Ulla Jelpke (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Ulla Jelpke
Geburtstag
09.06.1951
Berufliche Qualifikation
Journalistin, Diplom-Soziologin, Volkswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Dortmund II
Ergebnis
10,6%
Landeslistenplatz
2, Nordrhein-Westfalen
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(...) Unter bestimmen Umständen gibt es allerdings aus meiner Sicht durchaus auch das Recht auf bewaffneten Widerstand gegen ein besonders verbrecherisches Regime. Von daher haben die libyschen Aufständischen meine grundsätzliche Solidarität. Allerdings:
Internationale Solidarität heißt für mich nicht, die NATO in Marsch zu setzen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
19.11.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Jelpke,

In Berlin demonstriert seit einigen Wochen eine Gruppe Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor. Sie haben zuvor einen Fußmarsch über 600 Kilometer auf sich genommen, bewusst ihre Residenzpflicht verletzt und damit ihre Abschiebung riskiert, um auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen.

Asylbewerber flüchten aus teils schwierigsten Verhältnissen, Kriegen, politischer oder ethnischer Verfolgung nach Deutschland. Der Umgang des deutschen Staates mit diesen Menschen ist meines Erachtens nicht dem Selbstverständnis einer freiheitlichen, pluralistischen und sozialen Demokratie genügend. Zu kritisieren sind die materielle Versorgung, der Mangel an Anwälten und Dolmetschern für die Asylverfahren, die Dauer der Asylverfahren, auch durch Kettenduldung, Abschiebehaft für Menschen in schwacher Verfassung über einen teils langen Zeitraum, das Arbeitsverbot mit nachfolgendem Nachrang, die Residenzpflicht, die Sammellager an der Peripherie von Städten, bürokratische Hürden, die z.B. die Aufnahme eines Studiums erschweren.

Die Flüchtlingszahlen in Deutschland sind lange Zeit rückläufig gewesen, stehen auch heute in keinem Vergleich zu denen der 90er-Jahre und stellen erst recht keine Bedrohung für die ökonomische Stabilität oder den sozialen Friedens Deutschlands dar. Deutschland ist das bevölkerungsstärkste Land Europas und eines mit weitverbreitetem Wohlstand, die pro Kopf getragene Last ist in unserem Land bei Weitem nicht die größte in Europa.

Die Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor sind inzwischen bei Eiseskälte ein zweites Mal in den Hungerstreik getreten, da sie sich von politischen Entscheidungsträgern nicht gehört fühlen.

Ich möchte daher gerne wissen, ob Sie und andere Mitglieder Ihrer Fraktion mit Asylbewerbern am Brandenburger Tor oder anderswo in den Dialog getreten sind oder treten wollen und was Sie zu tun beabsichtigen, um die Lage der Asylbewerber in Deutschland zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ulla Jelpke
1Empfehlung
22.11.2012
Ulla Jelpke
Sehr geehrter Herr ,

für ihre Frage danke ich Ihnen.
Die Fraktion DIE LINKE und auch viele Mitglieder der Partei DIE LINKE haben die Proteste der Flüchtlinge während ihres Fußmarsches und vor dem Brandenburger Tor begrüßt und unterstützt. Regelmäßig waren Abgeordnete vor dem Brandenburger Tor und auf dem Oranienburger Platz, um die Aktivisten auch konkret zu unterstützen. Heute findet ein Treffen von Vertretern der Flüchtlinge und Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages teil, an dem auch ich teilnehmen werde. Ich befürchte allerdings, dass sich insbesondere die CDU/CSU in ihrer harten Haltung in diesen Fragen nicht beirren lassen wird. Andernfalls gab und gibt es zahlreiche Gelegenheiten für die Unions-Fraktion, das Regime der Schikanen gegen Asylsuchende und Flüchtlinge in der Bundesrepublik zu beenden. Meine Fraktion hat dazu mehrere Anträge vorgelegt. In der kommenden Woche wird der Bundestag über einen Antrag der LINKE zur Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes abstimmen. Ein zweites Mal in dieser Wahlperiode werden wir einen Antrag zur Abschaffung der Residenzpflicht einbringen. Meine Fraktion hat eine Reihe von weiteren Initiativen eingebracht, die ebenfalls eine deutliche Verbesserung der Situation von Geflüchteten zum Ziel haben, unter anderem für ein bedingungsloses Bleiberecht für langjährig hier lebende Menschen, die nur geduldet werden. Sie finden die Anträge sowohl auf der homepage der Linksfraktion als auch auf meiner persönlichen homepage www.ulla-jelpke.de. All diese Initiativen sind von der Koalition abgelehnt worden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulla Jelpke
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.01.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Jelpke,

Warum nehmen Sie an Veranstaltungen einer linksextremistischen Vereinigung teil?
Der Verein RotFuchs wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Dann sind die Ziele nicht Demokratisch und der Verein verherrlicht die DDR in allen Tönen.
Können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren? Sogar Stalin wird dort geehrt.


Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ulla Jelpke
2Empfehlungen
29.01.2013
Ulla Jelpke
Sehr geehrter Herr ,

wen Sie oder der Verfassungsschutz für linksextremistisch oder verfassungsfeindlich halten, ist mir gelinde gesagt schnurzegal.

Ich habe auf Einladung des Rotfuchs in Rostock über die Lehren aus der Machtübernahme der Nazis vor 80 Jahren für den antifaschistischen Kampf heute gesprochen. Die DDR war auf dieser Versammlung nur insoweit Thema, als in diesem Staat gemäß dem Schwur der KZ-Überlebenden von Buchenwald die "Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln" ernst genommen wurde. Demgegenüber gibt es in der Bundesrepublik eine personelle und wirtschaftliche Kontinuität zum Dritten Reich. Die Kapitalisten, die Hitler finanzierten und an die Macht brachten, die Konzerne, die sich durch Rüstung, Krieg, Raub, Arisierung und Zwangsarbeit einen goldenen Daumen verdienten, blieben unangetastet. Alte Nazis rückten wieder in höchste Staatsämter vor und andere alte Nazis bauten den Verfassungsschutz auf. Dieser Geheimdienst ist, wie wir aus dem gescheiterten ersten NPD-Verbotsverfahren und der NSU-Affäre wissen, mit seinen V-Leuten tief in den braunen Neonazisumpf verstrickt. Wenn dieser Geheimdienst heute nichts besseres zu tun hat, als Leserkreise einer sozialistischen Zeitschrift zu bespitzeln, spricht das eigentlich schon Bände. Nicht der Rotfuchs ist antidemokratisch, sondern der Verfassungsschutz mit seinen Spitzeln.

mit freundlichen Grüßen,
Ulla Jelpke
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
29.01.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Jelpke,

Danke für Ihre Antwort. Gestatten Sie mir noch eine Frage. Haben Sie die Zeitung des Vereins RotFuchs inhaltlich gelesen?

Wenn nicht wüssten Sie, das ein demokratisches Denken in diesem Verein nicht vorhanden ist.

Oder möchten Sie als Bundestagabgeordneter die Demokratie abschaffen und die kommunistische Gesellschaftsform mit jeglicher Gewalt durchsetzen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ulla Jelpke
2Empfehlungen
30.01.2013
Ulla Jelpke
Sehr geehrter Herr ,

ich habe schon mehrfach den RotFuchs gelesen und dabei Artikel sehr unterschiedlicher Art gefunden. Nicht alles findet dabei meine Zustimmung. Insbesondere Artikel, die sich unkritisch mit den gescheiterten Sozialismusversuchen befassen, ohne nach den vielfältigen Ursachen dieses Scheiterns zu fragen, erscheinen mir nicht zielführend. Ich habe aber auch eine Reihe von Artikeln im RotFuchs entdeckt, die ernsthaft nach den Fehlern und Fehlentwicklungen des Realsozialismus fragen und damit wichtige Frage auch für zukünftige sozialistische Entwicklungen aufwerfen.

Wenn wir mit Kommunismus eine klassenlose Gesellschaft meinen, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt wird, dann befürworte ich durchaus eine kommunistische Gesellschaftsform. Kommunismus nach dieser auf Marx und Engels zurückgehenden Definition gab es aber bislang in keinen Land. Auch die DDR und die Sowjetunion haben niemals beansprucht, kommunistische Gesellschaften zu sein.

Wenn Sie meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete und innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE kennen würden, wüssten Sie, dass die Verteidigung demokratischer Grundrechte im Mittelpunkt meiner Arbeit steht.

Denn wenn ich mir die heutige Welt anschaue, dann ist es der Imperialismus, der seine Herrschaft auf Gewalt stützt. In Griechenland werden EU-Spardiktate mit Polizeiknüppeln durchgesetzt, in Afghanistan und Mali führt der Westen blutige Kolonialkriege. In Deutschland werden demokratische Rechte im Namen angeblicher Terrorbekämpfung zunehmend ausgehebelt und das Mitspracherecht des Parlaments etwa bei Bundeswehreinsätzen im Ausland oder Bankenrettungsschirmen beschnitten.

mit freundlichen Grüßen,

Ulla Jelpke
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Frage zum Thema Soziales
31.01.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Jelpke,

wie ist Ihre Meinung zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ulla Jelpke
bisher keineEmpfehlungen
06.02.2013
Ulla Jelpke
Sehr geehrter Herr ,

ich bin keine Anhängerin des Konzeptes eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das nicht nur von Teilen der Linken sondern auch von einigen Vertretern des Neoliberalismus befürwortete bedingungslose Grundeinkommen zielt faktisch auf die flächendeckende Einführung eines Kombilohns und die Zerschlagung der Sozialsysteme. Dies würde die Kampfkraft der Gewerkschaften weiter schwächen und die Tariflöhne aushebeln. Das bedingungslose Grundeinkommen würde im besten Falle nur zu einer besser verwalteten Massenarbeitslosigkeit und einer Ruhigstellung der Erwerbslosen führen, während die grundlegenden Verteilungs-, Eigentums- und Ausbeutungsfragen im Kapitalismus nicht tangiert und schon gar nicht verändert werden.
Ich teile allerdings die Meinung, dass die Forderung nach einem Grundeinkommen eine Antwort auf die Situation in einer Gesellschaft ist, in der Prekarisierung immer weiter um sich greift. Gemeinsam mit den Grundeinkommensbefürworterinnen ist mir, dass ich eine repressionsfreie Grundsicherung fordere, die die sozialen Garantien des Lebens sichert. Dafür gemeinsam zu streiten ist ein wichtiger Schritt aus den Sanktionen und Schikanen der Hartzgesetze! Allerdings sollte die Forderung nach einer repressionsfreien Grundsicherung mit dem Kampf um eine radikale Arbeitszeitverkürzung und der damit verbundenen Umverteilung der vorhandenen Arbeit auf viele Schultern verbunden werden. Hierfür ist die Solidarität der Beschäftigten, der Erwerbslosen und der Gewerkschaften erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Jelpke
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
09.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Jelpke,

an welcher Universität haben Sie eigentlich studiert? Leider ist dies nirgendwo herauszufinden. Für eine Antwort wäre ich sehr verbunden.

Hochachtungsvoll,

Antwort von Ulla Jelpke
bisher keineEmpfehlungen
09.04.2013
Ulla Jelpke
Sehr geehrter Herr ,

ich habe von 1986 bis 1993 an der Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) in Hamburg studiert,

mit freundlichen Grüßen,

Ulla Jelpke
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