Wolfgang Wieland (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
09.03.1948
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt, Senator a. D., Bürgermeister a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Mitte
Ergebnis
21,5%
Landeslistenplatz
2, Berlin
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(...) Eine schematische Altersgrenze bei Ermäßigungen in der Krankenversicherung für Studentinnen und Studenten erscheint sinnwidrig. Weder haben alle Studenten über 30 Jahren schon Vermögen oder Erspartes, noch studieren sie zwangsläufig jenseits der Regelstudienzeiten, wie Ihr Beispiel zeigt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
24.12.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

ich habe zu der von Ihnen eingebrachten Regulierung des privaten Waffenbesitz folgende Fragen:

1. Was wollen Sie gegen den illegalen Waffenbesitz unternehmen, von dem laut BKA-Statistik 98 % der Straftaten mit Waffeneinsatz ausgeht? Ihre Initiative kann nur 2 % der Straftaten mit Waffen reduzieren.

2. Wenn es Ihnen - wie in der Begründung aufgeführt - um Verhinderung von Amokläufen geht, würde ich gern wissen wollen, was Sie gegen die Amokläufe mit Messern, Brandsätzen und wie bereits sehr häufig geschehen mit Kraftfahrzeugen unternehmen wollen?

3. Ich übe im unmittelbarem Umfeld meines Wohnsitzes die Jagd aus. Laut Pos. 1 Ihres Reformentwurfs müssen künftig Jäger vor dem Ansitz z.B. in die nächste Kreisstadt fahren - bei mir etwa 18 km, hin und zurück also 36 km - dann zur Jagd gehen und anschließend die Waffe wieder zurück bringen. Ergibt 2 x 36 km = 72 km. Für einen Morgen- und Abendansitz zusammen 144 km am Tag.

Pro Jahr ereignen sich ca. 230.000 Wildunfälle. Ich werde mehrfach im Jahr von der Polizei oder Anwohnern zur Nachsuche nach verletztem Wild gerufen. Künftig muss ich also erst 36 km hin und her fahren, ehe die Qualen des Tieres beendet werden können.

Die Waffenstation muss allein wegen vorstehender Beispiele täglich 24 Stunden zugänglich sein. Darüber hinaus müsste sie festungsähnlich ausgerüstet und von mehreren Wachposten geschützt werden, schließlich sind bereits Waffendepots der Bundeswehr ausgeraubt worden.

Wie wollen Sie künftig die Jagdausübung gewährleisten?
Wer soll den riesigen Aufwand für das Waffendepot bezahlen?

4. Pos 3 und 4 Ihres Vorschlags richten sich gegen die Munitionsstärke. Wie verträgt sich Ihr Vorschlag mit § 19 des Bundesjagdgesetz, wonach zur Erlegung von Wild von den Patronen eine Mindestenergie gefordert wird?

Kann es sein, dass Ihre Initiative einer schöngeistigen Ideologie folgend, nicht zu Ende gedacht formuliert wurde?

D.
aus Bückchen in Märkische Heide
Antwort von Wolfgang Wieland
bisher keineEmpfehlungen
04.01.2012
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Zuschrift vom 24.12.2011.
Auch uns ist klar, dass bestimmte Personen Waffen zuhause bereithalten müssen. Das gilt für Jäger, die in der Nacht gerufen werden, um beispielsweise ein schwer verletztes Wild zu erschießen. Das gilt auch für den kleinen Kreis gefährdeter Personen, die auf Waffen angewiesen sind. Aber müssen Sportschützen zwingend schussbereite Waffen bei sich zuhause aufbewahren? Für Sportschützen ist doch allein entscheidend, dass ihr Sportgerät dort funktionsfähig ist, wo sie ihren Sport gemäß Sportordnung ausüben. Wie man dies technisch umsetzt, wollen wir gerne gemeinsam mit den Schützenverbänden ausloten. Unser Vorschlag einer getrennten Lagerung von Schusswaffe und Munition - entweder Waffe oder Munition zuhause, nicht beides - ist dabei nur eine von mehreren Möglichkeiten. Die moderne Mikrochip- und/oder Ortungstechnik (GPS) bietet hier die eine oder andere praktikable Lösung. Im Ergebnis kommt es uns darauf an, dass keine Person außer dem rechtmäßigen Besitzer von der jeweiligen Waffe Gebrauch machen kann, unabhängig davon, ob Munition vorhanden ist oder nicht.
Auch wir Grüne gehen davon aus, dass die weit überwiegende Mehrheit aller Sportschützen, Jäger und sonstiger legaler Waffenbesitzer zuverlässig und verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgehen. Mit der persönlichen Zuverlässigkeit der Schützen selbst ist es aber leider nicht getan, wenn man den Missbrauch von Schusswaffen verhindern will. In den meisten Haushalten leben auch andere Menschen - mit ihren oftmals nicht einmal in der Familie bekannten Problemen. Hinzu kommt ein nicht immer kontrollierbares Umfeld, in dem jede und jeder von uns lebt. Und leider gibt es auch immer wieder folgenschwere Einzelfälle, in denen Schützen bzw. Jäger selbst ihre Waffe missbrauchen. Diese zu verhindern sollte in unser aller Interesse sein. Dass zu diesem Zweck ein sehr striktes Reglement erforderlich ist, liegt in der Natur der Sache: Das Sportgerät der Schützen bringt nun einmal eine besondere Gefährlichkeit für das Leben und die körperliche Unversehrtheit mit sich. Hier liegt der Unterschied zu anderen Sportarten, den ein verantwortungsbewusster Gesetzgeber berücksichtigen muss. Es geht hier nicht um persönliches Misstrauen gegenüber Schützen oder eine Abneigung gegenüber dem Schießsport, sondern allein um die Gefährlichkeit des Sportgerätes. Wenn der Gesetzgeber die Möglichkeit hat, diese Gefährlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren, muss er dies zum Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit tun.
Auch hier gilt selbstverständlich: Hundertprozentigen Schutz vor Waffenmissbrauch kann es nicht geben. Dafür sind allein viel zu viele illegale Waffen im Umlauf. Wenn man aber zumindest den tödlichen Missbrauch legal erworbener Waffen weitgehend ausschließen kann, ist schon viel gewonnen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die weit überwiegende Anzahl der Todesopfer durch Schusswaffengebrauch auf legalen Waffenbesitz zurückzuführen sind. Laut Kriminalstatistik sind gestohlene oder originär illegale Waffen bei Verbrechen mit tödlichem Ausgang nur vereinzelt im Spiel.
Dass illegaler Waffenbesitz entschieden bekämpft werden muss, steht für uns außer Zweifel. Unter anderem auch aus diesem Grund sehen wir Grüne Kürzungen im Personalbereich der Polizei und Sicherheitsbehörden äußerst kritisch. Illegale Waffen können nur dann verstärkt aus dem Verkehr gezogen werden, wenn die Behörden personell so aufgestellt sind, dass man nicht nur auf vereinzelte Stichproben oder sonstige Zufallsfunde angewiesen ist. In diesem Zusammenhang wäre auch ein präzise geführtes nationales Waffenregister nützlich, dessen Einrichtung wir schon seit langem fordern.

Mit freundlichen Grüßen
Büro Wolfgang Wieland, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
07.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

Ich bin auf der Suche nach der richtigen politischen Partei, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, die Finanzhoheit zurück holen zu wollen. Meinetwegen zur EZB, wenn es nicht mehr mit der Bundesbank möglich ist.

Abraham Lincoln sagte mal: "Eine Regierung soll selbst (nicht eine Bank) sämtliches Geld und Guthaben schaffen und in Umlauf bringen, das sie braucht, um den Bedarf ihrer selbst und den aller Konsumenten zu decken. Durch Einführung dieses Prinzips würden die Steuerzahler Unmengen an Zinsen sparen. Das Privileg, Geld zu schaffen und auszustellen, ist nicht nur das höchste Vorrecht der Regierung, sondern auch ihre größte gestalterische Einflussmöglichkeit."

Leider wurde diese sehr wertvolle Aussage von einem nicht gewählten US-Präsidenten gekippt.

Ein weiterer Fragepunkt dreht sich rund um die Bürgerrechte, die in den letzten Jahren unglaublich stark eingeschränkt wurden. Wie kommen wir aus dieser Misere wieder heraus? Ich frage mich, wie das alles mit dem so hoch geschätzten Datenschutz vereinbar sein soll.

Mein letzter Fragepunkt dreht sich um die Frage Neuordnung der Welt. Frau Merkel sprach in einer ihrer Reden davon, dass wir Kompetenzen an eine künftige Weltregierung abgeben müssen. Was meinte sie wohl damit? Eine Regierung unter der UNO oder unter der Führung der USA? Mit den USA an der Spitze wäre das die Büchse der Pandora. Deren Rücksichtslosigkeit im Weltmaßstab, das hält diese Welt nicht aus.

Ich würde mich gern naher mit Ihnen unterhalten. Aber ich weiß, Ihre Zeit ist immer knapp bemessen.

Alles Gute im neuen Jahr und viele Grüße
Antwort von Wolfgang Wieland
bisher keineEmpfehlungen
27.02.2012
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

zunächst handeln ja die Bundesbank und die EZB so, wie sie es vorschlagen. Sie stellen Gelder zur Verfügung. Zur Zeit flutet die EZB die Märkte geradezu mit billigem Geld,allerdings in der Erwartung, dieses, wenn auch niedrigst verzinst, zurück zu erhalten.

Sollten Sie allerdings vorschlagen, dass sich der Staat bei seiner Verschuldung einfach bei der staatlichen Bank bedient, also letztlich bei der Notenpresse, wäre dies der sichere Weg in die Inflation.

Den Überwachungsstaat verhindert am besten der selbstbewußte Bürger. Die Initiativen gegen die Vorratsdatenspeicherung, gegen Sperren und Zensur im Internet sind hier gute Beispiele. Nicht zuletzt wurden vor dem Bundesverfassungsgericht entscheidende Einschränkungen zu weit gefasster staatlicher Eingriffsbefugnisse erreicht. beim großen Lauschangriff, bei der online-Durchsuchung, bei der Vorratsdatenspeicherung.

Was Frau Merkel mit einer Weltregierung meinte, weiß ich nicht. Da müssten Sie mir das entsprechende Zitat zusenden.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
21.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,
in ihrer Antwort auf die Frage von vom 24.12.2011 schreiben sie:

"Insbesondere wenn man bedenkt, dass die weit überwiegende Anzahl der Todesopfer durch Schusswaffengebrauch auf legalen Waffenbesitz zurückzuführen sind. Laut Kriminalstatistik sind gestohlene oder originär illegale Waffen bei Verbrechen mit tödlichem Ausgang nur vereinzelt im Spiel."

Auf welche Kriminalstatistik beziehen sie sich da ?
Die vom Bundeskriminalamt jährlich herausgegebene PKS unterscheidet bedauerlicherweise nicht zwischen legalen und illegalen Waffen.
Der jährliche Bericht zur Waffen- und Sprengstoffkriminalität ist zwar öffentlch nicht zugänglich,
Im letzten veröffentlichten Lagebericht des BKA zur Waffenkriminalität ist allerdings zu lesen:
"Das Gefahrenpotential der Waffenkriminalität liegt in Deutschland schwerpunktmäßig im illegalen Besitz und Führen von Waffen."

Das Bremer Institut für Rechtspsychologie sieht in seinem Gutachten zum Waffenmissbrauch aus dem Jahre 2008 den Anteil erlaubnispflichtiger Waffen aus Legalbesitz bei 2,6% .

Sieht so die ihrer Ansicht nach "weit überwiegender Anzahl" von legalen Waffen beim Missbrauch aus ?

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Frage zum Thema Soziales
22.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

wie stehen Sie zu dem Thema, dass Studenten nur bis zum 30. Lebensjahr einen vergünstigten Krankenkassentarif bekommen?
Zu Recht besteht Versicherungspflicht, jedoch im Angesicht der Diskussion über Fachkräftemangel und Chancengleicheit ist es mir absolut unverständlich, auf welcher Grundlage diese Regelung basiert. Wer mit 67 Jahren noch arbeiten soll, der sollte doch auch bitte noch mit 30 Jahren den Gedanken hegen können zu studieren.
Zu meinem persönlichen Fall. Ich habe den klassischen Weg hinter mich gebracht: Abitur, Zivildienst, Ausbildung, Sammeln von Berufserfahrung. Jedoch merkte ich ziemlich schnell in einem Sackgassenberuf zu stecken, ohne Aussicht auf Besserung. Demnach entschied ich mich zu einem Studium. Möglichkeiten zur Eigenfinanzierung bestanden nicht (ausgenommen LV und Bausparvertrag). Somit habe ich BaföG beantragt und auch gewährt bekommen. Ich kam in den ersten zwei Semestern gut über die Runden und engagierte mich als Jahrgangssprecher, Mitglied in der Gemeinsamen Kommission und fand eine Anstellung als studentische Hilfskraft. Kurz gesagt, das Studium hatte einen erfolgreichen Verlauf.
Nun ist es so, dass ich im März 30 werde und auf einmal mehr als das Doppelte an Beiträgen für die Krankenversicherung zahlen muss (ca. 170€). Da stellt sich mir die Frage, wieso? Ich liege in der Regelstudienzeit und mache etwas für meine persönliche Qualifikation, um auch irgendwann mehr Beiträge zahlen zu können.
Da meine Ersparnisse nicht ausreichen, mein BaföG gekürzt wurde und die Grenze für den Zuverdienst nicht in dem Rahmen steigt, sehe ich bisher nur einen Ausweg, die Beendigung des Studiums. Kann dies im Sinne einer Regierung sein? Auf welcher Grundlage kann eine solche Regelung basieren? Welchen Zweck verfolgt eine solche Regelung?

Mit den besten Grüßen

Antwort von Wolfgang Wieland
bisher keineEmpfehlungen
27.02.2012
Wolfgang Wieland
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben mich mit Ihrer Frage auf ein Problem hingewiesen, das mir neu war.

Eine schematische Altersgrenze bei Ermäßigungen in der Krankenversicherung für Studentinnen und Studenten erscheint sinnwidrig. Weder haben alle Studenten über 30 Jahren schon Vermögen oder Erspartes, noch studieren sie zwangsläufig jenseits der Regelstudienzeiten, wie Ihr Beispiel zeigt.

Ich werde mit unseren Fachleuten in der Fraktion beraten, was man dagegen unternehmen kann.

Von dem Ergebnis werde ich Sie unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wieland
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
24.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wieland,

einmal von der waffenrechtlichen Diskussion abweichend erlaube ich mir eine Frage die dennoch in den Themenkomplex legaler Waffenbesitz in Deutschland hineintendiert.

Wie Ihnen bekannt sein dürfte, arbeiten in Deutschland in der Waffen - Hersteller Industrie, dem Handel, dem Versandhandel, im Sicherheitsgewerbe, in Büchsenmachereien, Manufakturen, Beschussämtern, Optik Betrieben(Hersteller von optischem Waffenzubehör), Munitionsherstellern, kurz gesagt in allen zugehörigen und artverwandten Branchen, und deren Zuliefer-Betrieben, mehrere Hunderttausend Menschen, hinzu kommen noch die Freiberufler und selbst. klein- und Kleinstbetriebe. Hinter diesen steuerzahlenden Menschen, stehen im überweigenden Anteil Familien mit Kindern und entsprechenden finanziellen Verpflichtungen.

Inwieweit wird sich Ihre Partei im Vorfeld, also bevor es eine Gesetzesänderung im Waffenrecht geben wird, welche grosse Teile dieses Personenkreises erwerbslos werden lassen wird, und teilw.mit sehr hohen Schulden zurücklassen wird, für die betroffnen Personen, um eine finanzielle alternative kümmern - kurz gefragt - was planen Sie um diese Menschen nicht in die Arbeitslosigkeit und somit in den Ruin zu schicken???

Es ist einerseits schnell gesagt: "wir brauchen keine tödlichen Schusswaffen in Privathand" , aber andererseits brauchen die Menschen die hinter den jeweiligen betroffenen Berufen stehen, ihren Arbeitsplatz und vor allem das daraus resultierende Einkommen!

Inwieweit unser Land auf die dann zusätzlich wegfallenden Steuern dieser Menschen verzichten kann, vermag ich nicht zu beurteilen, sicher können Sie mir hierzu auch eine Antwort geben.

Wie wollen Sie sicherstellen, sofern Ihre Gesetzesänderung kommen wird, und ein privater Waffenbesitz in Deutschland stark eingeschränkt oder gar verboten wird, das die damit verbundenen Arbeitsplätze erhalten werden können??

Mit freundlichen Grüssen

M. Kuttler

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