Andreas Popp (Piratenpartei)
Kandidat Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Andreas Popp
Jahrgang
1983
Berufliche Qualifikation
Diplom-Wirtschaftsmathematiker
Ausgeübte Tätigkeit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
1
(...) Bisher sind mir Modelle mit negativer Einkommenssteuer einleuchtender. (...)
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Frage zum Thema EU-Finanzpolitik / Währungsunion
14.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,

ich bin durch Ausführen des Wahl-O-Mats für die Europawahl auf Ihre Partei "Die PIRATEN" aufmerksam geworden.

Wie steht die PIRATEN-Partei zum Austritt Deutschlands aus der EU und ausserdem zur Wiedereinführung der Deutschen Mark und somit der Abschaffung des Euros in Deutschland?

Vielen Dank für die kommende Antwort!

Mit freundlichem Gruß,
Antwort von Andreas Popp
44Empfehlungen
18.05.2009
Sehr geehrter Herr ,

die PIRATEN setzen sich für einen tiefgreifenden Wandel für mehr Demokratie, Transparenz und Bürgerrechte in Europa ein. Um einen solchen Wandel zu erreichen, ist eine Mitgliedschaft Deutschlands natürlich Voraussetzung. Wir lehnen einen Austritt aus der EU deshalb ab. Nicht zuletzt auch, weil die Piratenpartei kein deutsches Phänomen ist, sondern eine internationale Bewegung. Gerade in Europa haben wir viele Schwesterparteien.

Eine Wiedereinführung der D-Mark halten wir auch nicht für praktikabel. Die Währungsreform ist schon lange vollzogen und eine erneute Umstellung würde lediglich hohe Kosten verursachen, aber keinen echten Nutzen bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Gesundheit
19.05.2009
Von:

Welchen Standpunkt vertritt die Piratenpartei zum Thema Drogen und Prohibition?
Ist die Piratenpartei für oder gegen eine Cannabis-Entkriminalisierung?

Wie sieht es mit anderen legalen und illegalen Drogen aus?
z.B. Rauchverbot in Gaststätten, Alkohol und Jugendliche, Heroin auf Krankenschein etc.?
Antwort von Andreas Popp
21Empfehlungen
24.05.2009
Sehr geehrter Herr ,

auch zu diesem Thema finden gerade Meinungsbildungsprozesse in der Partei statt, die leider noch nicht abgeschlossen sind. Die grundsätzliche Stimmung lässt sich glaube ich so beschreiben, dass wir bei sog. weichen Drogen mehr auf die Mündigkeit der Bürger vertrauen, als auf Verbote. Auch beim Rauchverbot in Gaststätten ist diese Stimmung zu bemerken, wenn auch noch deutlich unentschlossener. Ich selbst bin ein Befürworter von Nichtraucherschutz in Gaststätten.

Bei Jugendlichen steht das natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Es ist ein sehr schmaler Grat. Dabei ist eine Entmündigung von Jugendlichen mit dem Spruch "Alles unter 18 ist Kind" genauso verfehlt, wie einfach nur zuzusehen, wenn sich Jugendliche ins Koma saufen. Wichtig ist dabei vor allem zu bedenken, dass Erziehungsmaßnahmen eine entscheidende Rolle dabei spielen. Allerdings sind diese eigentlich Aufgabe der Eltern, nicht des Staates.

Die Frage in wie weit sich aus diesem Meinungsbild tatsächlich eine offizielle Parteimeinung herauskristallisiert, kann ich noch nicht beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
26.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,

auf der Homepage ihrer Partei bin ich auf die Forderung, Polizisten mit Nummern zu kennzeichnen, gestoßen. Eine Forderung, die ich sehr unterstütze, da eventuelle Fehlverhalten von Polizisten oft nur schwer verfolgbar sind.
In einem Bericht des NDR-Magazins "Panorama" wurde darüber hinaus berichtet, dass Polizisten die Strafverfahren gegen Kollegen oftmals behindern. Dies lässt sich möglicherweise an dieser Statistik ablesen: Im Jahr 2007 wurden in Berlin 1834 Anzeigen gegen Polizisten gestellt, von denen gerade mal 3 (!) zu einer Verurteilung geführt haben.
Meine Frage ist jetzt: Würden sie grundsätzlich - auch wenn es nicht in ihrem Machtbereich liegen sollte - die Einrichtung einer Unabhängigen Polizeikommission befürworten, wie es in anderen europäischen Ländern schon üblich ist. Diese Kommission wäre eben mit der Kontrolle der polizeilichen Arbeit betraut.

Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus
Antwort von Andreas Popp
16Empfehlungen
27.05.2009
Sehr geehrter Herr ,

die Forderung nach einer klar sichtbaren Nummer, geht vor allem auf Polizisten bei Demonstrationen zurück. Die Beamten sind dort in großen Gruppen organisiert, was die Identifizierung von sich falsch verhaltenden Einzelnen deutlich erschwert.

Die Frage nach der Kontrolle der Polizei als Teil der Exekutiv-Gewalt steht auf einem anderen Blatt. Grundsätzlich steht jedem Bürger der Rechtsweg gegen die Polizei, nach dem Rechtsstaatsprinzip, offen. Dabei ist es natürlich nicht sinnvoll, die Ermittlungen durch die Polizei selbst durchführen zu lassen. Allein die Zugehörigkeit zur selben Behörde, würde Ermittler und Tatverdächtige "ins selbe Boot" setzen, könnte der Spieß doch auch genauso gut andersherum gedreht sein.

Die Ermittlung liegt zunächst grundsätzlich in den Händen der Staatsanwaltschaften. Diese müssen sich allerdings der Hilfe von Ermittlungspersonen bedienen, üblicherweise der Polizei. Soweit ich im Bilde bin, gibt es keine andere Behörde, die im Auftrag der Staatsanwaltschaften Ermittlungen mit Hoheitsrechten betreiben könnte. Aus diesem Grund scheint mir der Einsatz einer Spezialbehörde durchaus sinnvoll, auch wenn dabei natürlich einige Details zu klären wären. Im Ausland scheint es durchweg positive Erfahrungen zu geben.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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Frage zum Thema Wirtschaft
26.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Popp,

mit großem Interesse habe ich die Homepage Ihrer Partei gelesen, doch leider musste ich feststellen, dass dort recht wenig Veröffentlichungen zu Ihrer Wirtschaftspolitik vorliegen. Daher habe ich mich entschlossen, folgende Frage hier direkt an Sie zu richten.
Wie Sie sicherlich wissen steuern wir der Zeit auf eine Weltwirtschaftskrise zu, die sicherlich auch negative Auswirkungen auf die EU haben wird. Deutschland wird von dieser Krise vermutlich besonders stark getroffen werden, da es ein Land ist, das sehr stark vom Außenhandel geprägt ist. Im Verlauf der Wirtschaftskrise sind bisher der Kurs des US-Dollars gesunken und der Kurs des Euros gestiegen, was zu einer erhöhten Differenz führt und unsere Waren für Länder außerhalb der EU, beispielsweise Amerika, teuer werden lässt. Dies wird über kurz oder lang dazu führen, das der Export in Deutschland stark zurückgehen und die wirtschaftliche Situation in Deutschland deutlichverschlechtert wird. Meine Frage hierzu ist nun, wie die Piratenpartei diesem entgegen wirke, wenn sie bei der Wahl gut abschneiden würde.
Antwort von Andreas Popp
26Empfehlungen
27.05.2009
Sehr geehrter Herr ,

dass Sie noch nicht viel über unser Wirtschaftsprogramm gelesen haben verwundert mich nicht. Die Piratenpartei versteht sich grundsätzlich als Themenpartei mit den Schwerpunkten "Digitale Gesellschaft", "Bürgerrechte" und "Immaterialgüterrechte". Der Themenkomplex der Wirtschaftspolitik ist gewaltig und nicht selten eher von glaubensähnlichen Strukturen als harten Fakten beherrscht. Dies macht eine Meinungsbildung in einer Partei, die kein gemeinsames Fundament auf diesem Gebiet hat sehr schwierig. Genauso ist die Vorstellung einer Gesamtstrategie in diesem Rahmen natürlich unmöglich.

Deswegen möchte ich meine Ausführungen zunächst auf einen Aspekt beschränken, der typisch für die Politik der PIRATEN ist und deshalb wohl von den anderen Parteien noch nicht bedacht wurde.

Ein grundsätzlicher Aspekt des Wirtschaftswachstums ist der Fortschritt. Wenn überhaupt kann nur dieser langfristiges Wachstum ermöglichen. Dies bedeutet zum einen, dass wir gut ausgebildete Menschen brauchen. Gleichzeitig wäre es aber auch wichtig, Fortschrittshemmnisse abzubauen. Die beiden bekannte US-Ökonomen Boldrin und Levine haben gefordert, jetzt in der Krise mehr zu wagen und das Urheberrechts- und Patentwesen radikal zu liberalisieren um Wachstum anzuregen.

Die Idee die dahinter steckt, schildern sie eindrucksvoll in ihrem Werk "Against Intellectual Monopoly"[1]. Darin erklären sie auch ausführlich, warum "Geistiges Eigentum" kein notwendiges, sondern ein überflüssiges Übel ist.

Die Piraten kämpfen seit ihrer Gründung zusammen mit allen Schwesterparteien für eine Lockerung von Immaterialgüterrechten. Somit kann ich mich hier den Ausführungen von Boldrin und Levine eigentlich nur beherzt anschließen.

Was den von Ihnen angesprochenen Aspekt des Internationalen Handels bzw. des Währungsrisikos angeht, so kann ich lediglich aus meiner Vorbildung als Wirtschaftsmathematiker zehren. Dies bedeutet, es handelt sich hierbei auch nur um meine persönliche Meinung.

Ein Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar, scheint vor dem Aspekt, dass die EZB primär das Ziel der Geldwertstabilität verfolgt schwierig. Ich denke es wäre deswegen sinnvoller, den großen, währungsrisikolosen Binnenmarkt zu nutzen, den die Währungsunion bietet. Gerade die Fixierung auf die USA, eine Volkswirtschaft die seit langem mehr konsumiert als sie produziert, war ja ein Grund der Krise.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp

[1] Wenn Sie des Englischen mächtig sind, können Sie das Werk kostenlos herunterladen unter:
www.dklevine.com
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
27.05.2009
Von:

S.g. Herr Popp,

um eine wirkliche Demokratie in Europa zu legitimieren, müsste m.E. eine gesamteuropäische Wahl stattfinden - nur das wäre EUROPA.

Dazu müsste jeder Bürger d. europ. Gemeinschaft das gleiche Wahlalter haben und die Möglichkeit:

1. am gleichen Tag unter gleichen Bedingungen zur Wahl zur gehen;

2. jeden Kandidaten, der sich zur Wahl stellt wählen zu können und eben NICHT nur die (selbstherrlich auftretenden) nationalen Parteien, die ihre "bad-boys/girls" (untragbaren Politiker) auslagern wollen, um sie zu Lasten der EU alterszuversorgen; (es zählt schließlich der EUROPA Gedanke und nicht die Abschiebemöglichkeit!)

Zusätzlich ist die momentan geltende jurist. Immunität auf LEBENSZEIT von Beamten der Europ. Union schlichtweg eine Frechheit im Hinblick auf den RECHTSGRUNDSATZ JEDER DEMOKRATIE, dass JEDERMANN vor dem Gesetz GLEICH ist und die Europ. Union setzt sich immerhin aus lauter Demokratien zusammen, so dass die Angst vor einer manipulierten Justitia unbegründet ist.
Abschaffung der jurist. Immunität wäre also meine Forderung als Bürgerin der Europ. Union oder ist Europa inzwischen ein Kastensystem?

Wie sehen Sie das?

mit freundlichen Grüßen,
B.
Antwort von Andreas Popp
19Empfehlungen
27.05.2009
Sehr geehrte Frau ,

zu Ihrem ersten Punkt kann ich sagen, dass sich die Piratenpartei klar für gleiche und geheime Wahlen einsetzt. Allein die Tatsache, dass es komplett unterschiedliche Wahlsysteme in jedem Mitgliedsland gibt, ist uns ein Dorn im Auge. Da die Piratenpartei eine internationale Bewegung ist, sehen wir natürlich auch eine nationenübergreifende Wahl als eine gute Idee. Allerdings muss man auch sagen, dass es eine grundsätzliche Frage des Föderalsystem der Union ist, die sich nicht nur anhand von Wahlen allein festmachen lässt. Nichts desto trotz, muss diese Frage geklärt werden und wir würden ein europaweit einheitliches Wahlsystem sehr begrüßen.

Zu ihrem zweiten Punkt möchte ich grundsätzlich erst einmal betonen, dass ich das Prinzip der Immunität für Angehörige der Regierung, insbesondere der Parlamente, aufgrund der Gewaltenteilung grundsätzlich als durchaus positiv erachte. Die Frage ist aber natürlich, wo die Grenzen sind. Die EU-Beamten haben nur Immunität bezüglich ihrer Amsthandlungen, keine umfassende wie Abgeordnete. Dies ist ein positiver Aspekt. Dann allerdings frage ich mich, wozu brauchen sie diese? Die nationalen Beamten haben auch nie Immunität genossen. Und die Kommission ist keine "europäische Regierung", auch wenn sie es wohl gerne wäre.

Die Immunität kann allerdings auch durchaus aufgehoben werden. Was bei Bundestagsabgeordneten der Immunitätsausschuss macht, macht bei EU-Beamten die Kommission. Leider ist das Verfahren der Aufhebung in meinen Augen zu intransparent. Ich konnte ohne großen Aufwand bist jetzt nicht wirklich feststellen, wer genau die Entscheidung über die Aufhebung trifft. Ich denke, wenn man schon an der Immunität festhält, dann müsste hier dringend nachgebessert werden, um eine schnelle, transparente und unbürokratische Aufhebung der Immunität im Ernstfall sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Popp
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