Stefan Karstens (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Stefan Karstens
Jahrgang
1981
Berufliche Qualifikation
Kfm. Angestellter
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Eckernförde
Wahlkreis
Rendsburg-Eckernförde
Ergebnis
6,0%
Landeslistenplatz
-, Schleswig-Holstein
(...) Der seit nunmehr acht Jahren andauernde Versuch, Afghanistan mit militärischen Mitteln zu stabilisieren, ist vollständig gescheitert. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Stefan Karstens hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Finanzpolitik
24.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Karstens,
die aktuelle Koalitionsregierung in Berlin begegnet der Weltwirtschaftskrise mit einem umfangreichen Paket an Maßnahmen und erhält von internationaler Seite auch Respekt dafür.
Dennoch geschehen diese Maßnahme zu Lasten der zukünftigen Haushalte und erfordern einen enormen Sparwillen und den Mut zu unpopulären Maßnahmen.
Wo - in welchen Bereichen sehen Sie die Möglichkeiten Milliarden einzusparen, wo setzen Sie Prioritäten?
Welche Möglichkeiten und themenorientierten Prioritäten sehen Sie im Steuerungsinstrument "Steuern und Abgaben " bezüglich
1. einer Entlastung der Bürger,
2. einer Umverteilung zwischen gesellschaftsrelevanten Gruppen oder
3. einer Anpassung der Steuern an die möglichen Haushaltslöcher?

In Erwartung Ihrer Antwort
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Stefan Karstens
11Empfehlungen
27.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Substantielle Einsparungsmöglichkeiten im Bundeshaushalt sehe ich in zwei Bereichen: Eine Einstellung der Praxis, Privatunternehmen ohne Gegenleistungen (wie den Erwerb entsprechender Eigentumstitel) mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen könnte etliche Milliarden sparen. Ebenso ist eine drastische Reduzierung des Verteidigungshaushaltes nicht nur friedens- und sicherheitspolitisch geboten, sondern auch im Sinne einer Haushaltskonsolidierung notwendig.

Grundsätzlich aber bin ich der Überzeugung, dass nicht die Ausgabenseiten sondern vielmehr die Einnahmeseite öffentlicher Haushalte das Kernproblem ist. Zur Verbesserung der Einnahmesituation hat DIE LINKE konkrete Vorschläge vorgelegt, welche ich Teile. Hierzu zählen u.a.:

  • die Versteuerung von Kapitalerträgen mit dem persönlichen Steuersatz, Abschaffung der Pauschalbesteuerung mit 25%,
  • die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 53%,
  • die Wiedereinführung der Vermögenssteuer,
  • die Einführung einer Börsenumsatzssteuer.

Das jetzige Steuerrecht bevorzugt massiv Einkünfte aus Kapitalerträgen und belastet einseitig Arbeitseinkommen, was einer immensen Umverteilung gesellschaftlicher Reichtümer von unten nach oben Vorschub leistet. Dieses gilt es zu ändern.

Eine steuerliche Entlastung kann (und soll) es nach meiner Überzeugung nur für die Bezieher von Arbeitseinkommen -d.h. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie selbst arbeitende Selbstständige- geben. Erträge aus Kapitaleinkünften müssen sehr viel stärker zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben hernagezogen werden als dies heute der Fall ist. Im Allgemeinen sind Entlastungen für die Einwohnerinnen und Einwohner u.a. durch folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Ausbau der Angebote öffentlicher Daseinsvorsorge,
  • Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrages auf 9 300 EUR,
  • Ausweitung (und Erhaltung!) des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder, apothekenpflichtige Arzneimittel und arbeitsintensive Dienstleistungen des Handwerks sowie der Gastronomie.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Karstens
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Frage zum Thema Außenpolitik
01.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Karstens,

ich habe zwei Fragen -
1. In einer globalisierten Welt hat sich auch "der Terrorismus" eine globale Aktionsplattform geschaffen. Ein Erstarken der Terroristen in Afghanistan könnte Aktivitäten in Pakistan entfalten und schlimmstenfalls den Terroristen Zugriff auf "Die Bombe" ermöglichen. Ist es nicht notwendig, dass auch Deutschland sich mit Soldaten am Kampf gegen Terrorismus in der Welt beteiligt? Muss es nicht, wenn alle Diplomatie versagt, eine Möglichkeit geben, terroristischen Aktivitäten mit Gewalt begegnen zu können?

2. Welche Möglichkeiten sehen Sie das brutale Gemetzel in Ruanda zu beenden?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Stefan Karstens
6Empfehlungen
04.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre erneuten Fragen. Gerne beantworte ich diese im einzelnen:

1.) Die von Ihnen beschriebene "globale Aktionsplattform des Terrorismus" sehe ich nicht. Vielmehr konzentriert sich die Zunahme von Terroranschlägen auf wenige Länder in der Welt: Solche, die Ziel militärischer Interventionen geworden sind, und solche, von denen diese militärischen Interventionen ausgingen.
Das Wiedererstarken der Taliban in Afghanistan -mit den entsprechenden Auswirkungen auch auf Pakistan- liegt gerade in der Anwesenheit ausländischer Besatzungstruppen begründet. Der seit nunmehr acht Jahren andauernde Versuch, Afghanistan mit militärischen Mitteln zu stabilisieren, ist vollständig gescheitert.
Es ist d.h. insbesondere im Interesse der afghanischen Bevölkerung eine Notwendigkeit, die Bundeswehr -wie alle anderen ausländischen Armeen auch- aus Afghanistan abzuziehen. Um die Grundlage für eine friedliche Entwicklung Afghanistans legen zu können sollten die Mittel, welche bisher dazu eingesetzt werden dort Krieg zu führen, in den Aufbau und die Stärkung ziviler Strukturen investiert werden.

Dass Kernwaffen in die Hände von Terroristen fallen ist eine reale Gefahr - nicht nur in Pakistan. Letztendlich lösen könnte dieses Problem nur eine vollständige Abrüstung aller nuklearen Waffen, wobei insbesondere die "etablierten" Atommächte in der Pflicht stehen. Im Falle von Pakistan muss die internationale Gemeinschaft Anreize setzen, damit sich das Land dem Kontrollregime der IAEO unterwirft und endlich den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet.

2.) Nach den mir vorliegenden Informationen ist die Lage in Ruanda seit mehreren Jahren weitestgehend friedlich, was im Rückblick auf den dortigen Genozid in den 90er Jahren eine ermutigende Entwicklung ist.

Situationen wie in Ruanda 1994 entstehen durch eine komplexe Gemengenlage unterschiedlicher Interessen und sind häufig voraussehbar. Bereits 1992 hatten die Vereinten Nationen in einem Bericht vor einer brutalen Eskalation des Bürgerkrieges in Ruanda gewarnt, niemanden hat dies gekümmert.
Massive Gewaltausbrüche wie in Ruanda können nur dadurch verhindert werden, dass die internationalen Institutionen gestärkt sowie ernst genommen werden und insbesondere die Industrienationen die bereits lange zugesagten Gelder für die Entwicklungshilfe massiv aufstocken. Genozide müssen und können schon im Vorfeld durch gleichberechtigte Entwicklungspartnerschaft, faire Handelsbeziehungen, Unterstützung des Aufbaus ziviler Strukturen und diplomatische Intervention verhindert werden.
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Frage zum Thema Wirtschaft
04.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Karstens,

würden Sie in Ihrer Verantwortung als Mensch und Politiker sich dafür einsetzen, dass die Wirtschafts - und Sozialpolitik nach dem Vorbild des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus gestaltet wird ?

Mit Gruß und Dank für Ihre geschätzte Antwort,

.
Antwort von Stefan Karstens
4Empfehlungen
08.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die Arbeit des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus, insbesondere das Konzept der Mikrokredite, leistet einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung von Armut in den Länder des Südens.

Leider habe ich mich mit den weitergehenden Konzepten von Muhammad Yunus bisher nicht so eingehend beschäftigt, dass ich Ihre Frage mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten könnte. Ein grundlegendes Problem habe ich mit seiner These von der "sozialen Vervollständigung des Kapitalismus". Nach meiner Auffassung steht fest, dass Kapitalismus und die Erreichung einer sozial gerechten und von Armut befreiten Welt unüberbrückbare Gegensätze sind.

Auf jeden Fall aber sind die Schriften von Muhammad Yunus ein wertvoller Beitrag für eine dringend notwendige Debatte darüber, wie wir unsere Welt in Zukunft gestalten wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Karstens
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Frage zum Thema Umweltpolitik
31.08.2009
Von:

Sehr gehrter Herr Karstens,
mitten im "Naturpark" Westensee liegt der Tontauben-Schießplatz Warder, und damit wohl das größte "legale" Umweltverschmutzungsgebiet des Landes!
Täglich dürfen hier "gutbetuchte" Schützen, die meistens nicht einmal in Schleswig-Holstein wohnen, mit Blei auf Tontauben schießen ! Damit belästigen sie nicht nur die Anwohner von Warder, Blocksdorf und Groß Vollstedt mit Lärm, sondern sie belasten die schützenswerte Fuhlenauniederung enorm mit Blei und anderen hochgiftigen teils krebserregenden Stoffen ! Inzwischen liegen hier NACHWEISLICH über 350 Tonnen Blei !
(Quelle: Bodengutachten des Kreis Rendsburg-Eckernförde von 2008 , siehe auch: www.schiesslaerm.de/Info-0506.pdf )
Jeder Bürger der nur eine alte Autobatterie in den Wald stellt, wird zurecht strafrechtlich verfolgt - nur auf dem Schießplatz Warder passiert merkwürdigerweise nichts, obwohl hier inzwischen ca. 2800 "Autobatterien" in der Landschaft liegen - und TÄGLICH werden es mehr! Und das alles findet mit Duldung der zuständigen Behörden statt, die sich scheuen - warum auch immer - hier endlich einmal konsequent durchzugreifen !
Meine Frage: Was wollen Sie gegen diese enormen und immer noch uneingeschränkt fortgesetzten Umweltverpestungen mitten in unserem Naturpark Westensee tun ??
Denn wenn hier nicht zügig etwas passiert sehe ich eine Gefahr für unser Grundwasser und den Titel "Naturpark Westensee" sollte man dann auch aus den Karten streichen !
Wenn Sie weitere Infos benötigen: www.schiesslaerm.de
m.f.G.

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