Sehr geehrter Herr

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in der Tat erfreut sich das Thema Wehrpflicht neuerdings eines erfreulichen Interesses. Offensichtlich stehen viele Parteien, die sich bisher stets für die Wehrpflicht stark gemacht haben, doch nicht mehr so geschlossen hinter diesem Konzept wie gemeinhin vermutet wird. Wie bereits von Ihnen angedeutet wurde, kann es sich dabei natürlich fraglos um den Bundestagswahlkampf begleitende Töne handeln, die Intensität und Breite des Diskurses gibt aber gleichwohl Grund zu verhaltendem Optimismus. Denn, dass dürften inzwischen Vertreter aller Parteien eingesehen haben, gibt es ja schlagkräftige Argumente, die für eine Abschaffung bzw. einer Aussetzung der Wehrpflicht sprechen. Stichpunktartig können hier Fragen der Wehrgerechtigkeit, der notwendigen Professionalisierung im Zuge von Auslandseinsätzen sowie die in letzter Zeit ebenfalls diskutierte verfassungsrechtliche Problematik einer allgemeinen Dienstpflicht genannt werden. Gleichwohl existiert neben den Gegnern einer allgemeinen Wehrpflicht über alle Parteigrenzen hinweg aber auch eine schweigende Mehrheit, die die Wehrpflicht als das Erfolgsmodell, das sie auch zweifelsohne ist, schätzen gelernt hat. Und auf den ersten Blick erscheint die Wehrpflicht ja auch als die kostengünstigere Variante und eben auch als das einzige Modell, das sich problemlos in einem demokratischen System verankern lässt. Aber eben auch nur auf den ersten Blick.
Ich sehe auf Grund dieser vorhandenen Vorbehalte in absehbarer Zeit
leider noch keine Möglichkeit, dass die Wehrpflicht ausgesetzt und durch ein zeitgemäßes und modernes Rekrutierungssystem ersetzt wird. Aber die aktuelle Diskussion zeigt auch, dass Potential für ein solches Umdenken durchaus vorhanden ist. Jetzt liegt es an uns Wehrpflichtgegnern Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies tue ich bereits seit langem in meiner eigenen Partei, denn ich bin der Meinung, dass eine einheitliche Position für die Abschaffung der Wehrpflicht der SPD gut zu Gesicht stehen würde.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Weigel
Ergänzung vom 17.08.2009
Sehr geehrter Herr

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Auf Grund der lauter werdenden Kritiken an der Institution der Wehrpflicht besteht meiner Meinung nach dennoch die Möglichkeit, dass mit einer Aussetzung bzw. gänzlichen Abschaffung bereits in der kommenden Legislaturperiode begonnen werden kann. Die aktuelle Diskussion zeigt, dass Potential für ein solches Umdenken durchaus vorhanden ist. Jetzt liegt es an uns Wehrpflichtgegnern Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies tue ich bereits seit langem in meiner eigenen Partei, denn ich bin der Meinung, dass eine einheitliche Position für die Abschaffung der Wehrpflicht der SPD gut zu Gesicht stehen würde.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Weigel