Abitur zweiter Klasse. Somit wird weiterhin früh über die Zukunft eines Kindes entschieden.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Anke Erdmann
1Empfehlung
25.09.2009
Anke Erdmann
Sehr geehrte Frau ,
sie sprechen einen wichtigen Punkt an - wir setzen uns auf Bundesebene für eine Kindergrundsicherung ein. Diese soll unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt werden und beträgt 330 Euro. Ausgezahlt werden soll das Geld bis die Jugendlichen 18 Jahre sind. Danach gibt es - ebenfalls elternunabhängig - eine Ausbildungsfinanzierung, die auch SchülerInnen in der Oberstufe bekommen. (Die Gegenfinanzierungsvorschläge entnehmen Sie, wenn es Sie interessiert bitte unserem Programm.)
Ich bin Verfechertin der Gemeinschaftsschule, aber ich bin mir auch sicher, dass Schulreformen nur gelingen, wenn sie mit den Schulen gemacht werden. Darum ist die Zweigliedrigkeit ein vernünftiger Ansatz. Ihre Auffasung, dass der Wechsel von einer Regional- bzw. Gemeinschaftsschule in die gymnasiale Oberstufe nicht möglich sei, teile ich nicht: Denn das Jahr für das Turboabi wird ja in der Sekundarstufe 1 eingespart. Die SchülerInnen von Regional- und Gemeinschaftssschule wären durchschnittlich nur ein Jahr älter, wenn Sie in die Oberstufe gehen. Und genau so wird es in Kiel werden: Die neuen Gemeinschaftsschulen werden größtenteils erstmal keine eigene Oberstufe erhalten - sie kooperieren aber mit verschiedene Gymnasien. Wir Grünen wollen uns aber mit der Oberstufenreform zur Profiloberstufe und auch der Umsetzung des Turbo-Abis nicht zufrieden geben: Wir setzen uns für flexiblere Wahlmöglichkeiten ein - und wir wollen, dass die Schulzeitverkürzung in der Oberstufe erfolgt: Dort soll es möglich sein, sowohl in zwei oder in drei Jahren die Oberstufe zu durchlaufen. Und in persönlichen Härtefällen, könnte es dann auch mal vier Jahre dauern. In einem flexiblen System wäre das kein Problem. Zusammen in Beratung mit den Schulen, werden wir hier nötige und mögliche Änderungen auf den Weg bringen. Entschuldigen Sie bitte, dass ich die Frage nicht eher beantwortet habe.

Freundliche Grüße
Anke Erdmann
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