Sylvia Kotting-Uhl (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Sylvia Kotting-Uhl
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin, Pädagogin, Dozentin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Karlsruhe-Stadt
Landeslistenplatz
5, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
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(...) Wenn wir das Schicksal von Amokläufen Tätern und Opfern ersparen wollen, haben wir an mehr als einer Baustelle zu arbeiten. Jede Überlegung abzuwehren indem man mit dem Finger auf eine andere Stelle zu zeigen an der ebenfalls noch Handlungsbedarf besteht, macht wenig Sinn. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
10.12.2006
Von:

Noch vor wenigen Tagen freuten sich viele über die Meldung, dass ein Gesetz das Rauchen nicht nur in staatlichen Einrichtungen, sondern auch in anderen Bereichen wie Restaurants verbieten wird. Sogar zahlreiche Raucher haben sich mit dieser Lösung abgefunden - wie bereits in vielen Ländern. Heute sieht plötzlich alles wieder anders aus: Verfassungsbedenken sind plötzlich aufgetaucht - und das Ganze wird nun zur Ländersache erklärt. Für dieses Hin und Her habe ich kein Verständnis. Gibt es denn immer weniger Politiker, die ein Problem bis zu Ende denken können? Wie sieht Ihre Position aus? Treten Sie für den beabsichtigten uneingeschränkten Gesundheitsschutz der Nichtrauer ein oder wollen Sie eher den Qualm auch an Orten weiterdampfen lassen, an denen sich Nichtraucher gesundheitlich gefährden und sich nach einem Restaurantbesuch selbst nicht mehr riechen können? Wie wollen Sie den erweiterten Schutz der Nichtraucher voranbringen?
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
bisher keineEmpfehlungen
01.02.2007
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich Sie bitten, Ihre Haltung gegenüber Politikerinnen und Politikern zu überdenken und Ihre Fragen nicht als Unterstellungen zu formulieren. In der Regel zeigt dabei derjenige, der die Unterstellungen ausspricht, dass er das Thema nicht durchdrungen hat. Die Grüne Bundestagsfraktion hat den NichtraucherInnenschutz auf die politische Agenda gebracht, wir waren stets vorn, wenn es darum ging, NichtraucherInnen zu schützen.

Der geplante Gruppenantrag im Deutschen Bundestag dazu wurde von uns unterstützt.

Die verfassungsrechtlichen Bedenken teilen wir nicht, sondern sehen sehr wohl Regelungsmöglichkeiten auf bundesstaatlicher Ebene - wie SIe sicher der Presse entnommen haben, verhindern SPD und CDU/CSU eine fraktionsübergreifenden Initiative.

Wir werden nun die von Seiten der Bundesländer zugesagten gesetzlichen Regelungen abwarten und ggf. einen Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Umwelt
23.02.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kötting-Uhl,
vor einigen Monaten wurde bekannt das die EnBW in Khe ein Kohlekraftwerk (GuD Kraftwerk) errichten möchte.
Als Ersatz zum misslungenen Thermoselect - wie stehen Sie dazu und wie weit sind die Genehmigungen bereits erfolgt?

Gruss J.
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
01.03.2007
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

mit Ersatz von Thermoselect hat das geplante Kraftwerk nichts zu tun. Die bundesweit geplanten Kohlekraftwerke sollen im wesentlichen Strom erzeugen und damit unseren Energiehunger stillen. Aus unserer grünen Sicht dürfen jedoch nicht länger Kraftwerke mit veralteter Technik zugelassen werden und auch die Aussicht auf CO2-Abscheidung, die z.Teil von den Kraftwerksbetreibern als "saubere" Lösung propagiert wird, erscheint uns nicht als brauchbarer Lösungsweg. Weder die Entsorgungsprobleme sind damit langfristig gelöst, noch der viel zu hohe Verbrauch. Im Tagesspiegel vom 1. März 2007 ist zur CO2-Abscheidung ein Meinungsartikel von mir erschienen, der die Problematik verdeutlicht. Ich stehe dem Plan des Kraftwerkbaus in Karlsruhe daher ablehnend gegenüber.

Zur Beschlusslage:
  • der Gemeinderatsbeschluss im Dezember war symbolisch, jetzt finden die Vorbereitung zum Auslegungsbeschluss statt

  • die Grünen im Gemeinderat haben das KKW in KA - als einzige - abgelehnt: wegen des schlechten Wirkungsgrades, wegen der Emissionen (400 To/a Feinstaub mit Schwermetallen), wegen des hohen Kühlwasserbedarfs, des CO2-Ausstoßes und wegen des negativen Einflusses auf das Stadtbild (geplant ist ein 180m hoher Nasskühlturm).

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
09.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Kotting-Uhl,

die Stadt Karlsruhe baut die B 36 zwischen Neureut und Mühlburg vierspurig aus. Handelt es sich bei der B 36 nicht um eine Bundesfernstraße, für deren Bau und Unterhaltung der Bund zuständig ist? Ist es dann nicht seine Aufgabe, diese Kosten zu übernehmen? Könnten Sie sich dafür einsetzen, dass diese Kosten vom Bund bezahlt werden und nicht von der Stadt Karlsruhe?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
bisher keineEmpfehlungen
15.03.2007
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

der Ausbau der B 36 zwischen Siemensallee und Sudetenstraße wird durch eine Mischfinanzierung von Bund und Stadt bewerkstelligt. Vom Gesamtaufwand in Höhe von 9.050.000EUR sollen 5.663.000EUR über das GVFG (Gemeindeverkehrsförderungsgesetz) wieder an die Stadt zurückfließen. Diese Bezuschussung des Bundes ist in erster Linie für die Verbesserung lokaler Verkehrsverhältnisse gedacht, und nicht für Fernverkehrsmaßnahmen. Der laufende Unterhalt geht jedoch zu Lasten der Stadt, so ist der derzeitige Informationsstand unserer Fraktion im Karlsruher Gemeinderat.

Die Stadt argumentiert damit, dass Feierabendstaus aufgelöst werden und dass der Ausbau zur Luftreinhaltung bestimmter Stadtteile beiträgt. Dass die B36 bei einem weiteren Ausbau Verkehrs verstärkend sein wird und sich dies auf die Schadstoffbelastung auswirkt, wird von der Stadt ebenso wenig wie die überörtliche Bedeutung der B36 thematisiert.

Die Grünen im Gemeinderat lehnen das Projekt daher nicht nur aus finanziellen Gründen ab.

Als Bundestagsabgeordnete habe über die Verwendung der für den Ausbau bestimmten Mittel keine Entscheidungsbefugnis. In Übereinstimmung mit der grünen Gemeinderatsfraktion bestärke ich sie aber gerne darin, Ihren Einfluss als Bürger geltend zu machen und die Stadt zu einem Überdenken des weiteren Ausbaus anzuhalten. So lange die Stadt selbst die Argumente für die kommunale Bedeutung des Ausbaus liefert, können zwar Zuschüsse nach dem GVFG geltend gemacht werden, der Bund kann jedoch nach bestehender Gesetzeslage nicht ausschließlich für die Finanzierung herangezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes (ISAF)
15.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kotting-Uhl,

zum Glück gibt es Abgeordnete wie Sie. Vielen Dank für Ihr Abstimmungsverhalten bei den letzten drei wichtigen Abstimmungen.
Meine Frage an Sie: Weshalb haben Sie den Tornadoeinsätzen nicht zugestimmt?
Ich denke es gab bei den Abgeordneten bei dieser Abstimmung unterschiedliche Beweggründe die Tornadoeinsätze abzulehenen. Mich würde Ihre Gründe dagegen zu stimmen sehr interessieren.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
1Empfehlung
21.03.2007
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihr Interesse. Meine Haltung habe ich auf meiner Homepage veröffentlicht:
www.kotting-uhl.de/; hier der Wortlaut:

Deutsche Tornados nach Afghanistan?

Die beiden jeweils auch mit deutscher Beteiligung in Afghanistan agierenden Mandate haben sich einen sehr unterschiedlichen Ruf erworben. Während Operation Enduring Freedom als reiner Kampfeinsatz zunehmend im Verdacht steht mehr die Talibanisierung Afghanistans zu fördern als für Stabilisierung zu sorgen, scheint ISAF nicht nur hierzulande, sondern auch bei der Bevölkerung Nord-Afghanistans als Aufbau-Mandat in hohem Ansehen zu stehen.

In Deutschland wurde bisher großer Wert darauf gelegt die beiden Mandate klar zu unterscheiden. Bei der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte die negative Entwicklung in Afghanistan innerhalb des letzten Jahres zur Konsequenz, dass die Verlängerung des OEF-Mandats – bei ausdrücklicher Betonung des Festhaltens an ISAF - erstmals mehrheitlich abgelehnt wurde. Für mich wie einige weitere grüne Abgeordnete war auch ISAF bisher schon nicht zustimmungsfähig, da der Zusammenhang von ISAF mit OEF evident ist und von Politikern wie Militärs oft als Argument für die notwendige Zustimmung zu OEF heran gezogen wurde. OEF aber steht u.a. für Streubomben und Guantanamo und ist in seiner ganzen Struktur dem von Deutschland damals abgelehnten Einsatz im Irak sehr ähnlich.

Nun hat der deutsche Bundestag über die Forderung der NATO Deutschland solle den ISAF-Einsatz mit Tornados unterstützen zu entscheiden. Aufklärung ist Teil eines Kriegeinsatzes, nicht eines Aufbaueinsatzes. Die Tornados würden also besser zu OEF als zu ISAF passen. Die Strategie hinter der faktischen Forderung ist klar: ISAF mit dem guten Ruf soll OEF mit dem schlechten Ruf sukzessive ablösen. (Keine kluge Folgerung von mir, sondern tatsächliche Aussage hoher Militärs.) Zweifel wie lange ISAF seinen guten Ruf dann noch behält, sind sicher mehr als berechtigt. Es ist nicht entscheidend unter welchem Namen der Kriegseinsatz in Afghanistan läuft – entscheidend ist, dass dieser Kriegseinsatz mit all seinen Opfern von der Mehrheit der Bevölkerung offensichtlich nicht als Befreiung sondern als Bedrohung erlebt wird und dass dieser Krieg ebenso offensichtlich nicht zu gewinnen ist.

Aufbauarbeit in Afghanistan muss – um von den Menschen dort als Hilfe angenommen werden zu können – klar getrennt sein von militärischer Bedrohung. Derzeit rückt die Erfüllung der selbst gestellten Aufgaben – Aufbau demokratischer Strukturen und eines Rechtssystems, Lösung des Drogenproblems - in immer weitere Ferne. Und das nicht trotz, sondern wegen der gleichzeitigen militärischen Einsätze. Mehr vom Selben kann da nicht helfen. Zielführender wäre über eine andere Aufteilung der internationalen Gelder nachzudenken – bisher fließen 10% der Gelder in zivile und 90% in militärische Mittel. Dem immer wieder erklärten Ziel "die Herzen der Menschen zu gewinnen" kommt man mit immer mehr militärischer Präsenz im Himmel über Afghanistan sicher nicht näher.

Für mich ist die Entscheidung Tornados für Afghanistan abzulehnen selbstverständlich. Für diejenigen die ISAF bisher aus voller Überzeugung zugestimmt haben ist die Entscheidung logischerweise schwerer. Aber der Tornado-Einsatz wird ISAF verändern. Er wird die Grenzen zwischen ISAF und Enduring Freedom endgültig verschwimmen lassen – und er wird den bisherigen Unterschied im Tun deutscher und amerikanischer Soldaten verschwimmen lassen. Von der Seite der US-Administration ist genau das auch sicher gewollt.

Berlin, März 07

Sylvia Kotting-Uhl
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
16.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Kotting-Uhl,

Ihre Antwort würde bedeuten, dass sich die Stadt Karlsruhe beim Bau der B 36 schlechter stellt, als z.B. die Gemeinde Graben-Neudorf. Dort wurde die B 36 ausschließlich vom Bund bezahlt. Die Städte würden also unter Missachtung des Konnexitätsprinzips, das bei der Einführung des Bundesfernstraßengesetzes am 6. August 1953 hoffentlich beachtet wurde, schlechter gestellt als die Gemeinden. Der Bund ließe sich somit auf Kosten der Städte seine Straßen in den Städten bauen und unterhalten. Könnten Sie diesen Widerspruch aufklären?

Ist es nicht so, dass der Bund die Bundesgelder für Bau und Unterhaltung der Bundesfernstraßen an die Ländern entsprechend der anteiligen km-Zahl dieser Straßenkategorie verteilt? Die Ländern verteilen diese Gelder dann wiederum nach Ihrem "Gutdünken" in Bau und Unterhaltung dieser Bundesfernstraßen. Bei der Berechnung der anteiligen km des jeweiligen Landes werden die Ortsdurchfahrten der Städte vermutlich nicht ausgespart, oder doch?

Somit erhält das Land Baden-Württemberg die prozentuale km-Pauschale für Bau und Unterhaltung und gibt diese wiederum an die Städte über 80.000 Einwohner weiter, denn diese sind Baulastträger für die Bundesfernstraßen innerhalb der Ortsdurchfahrten. Wenn die Stadt Karlsruhe auch noch über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) Zuschüsse für den Bau von Bundesstraßen beantragt und erhält, würde die Stadt mehr Geld für den Bau und die Unterhaltung von Bundesstraßen bekommen, als Gemeinden und als sie selbst der Bau und die Unterhaltung kostet. Halten Sie das für gerecht? Das Regierungspräsidium Karlsruhe wurde zu der Genehmigung der GVFG-Mittel für die B 36 im Bereich Knielingen vom Bundesrechnungshof zur Stellungnahme aufgefordert. Leider habe ich keine Möglichkeit diese Stellungnahme einzusehen. Darf ich Sie um diese Einsicht bitten? Vielleicht lässt sich danach der mögliche Widerspruch durch Sie klären.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sylvia Kotting-Uhl
bisher keineEmpfehlungen
03.05.2007
Sylvia Kotting-Uhl
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal bitte ich um Entschuldigung, dass die Antwort etwas länger gedauert hat. Da der von Ihnen angesprochene Sachverhalt nicht zu meinen Themenbereichen gehört, muss ich auf die Expertise anderer Stellen zurückzugreifen.

Der Vorgang der Anfrage durch den Bundesrechnungshof an das Regierungspräsidium ist auch immer noch nicht ganz abgeschlossen. Informationen über laufende Prüfverfahren können der Öffentlichkeit daher nicht zur Verfügung gestellt werden. Dennoch konnte ich über die zuständige Dienststelle folgendes in Erfahrung bringen: Nach Auskunft des Regierungspräsidiums ist die von Ihnen angesprochene Überschneidung von Mittelvergaben für gleiche Zwecke im Fall des Ausbaus der B36 nicht gegeben. Der Ausbau selbst wird zu 70% mit projektbezogene Bundesmitteln nach dem GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) finanziert, über das FAG §26 (Finanzausgleichsgesetz) kann die Gemeinde zusätzliche Landesmittel für den Unterhalt der Straßen beantragen. Dafür gibt es eine Pauschale von 6.400 Euro/km, die die Kommune bedarfsorientiert einsetzt. Von letzterem betroffen sind sowohl Bundes-, als auch Landstraßen sowie Ortsdurchfahrten. Die prozentuale km-Pauschale ist demnach nicht für den Ausbau sondern für den Unterhalt vorgesehen, so dass in diesem Fall von einer Finanzierung des Ausbaus gleichzeitig mit Bundes- und Landesmitteln nicht die Rede sein dürfte. Sollten Sie über diese Antwort hinaus weitere Detailinformationen benötigen, bitte ich Sie, zu gegebener Zeit noch einmal direkt im Regierungspräsidium nachzufragen. Nach Abschluss des Verfahrens durch den Bundesrechnungshof wird man Ihnen sicherlich weitere Informationen zur Verfügung stellen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Kotting-Uhl
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