Thomas Strobl (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Thomas Strobl
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Heilbronn
Ergebnis
50,3%
Landeslistenplatz
11, Baden-Württemberg
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Frage zum Thema Wirtschaft
31.08.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Strobl,

meine Frage bezieht sich auf den Wirtschafts-Standort Deutschland. Wie gedenkt Ihre Partei unser Land für ausländische Investoren wieder attraktiver zu machen?

Die zweite Frage bezieht sich auf die angedachte Erhöhung der Mehrwertsteuer. Was sind ihrer Meinung nach die Vorteile solch einer drastischen Maßnahme? Engt es nicht noch mehr die schon eng geschnallten Gürtel unser Mitmenschen ein wie nötig?

Vielen Dank für Ihre Antwort!!

MfG
Antwort von Thomas Strobl
bisher keineEmpfehlungen
02.09.2005
Thomas Strobl
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre beiden Fragen, auf die ich wie folgt antworten möchte:

Frage1:
Deutschland wird durch ein Bündel von Maßnahmen für ausländische Investoren wieder interessanter. Dazu gehören vor allem die grundlegende Steuerreform und die Reform der sozialen Sicherungssysteme, aber auch der Ausbau des Forschungs-, Bildungs- und Ausbildungsstandortes Deutschland. Generell kann man sagen, dass Deutschland um so interessanter für ausländische Investoren wird, um so besser unsere Wettbewerbsfähigkeit ist. Zu den konkreten einzelnen Maßnahmen lesen Sie bitte unser Regierungsprogramm 2005-2009 unter www.cdu.de.

Frage 2:
Im Gegenteil. Mit der Mehrwertsteuererhöhung wird der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 2 % gesenkt. Damit haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer per Saldo mehr in der Tasche trotz Mehrwertsteuererhöhung. Außerdem wird der zweite, so genannte "kleine Mehrwertsteuersatz" von 7 %, der für die Dinge des täglichen Bedarfes gilt, wie zum Beispiel Lebensmittel, öffentlicher Nahverkehr und Bahn, Bücher und Zeitungen, Eintrittskarten für Theater, Orchester, Konzerte und Schwimmbäder, Tierfutter und viele Dinge aus dem Gesundheitsbereich nicht erhöht.
Mit freundlichen Grüßen

Ihr Thomas Strobl MdB
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Frage zum Thema Rente
05.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Strobel,

wie gedenkt Ihre Partei den Rentnern einen Ausgleich zu schaffen, wenn sie durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung deutlich "geschröpft" werden? Es ist einsehbar, dass die Lohnkosten gesenkt werden müssen, aber die vielen Rentner haben davon doch gar nichts, im Gegenteil. Dabei haben sie doch die Grundlage für die heutige Wirtschaftskraft (mit-) geschaffen, haben Steuern bezahlt und für ihre eigenen Renten viel Geld einbezahlt. Im Moment werden die Renten aber nur nach unten gefahren,alles wird teurer , aber Rentner bekommen keinen Ausgleich, sondern werden durch die neue MwSt erneut zusätzlich belastet.

Mit besten Grüßen
Antwort von Thomas Strobl
2Empfehlungen
07.09.2005
Thomas Strobl
Sehr geerhter Herr ,
vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst möchte ich Sie auf einen Punkt in Ihrer Frage hinweisen, bei dem Sie meiner Ansicht nach einem Denkfehler unterliegen.
Richtig ist, dass die heutigen Rentner ihr Leben lang gearbeitet haben und dafür Steuern und Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt haben. Mir ist klar, dass die Lebensleistung der heutigen Rentner, sich auch in den Renten abbildet und abbilden muss. Deshalb setzen wir uns auch für stabile Renten ein. Allerdings haben die Rentner die Rentenbeiträge nicht für sich und ihre Rente einbezahlt, sondern für die damaligen Rentner, denn der Generationenvertrag beinhaltet, dass die gegenwärtigen Beitragszahler die Beiträge für die gegenwärtigen Rentner bezahlen. Darin liegt ja auch das große Problem in der Finanzierung bei den Rentenkassen, angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland.

Zur Mehrwertsteuer: Richtig ist, dass die Rentner von der 2%igen Beitragsentlastung bei der Arbeitslosenversicherung, die wir mit der 2%igen Erhöhung der Mehrwertsteuer finanzieren, nicht direkt profitieren, übrigens genauso wie die Studenten, Arbeitslosen und Selbständigen - kurzum alle, die nicht sozialversicherungspflichitg beschäftigt sind. Allerdings profitieren auch die Rentner indirekt davon, denn wenn es uns gelingt, mehr Wachstum und mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu generieren, dann kommt auch wieder mehr Geld in die Rentenkassen und die Renten werden dadurch stabilisiert. Und genau dies wollen wir mit der Senkung der Lohnnebenkosten und vielen anderen Maßnahmen, die Sie unserem Wahlprogramm entnehmen können, erreichen.
Außerdem wird der zweite, so genannte "kleine Mehrwertsteuersatz" von 7 %, der für die Dinge des täglichen Bedarfes, wie zum Beispiel Lebensmittel, öffentlicher Nahverkehr und Bahn, Bücher und Zeitungen, Eintrittskarten für Theater, Orchester, Konzerte und Schwimmbäder, Tierfutter und viele Dinge aus dem Gesundheitsbereich nicht erhöht. Im Ergebnis bin ich also der Meinung, dass auch für die Rentner in Deutschland diese Mehrwertsteuererhöhung zumutbar ist. Ausserdem wollen wir die Lasten möglichst gleichmässig auf alle Schultern verteilen. Da können wir die Rentner nicht grundsätzlich ausschließen-oder?

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Thomas Strobl MdB
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