Ute Kumpf (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Ute Kumpf
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Dipl. rer. pol., Volkswirtin, Gewerkschaftssekretärin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion
Wahlkreis
Stuttgart II
Landeslistenplatz
7, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Die Finanzierung des Arbeitslosengeldes erfolgt über Steuermittel. Jobcenter sind, ebenso wie wir Politiker, angehalten, mit Steuergeldern sachgerecht umzugehen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Ute Kumpf
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Arbeit
29.12.2006
Von:

Wie können Sie als Gwerkschafterin der Verschärfung der Hartz IV Bestimmungen zustimmen. Das ist offen gewerkschaftsschädigendes Verhalten!

Warum haben sie sich an der MWST-ERhöhungs-Abstimmung nicht beteiligt?

Was bewog Sie, der Föderalismus-Reform zuzustimmen? Allein die Folgen für die Bildung und die Schulen sind schon jetzt sichtbar katastrofal. Wofür wählt man Sie eignetlich in den Bundestag?!!!
Antwort von Ute Kumpf
bisher keineEmpfehlungen
25.01.2007
Ute Kumpf
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Was meinen Sie mit der Verschärfung der Hartz IV Bestimmungen konkret? Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe wurde von den Gewerkschaften mitgetragen. Dies war notwendig, um bessere Bedingungen, z.B. bei der Arbeitsvermittlung zu schaffen. Es geht darum, mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Menschen im Niedriglohn-Sektor sollten ein ausreichendes Einkommen haben und nicht Dumpinglöhnen ausgesetzt sein. Und wir wollen eine Steuerentlastung für Geringverdiener für ein Einkommen für Geringverdiener über dem Niveau des Arbeitslosengeldes II. Wir wollen die Menschen motivieren arbeiten zu gehen, statt vom Arbeitslosengeld zu leben.

Wir müssen auch endlich gesamtgesellschaftlich umdenken und begreifen, dass wir die Menschen nicht mit 40 Jahren aus dem Arbeitsmarkt entlassen und für die Arbeit abschreiben können. Ihre Erfahrungen sind für viele Betriebe ein kostbares Gut, auf das sie nicht zu verzichten können. Das tun wir mit der "Initiative 50 plus" des Bundesarbeitsministeriums: Die Älteren sollen länger in Beschäftigung bleiben. Und die arbeitslosen Älteren sollen Chancen haben, in Beschäftigung zurückzukommen.

Ich konnte an der Abstimmung über die Mehrwertsteuererhöhung nicht teilnehmen, weil ich am Nachmittag einen wichtigen Wahlkreistermin in Stuttgart hatte.

Zur Föderalismusreform: Ich hätte mir auch ein anderes Ergebnis gewünscht. Aber ich bin nicht Ihrer Meinung, dass dadurch dramatische Folgen für die Schulen entstanden sind. Denn Bildungspolitik war bereits vorher Sache der Länder. Die Reform bringt nur eine einzige Neuerung: Der Bund darf Schulen ab sofort nicht mehr durch Förderprogramme unterstützen. Das bedauere ich, doch alleine deshalb haben wir noch keine katastrophalen Zustände! Es liegt an den Ländern, vernünftige Schulpolitik zu machen!

Mit freundlichen Grüßen,

Ute Kumpf
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
01.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kumpf,

ab heute haben wir 19% Mehrwertsteuer, obwohl die CDU im Wahlkampf 18% (bei einer Senkung der Sozialkosten) und die SPD keine Erhöhung wollte.
Nach der Wahl haben die beide Parteien schnell auf 19% geeinigt. Rechnerisch wäre die Mitte doch bei 17% gewesen?
Wie kommt es, dass Sie nach der Wahl sich so anders als vorher verhalten?
Wie definieren Sie Wahlbetrug?

Viele Grüße,
R. / Stuttgat Rot
Antwort von Ute Kumpf
bisher keineEmpfehlungen
11.01.2007
Ute Kumpf
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben zum Thema Mehrwertsteuererhöhung. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn die SPD bei der letzten Bundestagswahl die Mehrheit erreicht und wir unsere Position gegen eine Erhöhung der Mehrwertssteuer hätten durchsetzen können. Die Bürgerinnen und Bürger haben aber anders entschieden. In einer großen Koalition sind wir dazu gezwungen, Kompromisse in Verhandlungen einzugehen.

Die Mehrwertsteuererhöhung war eins der zentralen Projekte der Union und deshalb nicht verhandelbar. Die SPD hat aber in Verhandlungen erreicht, dass trotzdem mit einigen Sofortmaßnahmen die Rahmenbedingungen für eine Erholung der Konjunktur geschaffen wurden. Mit dem 37,5 Milliarden Euro umfassenden Wachstums- und Investitionsprogramm haben wir gerade für mittelständische Unternehmen wirtschaftliches Wachstum ermöglicht und damit Arbeitsplätze geschaffen.

Die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2006 hat uns Recht gegeben. Ende 2006 konnten wir ein allgemeines Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent verbuchen und wurden zum dritten Mal in Folge Exportweltmeister. Im Dezember 2006 waren 530.000 weniger Menschen arbeitslos als im Vorjahr und auch die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse nahm wieder zu.

Dabei wollen wir es nicht belassen, denn zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört es nach wie vor, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und mit der Wirtschaft Sorge dafür zu tragen, dass wieder mehr Menschen in Arbeit kommen, anständige Löhne erhalten und somit an Kaufkraft gewinnen.

Die SPD will mit dem Vorschlag der Einführung eines Mindest-Lohnes, dass die Menschen im Niedriglohn-Sektor ein ausreichendes Einkommen haben und nicht Dumpinglöhnen ausgesetzt sind. Außerdem wollen wir eine Steuerentlastung für Geringverdiener durchsetzen, die ein Einkommen ermöglicht, welches über dem Niveau vom Arbeitslosengeld II liegt. Damit schaffen wir Anreize, dass sich Arbeit wieder lohnt.

Wir konnten unsere Position bei der Mehrwertsteuer in den Koalitionsverhandlungen nicht durchsetzen. Aber wir haben in den Verhandlungen erreicht, dass keine Aufweichung von ArbeitnehmerInnen-Rechten verabschiedet wird, Ältere durch die Beschäftigungsinitiative 50+ wieder eine Perspektive erhalten und die Familien gestärkt werden durch mehr Bildung und Betreuung sowie durch das neue Elterngeld.

Mit freundlichen Grüßen
Ute Kumpf
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
03.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kumpf,

zunächst möchte ich Ihnen ein Gutes Neues Jahr wünschen!

Zeitgleich möchte ich mich bei Ihnen in Erinnerung bringen, da Sie meine Briefe vom 18. Oktober 2006 sowie vom 16. November 2006 bis dato noch nicht beantwortet haben.
Der erste Brief beinhaltete das Thema "Ihre geplante Gesundheitsreform entäuscht mich sehr und hilft niemanden / geplante Massenarbeitslosigkeit durch die Regierungskoalition".
Der zweite Brief befasst sich mit der "Nichtbeantwortung" des ersten Briefes.
Ich fordere Sie hiermit, nunmehr öffentlich, erneut auf mir meine Briefe zu beantworten !!

Von Ihrer Hartnäckigkeit zur Ignoranz von Bürgerfragen, bzw. Bürgeranliegen habe ich mittlerweile aus Ihrem ehemaligen Wahlbezirk (Leonberg) sehr wohl vernommen.
Doch denke ich immer noch an das Gute im Politiker, so dass es wünschenswert wäre auf die Fragen, Sorge und Nöten des Wahlvolkes zu hören und um dessen Fragen sich zu kümmern. Denn dafür sind Sie ja schließlich auch gewählt worden!!

Mit freundlichen Grüßen

/ Stgt.-Neugereut
Antwort von Ute Kumpf
bisher keineEmpfehlungen
11.01.2007
Ute Kumpf
Sehr geehrter Herr ,

Ich möchte Ihnen ebenfalls ein gutes neues Jahr 2007 wünschen, mit diesen guten Wünschen scheinen unsere Gemeinsamkeiten erschöpft zu sein.

Ihr Schreiben zur geplanten Gesundheitsreform vom 18. Oktober 2006, hat mich zusammen mit einer Flutwelle von standardisierten Schreiben erreicht. Diese Schreiben wurden wie Ihr eigenes im Rahmen einer von den Krankenkassen initiierten Kampagne an die Versicherten versandt, um gegen die Gesundheitsreform Stimmung zu machen. Etliche Medien haben in diesem Zusammenhang auch von der Kampagne und den vorgefertigten Massenschreiben berichtet. Es kam sogar vor, dass Versicherte gar nichts von ihrem Protestschreiben wussten.

Auf Ihren Brief wie auf die hunderte von Briefen der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger habe ich umgehend mit einem öffentlichen Antwortschreiben an die verantwortlichen Kassen und an die Presse reagiert. Meine Position zu dieser Kampagne und den öffentlichen Brief können Sie auch heute noch auf meiner Internetseite nachlesen www.ute-kumpf.de

Ihr Vorwurf, ich würde nicht auf Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern eingehen, ist also gegenstandslos. Täglich erreichen mich eine große Anzahl von Briefen, Emails und telefonischen Anfragen, die innerhalb von zwei Wochen auch bearbeitet werden. Denn die persönlichen Belange der Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind mir wichtig!

Mit freundlichen Grüßen
Ute Kumpf
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
11.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kumpf,

sie sind der Frage von Herr Karsch ja geschickt ausgewischen. Selbst wenn die Mehrwertssteuer nicht verhandelbar war, so wurde Sie trotzdem mit 18% und nicht mit 19% angegeben, was Ihn zu seiner 2. Frage bewegt hat, welche mich auch sehr interessiert. Wie definieren Sie Wahlbetrug?

MfG
R.
Antwort von Ute Kumpf
bisher keineEmpfehlungen
19.01.2007
Ute Kumpf
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Rückfrage auf meine Antwort zur Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 hat die SPD nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Mehreinnahmen zur Haushaltskonsolidierung und zur Absenkung der Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf 4,5 Prozent genutzt und dass trotz Haushaltskonsolidierungen die Leistungen für Familien (Kinderbetreuung, Elterngeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) erhöht werden.

Zudem haben wir mit einem Impulsprogramm von 25 Milliarden Euro Rahmenbedingungen für eine Erholung der Konjunktur geschaffen. Die Investitionen des Bundes kommen der gesamten Wirtschaft zugute und werden unter anderem für die mittelständische Wirtschaft, die Verkehrsinfrastruktur und die Förderung von Familien bereitgestellt.

Die meisten Güter und Waren des täglichen Bedarfs fallen unter den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %, sind also von der Mehrwertsteuererhöhung gar nicht betroffen. Für andere Waren und Dienstleistungen – und das sind insbesondere auch Luxusgüter – ist die Mehrwertsteuer eine Steuer, die alle in gleicher Weise trifft.

Den eventuell auftretenden Schwierigkeiten für Einzelhandel und Handwerk sind wir mit zahlreichen anderen Maßnahmen entgegengetreten, so z. B. über die verstärkte Förderung des Mittelstandes, die Absetzbarkeit der Leistungen und anderes mehr.

Sehr geehrter Herr , sie sehen, wir ergreifen nicht nur Maßnahmen auf der Einnahmenseite, sondern auch massiv und kontinuierlich auf der Ausgabenseite.

Mit freundlichen Grüßen,

Ute Kumpf
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
11.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kumpf,
Vielen Dank für Ihre Antwort, aber leider ist der zentrale Punkt meiner Frage unbeantwotet geblieben: Warum wurde die Mehrwehrtsteuer um 3 %-Punkte erhöht, wenn die CDU 2%-Punkte wollte und die SPD keine Erhöhung? Ihre Antwort: "In einer großen Koalition sind wir dazu gezwungen, Kompromisse in Verhandlungen einzugehen." Wo ist bei 3 Prozentpunkten der Kompromiss? Da hat sich die CDU doch zu 150% durchgesetzt! Wenn Sie so ein Golf bei Marquardt kaufen, dann zahlen Sie für statt des Händlerpreises von 20.000 € einfach 30.000 € als "Kompromiss"? Jede andere würde doch den Golf für 19.000 € + Radio bekommen!

Mit freundlichen Grüßen,
R.
Antwort von Ute Kumpf
bisher keineEmpfehlungen
19.01.2007
Ute Kumpf
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Rückfrage auf meine Antwort zur Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 hat die SPD nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Mehreinnahmen zur Haushaltskonsolidierung und zur Absenkung der Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf 4,5 Prozent genutzt und dass trotz Haushaltskonsolidierungen die Leistungen für Familien (Kinderbetreuung, Elterngeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) erhöht werden.

Zudem haben wir mit einem Impulsprogramm von 25 Milliarden Euro Rahmenbedingungen für eine Erholung der Konjunktur geschaffen. Die Investitionen des Bundes kommen der gesamten Wirtschaft zugute und werden unter anderem für die mittelständische Wirtschaft, die Verkehrsinfrastruktur und die Förderung von Familien bereitgestellt.

Die meisten Güter und Waren des täglichen Bedarfs fallen unter den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %, sind also von der Mehrwertsteuererhöhung gar nicht betroffen. Für andere Waren und Dienstleistungen – und das sind insbesondere auch Luxusgüter – ist die Mehrwertsteuer eine Steuer, die alle in gleicher Weise trifft.

Den eventuell auftretenden Schwierigkeiten für Einzelhandel und Handwerk sind wir mit zahlreichen anderen Maßnahmen entgegengetreten, so z. B. über die verstärkte Förderung des Mittelstandes, die Absetzbarkeit der Leistungen und anderes mehr.

Sehr geehrter Herr , sie sehen, wir ergreifen nicht nur Maßnahmen auf der Einnahmenseite, sondern auch massiv und kontinuierlich auf der Ausgabenseite.

Mit freundlichen Grüßen,

Ute Kumpf
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Ute Kumpf
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.