Tankred Schipanski (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Angaben zur Person
Tankred Schipanski
Jahrgang
1976
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Ilmenau
Wohnort
Ilmenau
Wahlkreis
Gotha/ Ilm-Kreis über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
29,1%
Landeslistenplatz
7, Thüringen
(...) Mit der Union werden auch weiterhin Arbeitnehmerrechte gestärkt und nicht abgebaut. (...)
Fragen an Tankred Schipanski
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Energieversorgung
17.07.2009
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Schipanski,
Im Wahlprogramm Ihrer Partei plädieren Sie für eine Laufzeitverlängerung der sicheren deutschen Kernkraftwerke. Weiterhin wird ausgeführt:
"Der größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns aus der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke soll nach einer verbindlichen Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen zur Forschung im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sowie zur Senkung der Strompreise genutzt werden."
Dazu meine Frage:
Wie soll sicher gestellt werden, dass diese zusätzlichen Gewinne wirklich den genannten Zielen (F&E für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Strompreissenkung) zugeführt werden und nicht in den Bilanzen und Abschreibungen der Energieunternehmen versickern? Was ist unter "größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns" zu verstehen (51% oder mehr) und wie soll dieser ermittelt werden? Werden die Unternehmen dann gesetzlich gezwungen ihre Bilanzen und betriebswirtschaftliche Kalkulationen dahingehend offen zu legen, dass diese Gewinne nachvollziehbar ausgewiesen werden?

Für eine Antwort danke ich Ihnen im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Uwe
Antwort von Tankred Schipanski
bisher keineEmpfehlungen
29.08.2009
Tankred Schipanski
Ihre Frage ist sehr konkret und ich darf Ihnen vorweg ehrlich sagen, dass ich Ihre Frage so konkret noch nicht beantworten kann. Richtig ist, dass die Union eine Verlängerung der Laufzeiten von sicheren Kernkraftwerken anstrebt. Wir verstehen den Beitrag der Kernenergie zur Stromversorgung als Brückentechnoloige, weil heute kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind.

Um feststellen, welche "zusätzlichen Gewinne" gemacht werden, die in den F & E Bereich investiert werden sollen, ist Transparenz notwendig. Welche konkreten Transparenzregelungen zielführend sind, vermag ich gegenwärtig nicht zu sagen. Es ist ein angemessener Ausgleich zwischen dem Transparenzbedürfnis der Öffentlichkeit und dem Geschäftsbetrieb des Energieunternehmens herzustellen.

Der zweite Teil Ihrer Frage zielt auf die Auslegung des Begriffs "größter Teil des zusätzlich generierten Gewinns". Die Formulierung ist offen gehalten, weil hierzu noch keine abschließende Meinungsbildung erfolgt ist. Ihre Sichtweise, darunter mind. 51 % zu sehen ist legitim und nachvollziehbar.
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzpolitik
19.07.2009
Von:

Sind sie für oder gegen die jetzige Form der Pendlerpauschale?
Wenn Sie gegen die aktuelle Pendlerpauschale sind, wie würden Sie sie verändern?
Antwort von Tankred Schipanski
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Tankred Schipanski
Ich bin gegen die derzeitige Form der Pendlerpauschale. Sehr viele Menschen haben arbeitsbedingt gar keine Alternative zum Pendeln und werden durch die aktuellen Regelungen nicht nur steuerrechtlich benachteiligt. Um dies zu ändern, befürworte ich den Ausgangszustand, d.h. die volle Abzugsfähigkeit der Pendlerpauschale, wieder wiederherzustellen. Dabei soll es bei den im Koalitionsvertrag vereinbarten Regelungen bleiben.

Natürlich macht diese Regelung eine grundsätzliche Neudefinition der Werbungskosten erforderlich. Denn es muss sichergestellt sein, dass die Fahrten zwischen der Wohnung des Arbeitnehmers und dem Arbeitsplatz bis zu 20 Kilometer steuerlich eine Privatangelegenheit sind, Unfälle aber trotzdem von der Unfallversicherung abgedeckt sind.
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Außenpolitik
18.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schipanski,

als Christ spielt für mich bei der Bundestagswahl neben vielen anderen Aspekten auch die Einstellung der Kandidaten gegenüber dem Staat Israel eine Rolle. Deshalb bitte ich Sie, mir folgende Fragen zu beantworten:

Frage 1
Wie bewerten Sie die Aussage: Deutschland hat aus der Geschichte heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Israel?

Frage 2
Deutschland hat sich aus der sogenannten "Durban II"-Konferenz im April 2009 in Genf zurückgezogen – aus Sorge heraus, dass diese Konferenz zum Beispiel von Irans Präsident Achmadinedschad zu antisemitischer Hetze missbraucht werden könnte. Wie beurteilen Sie die Entscheidung Deutschlands?

Frage 3
Welche Maßnahmen ziehen Sie in Erwägung angesichts der potenziellen atomaren Bedrohung Israels durch den Iran und angesichts der Tatsache, dass Deutschland der wichtigste westliche Handelspartner des Irans ist?

Frage 4
Die Hamas strebt laut eigener Charta nach wie vor die Zerstörung Israels an, bekennt sich zum Terrorkampf gegen Israel und erkennt bestehende Verträge nicht an. Was ist Ihrer Meinung nach eine angemessene Strategie?

Frage 5
Zum Anliegen der Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie – auch für das konkrete Engagement von Bürgern in Ihrem Wahlkreis?

Vielen Dank für Ihre Antworten im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Tankred Schipanski
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Tankred Schipanski
Der Aussage, dass Deutschland aus der Geschichte heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat, stimme ich zu.

Zu den Entscheidungen, die Deutschland auch hinsichtlich der "Durban II"-Konferenz getroffen hat, muss man sagen, dass wir in diesem Bereich sehr vorsichtig und sensibel agieren. Dies resultiert auch aus dem besonderen Verhältnis zu Israel. Bezüglich des Handels mit dem Iran haben Deutschland und Europa strenge und ausreichende Regelungen. Soweit eine atomare Bedrohung bestehen sollte, weiß Israel starke Partner auf seiner Seite. Deutschland und Europa engagieren sich auf palästinensischer Seite für die Fatha. Dies ist ein richtiger Weg.

Ich bin der Meinung, dass der wichtigste Weg, um die Problematik zu verstehen, eine Reise in den Nahen Osten (z.B. mit der Landeszentrale für politische Bildung) ist. Diesbezüglich stehe ich gerne als Mittler zur Verfügung.

Die Antworten und weitere Stellungnahmen finden Sie auf www.projekt-bundestagswahl.de sowie auf meiner Onlineseite.
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzpolitik
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schipanski,

was werden Sie bzw. die CDU in der nächsten Legislaturperiode unternehmen, um die zu starke steuerliche Belastung der mittleren Einkommen zu beseitigen?

Freundliche Grüße

G.
Antwort von Tankred Schipanski
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Tankred Schipanski
Im Gegensatz zu den Plänen des rot-roten, linken Lagers spricht sich die Union gegen weitere Steuererhöhungen aus. Vielmehr werden wir uns für mehr Transparenz und einer Vereinfachung des Steuersystems einsetzen. Dahinein fällt auch die Entlastung der mittleren Einkommen. Für detailierte Aussagen müssen jedoch noch weitere parteiinterne Gespräche geführt werden. Wir brauchen einen steuerpolitischen Neuanfang.

Bisher hat die CDU vieles erreicht, damit die Menschen mehr Netto vom Brutto haben. Darunter fällt die Erhöhung des Grundfreibetrages auf 8.004 Euro für Erwachsene, die Senkung des Eingangssteuersatzes auf 14 Prozent sowie die Deutliche Erweiterung der steuerlichen Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen, Beschäftigungsverhältnissen und Handwerkerleistungen. Ab 2010 werden auch Krankenkassenbeiträgen steuerrechtlich absetzbar sein.

Darüberhinaus haben wir folgende Ziele um dafür zu sorgen, dass Gehaltserhöhungen bei den Menschen und nicht beim Finanzamt ankommen:
  • Absenkung des Eingangssteuersatzes auf 12 Prozent
  • Verschiebung des Höchststeuersatzes auf Einkommen ab 60.000 Euro

Die SPD will das Ehegattensplitting kappen. Das bedeutet, dass viele Familien mehr Steuern zahlen müssten. Die Union hingegen möchte das Ehegattensplitting voll erhalten und ein zusätzliches Familiensplitting einführen. Auch die Unternehmensteuer muss krisenfester weiterentwickelt und die Erbschaftsteuerreform überprüft werden.

Wir senken den Eingangsteuersatz auf 12 Prozent und den Spitzensteuersatz auf 39 Prozent. Durch die Abschaffung zahlreicher Ausnahmetatbestände sorgen wir dafür, dass die Steuersätze auch tatsächlich bezahlt werden. Im Gegensatz zur SPD, die auf eine populistische Reichensteuer setzt, werden wir im Bereich der Spitzeneinkommen tatsächlich zu mehr Steuereinnahmen kommen.

Die Eckpunkte für die große Steuerreform sind: einfacher, niedriger und gerechter. Wir müssen das rot-grüne Steuer-Chaos endlich beenden. Das ist ein entscheidender Beitrag dafür, dass Deutschland wieder in Schwung kommt.
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Arbeit
14.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schipanski,

meine Fragen an Sie beinhalten zuerst einmal das Thema Leiharbeit.

Wie erklären Sie einem 58 jährigen, der 14 Jahre in einem Zulieferbetrieb für Autoteile gearbeitet hat und durch Insolvenz dieses Betriebes arbeitslos wurde, dass seine Arbeit in der Leiharbeit nur noch ein Drittel wert sein soll ?
Könnten Sie sich vorstellen, für 6 € zu arbeiten ?
Geht es mit der CDU so weiter mit dem Abbau der Arbeitnehmerrechte?
Ist es christlich, das die Reichen in diesem Staat immer reicher werden und die Masse des Volkes immer ärmer?
Eine Frage noch zu Afghanistan:
Glauben Sie persönlich nicht , dass es sich hier um eine Kriegsbeteiligung handelt ? Ist ein solcher Einsatz keine Verletzung des Grundgesetzes?
Zum Recht auf Privatsphäre:
Sind Sie als Kanditat derselben Meinung mit ihrem Parteifreund Schäuble?
Zur Europapolitik:
Glauben Sie, das die Mehrheit des deutschen Volkes der EU-Verfassung zustimmen würde, so man das Volk fragen würde?
Warum eigentlich wird bei uns das Volk nicht gefragt bei solchen wichtigen Entscheidungen?
Warum können hier die Kritiker dieser Verträge nur auf das Nein der Irländer hoffen?

Danke dafür, wenn Sie sich die Zeit zur Beantwortung meiner Fragen nehmen.
Freundliche Grüße
Antwort von Tankred Schipanski
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Tankred Schipanski
Die aktuelle Leiharbeiterregelung ist in der Tat nicht geglückt und in der aktuellen Form nicht tragbar. Daher stehe ich für eine Reformierung dieser Regelungen. Generell ist die Arbeit eines Leiharbeiters genau so viel wert wie die eines normalen Arbeiters. Es gilt auch hier: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
Die Union steht für gerechte Löhne und branchenspezifische Mindestlöhne. Vor einigen Jahren war es aber auch für mich, wie für unsere heutigen Schüler/innen und Studierende, durchaus üblich für 6 Euro zu arbeiten. Nach der Ausbildung darf dies jedoch nicht sein.
Mit der Union werden auch weiterhin Arbeitnehmerrechte gestärkt und nicht abgebaut. Die CDU ist eine arbeitnehmerfreundliche Partei, die sich stets für die soziale Gerechtigkeit einsetzt. Das Schließen der Einkommensschere ist mir ein wichtiges Anliegen.

Wir haben ein internationales Mandat in den Vereinten Nationen und schließen uns dem notwendigen Kampf gegen den Terrorismus an.

Die Privatsphäre muss beachtet und geschützt werden. Als Rechtsanwalt mit der Spezialisierung auf Medienrecht liegt mir die Schaffung von klaren Regelungen und Transparenz sehr am Herzen. Das Persönlichkeitsrecht darf nicht geschwächt werden.

Ich bin der Auffassung, dass es in Deutschland eine Mehrheit für die EU-Verfassung und generelle EU-Politik geben würde, wenn diese transparenter und einfacher erklärt werden würde. Die Regelungen sind häufig undurchsichtig und für viele Bürger und Bürgerinnen sind die gesetzlichen Grundlagen noch unverständlich. An dieser Stelle muss wichtige Aufklärung geleistet werden. Eine Bürgerbeteiligung ist für diesen Fall jedoch grundsätzlich nicht vorgesehen.
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Tankred Schipanski
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.