Wolfgang Wieland (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Wolfgang Wieland
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt, Senator a.D., Bürgermeister a. D
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Mitte
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Berlin
weitere Profile
(...) Scharfe Waffen, sowie Gas- und Schreckschusswaffen, sind bereits gesetzlich reglementiert, die jetzige Änderung des Waffenrechts zielt auf den noch unreglementierten Bereich der Anscheinswaffen, vor allem der Soft -Air-Versionen scharfer Waffenmodelle. Natürlich werden gesetzliche Regelungen auch übertreten, aber das ist kein Argument, auf sie zu verzichten – und darauf läuft ihre Forderung hinaus. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage vom 6. 2. 2009 bezüglich der Rentenberechnung für ehemalige DDR - Flüchtlinge.
Ihre Einschätzung des Lösungsvorschlages der FDP (das Ziel ist richtig, aber der Weg ist falsch) trifft den Nagel auf den Kopf.

Die "Interessengemeinschaft ehemaliger DDR-Flüchtlinge e.V." besteht darauf, daß der status quo ante wieder herzustellen ist. Weder im Einigungsvertrag noch im RÜG gibt es einen Hinweis darauf, daß die Rentenanwartschaften nach FRG der bereits eingegliederten Bundesbürger zu löschen sind. Das in der Praxis von der DRV Bund so verfahren wird, ist ein illegaler Verwaltungsakt und vom Bundestag so niemals beschlossen worden. Das RÜG gilt auschließlich für die Bürger des Beitrittsgebietes. Die ehemaligen DDR-Flüchtlinge, die vor dem 18. Mai 1990 ihren festen Wohnsitz hatten, waren das zu keinem Zeitpunkt.
Meine Frage: Ist das auch der Standpunkt der Grünen oder gibt es andere Lösungsansätze für dieses Problem?
Wie ist der augenblickliche Stand der Bearbeitung?

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichem Gruß´

Antwort von Wolfgang Wieland
26Empfehlungen
31.03.2009
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

einen abgeschlossenen Diskussionsstand der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen gibt es noch nicht, aber deutliche Sympathien für Ihre Position. Soweit ich die vielfältige Post zu der Problematik überblicke, gibt es noch keine bundesgerichtliche Klärung, bzw. das Bundesozialgericht hat meines Wissens noch keine Klagen zugelassen. Die Frage, ob die Praxis der Deutschen Rentenversicherung - wie ich meine - rechtswidrig ist oder nicht, bleibt damit vorerst letztinstanzlich offen. Sollten die Gerichte als Dritte Gewalt bei der Auslegung der Rechtslage aber endgültig zu einer anderen Ansicht als Sie und ich gelangen, muss man das im Rechtsstaat akzeptieren.

In diesem Fall bedarf es einer Gesetzesänderung, um zu einer angemessenen Rente zu kommen. Meine Unterstützung dafür haben Sie. Die jetzige Praxis widerspricht dem Vertrauen, das Menschen berechtigterweise in Zusagen der damaligen Bundesregierung gesetzt haben.

Mit meiner Stimme allein ist aber weder eine Mehrheit in der Fraktion von Bündnis 90/ Grünen noch eine Mehrheit im Bundestag selbst gesichert. Die Zustimmung zu einem finanzintensiven Gesetz in Zeiten der Finanzkrise zu erhalten, wird schwierig werden. Auch wenn die Betroffenen auf eine angemessene Rentenzahlung vertraut haben - mit Blick auf eine bundesgerichtlich bestätigte Rechtsprechung könnte der Vorwurf der Ungesetzlichkeit nicht mehr erhoben werden.

Für eine Gesetzesänderung im Konsens kann ich mir aber einen Weg vorstellen. Wenn schon an die Situation vor der Ausreise aus der DDR angeknüpft wird, sollte man die tatsächlichen DDR-Einkommen für die Rentenberechnung zu Grunde legen, statt an die nicht geleisteten, weil flucht- oder ausreisebedingt nicht leistbaren Rentenzahlungen in die FZR anzuknüpfen. Hier muss das Prinzip greifen: Gleiche Erwerbsbiografie - gleiche Rente. Es muss so sein, dass ein 1989 ausgereister oder geflohener Arbeitskollege für die in der DDR absolvierten Erwerbsjahre genauso behandelt wird, wie sein in der DDR verbliebener Kollege. Notfalls müsste die Zahlung in die FZR fingiert werden.

Sie sehen: Kritisieren ist leicht. Selber tragfähige Lösungen vorzubringen, ist schwerer. Aber ich bleibe an der Problematik dran. auch in der neuen Wahlperiode!

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Soziales
26.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

ich habe gerade Ihre Antwort vom 24.2. zu einer Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen gelesen. Dazu möchte ich anmerken, dass ich relativ entsetzt bin, dass Sie immer noch von einer "Utopie" sprechen, was die Finanzierung betrifft.
Deshalb meine Fragen:
1. Kennen Sie beispielsweise noch nicht den durchgerechneten Vorschlag des Ministerpräsidenen Althaus oder etwa von Prof. Thomas Straubhaar vom HWI?
2. Können Sie mir benennen, wie hoch derzeit die Kosten sämtlicher Sozialtransfers sowie die Kosten der dahinter stehenden Bürokratie sind?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Wolfgang Wieland
8Empfehlungen
26.02.2009
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

seien Sie unbesorgt, ich kenne beide Konzepte, im übrigen auch das des "grünen Grundeinkommens", über das wir lange parteiintern diskutiert haben.

Allein, sie überzeugen mich alle nicht. Im Vorschlag von Dieter Althaus (ich beziehe mich auch auf die Studie "Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld" von Thomas Straubhaar) ist ja eben nicht von Bedingungslosigkeit die Rede. Denn ab €1600 Monatseinkommen gibt es kein volles, sondern nur noch ein symbolisches Bürgergeld. Auch am unteren Ende der Einkommensskala gibt es Bedingungen: Denn das Bürgergeld liegt mit netto € 600 unterhalb von ALG II plus Wohnkosten, also auch unterhalb der Armutsschwelle. Eine Einkommenssteuer von 50% lässt auch keine Freude aufkommen, zumal alle Ungerechtigkeiten der Kirchhoffschen "flat tax" und einer Kopfpauschale in der Krankenversicherung mittransportiert werden.

Die Einsparungsrechnung kann mich auch nicht überzeugen: Denn es wird ja nicht nur Bürokratie abgebaut. In diesem Modell verschwindet das Arbeitslosengeld I spurlos. Ebenso blieben Förderungen – etwa für Behinderte oder im Bereich Pflege – außen vor. Wollen Sie Blinden etwa sagen: Ab jetzt gibt es kein Blindengeld mehr, wir bekommen ja alle Bürgergeld?

Und auch die Bundesagentur für Arbeit könnte nicht ersatzlos gestrichen werden. Denn die immer noch notwendige Aufstockung müsste genauso bearbeitet werden wie es weiterhin Qualifizierungsmaßnahmen etc. geben müsste.

Tut mir Leid. Ich halte es mit Norbert Blüm: " Das Bürgergeld ist die Dampfwalze, die den Sozialstaat plattmacht."

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Soziales
27.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

leider sind Sie mir (uns) noch die Antwort auf die Frage nach den Kosten des heutigen Sozialstaates, in Zusammenhang mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, schuldig.
Ich bin mir sicher, dass es auch hierüber detaillierte Zahlen gibt.
Jedoch zeigt die Erfahrung hier in diesem Forum, dass sich Politiker vor der Antwort auf diese Frage scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
Ich wiederhole also die Frage:
Wie hoch sind die Kosten für Sozial- und Transferleistungen und wie hoch sind die Kosten für die dazugehörige Bürokratie?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Wolfgang Wieland
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10.03.2009
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

Antworten scheue ich überhaupt nicht. Aber hier sind wir auf die Angaben von Statistiken angewiesen, die in höchst unterschiedlicher Weise z.B. Bürokratiekosten berücksichtigen. Soll ein Stadtrat für Umwelt, Gesundheit, Soziales und Sport voll, zur Hälfte oder zu einem Viertel in eine solche Berechnung einfließen?

Ich kann Ihnen also nur die Auskunft geben, dass es um die 700 Milliarden Euro jährlich sind, die als Kosten des Sozialstaates anzusehen sind. Da diese Kosten jedoch nicht einfach wegfallen bei der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, nutzt Ihnen diese Zahl gar nichts.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Sicherheit
03.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

als mittlerweile seit 12 Jahren in Berlin-Wedding Wohnender frage ich mich, ob durch die Bezirksfusion vor ein paar Jahren nun Wedding endgültig an den Rand des sozial vertretbaren geschoben wird. Sprich, ob das, was in und mit Wedding geschieht nun überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ich habe den Eindruck, dass Wedding sehr stiefmütterlich behandelt wird und wurde. Das erkennt man bereits an der Postleitzahl (nur Wedding hat eine Postleitzahl, die nicht mit 10 beginnt, obwohl es sehr zentral liegt, dafür aber Bezirke wie z. B. Lichtenberg, das überhaupt nicht zentral liegt).

Viel schlimmer ist allerdings, dass hier fast nur noch Obdachlose, nicht integrierte Migranten und Rentner wohnen, die nur eines gemeinsam haben: Zu wenig Geld, um woanders hinzuziehen. Ist das der VERGESSENE BEZIRK? Soll es hier so wie in Neukölln werden? Dass man sich kaum mehr aus dem Hause traut?

Wenn das Gleichgewicht zwischen reicheren und ärmeren, deutschen und nicht deutschen kippt, wird es immer schneller immer unproportionaler. Das muss verhindert werden um Sicherheit für ALLE Bewohner und Besucher des Bezirkes zu gewährleisten. Dass es auch anders geht, sieht man ja in Prenzlauer Berg, wo zwar auch viele Migranten wohnen, die aber unter sich unterschiedlicher Herkunft sind, so dass sie sich zwangsläufig integrieren (müssen) und das Klima ist durchaus akzeptabel (wenn es dort nur nicht so viele Nazies geben würde).

Wo bleibt Weddings Chance für Gleichgewicht und Sicherheit?

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Wolfgang Wieland
3Empfehlungen
10.03.2009
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

der Wedding ist ohne Zweifel der Stadtteil im Bezirk Mitte, der die meisten sozialen Probleme vorweist. Insofern ist er durchaus mit Neukölln vergleichbar. Es kann dabei aber nicht richtig sein, mit dem Finger auf Neukölln zu zeigen. Es müssen vielmehr Strategien für diese beiden großen Problemkieze entwickelt werden. In beiden tut sich auch schon einiges. Ich darf hier nur auf das Modellprojekt Rütli - Campus in Neukölln verweisen.

Auch im Wedding gibt es nicht nur Tristesse zu vermelden. So stabilisiert sich das frühere Sanierungsgebiet Brunnenstrasse durch eine bewußte Vermietungspolitik an Mieter mit eigenem Einkommen und an junge Familien zusehends. Am Gesundbrunnen wächst die Kreativszene ( Mode, Musiklabels, Galerien etc.). Ähnliches lässt sich über die Gegend rings um Schering sagen, die mit der Aufwertung der Heidestraße weiter gewinnen wird.

Dies alles reicht noch nicht, sollte aber als hoffnungsvoller Anfang gesehen werden. Die neuen Postleitzahlen haben sich im übrigen die Experten der Post ausgedacht, nicht die Politik. Allerdings wurden Anträge der Grünen, weiter als Zusatz die alten Bezeichnungen ( wie Berlin 36) schreiben zu können, abgelehnt. Nun muss man schon selber Experte sein, um an der Postleitzahl zu erkennen, wo jemand wohnt.

Mit freundlichen Grüssen

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
03.03.2009
Von:
Noe

Guten Tag Herr Wieland,

im Rahmen des Konjunkturpakets wurde beschlossen, den Breitbandinternetzugang kurzfristig auszubauen. Das ist grundsätzlich eine gute Entscheidung.

Realisiert werden sollen diese Zugänge allerdings per Funk im UHF – Bereich.
Nun ist es so, daß als Sekundärnutzer die Veranstaltungstechnik die Frequenzen des UHF – Bereichs ebenfalls benötigt, um z.B. Drahtlosmikrofone zu betreiben.

Nach den derzeit gültigen Verträgen sollte dies noch bis mindestens Ende 2015 möglich sein. Die kurzfristigen Entscheidungen der letzten Tage stellen diese Nutzung in Frage, da nach derzeitigem Stand der Technik kein betriebssicheres Ausweichen auf andere Übertragungsverfahren oder Frequenzen möglich ist.

Betroffen davon sind vor allem Nutzer drahloser Mikrofon-Anlagen: Rundfunkanstalten, Journalisten, Musiker und Musikveranstaltungen, Vortragende bei Messen. Auch viele andere Bühnen, Fernsehsender und auch Sie als Politiker nutzen bei Ihren Reden oft kabellose Mikrophone.
Dies wäre nach den aktuellen Beschlüssen weder möglich noch zulässig.

Neben erheblichen Einschränkungen, in einer seit den 60er Jahren gängigen Arbeitsweise, stellt sich weiter das Problem, dass tausende, für viel Geld gekaufte Geräte einfach unbrauchbar werden.

Natürlich ist ein schneller Internetzugang zur heutigen Zeit wichtig, wie soll aber die eher unsichtbare Anwendung der Veranstaltungstechnik, von der Sie als redender Politiker, ich als Musiker und Journalist und alle anderen Mitbürgurger bei Theaterauftritten, Konzerten etc. profitieren, in Zukunft realisiert werden?

Um Ihnen eine Übersicht in das Thema zu geben, folgende Links:

* Erklärung des Bundeswirtschaftsministers zur Breitbandinitiative
www.zukunft-breitband.de

* Text der Breitbandinitiative
www.zukunft-breitband.de rwb=true.pdf

* Informationen des Nutzerverbandes der UHF – Technik
www.apwpt.org


Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß
Noe
Antwort von Wolfgang Wieland
2Empfehlungen
24.03.2009
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr Noe,

rechtlich ist das Vorgehen der Bundesregierung wohl ziemlich wasserdicht. Die jetzt für Funkmikrofone etc. genutzten Frequenzbereiche sind ja bisher als "nachrangige" Nutzung gestattet - sie hätten also schon seit Jahren vom Rundfunk in Anspruch genommen werden können. Wie sie sicher wissen, läuft die Zuteilung des Frequenzbereichs für die Mitnutzung noch bis 2015 - bis dahin können also Mikrofone usw. weiter genutzt werden.

Fragt sich, ob das kommende Problem hätte vermieden werden können. Die Hersteller hätten dazu beitragen können, denn sie wussten, dass 2015 auf diesen Frequenzen eine Nutzung nicht mehr möglich sein wird. Aber es bieten nicht viele Geräte die Möglichkeit, in andere Frequenzbänder zu wechseln.

Und auch die Bundesregierung hätte die Frequenzvergabe etwas langfristiger gestalten können. Zumal ja für Konferenzmikrofone keine besonders breiten Frequenzbereiche vorgehalten werden müssen. Das ist nun endlich in Planung - aber das Fehlen eines längerfristigen Planes, sowohl bei der Bundesregierung, wie auch bei den Herstellern, wird in der Tat für viele Besitzer von solchen Geräten nun zum Problem.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wieland
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