Vural Öger (SPD)
Abgeordneter EU-Parlament 2004-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Vural Öger
Jahrgang
1942
Berufliche Qualifikation
Unternehmer
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Hamburg
Bundeslistenplatz
10, über Liste eingezogen
(...) Nein, ich begreife nicht, warum sich Bürger Sorgen darüber machen sollten, dass sie glauben, ihre Wertordnung sei zu einem großen Teil christlichen Ursprungs. Ja, man kann Toleranz beanspruchen, sie aber so handhaben, dass sie zur Gleichgültigkeit verkommt. Oder zum Egoismus. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Internationales
06.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Vural Öger,

aktuell wird Europa häufig als Festung bezeichnet. Wir beschäftigen uns gerade im Rahmen einer Politikwerkstatt mit diesem Thema.

Was uns interessiert:
Warum werden viele der Einwanderer von Europa abgewiesen?

In dem nachfolgenden Artikel heißt es, dass nun sogar zur Diskusion steht, die EU-Außengrenzen mit militärischen Luftfahrzeugen zu sichern.

www.german-foreign-policy.com

Ist dies wirklich nötig und warum ist es so wichtig für Europa die Einwandererzahl zu begrenzen? Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Beweggründe der EU?

Über eine baldige Antwort werden wir uns sehr freuen, dafür schon einmal im Voraus vielen Dank.

Freundliche Grüße,
Anna Laas und des Gymnasium Ohmoors
Antwort von Vural Öger
3Empfehlungen
21.04.2009
Vural Öger
Sehr geehrte Frau Laas, sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Drängende wirtschaftliche Notlagen zwingen immer wieder Tausende von Menschen, sich in der Hoffnung auf ein vermeintlich besseres Leben in Europa unter äußerst waghalsigen Bedingungen auf den Weg zu machen. Dies wird für Menschenschmuggler zu einem lukrativen Gewerbe im großen Stil.

Nicht nur in dieser Woche erreichen uns Schreckensmeldungen von menschlichen Tragödien, die sich beispielsweise auf dem Mittelmeer in völlig überladenen Flüchtlingsbooten oder in überfüllten Auffanglagern abspielen.

Im Oktober 2008 haben die Europäischen Staats- und Regierungschefs den "Europäischen Pakt zu Einwanderung und Asyl" angenommen, in dem die Zukunft der Einwanderungs- und Asylpolitik einheitlich gestaltet werden soll.

Kleine Staaten wie Malta sehen sich mit der in großer Zahl in ihrem Hoheitsgebiet ankommenden illegalen Migranten vollkommen überfordert, daher soll daraufhin gearbeitet werden, Flüchtlinge auf alle Mitgliedstaaten zu verteilen. Das zähe Tauziehen zwischen Italien und Malta um die Aufnahme der 140 Bootsflüchtlinge, die in der letzten Woche im Kanal von Sizilien aus Seenot gerettet wurden, zeigt allerdings, dass in dieser Frage längst noch nicht alle Antworten gefunden wurden.

Es darf meiner Ansicht nach keine Politik der Abschottung geben. Nur durch ein partnerschaftliches Miteinander der EU mit den Herkunftsländern der illegalen Migrantinnen und Migranten und durch eine Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen werden wir eine Zuwanderungspolitik gestalten können, die beiden Seiten gerecht wird. Daher engagieren sich die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament für verstärkte wirtschaftliche und soziale Fortschritte in den Entwicklungsländern.

Durch eine erhöhte parlamentarische Kontrolle der Grenzschutzagentur FRONTEX muss sichergestellt werden, dass deren Operationen in aller Transparenz und unbedingt unter Wahrung der universellen Menschenrechte, die auch für jeden Flüchtling gelten, durchgeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Vural Öger
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Öger,

wie ist ihre Meinung zum von Frau von der Leyen initiierte Vorstoss zur Sperrung von Internetseiten in Deutschland? Sehen Sie hier eine Erweiterung auf EU Ebene?

Sehen sie hier nicht die in der Verfassung garantierte Kommunikationsfreiheit in Gefahr?

Gespannt,
Antwort von Vural Öger
6Empfehlungen
13.05.2009
Vural Öger
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. In unserem Grundgesetz sind Meinungs- und Informationsfreiheit als Grundlagen der Demokratie verankert. Nur auf gesetzlicher Grundlage sind Eingriffe in die Grundrechte möglich. Deshalb habe ich am 6. Mai 2009 mit der Mehrheit des Europäischen Parlaments für einen Richtervorbehalt bei Internetsperren gestimmt. Damit haben wir den Plänen der französischen Regierung, die Internetsperren per Verwaltungsakt - also ohne Beteiligung eines Richters - einführen wollte, eine klare Absage erteilt. Damit sehe ich die Kommunikationsfreiheit nicht in Gefahr.

Mit freundlichen Grüßen,
Vural Öger
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
01.05.2009
Von:

Stichwort "ePrivacy-Richtlinie" - die Neuregelung von Cookies
(weitere Details bzw. meine Informationen zum Thema entnehmen Sie bitte Spiegel Online unter www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,622121,00.html)

Sehr geehrter Herr Öger,
waren bzw. sind Sie sich der vom Spiegel-Autor Frank Patalong aufgezeigten Konsequenzen aus der zur Abstimmung anstehenden Neufassung des Artikels 5 der Richtlinie zur Privatsphäre und Elektronischen Kommunikation (kurz "ePrivacy-Richtlinie") bewußt?

Wie ist Ihr Standpunkt in dieser Sache?

Können bzw. werden Sie über diesen Punkt abstimmen oder werden Sie abstimmende Parlamentarier über die dargestellten Konsequenzen informieren?

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen vorab herzlich.
Mit freundlichen Grüßen

B.
Antwort von Vural Öger
bisher keineEmpfehlungen
05.06.2009
Vural Öger
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte. Das Telekom-Paket wurde am 6. Mai 2009 vom Europäischen Parlament verabschiedet. Dabei haben wir über einen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat ausgehandelten Kompromiss abgestimmt. Der von Ihnen angesprochene Spiegel-online-Artikel vom 1. Mai 2009 behandelt dabei nicht den endgültig abgestimmten Text. Ich kann Ihnen versichern, dass die dort beschriebenen Folgen des Telekom-Pakets für die Nutzbarkeit des Internets für Verbraucher und Unternehmen nicht eintreten werden. Wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen haben in der Frage der Cookies für eine Regelung gesorgt, die die Rechte der Internetnutzer stärkt und zu mehr Transparenz über den Einsatz von Cookies führt; die aber gleichzeitig praktikabel und umsetzbar ist.

Mit der schließlich verabschiedeten Fassung wird sichergestellt, dass Internetnutzer über den Einsatz von Cookies informiert werden und diesem auch zustimmen müssen. Diese Zustimmung muss aber nicht für jeden einzelnen Cookie gegeben werden, sondern kann auch "im Paket" oder über die Browser-Einstellungen erfolgen. Mit dieser Lösung ist auf praktikable Art und Weise sichergestellt, dass Verbraucher die Möglichkeit haben, Cookies abzulehnen.

Wir sollten bei der ganzen Diskussion um das Telekom-Paket nicht vergessen, dass es uns SozialdemokratInnen gelungen ist, eine ganze Reihe von Verbraucherschutzrechten einzubauen, die ursprünglich von der Europäischen Kommission so nicht vorgesehen waren: So wird zukünftig der Verbraucher beim Wechsel des Mobilfunkanbieters seine Telefonnummer innerhalb eines Werktages mitnehmen können und die Anbieter werden auch gezwungen Verträge mit einer Laufzeit von einem Jahr anzubieten (heute bekommt man praktisch nur noch zweijährige Verträge). Bisher haben längere Wartezeiten die Menschen oft davon abgehalten, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Wir haben außerdem durchgesetzt, dass bei einem Notruf vom Handy aus der Standort automatisch übermittelt wird, um so schnelle Hilfe zu ermöglichen (die Anbieter haben lange fälschlicherweise felsenfest behauptet, dass ginge technisch nicht). Zudem müssen Anbieter künftig sicherstellen, dass auch Menschen mit Behinderungen einen ungehinderten Zugang zu den Mitteln der Telekommunikation erhalten. Das sind einige der Erfolge, die wir nicht missen möchten.

Mit freundlichen Grüßen,

Vural Öger
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Öger,

In Hamburg wirbt die >SPD für ihren EU-Kandidaten Fleckenstein. haben Sie auf eine erneute Kandidatur verzichtet oder wie kommt es, das sie nicht zur Wahl stehen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Vural Öger
4Empfehlungen
15.05.2009
Vural Öger
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Es war für mich eine Ehre, in den vergangenen fünf Jahren unsere Hansestadt Hamburg als SPD-Abgeordneter im Europäischen Parlament zu vertreten und zusammen mit Kollegen aus 27 Mitgliedstaaten an der Zukunft der Europäischen Union mitzuarbeiten. Aus persönlichen Gründen habe ich mich vor einiger Zeit entschlossen, bei der kommenden Europawahl am 7. Juni 09 nicht mehr als Kandidat für das Europäische Parlament anzutreten. Zur Zeit habe ich eine Sieben-Tage-Woche, möchte aber in der Zukunft mehr Zeit für meine Familie und mich haben.

Natürlich unterstütze ich die Kandidatur von Knut Fleckenstein. Ich wünsche ihm viel Erfolg bei seiner zukünftigen Arbeit als Hamburger SPD-Europaabgeordneter in Brüssel und Straßburg.

Mit freundlichen Grüßen

Vural Öger
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
18.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Öger,

Wie ist Ihre Meinung zur Volkszählung und was halten Sie vom Bilderberg Treffen.
Finden Sie es nicht beunruhigend das nach der Abstammung und Religion gefragt wird ? Schließlich gabs das schon mal in Deutschland. Die Konsequenzen daraus sind jedem bekannt.

Und finden Sie es in Ordnung, das die "Globale Elite" jedes Jahr zu einem Treffen unter ausschluss der Medien zusammen kommt und dort ohne demokratische legitimation Verhandlungen führt ?

Mit freundlichen Grüßen,


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