Ulrike Flach (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Ulrike Flach
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
01.01.1951
Berufliche Qualifikation
Diplomübersetzerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Mülheim an der Ruhr
Wahlkreis
Mülheim - Essen I
Ergebnis
8,5%
Landeslistenplatz
6, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die FDP wollte das von Ulla Schmidt und der großen Koalition falsch konstruierte und unterfinanzierte Monstrum Gesundheitsfonds abschaffen. (...) Leider gab es für die sofortige Abschaffung mit der Union keine Einigung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
14.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Flach,

als stellvertretender Botschafter Sri Lankas residiert GeneralmajorJagath Dias in Berlin. Er ist als ehemaliger Kommandeur der 57. Division der Sri Lankischen Armee dafür verantwortlich, dass es zwischen April 2008 und Mai 2009 zu ungeheuren Greueltaten an der Zivilbevölkerung kam. In einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 23. Mai 2011 wird berichtet, dass allein durch den Generalmajor Dias im Norden Sri Lankas 40 000 tamilische Zivilisten bei dem Bürgerkrieg im Mai 2009 ums Leben gekommen waren!

Siehe :

www.fr-online.de


Der katholische Bischof von Mannar(Sri - Lanka), Dr. Rayappu Joseph, hat mutig erklärt: "Den Aufzeichnungen der Büros der srilankischen Regierungsbeauftragten der Distrikte Mullaiththeevu und Killinochchi zufolge betrug die Bevölkerung des Vanni im Oktober 2008 429.059 Personen. Die Gesamtzahl der Menschen, die nach dem Krieg unter die Kontrolle der Regierung geriet, betrug dem Update der UN vom 10. Juli zufolge 282.380. (…) Es muss erklärt werden, was mit den 146.679 Menschen geschehen ist, die die Diskrepanz ausmachen zwischen der Anzahl der Menschen, die zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 in regierungskontrollierte Gebiete gekommen sind, und der Bevölkerungszahl des Vanni von Anfang 2008.”

Siehe:

www.jrs.net


Die Berliner Menschenrechtsorganisation ECCHR hat ein umfangreiches Dossier zu den Verbrechen Dias’ zusammengestellt.

Siehe :

www.ecchr.de

Leider sind von offizieller Seite keine Bemühungen erkennbar Jagath Dias zur Rechenschaft zu ziehen, oder ihn zumindest zur unerwünschten Person zu erklären.

Können Sie mir bitte mitteilen, warum die derzeitige Regierung hieran kein Interesse zeigt?


Mit freundlichen Grüßen

(Fr.)

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Frage zum Thema Finanzen
14.09.2011
Von:

Der Entwurf für den Vertrag zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus ist von Ihnen zur Kenntnis genommen worden. Der Vertrag stellt m.E. ein Ermächtigungsgesetz zur faktischen Abschaffung weitreichender und grundlegender demokratischer Befugnisse der Euro-Länder dar. Die Einrichtung soll  quasi als Bank agieren dürfen und dann auch von der EZB Geld leihen können. In Wahrheit ist das natürlich nichts anderes als die Umgehung des Staatsfinanzierungsverbots aus der Notenpresse.Der ESM begründet wesentliche Einschränkungen unserer staatlichen Souveränität, die Budgethoheit des Parlaments ist beendet.
1. Das Grundkapital des ESM beträgt € 700 Mrd (Art. 8 Abs. 1). Gemäß Abs. 4 verpflichten sich die ESM-Mitglieder sich bedingungslos und unwiderruflich, ihre Einlage auf das Grundkapital zu leisten. Dem Wortlaut nach sind damit auch zukünftige Regierungen gebunden.
2. Nach Art. 10 Abs. 1 kann der "Gouverneursrat" Änderungen des Grundkapitals beschliessen. Was nichts anderes heisst, als das über die € 700 Mrd hinaus "bedingungslos und unwiderruflich" weitere Einlagen zu leisten wären, fiele ein solcher Beschluss.
3. Damit nicht genug, gem. Art. 17 Abs. 1 ist der ESM ermächtigt, Kredite aufzunehmen.Eine parlamentarische Kontrolle ist nicht vorgesehen.
4. Dass alles mit rechten Dingen zugeht, gewährleistet Art. 25 "Die Prüfung der Rechnungsführung des ESM erfolgt durch unabhängige externe Prüfer, die vom Gouverneursrat bestätigt werden." Eine gelungene Garantie für Unabhängigkeit, wenn der zu Prüfende ich seinen Prüfer selber aussuchen darf.
5. Durch die Immunitätsregeln (Art. 27 und 30) sind das Konstrukt ESM und dessen Organe jeglicher gerichtlicher und parlamentarischer Kontrolle vollständig entzogen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie Ihre Abgeordnetenrechte ( und die Ihrer Nachfolger ) an Bank- Bürokraten in Brüssel abgeben wollen und Frage daher: Wie gehen Sie persönlich und wie geht Ihre Partei mit dem ESM und damit mit unser aller Zukunft um ?
Antwort von Ulrike Flach
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20.09.2011
Ulrike Flach
Sehr geehrter Herr ,

Diese Staatsschuldenkrise in Europa stellt die Europäische Union vor ihre bislang schwierigste Aufgabe. Wir, die FDP-Bundestagsfraktion, haben uns dieser Aufgabe von Beginn an mit der nötigen Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern in Deutschland, aber auch gegenüber dem europäischen Einigungsprozess und der EU insgesamt gestellt.

Meiner Meinung nach wären die Folgen einer ungeordneten Insolvenz eines Mitgliedsstaates verheerend. Die Folge könnte eine Kaskade wirtschaftlich zusammenbrechender Staaten sein, die aus dem Euroraum aussteigen, ihre eigene Währung einführen und diese erheblich abwerten müssten. In der Folge droht der Zusammenbruch eines ganzen Wirtschaftsraums, der insbesondere die hauptsächlich am Export orientierte, deutsche Volkswirtschaft treffen würde.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir der ernsthafte Versuch, einen in Schwierigkeiten geratenen Mitgliedsstaat zunächst zu stützen und ihm gleichzeitig einen Sanierungskur zu verordnen, weitaus weniger risikoreich für unsere deutschen Interessen. Dafür brauchen wir EFSF und ESM.

Solidarität ist jedoch keine Einbahnstraße! Absolute Bedingung jedweder Hilfeleistungen muss ein tragfähiges und zukunftsweisendes Anpassungsprogramm für den hilfesuchenden Mitgliedstaat sein, das ihm rasch zu eigener Kreditwürdigkeit am Kapitalmarkt verhilft. Wer Hilfe beansprucht, kann auf Solidarität anderer Staaten nur hoffen, wenn er seinerseits Solidität bei seinem Sanierungsprogramm zeigt.

Aus meiner Sicht muss aber auch klar sein, dass es keine Dauerfinanzierung geben kann, falls sich herausstellen sollte, dass ein Land seine Schulden nicht aus eigener Kraft wird zurückzahlen können. Es darf nicht dazu kommen, dass ein insolventes Land dauerhaft von der internationalen Gemeinschaft finanziell unterhalten wird.

Bei der Formulierung der neuen Institutionen sind mir darüber hinaus die Einhaltung der Parlamentsrechte besonders wichtig. Das Recht, über Einnahmen und Ausgaben des Staates zu entscheiden, ist das Königsrecht des Parlaments. Bei der Einrichtung des zukünftigen, dauerhaften Euro-Stabilisierungsmechanismus "ESM" werden wir deshalbauf ein Maximum an parlamentarischer Entscheidung drängen. Hierin hat uns auch das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Wir wollen, dass alle Entscheidungen, die das Haushaltsrecht des Deutschen Bundestages berühren, durch einen strikten Parlamentsvorbehalt abgesichert und damit demokratisch legitimiert werden.

Die FDP wird sich als Europapartei auch weiterhin mit aller Energie dafür einsetzen, dass die der Verschuldungskrise zugrundeliegenden Probleme gelöst und nicht auf die nächste Generation verschoben werden. Denn es ist keineswegs derjenige der bessere Europäer, der mit immer neuen Hilfsprogrammen die Solidarität der solider wirtschaftenden Länder überfordert und damit auch diese in den Abgrund der Überschuldung treibt, bis die Eurozone daran zerbricht.

Daher setzen wir uns auf europäischer Ebene auch für eine erhebliche Stärkung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes ein, der dabei helfen kann, dass künftige Krisen schneller erkannt und vermieden werden.

Auch im Lichte der hitzigen Diskussionen der letzten Woche ist es mir wichtig noch einmal zu betonen, die FDP ist und bleibt die Partei der Europäischen Integration und der Wirtschaftskompetenz. Gemeinsame Konzepte für stabilitätsorientierte Haushalts- und Wirtschaftspolitiken im Euro-Währungsgebiet sind die Grundlage dafür, Verschuldungskrisen einzudämmen und künftig zu vermeiden. Nur so können wir Europa gemeinsam erfolgreich gestalten, die Europäische Integration fortsetzen und verfestigen.

Ihre Ulrike Flach
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Frage zum Thema Finanzen
14.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Flach,

nachdem Sie im Herbst 2007 und Frühjahr 2008 (also deutlich vor der LEHMAN-Pleite) meine berechtigten Sorgen bzgl. unseres Finanzsystems - hier namentlich WestLB, Hypo Real Estate etc. - in den Wind geschlagen und meine Befürchtungen als grundlos oder zumindest völlig überzogen darstellten möchte ich Sie heute gern fragen, wie Sie sich bei einer (möglicherweise und hoffentlich ja überhaupt nicht mehr) stattfindenden Abstimmung zum ESM-Vertrag verhalten werden.
Mit großer Freude habe ich übrigens zur Kenntnis genommen, dass Ihrem sehr geschätzten Kollegen Frank Schäffler nun doch immer mehr Parteikollegen Gehör schenken - was allerdings schon vor vielen, vielen Monaten von Nöten gewesen wäre! Ob dieser Sinneswandel - wenn es denn hoffentlich einer ist - rein wahltaktischer Natur ist oder tatsächlich der steigende Unmut und die Wut der Wähler ernst genommen wird, ist in diesem Fall nachrangig.

Über eine kurze und eindeutige Antwort würde ich mich sehr freuen - vielen Dank im Voraus!

Herzlichst, Ihr
Antwort von Ulrike Flach
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20.09.2011
Ulrike Flach
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Kurz vor Ihnen hat mir Herr Passing eine fast gleich lautende Frage gestellt. Um dieses Forum nicht mit doppelten Antworten zu überfrachten, erlauben Sie mir daher, an meine Antwort vom 20. September an Herrn Passing zu verweisen.

Ihre

Ulrike Flach
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Frage zum Thema Finanzen
20.09.2011
Von:

Nachfrage

Sehr geehrte Frau Flach,

Vielen Dank für Ihre umfangreiche Darstellung. Leider sind Sie jedoch meiner Frage ausgewichen. ihre Absichten sind das eine, eine Zustimmung zur vorliegenden Fassung des ESM ist aber etwas völlig anderes, da damit gerade die deutschen Abgeordneten- und Haushaltsrechte ausgehebelt werden.

Darf ich also davon ausgehen, dass Sie dem vorliegenden Gesetzentwurf daher nicht zustimmen ?

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Flach,

kennt ihr Kollege und Außenminister eigentlich nicht die tatsächlichen Zustände in Syrien oder ignoriert er sie der "political correctness" gehorchend beflissendlich? Die "Dienste" werden ihm sicherlich korrekt informieren.

Meine Hochachtung im Übrigen zu der Entscheidung in 2011, dem unrechtmäßigen Einsatz in Libyen nicht zuzustimmen! Leider waohl eine Ausnahme...
Wenn selbst in der "Welt" schon der durchaus geschätzte Herr Todenhöfer offen die - durch viele andere Meldungen längst bestätigte - Situation in Syrien veröffentlichen kann/darf und die Regierung samt Außenminister dennoch die syrische Regierung auf Geheiß bekannter Kräfte aus dem anglo-amerikanischen Dunstkreis verdammt, erinnert es einen jeden halbwegs vernunftbegabten Deutschen schwer an DIE Propaganda, welche wir doch so bitter für die nächsten Generationen bereuen sollen bzw. müssen!
Hier sein lesenswerter Bericht: www.welt.de
Wie lange müssen wir Deutsche noch solche "Märchen" ertragen? Wann endlich ist die deutsche (Außen- und Wirtschafts-)Politik endlich in der Lage, die Belange ihres Volkes zu vertreten? Wann endlich sind wir ein soveränes Volk, dass sich nicht dem Willen der westlichen Siegermächte beugen muss? Wann endlich vertreten die Abgeordneten des Bundestages deutsche Interessen?

Mit nachbarschaftlichen Grüßen
Antwort von Ulrike Flach
bisher keineEmpfehlungen
09.02.2012
Ulrike Flach
Sehr geehrter Herr ,

Die Protestbewegung in Syrien reiht sich ein in die demokratischen Aufbrüche des so genannten "Arabischen Frühlings", der im Frühjahr 2011 in Tunesien, Ägypten und später auch in Libyen seinen Lauf genommen hat. Anhaltende Auseinandersetzungen zwischen der Protestbewegung und staatlichen Sicherheitskräften haben laut Bericht der UN bisher über 5400 Todesopfer in Syrien gefordert. Darüber hinaus wurden durch eine Kommission des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen Menschenrechtsverletzungen seitens des syrischen Regimes dokumentiert. Der Bericht dokumentiert unter anderem gezielte Morde, Folter und sexuelle Gewalt. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass die syrischen Militär- und Sicherheitskräfte seit März 2011 systematisch grausame Menschenrechtsverletzungen verübt haben.

Die Weltgemeinschaft in Form der UN und damit auch Deutschland respektieren die Souveränität seiner Mitgliedstaaten und deren Einwohner. Syrien ist seit 1945, dem Gründungsjahr der UN, Mitglied der Vereinten Nationen. Gleichzeitig setzen sich alle Mitglieder der UN unter anderem das Ziel, die Achtung der Menschenrechte und die Grundfreiheiten zu fördern. Diese Grundsätze hat auch Syrien mit Zeichnung der Charta der Vereinten Nation akzeptiert. Die dokumentierten Menschenrechtsverletzungen und steigenden Opferzahlen haben deshalb dazu geführt, dass die UN über eine Resolution abgestimmt hat, die einen politischen Fahrplan zur Einleitung einer Übergangsphase in Syrien vorsieht. Die Kernpunkte der Resolution sind die Aufforderung an Präsident Assad, die Macht an einen Stellvertreter abzugeben und die Aufforderung an die syrische Regierung und Opposition, miteinander in einem Dialog zu treten, um innerhalb von zwei Monaten eine nationale Einheitsregierung zu bilden. Diese soll schließlich Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vorbereiten und ein freies, pluralistisches politisches System aufbauen.

Ursprung der Resolution sind übrigens Forderungen, welche die Arabische Liga unlängst aufgestellt hat. Eingebracht wurde die Resolution in den Sicherheitsrat von Marokko. Von einer Beeinflussung aus dem "anglo-amerikanischen Dunstkreis", wie Sie schreiben, kann hier wirklich nicht die Rede sein. Letztendlich scheiterte die Resolution, die ich vollkommen unterstütze, leider an geopolitischen Interessen der Vetomächte Russland und China.
Ich, und wie ich glaube auch die Mehrheit der Deutschen, unterstütze den Kurs der Bundesregierung und damit von Außenminister Guido Westerwelle. Als souveräner deutscher Staat übernehmen wir Verantwortung innerhalb der europäischen und internationalen Organisationen. Ich befürworte den eingeschlagenen Weg, politische und nicht militärische Mittel zur Verbesserung der Lage in Syrien zu nutzen. Die politische Einflussnahme erfolgt über diplomatische Bemühungen und wirtschaftliche Sanktionen. Die Europäische Union hat zum Beispiel seit Anfang Mai 2011 mit inzwischen elf Sanktionsrunden auf die anhaltende Gewalt in Syrien reagiert.

Sie sprechen in Ihrer Frage auch die Lehren aus der deutschen Geschichte an. Aber genau diese zeigen uns doch, dass ein Wegsehen und Verharmlosen bei den in Syrien offensichtlichen Menschenrechtsverstößen der falsche Weg ist.

Ihre
Ulrike Flach
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