Sehr geehrter Herr

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haben Sie vielen Dank für Ihre Frage. Die Zusatzbeiträge, die einige gesetzliche Krankenkassen möglicherweise im nächsten Jahr erheben, basieren auf dem Gesundheitssystem, das Ulla Schmidt zu verantworten hat. Die Kassen haben die Möglichkeit eingeräumt bekommen, Zusatzbeiträge von bis zu einem Prozent des Bruttoeinkommens, höchstens aber 8 € im Monat, zu erheben. Schuld daran ist die falsche Konstruktion des Gesundheitsfonds durch die frühere Ministerin. Der Fonds hat, wie Sie richtig schreiben, zu wenig Geld. Minister Dr. Rösler hat - in einer haushalterisch extrem schwierigen Situation - durchgesetzt, dass der Fonds einen einmaligen Zuschuss von 3,9 Milliarden € erhält. Und das zusätzlich zu den bereits aus Steuermitteln dafür vorgesehenen 11,7 Milliarden €. Die Forderung, noch mehr Steuermittel in den Fonds zu geben oder die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu senken, hört sich populär an. Es bedeutet aber auch weniger Steuereinnahmen und eine höhere Neuverschuldung.
Der Weg, den wir gehen wollen, ist der einer umfassenden Reform, die nicht nur Löcher in den Kassen stopft, sondern Strukturen zukunftsfest macht. Das gilt sowohl für die Steuerreform, die Ausnahmen und Schlupflöcher abbaut und dafür die Bürger entlastet, als auch für ein Gesundheitssystem mit mehr Wahlfreiheit bei Tarifen und Leistungen und einer einkommensunabhängigen Prämie mit automatischem Sozialausgleich für Geringverdiener. Eine solche Reform kann nicht aus dem Ärmel geschüttelt werden, sondern dafür wird es eine Sachverständigenkommission geben, die Minister Rösler im nächsten Jahr einsetzen wird. Patentrezepte gibt es nicht, aber eine Reform muss aus einem Guss kommen und nicht nur da Geld ausreichen, wo Kosten aus dem Ruder laufen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Flach