Sylvia Kotting-Uhl (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Sylvia Kotting-Uhl
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin, Pädagogin, Dozentin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Karlsruhe-Stadt
Landeslistenplatz
5, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
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(...) Oswald Metzger vertritt in der Sozialpolitik traditionell eher den individuellen Standpunkt Metzger als die grüne Beschlusslage. (...) Seine vehemente Gegnerschaft zum grünen Konzept Bürgerversicherung und die Wortwahl in der er dieses Konzept diskreditiert hat ist hauptverantwortlich dafür, dass er die Grünen heute nicht mehr im Bundestag vertritt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
05.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Kotting,

mit Interesse habe ich Ihren Kommentar im Tagesspiegel gelesen. Die Idee, einen "Ökobonus" an alle Bürger wieder auszuzahlen ist sehr spannend, wie ich finde. Der von Ihnen beschriebene Ökobonus hat nicht nur eine ökologische Lenkungsfunktion, sondern ist auch aus sozialpolitischer Sicht reizvoll, weil er keine Bevölkerungsschicht benachteiligt. Mich hat Ihre Idee sehr an das momentan diskutierte bedingungslose Grundeinkommen erinnert. Sehen Sie dort ebenfalls eine Parallele, oder bieten Sie in Ihrem Artikel sogar einen weiteren Finanzierungsvorschlag für das bedingungslose Grundeinkommen?

Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen,

mit freundlichen Grüssen

Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
07.05.2008
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

Ihr Interesse an unserer neuen Idee, die allerdings noch nicht zu einem fertigen Konzept ausgearbeitet ist, freut mich. Es gibt Parallelen zum bei uns ebenfalls diskutierten Grundeinkommen, so zum Beispiel die gleichmäßige Auszahlung an alle Bürgerinnen und Bürger "ohne Ansehen der Person". Als Teilfinanzierung oder Einstieg in ein bedingungsloses Grundeinkommen kann es dann betrachtet werden, wenn wir das Aufkommen für den Ökobonus aus bereits bestehenden Steuern oder Abgaben finanzieren. Vorstellbar ist allerdings auch das Aufkommen neu aus Umweltverbrauch zu generieren und dann selbstverständlich ohne Umwege direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurück zu verteilen. Diese Variante hätte eventuell deutlichere Lenkungseffekte, weil sie sehr transparent wäre und dem Einzelnen den Umweltverbrauch des eigenen Lebensstils verdeutlichte ohne ihm Vorschriften zu machen. Jede Person hätte es in der Hand durch Umsteuern im Lebensstil vom Ökobonus richtig zu profitieren. Wer durchschnittlich Energie und Ressourcen verbraucht, für den ist das Ganze ein Nullsummenspiel. Wer überdurchschnittlich verbraucht, bezahlt auch überdurchschnittlich und wer schonend mit Energie und Ressourcen umgeht, profitiert.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Finanzen
06.05.2008
Von:

Geplante Diätenerhöhung
Sehr geehrte Frau Kotting-Uhl,
die geplante Diätenerhöhung hat in mir ein eigenartiges Gefühl hervorgerufen. Vor allem die Begründung mit der Anpassung an die Tarifabschlüsse des öffentl. Dienstes. Ich selbst bin beim Land als Beamter tätig und komme nicht in den Genuss der Tarifabschlüsse. Im Gegenteil, die vom Land beschlossene Gehaltsanpassung wurde mit der "Weihnachtszuwendung" verrechnet, diese auf das Jahresgehalt umgelegt und gekürzt. Im Januar 2008 erhielt ich deswegen eine Gehaltserhöhung von netto 12,– € monatlich! Das ist in meinen Augen keine Erhöhung und schon gar kein Inflationsausgleich. Oder ist das der herbeigeredete Aufschwung?
Das Ansteigen der Diäten von 9% im November 2007 und jetzt zum 1.1.2009 um weitere 6% ist da für den Bürger = Volk = Wähler so nicht nachvollziehbar und nicht begründet.
Ob das Land B-W bereit ist, einen Nachschlag = Anpassung an die Tarifabschlüsse, an seine Beam-ten zu gewähren glaube ich nicht, da ja gespart werden muss. Die teilweise Rücknahme der "teuflischen" Verwaltungsreform verursacht auch zusätzliche vermeidbare Kosten, wenn man vorher besser überlegt hätte.

Wie stellen Sie sich dazu?
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass auch der öffentliche Dienst, insbesondere die Beamten des Bundes und der Länder an diesen Anpassungen teilnehmen können?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
08.05.2008
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

Die geplante Diätenerhöhung ist die Konsequenz eines falschen Gesetzes, das die Koalition Ende 2007 gegen unsere Stimmen beschlossen hat. Rein formal hat also alles seine Ordnung. Vertretbar - verantwortbar ist die geplante Diätenerhöhung deswegen aber noch lange nicht. In einer Zeit in der mit viel Mühe den Rentnerinnen und Rentnern eine 1,1% ige Erhöhung "geschenkt" wird, der Mindestlohn in der Regierungskoalition nicht durchsetzbar ist und den Hartz 4-EmpfängerInnen weiterhin das Existenzminimum verweigert wird, bestätigt eine Diätenerhöhung dieser Höhe alle Vorurteile von Bürgerinnen und Bürgern über das Parlament als Selbstbedienungsladen. Den Parlamentariern die nicht nur von ihren Diäten, sondern auch von ihrem Ansehen in der Bevölkerung leben, erweist die Koalition damit einen Bärendienst.

Formal-rechtlich sind Diätenerhöhungen seit Ende 2007 an die Tarifabschlüsse des öffentlichen Dienstes gekoppelt. Die jetzt geplante Erhöhung ist die Folge des jüngsten Tarifabschlusses, den das Kabinett inzwischen beschlossen hat. Das Parlament wird morgen entscheiden. Der eigentliche Beschluss gilt also durchaus den Beamten. Wenn Baden-Württemberg hier einen Sonderweg geht, muss das baden-württembergische Parlament das begründen.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Finanzen
07.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Kotting-Uhl,

danke für Ihre Antwort auf meine Frage zum Schuldenabbau. Leider kann ich aus Ihren Antworten nicht entnehmen, welche konkreten Maßnahmen Sie persönlich zum Schuldenabbau sehen.

Den Schwerpunkt Ihrer Ausführungen sehe ich darin, dass Sie sagen, "wenn die Lage schlecht ist, können ja weiter Schulden gemacht werden". Glauben Sie allen Ernstes, dass mit dieser Politik ein Schuldenabbau jemals erreicht wird?

Insofern nochmals meine konkrete Frage: Welche Maßnahmen stehen auf Ihrer persönlichen Agenda, um einen nachhaltigen Schuldenabbau zu erreichen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
08.05.2008
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

der Schwerpunkt meiner Ausführungen war, dass über einen Konjunkturzyklus der Haushalt ausgeglichen sein muss, damit wäre weitere Verschuldung gestoppt, die bisher ungehindert weiter steigt - und zwar in Zeiten guter wie schlechter Konjunktur. Bei schlechter Konjunktur und damit schlechten Steuereinnahmen die Ausgaben der öffentlichen Hand entsprechend herunter zu fahren, halte ich in der Tat für kein umsetzbares Konzept, da die Menschen in schlechten Zeiten mehr auf den Staat angewiesen sind als in guten Zeiten.

Ein Ende des weiteren Schuldenaufbaus, das bisher - trotz gerade sprudelnder Steuereinnahmen - in weiter Ferne zu liegen scheint, ist noch kein Schuldenabbau. Das ist der zweite Schritt. Wir arbeiten am ersten.

Wenn Sie mich nach den Maßnahmen auf meiner "persönlichen Agenda" fragen, muss ich Sie enttäuschen. Ich bin Umweltpolitikerin, keine Haushaltspolitikerin. Selbstverständlich gibt es einiges an Ausgaben im Bundeshaushalt das ich persönlich für überflüssig halte. Aber der Bundeshaushalt ist ein komplexes Netz, hier die grünen Maßnahmen zum Schuldenabbau zu entwickeln und mit den FachpolitikerInnen abzuklären, ist die Aufgabe unserer Haushälter. Im Umwelthaushalt sind keine Einsparungen vorschlagen - dieser Einzeletat ist mit 0,4 % des Gesamthaushaltes angesichts der zu bewältigenden Aufgaben minimal.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Wirtschaft
22.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Kotting-Uhl,

in anbetracht und im Zusammenhang der stündlich steigenden Rohölpreise und eines Interviews Ihrer Fraktions-Vizevorsitzende der Partei, Bärbel Höhn zum Thema Ölpreise, stellen sich Fragen über Fragen.
War es nicht Ihre Partei, die lautstark nach hohen Benzienpreisen (5DM/Liter)gerufen hat? Jetzt fordern sie einen "Spritgipfel"?

Wie stehen Sie und Ihre Partei zum Thema Kohlehydrierung?
Was sich heute schon in China und Südafrika rechnet, sollte die Deutschen als Erfinder der Hydriertechnik zu neuer Kalkulation anspornen. Es dürfen dabei nicht nur Rentabilitätsüberlegungen zählen. Unabhängigkeit und Krisensicherheit sind Werte an sich.

2004 wurde die letzte Kohlehydrierpilotanlage nach China verkauft.
Wollen wir auch auf diesem Gebiet die Produkte deutschen Erfindergeistes künftig aus China beziehen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
06.06.2008
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

Unsere Postion ist es nicht, die Ausgaben der Haushalte für Treibstoffe zu erhöhen, sondern den Preis pro Liter. Hätte der Markt bereits vor Jahren den Impuls bekommen, dass der Sprit teuer wird, hätten wir heute sicherlich eine große Auswahl an sparsamen PKW und könnten die jetzt eingetretene Verteuerung individuell besser abfedern. Stattdessen ist aber der Treibstoffverbrauch im Durchschnitt innerhalb der letzten Jahre praktisch unverändert hoch. Das rächt sich heute.

Die Kohleverflüssigung ist zurzeit nicht rentabel. Sie ist zudem ökologisch kontraproduktiv, da man für die Herstellung enorme Mengen an Energie verbraucht.Bei den weltweit ansteigenden Energiekosten ist daher auch nicht mit einer Rentabilität zu rechnen. Die CO2-Bilanz ist zudem bei Kohle besonders hoch.

Unser Weg muss wegführen vom Öl und endlich eine realistische Perspektive für Spar-Autos sowie alternative Antriebe eröffnen, z.B. mit Strom aus Wind und Sonne, Hybrid-Antrieben, nachhaltig erzeugten Pflanzentreibstoffen und mittelfristig vielleicht auch der Brennstoffzelle.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Umwelt
16.06.2008
Von:

Wird Klimaschutz Kostenlos Politisch bekämpft?

Frage 1 : wie viel CO2 wird voraussichtlich zur Reduzierung von CO2 zusätzlich erzeugt?
Können Sie Frage 1 überhaupt beantworten?
Wenn Sie Frage 1 nicht beanworten können woher wissen
Sie dann wieviel CO2 überhaupt eingespart werden Ohne
noch mehr CO2 zu erzeugen.
Wissen Sie es überhaupt oder kennen Sie jemand der
das weiß?Dann hätte ich gern die Adresse.
Frage 2 : wann wird das zusätzlich erzeugte CO2 abgebaut sein?
Frage 3 : Wann wird dann die Wirkung der CO2 Reduzierung einsetzen?
Frage 4 : Wie viele mögliche Produkte bzw. mögliche nicht Realisierungen von Anlagen und Projekten gibt es, die ohne CO2 Erzeugung zur Reduzierung von CO2 beitragen können?
Natürlich fängt Umweltschutz im kleinen an.
Müssen wir mit Werbeprospekte zugemüllt werden?
z.B. 100 kg Papier nicht hergestellt, bedeutet 90 kg CO2 nicht erzeugt. Also ein gigantisches Potenzial. Und vor allen dingen absolut ohne Kosten für die bereits Abgabenüberforderten Bürger.
mit freundlichem Gruß
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
27.06.2008
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

der Sinn der Strategien zur Reduktion von CO2-Emissionen ist nicht die Produktion von zusätzlichem CO2. Deshalb muss bei allen Maßnahmen die CO2-Bilanz der gesamten Wertschöpfungskette beachtet werden. Wenn beispielsweise für die Produktion von Biosprit Grünland umgebrochen oder gar Regenwald abgeholzt wird, ist die Bilanz deutlich negativ. Deshalb brauchen wir für die Produktion von Biomasse Nachhaltigkeitsstandards und verlässliche Zertifizierungssysteme. Wo das - wie bei manchen Ländern Asiens - nicht möglich ist, muss es ein Moratorium für den Import von Biomasse geben.

Ihre Fragen sind beantwortbar, aber nicht mit einem Text in einer Zeichenzahl wie sie hier zulässig ist. Dazu gibt es ausführliche Untersuchungen und Studien die Sie bei Institutionen wie dem Öko-Institut oder IFEU oder dem Umweltbundesamt anfordern können. Auf meiner Homepage können Sie sich über Konzepte wie z.B. die Ressourcenabgabe informieren. Verschiedene Gutachten die unsere Fraktion derzeit zum CO2-Vermeidungspotential durch die Einführung dieser Ressourcenabgabe oder auch durch die energetische Nutzung biogener Abfälle erstellen lässt, werde ich ebenfalls einstellen.

Selbstverständlich fängt Umweltschutz im Kleinen und bei jedem Einzelnen an. Die Flut von Werbeprospekten stört viele. Zumindest die im Briefkasten lässt sich mit einem Aufkleber "Keine Werbung" (bis auf die in der Zeitung liegende) abwehren. Verbieten lässt sich Werbung, wenn es schwer wiegende jugendschutzrechtliche oder gesundheitsschutzrechtliche Gründe gibt - CO2-Ersparnis ist keine Begründung für ein Werbeverbot. Die Werbekosten zahlen Sie im Preis der Produkte mit. Sie können sich ja vornehmen nichts zu kaufen für das Werbeprospekte gemacht werden - also kein Media-Markt, kein Aldi, Lidl usw.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Kotting-Uhl
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