Andreas Weigel (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Andreas Weigel
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Geschäftsführender Vorstand
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Zwickauer Land - Zwickau
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Sachsen
weitere Profile
(...) Aus Sicht der SPD müssen wir alles tun, damit die öffentliche Hand keine Aufträge vergibt, in deren Zusammenhang Waren gehandelt werden, die durch Kinderarbeit hergestellt worden sind und möglicherweise erst dadurch "wettbewerbsfähig" sind. Aus unserer Sicht sollten überhaupt keine Ware gekauft werden, in der Kinderarbeit steckt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Andreas Weigel
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Sicherheit
05.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Weigel,

in letzter Zeit erfreut sich das Thema "Abschaffung der Wehrpflicht" ja wieder neuer Konjunktur. Sogar in Teilen der FDP und der CDU wird offenbar über eine umfassende Reform dieser Institution nachgedacht. Abgesehen davon, dass wir in circa 50 Tagen dazu aufgefordert sind einen neuen Bundestag zu wählen, solche Töne also auch lediglich pures Wahlkampfgetöse sein könnten: Wie realistisch beurteilen sie, als ein Sozialdemokrat der sich schon lange für eine Abschaffung der Wehrpflicht stark gemacht hat, die Chancen dass eben dies auch in absehbarer Zeit eintreten kann? Zumal ja auch ihre eigene Partei sich seit Jahren um eine klare Positionsbestimmung zu diesem Thema drückt.

mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Andreas Weigel
1Empfehlung
13.08.2009
Andreas Weigel
Sehr geehrter Herr ,

in der Tat erfreut sich das Thema Wehrpflicht neuerdings eines erfreulichen Interesses. Offensichtlich stehen viele Parteien, die sich bisher stets für die Wehrpflicht stark gemacht haben, doch nicht mehr so geschlossen hinter diesem Konzept wie gemeinhin vermutet wird. Wie bereits von Ihnen angedeutet wurde, kann es sich dabei natürlich fraglos um den Bundestagswahlkampf begleitende Töne handeln, die Intensität und Breite des Diskurses gibt aber gleichwohl Grund zu verhaltendem Optimismus. Denn, dass dürften inzwischen Vertreter aller Parteien eingesehen haben, gibt es ja schlagkräftige Argumente, die für eine Abschaffung bzw. einer Aussetzung der Wehrpflicht sprechen. Stichpunktartig können hier Fragen der Wehrgerechtigkeit, der notwendigen Professionalisierung im Zuge von Auslandseinsätzen sowie die in letzter Zeit ebenfalls diskutierte verfassungsrechtliche Problematik einer allgemeinen Dienstpflicht genannt werden. Gleichwohl existiert neben den Gegnern einer allgemeinen Wehrpflicht über alle Parteigrenzen hinweg aber auch eine schweigende Mehrheit, die die Wehrpflicht als das Erfolgsmodell, das sie auch zweifelsohne ist, schätzen gelernt hat. Und auf den ersten Blick erscheint die Wehrpflicht ja auch als die kostengünstigere Variante und eben auch als das einzige Modell, das sich problemlos in einem demokratischen System verankern lässt. Aber eben auch nur auf den ersten Blick.

Ich sehe auf Grund dieser vorhandenen Vorbehalte in absehbarer Zeit
leider noch keine Möglichkeit, dass die Wehrpflicht ausgesetzt und durch ein zeitgemäßes und modernes Rekrutierungssystem ersetzt wird. Aber die aktuelle Diskussion zeigt auch, dass Potential für ein solches Umdenken durchaus vorhanden ist. Jetzt liegt es an uns Wehrpflichtgegnern Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies tue ich bereits seit langem in meiner eigenen Partei, denn ich bin der Meinung, dass eine einheitliche Position für die Abschaffung der Wehrpflicht der SPD gut zu Gesicht stehen würde.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Weigel
Ergänzung vom 17.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Auf Grund der lauter werdenden Kritiken an der Institution der Wehrpflicht besteht meiner Meinung nach dennoch die Möglichkeit, dass mit einer Aussetzung bzw. gänzlichen Abschaffung bereits in der kommenden Legislaturperiode begonnen werden kann. Die aktuelle Diskussion zeigt, dass Potential für ein solches Umdenken durchaus vorhanden ist. Jetzt liegt es an uns Wehrpflichtgegnern Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies tue ich bereits seit langem in meiner eigenen Partei, denn ich bin der Meinung, dass eine einheitliche Position für die Abschaffung der Wehrpflicht der SPD gut zu Gesicht stehen würde.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Weigel
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Kinder und Jugend
22.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Weigel

In Deutschland haben wir zurzeit den Zustand, dass 2,5 Mio. Kinder unter der Armutsgrenze leben müssen.
Es ist Fakt, dass seit Hartz 4 und der Agenda 2010, die Kinderarmut in Deutschland drastisch gestiegen ist.
Ich selbst bin bei einer Initiative aktiv die sich mit der Kinderarmut in Deutschland befasst Namens "Die Sandmänner" www.sandmaenner.com und uns ist diese Armut in Deutschland ein Dorn im Auge.

Da ich außerdem als 16-jährige Schülerin, mich auch bald mich um einen Ausbildungsplatz und um Arbeit kümmern muss, ist nun auch eine Frage die ich mir selbst stelle: "Kann ich irgendwann meine Kinder überhaupt versorgen? Kann ich ihnen eine warme Mahlzeit am Tag bieten?"
Es ist ja ebenfalls bekannt, dass in manchen Bereichen die Arbeiter weniger Gehalt monatlich haben, als ein Hartz 4 Empfänger.

Meine Frage an Sie nun wäre folgende: Wie kann ich für meine Zukunft planen, auch eine Familie ernähren zu können, ohne Angst haben zu müssen soziale Einrichtungen wie "Die Tafel" aufsuchen zu müssen?
Wie könnte man die Kinderarmut in Deutschland außerdem wieder reduzieren?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Andreas Weigel
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Andreas Weigel
Sehr geehrte Frau ,

Kinderarmut ist eines der dringendsten Probleme unseres Landes. Umso mehr ehrt Sie Ihr persönliches Engagement. Auch für die SPD handelt es sich dabei um ein außerordentlich wichtiges Thema. So haben wir bereits im vergangenen Jahr unter Beteiligung der Gewerkschaften und zahlreicher Verbände einen Aktionsplan gegen Kinderarmut erarbeitet und konnten Teile davon in der großen Koalition umsetzen. In der nächsten Legislaturperiode wollen wir Zuschüsse zum Einkommen so gestalten, dass niemand, weil er oder sie Kinder hat, in die Grundsicherung für Arbeitsuchende abrutscht. Zu diesem Zweck wollen wir den Kinderzuschlag in Verbindung mit dem Wohngeld weiterentwickeln, um erwerbstätige Eltern zu fördern. Wir wollen ein Wahlrecht zwischen Kinderzuschlag und Wohngeld auf der einen und Grundsicherung auf der anderen Seite schaffen. Mit den Verbesserungen beim Schulstarterpaket, dem einmaligen Kinderbonus und der Einführung und Anhebung des Regelsatzes in der Grundsicherung für die 6- bis-13-Jährigen haben wir viel erreicht. Wir wollen eigenständige, bedarfsgerechte Kinderregelsätze durch eine zielgenauere Bedarfsermittlung verbessern. Wir werden uns auch dafür einsetzen, dass die Regelsätze der Grundsicherung weiter regelmäßig überprüft und bedarfsgerecht anpasst werden.

Ich kann Ihre Ängste bezüglich Ihrer beruflichen Zukunft gut nachvollziehen. Viele junge Menschen stellen sich in Ihrem Alter die gleichen Fragen. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch einen gerechten Lohn für seine geleistete Arbeit verdient. Aus diesem Grund bin ich und meine Partei für die Einführung eines bundesweit einheitlichen Mindestlohns. Dieser soll gewährleisten, dass man von seiner Arbeit auch wirklich leben kann. Eine sinnvolle Orientierungsmarke erscheint für mich dabei ein Mindestlohn von 7,50€ pro Stunde.

Um jungen Menschen den Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, setzte ich mich für eine Erweiterung des Ausbildungspaktes ein: Denn unser Ziel ist es, dass zukünftig alle jungen Menschen einen Berufsabschluss oder Abitur haben. Dies streben wir beispielsweise durch eine engere Verzahnung von Schule und Ausbildungsbetrieb und durch eine Erhöhung der Ausbildungsplatzverpflichtung der Wirtschaft an.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zur Zufriedenheit beantworten und wünsche Ihnen für Ihre persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.

mit freundlichen Grüßen,

Andreas Weigel
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Andreas Weigel
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.