Andrea Nahles (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Andrea Nahles
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin (M.A.)
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Ahrweiler
Landeslistenplatz
4, Rheinland-Pfalz
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Es ist in der Tat wichtig, dass durch diese Zusammenlegung die bisherigen Sozialhilfebezieher rentenversicherungspflichtig geworden sind. Das ist keineswegs lächerlich, denn dadurch kann ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente aufrecht erhalten werden und es kann (schon nach sechs Monaten Versicherungspflicht!) ein Anspruch auf Rehabilitationsleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,

seitdem Sie in das höchste Establishment der Partei aufgestiegen sind, antworten Sie auf Fragen kaum noch oder verschanzen sich hinter den Parteitagsbeschluss. Ich erinnere mich, dass Sie sich früher auch schon mal nach Ihrem Gewissen unter Hinweis auf Artikel 38 Abs. 1 GG entschieden haben.
Wenn über den weiteren Auslandseinsatz der Bundeswehr abgestimmt wird, wie werden Sie sich da verhalten?

Meine Frage:
Parteiräson oder Gewissen?

MfG
Antwort von Andrea Nahles
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16.11.2007
Andrea Nahles
Sehr geehrter Hans Jacobsen,

ich bemühe mich immer persönlich, alle Fragen auf abgeordnetenwatch zu beantworten. Dies hat sich auch nach meiner Wahl zur Stellvertreterin nicht geändert. Vielleicht darf ich Sie darauf hinweisen, dass sich jedoch mein Terminkalender im erheblichen Maße noch einmal verändert hat. Gestatten Sie mir, dass ich statt nachts vor meinem Laptop zu sitzen, auch lieber mal schlafe, denn dieses Forum bearbeite ich meistens am Abend oder in der Nacht, da ich am Tag nicht dazu komme.

Ich habe für eine weitere Mandatierung des Auslandseinsatzes der Bundeswehr gestimmt. Zu dieser Entscheidung stehe ich und möchte Sie gleichzeitig darauf hinweisen, dass ich immer deutlich gemacht habe, dass eine kritische Evaluierung solcher Einsätze notwendig ist. Ich möchte Sie deswegen ausdrücklich auf unseren Entschliessungsantrag vom Hamburger Parteitag "Eigenverantwortung stärken - internationale Verpflichtungen einhalten - Strategie anpassen" verweisen. (zu finden unter: www.parteitag.spd.de )

Beste Grüße
Andrea Nahles
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.11.2007
Von:
Tim

Sehr geehrte Frau Nahles,

in Ihrer Antwort vom 14.11.2007 (bezüglich Demokratie und Bürgerrechte) sprechen Sie von "demokratischen und wohlhabenden Strukturen". Mal abgesehen davon, dass die wohlhabenden Strukturen Millionen von armutsgefährdeten und -betroffenen Menschen, darunter um die 2 Millionen Kinder, nicht erreichen, warum sollte es keine demokratische Willens- und Meinungsäußerung darstellen, KEINE der zur Wahl stehenden Parteien und/oder Personen zu wählen, d. h. aktiv nicht zu wählen? Entspringt Ihre Ablehnung dieser Willenserklärung etwa der Angst, dass viele, gar die Mehrheit der Wähler, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen könnten (was ich indes gar nicht annehme)? Und würde diese Angst nicht geradezu Ihre eigene Einschätzung Ihrer Politik als bürgerfern, unverständlich und unverbindlich belegen? Oder würde diese Möglichkeit der Willenserklärung, aktiv Parteien/Personen NICHT zu wählen nicht vielleicht sogar dazu führen, dass sich Politiker verstärkt um bürgernahe, verständliche und verbindliche Politik bemühen würden, was der Nichtteilnahme der immer größer werdenden Zahl der sogenannten Nichtwähler an der Demokratie entgegenwirken würde?
Vielen Dank.
Antwort von Andrea Nahles
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17.11.2007
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

ich denke, dass ich meine Position in der von Ihnen erwähnten Antwort deutlich gemacht habe. Mir geht es nicht darum, aktiv nicht wählen zu fördern, sondern Nichtwählerinnen und -wähler wieder zum wählen zu gewinnen. Aus diesen Gründen denke ich auch nicht darüber nach, ob viele davon Gebrauch machen würden. Das ist nicht mein Ansatz.
Wenn ich Angst vor der Kritik an der SPD oder meiner Politik hätte, würde ich sicher nicht Politikerin sein. Es gibt in einer Demokratie keine Partei, die einem 100% entspricht, aber ich bemühe mich grundsätzlich um "bürgernahe, verständliche und verbindliche Politik", das zeigt, denke ich, u.a. auch meine regelmäßige Beantwortung der Fragen in diesem Forum. Im Übrigen wird wieder jeder etwas Anderes unter bürgernaher, verständlicher und verbindlicher Politik verstehen. Was für den Einen gute Politik, muss für den Anderen noch lange nicht richtig sein. So ist Demokratie.

Gruß
Andrea Nahles
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Frage zum Thema Sicherheit
14.11.2007
Von:

Sehr gehrte Frau Nahles,

Auf Ihrer Webseite ist eine persönliche Erklärung des Abgeordneten Christoph Strässer zum Regierungsentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung zu lesen. Zu dieser von Christoph Strässer (MdB) veröffentlichten Erklärung heisst es, dass diese Erklärung u. A. von Andrea Nahles, MdB, mitgetragen wird.

Können Sie mir bitte auflisten, wer zu "u. A." gehört?

Vielen Dank!
Antwort von Andrea Nahles
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16.11.2007
Andrea Nahles
Sehr geehrte Frau ,

neben meinen Kollegen Niels Annen und Christoph Strässer haben ca. weitere 40 Abgeordnete der SPD diese Erklärung unterschrieben. Sie werden verstehen, dass ich unmöglich alle Namen hier auflisten kann. Ich gehe davon aus, dass Sie diese Erklärung samt Namen im Internetangebot des Deutschen Bundestages finden werden.

Beste Grüße
Andrea Nahles
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,

in Ihrer Antwort auf die Frage von Neumann ( www.abgeordnetenwatch.de ), warum Abgeordnete nicht überwacht werden sollen, schreiben Sie:
"Aber die Abgeordneten geniessen Immunität, weil sie in einer Demokratie frei ihr vom Volk gegebenes Mandat ausüben sollten."

Wie verträgt sich dass mit Ihrer Entscheidung für die Vorratsdatenspeicherung zu stimmen, obwohl Sie schwere Bedenken haben, die Sie ja auch zu Protokoll gegeben haben? Haben Sie hier eben genau nicht Ihr Mandat frei ausgeübt, sondern sich der Fraktion - und nicht dem Volk! - gebeugt?

Weiter schreiben Sie:
"Es hat genügend Repressalien gegeben und Diktatur in Deutschland und es gibt sie in anderen Ländern auch."

Genau damit formulieren Sie die Befürchtung von vielen Bürgern, die sich gegen die Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, etc. pp, wehren und sogar bei schlechtestem Wetter, unter der Woche und kurzfristig mit über 10000 Personen deutschlandweit für Freiheit und gegen den Überwachungswahn demonstrieren. Allein schon der immer wieder verwendete Begriff einer "Stasi 2.0" drückt die Angst der Bürger sehr gut aus.
Gerade vor diesem Hintergrund finde ich den Hitler-Vergleich von Innenminister Schäuble, der ja auch zu Ihrer Regierung gehört, als sehr bedenklich:
"Wir hatten den ´größten Feldherrn aller Zeiten´, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten" ( www.taz.de )

Was halten Sie von dieser Aussage?

Mit freundlichen Grüßen,
C.
Antwort von Andrea Nahles
2Empfehlungen
17.11.2007
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

ich habe in diesem Forum meine Positionen zur Vorratsdatenspeicherung deutlich gemacht. Ich habe eine Erklärung mit anderen Abgeordneten meiner Partei unterschrieben, die offensichtlich nicht Ihre Meinung trifft. Das ist ihr gutes Recht. Ich bin mir der Sensibilität dieses Themas sehr bewusst und bürgerliche Freiheitsrechte sind mir, wie allen anderen, die mir zu diesem Thema in diesem Forum schreiben, genauso wichtig. Mir Anderes zu unterstellen, weise ich zurück! Verantwortung habe ich überdies noch nie gescheut und wurde oft dafür gescholten, denn Verantwortung übernehmen, schließt regieren zu wollen ein!
Darüber hinaus möchte ich auch mal Eines klarstellen: Die Vorratsdatenspeicherung mit Stasimethoden gleichzusetzen, wie es auch hier auf abgeordnetenwatch mehrfach geschehen ist, ist m. E. ein Schlag ins Gesicht der wirklichen Opfer der Staatssicherheit. Diese mussten um ihr Leben fürchten, wurden in Gefängnissen psychisch wie physisch gefoltert und leiden oft heute noch unter den Folgen. Das mit einem Gesetz, das auch auf Grundlage von EU Beschlüssen formuliert wurde, gleichzusetzen, ist unangebracht.

Andrea Nahles
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Frage zum Thema Arbeit
14.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort zum Thema ALG I. Leider verstehe ich sie nicht ganz:
Wie wollen Sie denn älteren Arbeitnehmern länger ALG I zahlen, ohne Jüngere und/oder die Allgemeinheit zu belasten? Woher soll das Geld denn kommen? Und auf welcher rechtlichen Grundlage soll den Älteren mehr Geld gezahlt werden und nicht z. B. Eltern mit Kindern?
Antwort von Andrea Nahles
1Empfehlung
16.11.2007
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

ich bleibe dabei, es ist immer falsch, Generationen oder Gruppen gegeneinander auszuspielen. Aus diesen Gründen ist das für mich keine Frage des "wie", sondern eine grundsätzliche Herangehensweise. Die BA wird z.B. 500 Mio. € für zusätzliche Maßnahmen zur Integration Älterer bereitstellen und wer Anspruch auf verlängertes Alg 1 hat, bekommt einen Eingliederungsgutschein. Dieser ist entweder gekoppelt mit einem konkreten Arbeitsangebot oder mit dem Auftrag, sich um dessen Einlösung zu bemühen. Gelingt die Einlösung nicht, erhält der Arbeitslose das verlängerte Arbeitslosengeld. Die rechtlichen Grundlagen finden sich in den Sozialgesetzgebungen.
Und natürlich müssen auch Eltern mit Kindern gut unterstützt werden. Auf diesen Satz werden die Nächsten reagieren und sagen, aber noch dringender benötigen Alleinerziehende Unterstützung. Und auch dieser Einwand wäre richtig. Es geht also letztlich um Gesamtlösungen und -strategien, die sich an dem Lebensweg des Individuums orientieren und nicht immer nur um den Blick auf eine Gruppe.

Beste Grüße
Andrea Nahles
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