Sören Bartol (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Sören Bartol
Jahrgang
1974
Berufliche Qualifikation
Diplom Politologe
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Marburg
Landeslistenplatz
12, Hessen
weitere Profile
(...) Durch die Teilprivatisierung bekommt die DB AG die erforderliche unternehmerische Flexibilität und die finanziellen Spielräume, um in neue Züge und die Erweiterung des Leistungsangebotes zu investieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
17.11.2007
Von:

Betreff: Leserbrief (wurde in der OP bereits veröffentlicht.)

Für die Beamten wird vorgesehen, dass wenn Sie 45 Dienstjahre absolviert haben, dann volle Beamtenpensionen bekämen. All die Menschen die mit 14 Jahren haben anfangen zu arbeiten und mit 60 Jahren(Vorruhestandsregelungen mit einbegriffen) in Rente gegangen, sind hiermit betrogen worden. Die Menschen die mit dem Jahrgang nach 1941 geboren wurden haben eine ungerechte Handlung von unseren Gesetzesbevollmächtigten hinnehmen müssen. Sie wurden zu Unrecht mit einer Rentenkürzung von 18% und das bis Lebensende bestraft. Haben denn diese Menschen bis Jahrgang 1941 eine höhere und dichtere Arbeitsleistung vollbracht als die dann nachgekommen sind. Gearbeitet musste bei allen, es waren ja die Aufschwungjahre und hier wurde wirklich in die "Hände gespuckt". All diese Menschen haben über 45 Beitragsjahre in die Rentenkassen eingezahlt. (Ich sogar 46 Jahre und ohne 1 Tag arbeitslos zu sein, das gleiche ohne 1 Tag Fehleinzahlung in die Rentenkasse).Ich überlasse dem Staat somit, wenn ich bis 90 Jahre leben sollte eine Summe von rund 190 T. Euro. Wo bleibt hier der Gleichbehandlungsgrundsatz. Ich fordere, dass alle Institutionen (z.B. VdK, Bund der Steuerzahler, Ageordnete usw.) das Thema volle Rente Ja, wenn die Beitragsjahre ab 45 Jahre und mehr geleistet wurden aufzugreifen und etwas für all diese unzähligen Rentner ohne Lobby zu tun.

Sehr geehrter Herr Bartol, ich war schon immer SPD Anhänger und habe diese auch immer gewählt, warum sollte ich nun weiter die SPD wählen? Welche Gründe sprechen dafür? Wie stehen Sie zu diesem Thema?
Antwort von Sören Bartol
1Empfehlung
29.11.2007
Sören Bartol
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 18. November 2007. Beim Vergleich von Beamtenversorgung und gesetzlicher Rentenversicherung müssen Sie die unterschiedlichen Prinzipien, die diesen Alterssicherungssystemen zugrunde liegen, berücksichtigen. Bei der Beamtenversorgung dominiert das Alimentationsprinzip, d.h. der Staat hat die Versorgung durch angemessene Versorgungsbezüge sicherzustellen. Keineswegs aber erhalten Beamte 100% ihres letzten Gehaltes als Pension, auch wenn Sie richtig sagen, dass sich bei Beamten die Ruhegehaltsberechnung an der zuletzt erreichten Einkommensposition orientiert – und nicht wie bei der Rente am lebensdurchschnittlichen Einkommen.

Die Leistungshöhe des Ruhegehaltes ergibt sich aus der Anzahl der Dienstjahre und den ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen. Insgesamt erhalten Beamte höchstens 75 % (bzw. nach den Gesetzesänderungen von 2002 71,75 %) der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge. Dieser Höchstsatz wird nach 40 Jahren erreicht. Bei frühzeitiger Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit oder wegen Schwerbehinderung müssen auch Beamte dauerhaft Abschläge hinnehmen, und zwar um 3,6 % für jedes Jahr, wobei die Minderung 10,8 v.H. nicht übersteigen darf. Unser Ziel ist es, Regelungen des Rentenrechts wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung zu übertragen. Das steht auch so im Koalitionsvertrag. Zurzeit beraten wir eine weitere Gesetzesänderung, mit der wir die Regelaltersgrenze auch für Beamte gleitend auf 67 Jahre erhöhen. Ein abschlagsfreier Pensionseintritt nach 45 Jahren wie nach entsprechenden Pflichtbeitragsjahren im Rentenrecht ist geplant. Weiterhin werden Schul- und Hochschulzeiten – vergleichbar zur Rentenversicherung - zukünftig nur noch eingeschränkt versorgungswirksam.

Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung in Deutschland. Sie muss sich allerdings der drastisch ändernden Bevölkerungsstruktur anpassen. Das Verhältnis der 65-jährigen und Älteren zu den 20- bis 65-jährigen beträgt zurzeit rund 1:3. Auf einen Rentner kommen drei Menschen, die arbeiten und eine Rente bezahlen. Im Jahr 2030 wird sich das Verhältnis auf 1:2 verschlechtern - dann sind es nur noch zwei Beitragszahler, die für einen Älteren sorgen. Immer weniger junge Menschen müssen also die Renten für immer mehr Ältere erwirtschaften. Das kann auf Dauer nicht ohne Auswirkungen bleiben. Zudem verlängert die wachsende Lebenserwartung die Rentenbezugszeit: 1960 betrug die durchschnittliche Rentenbezugsdauer knapp 10 Jahre; 1990 waren es bereits über 15 Jahre; 2006 17 Jahre. Im Jahr 2020 werden es fast 20 Jahre sein. Diese Entwicklungen können wir nur bewältigen, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag leisten: Heutige und künftige Beitragszahlende genauso wie die derzeitigen Rentnerinnen und Rentner. Unsere Aufgabe ist es, ein angemessenes Gesamtniveau der Altersversorgung zu sichern und dabei auch die Generation der Erwerbstätigen nicht zu stark zu belasten.

Die Erhöhung des Renteneintrittsalters hilft dabei, das umlagefinanzierte Rentensystem zu stabilisieren. Die Altersgrenze für die Regelaltersrente wird zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, von 2024 an in Zwei-Monats-Schritten, so dass dann für Versicherte ab Jahrgang 1964 die Regelaltersgrenze von 67 Jahren gilt. Mit der Anhebung der Regelaltersgrenze auf das 67. Lebensjahr haben wir eine neue Rentenart, die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, eingeführt: Wer 65 Jahre alt ist und eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat, kann ohne Abschläge in Rente gehen.

Mit freundlichen Grüßen

Sören Bartol
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Frage zum Thema Diätenerhöhung
17.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Bartol,

wie ich gerade bei Abgeordnetenwatch gesehen habe, haben auch Sie der Diätenerhöhung zugestimmt.
Heute höre ich in den Nachrichten, dass das Kindergeld nicht erhöht werden kann, weil das Geld fehlt.
Prima, haben die Abgeordneten jetzt den Kindern das Geld vor der Nase wegeschnappt?
Diese Woche mußte man auch in den Zeitungen lesen, dass 2 Mio Kinder in Deutschland an der Armutsgrenze leben.
Reife Leistung kann ich da nur sagen, mit der Diätenerhöhung. Das paßt exakt in das Bild des Bürgers über den Politiker.

Bitte beantworten Sie mir die Frage, wie Sie ihr Gewissen beruhigen, um die höheren Diäten annehmen zu können?

Freundliche Grüsse

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Frage zum Thema Wirtschaft
23.01.2008
Von:

Sehr gehrter Herr Bartol,

unser Staat - vertreten durch die Bahn - investiert massiv im Ausland. Siehe: www.tagesschau.de , sowie www.ftd.de
Betrag: Bahn gibt harte Haltung bei Arcor auf

Hier geht es um z.B. 170 Millionen Staatsgelder, die nicht in Deutschland, sondern im Ausland investiert werden !!
Dazu kommt noch, daß die spanische Güterbahn Transfesa, der US-Logistikkonzern Bax Global, die Firma Pan Bus in Dänemark , die English Welsh & Scottish Railway bereits der Deutschen Bahn gehören... und in Indien werden Güterverkehrszentren gebaut!!
Laut FTD-Artikel will die Bahn seine Einkaufstour fortsetzen - auf der britischen Insel, in Polen und in Rumänien.

Und das während bei uns die Bahngleise und Brücken vergammeln, bei stetig steigenden Bahnpreisen!!

Auf der einen Seite wettern unsere Parlamentarier darüber, daß deutsche Firmen nicht mehr im Innland investieren, lassen aber zu, daß Staatsbetriebe das gleiche tun.

Wie stehen Sie zu diesem Widerspruch ??

Kein Wunder, daß die Binnenkunjunktur den Bach runter geht, wenn selbst unser Staat nicht im Innland investiert. Verteidigen wir unsere Konjunktur im Aussland ??

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sören Bartol
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11.02.2008
Sören Bartol
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zu Investitionen der DB AG im Ausland.

Der Schienenpersonenverkehr und insbesondere der Schienengüterverkehr haben schon lange eine europäische und internationale Dimension. Der Schienengüterverkehrsmarkt ist in der EU bereits geöffnet, die Öffnung des Personenverkehrsmarktes folgt 2010. Ein Bahnunternehmen, das sich auf diesen Märkten behaupten will, muss europäisch und international denken.

Es sind gerade die Logistiksparten wie Schenker, in denen die DB AG ihre Gewinne erwirtschaftet, die sie wiederum auch für Investitionen in das Schienennetz nutzt.

So veraltet und marode ist das Schienennetz nicht: In den 24 Jahren bis 1994 wurden in die Bundesbahn lediglich 50 Milliarden Euro investiert; dagegen wurde das System Schiene allein im Zeitraum von 1994 bis 2005 mit rund 92 Milliarden Euro im Rekordtempo modernisiert. Das dies erfolgreich war, zeigt der Zuwachs im Schienengüterverkehr in den letzten Jahren. 2006 überschritt der Güterverkehrstransport erstmals die Grenze von 100 Tonnenkilometern und es gelang den Modal Split zugunsten der Schiene zu ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Sören Bartol, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.03.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Bartol,

nachdem nun Frau Metzger dem massiven Druck der SPD-Parteizentrale und aus den eigenen Reihen ausgesetzt war, ihr Mandat niederzulegen, mehren sich nun die Stimmen, die dieses Vorgehen als Mobbing und verfassungswidrig ( Guido Westerwelle ) ansehen.
Selbst der ehemalige Karlsruher Richter Hans-Joachim Jentsch, nannte dieses Vorgehen, einen Anschlag auf den Rechtsstaat.
Für Hartmut Koschyk ( CSU ) ist es, so wörtlich :
Ein Skandal und zeugt von fehlendem Respekt gegenüber der grundgesetzlich geschützten Gewissensfreiheit demokratisch gewählter Abgeordneter.

Sieht die SPD es als legitim an, um jeden Preis die Machtergreifung in Hessen zu fossieren, selbst wenn dabei Wahlversprechen gebrochen werden müssen und gewählten Volksvertretern ( Frau Metzger ) nahegelegt wird, ihr Gewissen abzuschalten, oder ihr Mandat niederzulegen ?
Sehen sie nicht auch, wenn sie das Ganze mal aus der Sicht eines "normalen Bürger" sehen, solch eine Vorgehensweise als Schlag ins Gesicht des Wählers an ?
Wäre es in Ihren Augen vermessen, oder doch eher gerecht, wenn man in Zukunft den Bruch von Wahlversprechen, als Straftatbestand einstufen und dementsprechend unter Strafe stellen würde ?
Diese Fragen werde ich selbstverständlich auch anderen Politikern stellen und man darf gespannt sein, wer das Rückrad hat, überhaupt zu antworten, ohne Phrasen zu dreschen, sondern offen und ehrlich seine Meinung vertritt.

Vielen Dank + beste Grüße


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Frage zum Thema Finanzen
16.04.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Bartol ,

seit nunmehr einem Jahr wird die internationale Finanzwelt von einer Krise heimgesucht, deren Ende nicht in Sicht scheint. Es drängt sich mir auf Grund intensivster Beobachtungen die Erkenntnis auf, dass diese Krise unmittelbar mit unserem Finanzsystem und unserer Wirtschaftspolitik zusammenhängt.

Insbesondere eine Plausibilität einer auf exponentiellem Wachstum fußenden Finanzpolitik, bei welcher eine innewohnende Deflation stets durch eine gezielte Inflation der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgeglichen werden muss, scheint mir nicht vorhanden zu sein. Die EZB spricht dabei von Preisniveaustabilität, wenn real eine Inflation von 1-2% angestrebt wird.

Es wäre darüber hinaus ebenso interessant zu erfahren, ob und wie Sie und Ihre politische Bewegung die Schuldenproblematik der Geldentstehung ausschließlich durch Kredit betrachten und welche Gegenmaßnahmen Sie zur kommenden Deflationskrise, der ich sehr besorgt gegenüberstehe, als geeignet erachten.

Desweiteren stellt sich mir konsequenterweise die Frage, wie ein Finanzsystem, das einem Kettenbrief gleichkommt, überhaupt irgendeine rechtliche Legitimation besitzen kann und man sich an einem ständigen Wachstumszwang zur Zinsbedienung orientiert, der auf Grund der menschlichen Eigenschaft, nicht mehr und mehr bis ins Unendliche leisten zu können, vollkommen unmöglich ist und ganz zwangsläufig irgendwann in einer Krise enden muss.

Ich bitte Sie ausdrücklich um eine klare Stellungnahme Ihrerseits, sowie ob meiner dringenden Befürchtung einer nahenden desolaten Wirtschaftskrise einer Klärung der genannten Sachverhältnisse in einem Ausschuss ihrer Fraktion, in der diese Dinge klar und deutlich zur Sprache kommen und diskutiert werden können.

Vielen Dank.


Hochachtungsvoll,

Antwort von Sören Bartol
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25.04.2008
Sören Bartol
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail, die Sie ja schon einmal kurz vorher direkt an mein Büro gesandt haben.

Auch ich bin über die Krise der Finanzwelt sehr besorgt. Hier scheinen mir elementare Prinzipien einer verantwortbaren Geschäftspolitik ignoriert worden zu sein. Ob das unmittelbar mit unserer Wirtschaftspolitik zusammenhängt, oder nicht doch eher mit den unzulänglichen Eigenschaften von Menschen in verantwortlichen Funktionen lässt sich streitig verhandeln, aber sich nicht abschließend entscheiden.

Sie kritisieren die auf Wachstum angelegten Grundüberlegungen der Finanzpolitik. Sicherlich kann man ganz allgemein abstrakt auch andere Grundannahmen als Basis verwenden. Aber spricht nicht viel für solche Überlegungen wenn man betrachtet, dass global die Nachfrage nach allen möglichen Rohstoffen, Produkten und Dienstleistungen einer ständigen Steigerung unterliegen muss, da eine immer größere Zahl an Menschen einen stetig gesteigerten Lebensstandard anstreben, was zwangsläufig zu einer international steigenden Preisstruktur führt. Hier betrachte ich ein Ziel von 1 bis 2 % Preissteigerungsrate tatsächlich als stabile Verhältnisse.

Sie sehen die drohende Gefahr einer Deflationskrise, ohne dass Sie dabei diese Gefahr auf einzelne Teilbereiche einschränken, in dieser umfassenden Form kann ich Ihre Bewertung nicht teilen. Ich sehe durchaus die Gefahr einer Deflationskrise für die Immobilien in den USA, für Teile der Aktien oder für Bankaktien im speziellen, aber ich sehe sie nicht im Allgemeinen: Gerade zur zeit wird bei den Tarifabschlüssen der "Nachholbedarf" der ArbeitnehmerInnen thematisiert und abgearbeitet. Damit wird die Geldmenge für Konsumzwecke erhöht, und das bei aktuell ungebrochener Kaufnachfrage und Investitionsbereitschaft. Und auch das Finanzverhalten des Staates lässt keine Deflation befürchten: Ein auf Sparsamkeit abzielender Haushalt, der verbesserte Einnahmen nicht durch erhöhte Ausgaben aufzehren lassen will, der aber die staatlichen Leistungen und Investitionen nicht zurückfährt gibt keinen Anlass eine Deflation zu befürchten.

Mit dieser Einschätzung teile ich natürlich auch nicht Ihre aus der Erwartung der Deflationskrise gefolgerten Problemlagen. Dennoch hoffe ich, ihnen mit meiner Antwort gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sören Bartol, MdB
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