Sylvia Bretschneider (SPD)
Kandidatin Mecklenburg-Vorpommern 2011
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Grunddaten
Sylvia Bretschneider
Geburtstag
14.11.1960
Berufliche Qualifikation
Diplomlehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Landtagspräsidentin
Wohnort
Neubrandenburg
Wahlkreis
Neubrandenburg II
Landeslistenplatz
4
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(...) Der Ministerpräsident kämpft auf Bundesebene vehement für dieses Ziel. Allerdings darf dies nicht zu einer Schlechterstellung der Ost-Rentner führen, wie es beispielsweise die Pläne der Grünen vorsehen. Die Lebensleistung der Älteren muss anerkannt werden. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
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Sylvia Bretschneider hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 30 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Soziales
04.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bretschneider,
die Bundesregierung hat in 2006 und den Folgejahren Gesetze auf den Weg gebracht, welche bundesweit den qualitativen und quantitativen Ausbau der Kindertagespflege bis 2013 zum Inhalt haben. Tagesmütter bezahlen seit einigen Jahren Steuern und Sozialbeiträge, jedoch ist in unserem Land grundsätzlich auch zu verzeichnen, das gesetzlich vorgeschriebene Erstattungen und Anerkennungen nicht oder nur im geringen Umfang durch die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe oder die Wohnsitzgemeinden erstattet werden. Stundensätze unter einem Euro pro Kind sind in MV die Regel bei einem durch die öffentliche Hand geforderten Tagespflegeangebot von mindestens zehn Stunden je Tag. Tatsächlichen Aufwendungen in den Sachausgaben wie z. B. anteilige Mieten, Energie und Wasser/Abwasser werden in Größenordnungen privat durch die Haushalte der Tagesmütter mitfinanziert oder durch die Tagesmütter aus der Anerkennung der Förderleistung beglichen.
Welche Hoffnungen und Erwartungen können Tagesmütter in Mecklenburg-Vorpommern in die gesellschaftliche Anerkennung bei der Wahrnehmung dieser kommunalen Pflichtaufgabe legen, wenn sie Ihnen und ihrer Partei das Vertrauen schenken?
Antwort von Sylvia Bretschneider
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16.08.2011
Sehr geehrter Herr ,

Wir Sozialdemokraten sehen in der Tagespflege eine wertvolle Ergänzung zur Betreuung in den Kindertageseinrichtungen. Die Arbeit der Tagesmütter wird von uns genau so wert geschätzt wie die der Erzieherinnen in den Einrichtungen. Für die SPD ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung eines selbst bestimmten Lebens von Frauen und Männern, für mehr Chancengleichheit und für eine positive wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. Dabei können wir auf gut ausgebildete junge Mütter nicht verzichten. Die Betreuung der Kinder in der Zeit, wo Eltern arbeiten ist unverzichtbar und kann insbesondere in Randzeiten oder bei Kindern, die keine Kita besuchen können, durch Tagespflegeplätze passend zu den Bedürfnissen der Eltern abgesichert werden. Deshalb wollen wir die Bedingungen für die Betreuung unserer Kleinsten auch in den kommenden Jahren weiter verbessern. Dazu gehört auch, dass Tagesmütter für gute Arbeit gutes Geld erhalten sollen.
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Frage zum Thema Verkehr und Stadtplanung
11.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Sylvia Bretschneider,

Welche Verantwortung übernehmen Sie für den Ausbau des Radwegenetzes (Neubrandenburg - Neustrelitz)?

Wie wollen Sie Ihren Einfluss auf die Angleichung der Ost-Renten geltend machen?
Antwort von Sylvia Bretschneider
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17.08.2011
Sehr geehrter Herr ,

Attraktive Radverkehrsverbindungen zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz halte ich sowohl für den Alltagsverkehr als auch aufgrund der touristischen Bedeutung unserer Region für notwendig und setze mich dafür ein. Bau und Ausbau der Radwege können nur von den jeweiligen Eigentümern veranlasst werden. Als kürzeste Straßenverbindung hat die B 96 eine besondere Bedeutung. Hier sind mit dem geplanten Ausbau der Straße auch die Lückenschlüsse der Radwege vorgesehen. Bereits heute stehen jedoch insbesondere um den Tollensesee auch vom ADFC empfohlene touristische Radwege als gute Alternativen und in Teilabschnitten auch bereits als Lückenschlüsse straßenbegleitend zur Verfügung.

Der zukünftige neue Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sollte diesen Prozess weiterhin begleiten und mit dem Land gemeinsame Aktivitäten entwickeln, um Überschneidungen, Doppelfinanzierungen, Behinderungen etc. zu vermeiden. Das Land hat den Aus- und Neubau von Radwegen der Kommunen auch schon in der Vergangenheit mit Fördermitteln unterstützt und das soll auch in Zukunft so bleiben. Meine Partei will u.a. landesweit das Radverkehrssystem weiter ausbauen und einheitlich beschildern.

Die Angleichung der Renten in Ost und West ist seit langem Forderung meiner Partei. Der Ministerpräsident kämpft auf Bundesebene vehement für dieses Ziel. Allerdings darf dies nicht zu einer Schlechterstellung der Ost-Rentner führen, wie es beispielsweise die Pläne der Grünen vorsehen. Die Lebensleistung der Älteren muss anerkannt werden. Dafür trete ich ein, auch wenn hier Entscheidungen des Deutschen Bundestages gefragt sind.
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Frage zum Thema Arbeit
20.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bretschneider,

es ist unübersehbar das Mecklenburg-Vorpommern sich zum Billiglohn-Land wandelt. z.B. überall aus dem Boden spriessende CallCenter in denen die Leute für ein Gehalt auf Höhe des Existenzminimums arbeiten und dann schneller gefeuert als eingestellt werden. Wie wollen Sie diesem Lohn-Dumping entgegenwirken? Welche Pläne haben Sie um vollwertige und gerecht bezahlte Jobs für die breite Masse nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen?

Hochachtungsvoll

M.
Antwort von Sylvia Bretschneider
bisher keineEmpfehlungen
23.08.2011
Sehr geehrter Herr M. ,

zunächst einige Fakten:

Der Arbeitsmarkt in M-V hat sich positiv entwickelt: Von 04/2006 bis 04/ 2011 hat sich die Zahl der Arbeitslosen um rund 66.200 auf jetzt 113.800 verringert. Im o.g. Zeitraum ist die Arbeitslosenquote von 20,3 % auf 13,2 % zurückgegangen. Das ist die niedrigste Quote der letzten 20 Jahre. Zugleich stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 02/2006 bis 02/2011 um 26.400 auf heute 503.700. Dagegen sank die Zahl der älteren Arbeitslosen über 55 Jahre nur wenig. Für junge Menschen sind Chancen auf dem Arbeitsmarkt besser denn je: Es gibt mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. 2010 kamen auf insgesamt 12.000 Ausbildungsstellen rund 10.000 Bewerber.

Aber die durchschnittlichen Bruttoeinkommen sind wieder die niedrigsten im Bundesvergleich: Diese erreichten 2009 mit 21.890 € je Arbeitnehmer nur 79,2% des Bundesdurchschnitts. Mit teilweise sehr niedrigen Löhnen verzeichnete die Leiharbeit 2010 einen Zuwachs um fast 16% (10.900). Mit 5% aller Beschäftigten gibt es in Ostdeutschland mehr Aufstocker als im Westen (2,1%).

Obwohl die Arbeitsmarktchancen gestiegen sind, verschärft der demografische Wandel den Fachkräftemangel. Bis 2030 wird sich die Zahl der Erwerbsfähigen von heute ca. 1.058.000 auf ca. 781.000 reduzieren. Zudem pendeln über 51.000 Menschen aus beruflichen Gründen aus M-V heraus. Die Rückholquote der besonders jungen Leute, davon viele qualifizierte Frauen, ist sehr gering. Ca. 170 Fachkräfte konnten 2010 ins Land zurückgeholt werden.

Für die SPD hat die Ausrichtung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik auf den ersten Arbeitsmarkt oberste Priorität.

Um den Fachkräftebedarf zu sichern, brauchen wir bessere Löhne- und Gehälter sowie Arbeitsbedingungen. Es muss gelten: "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" sowie "Gleiche Löhne in Ost und West, für Frauen und für Männer".

Wir setzen uns für einen flächendeckenden Mindestlohn in Deutschland von 8,50 Euro als Untergrenze ein. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seiner Arbeit auch leben können. Solange es dafür keine politische Mehrheit gibt, brauchen wir weiterhin branchenspezifische Mindestlöhne auf Basis des Entsendegesetzes. Lohndumping und Tarifflucht müssen gestoppt werden. Unbefristete und sozial abgesicherte Arbeit muss wieder die Regel sein. Die Ausweitung von Leih- und Zeitarbeit muss gestoppt werden. Wir brauchen für Langzeitarbeitslose öffentlich geförderte Beschäftigung.

Die Potenziale älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen stärker genutzt werden. Jeder junge Mensch muss die Chance erhalten, einen Beruf zu erlernen. Deshalb werden wir das Bündnis für Arbeit mit Verbänden, Kammern und den Gewerkschaften fortsetzen und ein Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern vereinbaren. Wir fordern ein Tariftreuegesetz für Mecklenburg-Vorpommern, das für alle öffentlichen Aufträge gilt.

Als Niedriglohnland hat M-V keine Chance.
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