Andreas Popp (Piratenpartei)

Angaben zur Person
Andreas Popp
Jahrgang
1983
Berufliche Qualifikation
Diplom-Wirtschaftsmathematiker
Ausgeübte Tätigkeit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
1
Öffentliche Äußerungen
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Frage zum Thema Bildung, Kultur, Forschung und Technologie
27.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,

Wie interpretieren sie persönlich das Menschenrecht auf Freie Bildung gemäß Art. 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 und gemäß Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, (auch bezogen auf die in Deutschland erhobenen Bildungsgebühren wie zum beispiel die Studiengebühren), welche Position nehmen sie zu diesem ein, welche Schritte können aus Ihrer Sicht auf EU-Ebene konkret getan werden, um diesem Menschenrecht uneingeschränkt Geltung zu verschaffen?
Haben Sie in diesem Zusammenhang vom bundesweiten Bildungsstreik gehört und welche Position nehmen Sie zu diesem ein?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Andreas Popp
28Empfehlungen
28.05.2009
Sehr geehrter Herr ,

freies Wissen und freie Bildung ist eine der Kernforderungen der Piratenpartei und wir stimmen dort mit der Erklärung der Menschenrechte überein, dass dieses Recht jedem Menschen zusteht. Aus diesem Grund lehnen wir Studiengebühren auch kategorisch ab. Hier schließe ich mich der Parteimeinung voll und ganz an.

In wie weit es möglich ist, von europäischer Ebene auf die Studiengebühren einzuwirken, müsste noch geklärt werden. Da das Bundesverfassungsgericht sogar dem Bund diese Kompetenz bereits abgesprochen hat, sind die Möglichkeiten natürlich begrenzt. Fürs erste halte ich es für bedeutend, Artikel 14 der Grundrechte-Charta der EU hierhingehend so zu ändern, dass dieses Grundrecht nicht nur den Pflichtschulunterricht umfasst. Erst wenn dieses Politikum (neben vielen anderen) aus der Charta entfernt ist, ist diese überhaupt beschlussfähig. Ein klares Bekenntnis zu freier Bildung in der Grundrechte-Charta der EU, könnte so auch eine gerichtliche Klärung der Bildungsgebührenfrage vor dem EuGH ermöglichen.

Vom Bildungsstreik habe ich einiges gehört. Ein Mitglied der parteiinternen Arbeitsgruppe Bildung ist in diesem Bereich sehr aktiv und versorgt mich mit Informationen. Da mein Studium auch noch nicht lange her ist und ich deswegen selbst im Bilde bin, wie die Zustände sind, kann ich diesen Protest nur begrüßen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Wirtschaft
28.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,

die Piratenpartei tritt dafür ein, intellektuelle Eigentumsrechte abzuschaffen, so dass Daten (Musik, Filme usw.) frei verfügbare Güter zu werden - so wie es ihrer Natur entspricht, denn Daten sind nun einmal kopierbar.

Also muss die Wirtschaft in Bezug auf Daten anders funktionieren als in Bezug auf knappe (materielle) Güter. Wie kann das funktionieren?

Wie können Musiker, Erfinder usw. gerecht entlohnt werden?

Ich könnte mir vorstellen, dass in einer Gesellschaft, wo es z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle gibt, die Freude am Schaffen, Ruhm und Ehre usw. als Motivation für Kulturschaffende ausreichen würde. Dazu kämen freiwillige Spenden und Gagen für Konzerte und Vorträge.

Was ist Ihre Vision?

Mit freundlichen Grüßen,
.
Antwort von Andreas Popp
34Empfehlungen
01.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

die Antwort auf ihre Frage würde ich gern in zwei Teile gliedern.

1.) "geistiges Eigentum”

Das Eigentum ist ein Prinzip für knappe Güter ("Du sollst nicht stehlen"). "Geistiges Eigentum" ist also kein Eigentum im eigentlichen Sinne. Es ist aber im allgemeinen Interesse, dass die Schaffenden eine Vergütung für ihre Arbeit erhalten, auch wenn sie keinen echten Eigentumsanspruch an "ihrem" Werk haben.

Grundsätzlich ist es allerdings nicht die Aufgabe des Staates, eine Vermarktungsstrategie per Gesetz abzusichern, sondern die der Schaffenden selbst. Der Staat (und damit die Politik), kann nur dort eingreifen wo er keine Grundrechte verletzt und muss gleichzeitig verschiedene Interessen abwägen. Dabei muss sich das Vermarktungsmodell der Schaffenden aber an die Gesetze anpassen, nicht umgekehrt.

Dies sehen wir derzeit nicht gegeben. Im privaten Bereich lassen sich die bisherigen künstlichen Monopole nur durch Kriminalisierung und tiefgreifende Überwachung der Bürger realisieren. Gleichzeitig wird bei der Abwägung das Interesse der Allgemeineinheit zur Weiterentwicklung der Werke sträflich vernachlässigt. Z.B. erleben die meisten nicht mehr, dass ein Musikstück aus ihrer Jugend gemeinfrei wird.

So fordern die Piratenparteien europaweit z.B. die Laufzeiten des Urheberrechts deutlich zu verkürzen und es ausschließlich auf den kommerziellen Bereich zu begrenzen.

2.) Alternativen zur künstlichen Verknappung

Wenn ich also hier nun die Alternativen aufzähle, so möchte ich darauf hinweisen, dass diese noch nicht längst der Weisheit letzter Schluss sind, da es nicht meine Aufgabe als Politiker ist diese zu verfeinern, sondern die der Content-Anbieter selbst.

Grundsätzlich muss man also lediglich einen Monetarisierungsweg finden, der davon unabhängig ist, die Verbreitung von Kopien zu kontrollieren. Im Musikbereich könnte dies z.B. mit Live-Konzerten passieren, bei Filmen mit dem Kino. Bei beidem handelt es sich um soziale Events, dass heißt die Preissensitivität der Leute ist nicht so groß. Man bezahlt ja auch 3 Euro für eine Halbe Bier in der Wirtschaft. Und beides lässt sich auch bequem mit einem verkürzten, rein kommerziellen Urheberrecht umsetzen. Konzertveranstalter verzeichnen z.B. auch rasante Gewinne. So konnte die niederländische Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra (was nicht heißen soll, dass wir das Modell "Verwertungsgesellschaft" gut finden) z.B. vor kurzem ein dickes Plus verzeichnen, trotz eines großen Einbruchs beim Verkauf physischer Tonträger. Alles Dank der Konzerttantiemen.

Wie es grundsätzlich geht, zeigt auch Open Source Software. Viele Leute verdienen ihr Geld damit. So basiert das Internet zum Großteil auf freier Software. Linux, Apach, MySQL und PHP (kurz LAMP) bilden z.B. die Grundlage der meisten Webauftritte. Und da es genug Leute gibt, die ein Interesse in der Funktionstüchtigkeit dieser Software haben, wird sie auch stets weiterentwickelt.

Eine andere Alternative wäre noch die Leistung des Schaffenden direkt als Dienstleistung anzubieten, z.B. im Modell "Stephen King".

Wir glauben also, dass es gar nicht notwendig ist ein Alternativgesetz zum sog. "geistigen Eigentum" anzubieten. Das heißt nicht, dass Ihr Vorschlag ein BGE einzuführen die Sache nicht vereinfachen würde. Aber wir sehen es als wichtig an, diese beiden Sachverhalte dennoch getrennt zu betrachten.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Agrarpolitik
31.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,
eine Frage zur Agrarpolitik.
Momentan gibt es zwei gegensätzliche Richtungen, in die aus Sicht der landw.- berufsständischen Verbände politisch agiert werden kann. Einmal die Richtung des traditionellen Bauernverbandes und einmal die Richtung des relativ jungen Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter. Sie werden in den Medien sicherlich die eine oder andere Auseinandersetzung mit der etablierten Politik beobachtet haben.
Welche Ansichten haben Sie und ihre Partei zu diesem Thema Agrarpolitik, Ernährungssouveränität, Industrialisierung der Landwirtschaft, usw.?
Im Prinzip würde eine kurze Antwort genügen, nämlich welche grundsätzliche Richtungsentscheidung von welchem Agrar-Verband Sie unterstützen werden.
Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus
Antwort von Andreas Popp
19Empfehlungen
02.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich hab die Spannungen zwischen den beiden Verbänden, die Sie erwähnen, in der Tat in den Medien verfolgt. Ich sehe diesen "internen" Zwist aber mit anderen Augen.

Bisher habe ich die Bauern als gut organisierte Mitstreiter im Kampf gegen Genpatente erlebt. Immerhin sind sie es, die von patentiertem Saatgut und Tiergenen betroffen sind. Ich glaube dieser aktuelle Streit dient nur Unternehmen wie der berüchtigten Monsanto-Gruppe. Anstatt also eine Line zu bevorzugen, hoffe ich, dass beide Seiten aufeinander zugehen und dieser Streit schnell beendet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
05.06.2009
Von:

Hallo Herr Piratenkandidat,

nutzen Sie bereits den erhöhten Datenschutz oder weshalb gibts kein Bild von Ihnen?

Piraten haben doch eigentlich immer Kohle.

Es grüßt

Antwort von Andreas Popp
11Empfehlungen
06.06.2009
Hallo ,

*lach* da hat kandidatenwatch ja schon ganz andere Fragen ausmoderiert. Aber ich versteh sie ja, die wollen ja auch von was leben ;)

Aber es tut uns leid, zur Zeit müssen wir noch jeden Pfennig zwei mal umdrehen. Ein Bild von mir gibts auf unserem Wahlkampfportal: piratenpartei.net

Gruß
Andreas
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Ihre Frage an Andreas Popp
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