Simone Brand (Piratenpartei)
Kandidatin Landtagswahl NRW 2010
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Simone Brand
Geburtstag
14.11.1967
Berufliche Qualifikation
Dipl.Psychologin, Industriekauffrau
Ausgeübte Tätigkeit
leitende Angestellte
Wohnort
Bochum
Wahlkreis
Bochum III - Herne II
Ergebnis
2,7%
Landeslistenplatz
4
(...) Ich selbst glaube an unseren Einzug in den Landtag mit der kommenden Wahl. (...)
 
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Simone Brand hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
08.03.2010
Von:

Sehr verehrte Frau Brand!
Die Piratenpartei hat in ihrem Parteiprogramm,wenn ich richtig informiert bin,ein "eingliedriges Schulsystem mit individueller Förderung der Schüler und Schülerinnen beschlossen! Was habe ich mir darunter konkret vorzustellen?Ich würde mich freuen,wenn Sie mich da aufklären könnten,was man sich darunter konkret vorzustellen hat?
Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Simone Brand
20Empfehlungen
09.03.2010
Simone Brand
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Frage, welche ich im Folgenden beantworten werde. Sollten sich darüber hinaus Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte gerne wieder an mich.

Eingliedriges Schulsystem:

Die TIMSS-Studie, DESI-Studie und die PISA-Studien stellten für die Sekundarstufe I in Deutschland fest, dass sich die mathematischen und die literarischen Kompetenzen zwischen Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten zu einem großen Prozentsatz überschneiden. Das bedeutet, dass es in allen Schulformen sehr gute, mittlere und schwache Schüler gibt - nur eben in den Prozentanteilen unterschiedlich. Hieraus schließt die UNICEF-Studie "Disadvantages In Rich Nations", dass die Kinder in Deutschland zu früh und falsch sortiert werden. Die Studie fasste die Situation in Deutschland unter dem Titel: "Germany: Children Sorted For A Life" (Deutschland: Kinder für ihr ganzes Leben einsortiert) zusammen, um zu verdeutlichen, dass diese frühe Einsortierung kaum rückgängig zu machen ist. Die PISA-Sonderstudie zu Erfolgschancen von Migrantenkindern kritisiert ebenfalls das deutsche Bildungssystem. Migrantenkinder der zweiten Generation, also Schülerinnen und Schüler, die in Deutschland geboren sind, aber ausländische Eltern haben, erbringen noch schlechtere Leistungen als Migrantenkinder der ersten Generation; 40% von ihnen erreichen nicht die Kompetenzstufe 2.

Da sich die eingliedrigen Schulsysteme der PISA-Spitzenreiter Finnland und Kanada in der Vergangenheit als leistungsfähiger erwiesen haben und wir das Ziel verfolgen, die Zahl der Abiturienten pro Jahrgang zu vervielfachen, schlagen die NRW-Piraten ein eingliedriges Schulsystem vor, dessen vorrangiges Ziel es ist, möglichst viele Schüler zur Hochschulreife zu führen. Das bisherige viergliedrige System, bestehend aus Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule selektiert zu früh und fördert zu wenig. Alle Schüler sollen grundsätzlich die Möglichkeit haben, ohne Schulwechsel das Abitur anzusteuern. Ein derartig tiefer Eingriff in die Schulrealität kann nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Die NRW-Piraten wollen daher die schrittweise Umsetzung unter Einbeziehung aller Beteiligten.

Fließende Schullaufbahn:

Jeder Schüler soll die Möglichkeit haben, seine Schullaufbahn individuell zu planen und fließend zu absolvieren. Auch bei einer umfassenden Beseitigung von herkunftsbedingten Leistungsunterschieden wird es immer Unterschiede im Leistungsniveau der Schüler geben. Dies gilt es in der Sekundarstufe I zu berücksichtigen. Die NRW-Piraten schlagen deshalb eine Schule der unterschiedlichen Geschwindigkeiten vor. Dazu werden die Klassenverbände nach einer zweijährigen Orientierungstufe zugunsten eines flexiblen Kurssystems aufgelöst. Ein flexibles Kurssystem löst zahlreiche Probleme des existierenden Klassensystem. Mangelhafte Leistungen in einer bestimmten Zahl von Fächern haben nicht mehr die Wiederholung der Klasse zur Folge, sondern lediglich die Wiederholung der mangelhaft abgeschlossenen Kurse. Umgekehrt werden besonders leistungsfähige Schüler nicht mehr unterfordert oder zum Überspringen einer ganzen Klassen gezwungen, sondern können Kurse wählen, die ihrer Leistungsfähigkeit entsprechen. Der Übergang in die Sekundarstufe II erfolgt fließend, sobald die entsprechende Zahl von Kursen der Sekunderstufe I erfolgreich abgeschlossen wurde. Damit wird auch die Problematik von G9 und G8 vermieden. Wenn mehrere Kurse derselben Leistungsstufe angeboten werden und der Schüler den Kurs und damit auch den Lehrer frei wählen kann, werden überdies viele Probleme vermieden, die allein daraus entstehen, dass die Schüler keinen Einfluss darauf haben, welche Lehrkraft sie unterrichtet.

Schulabschlüsse wie der Hauptschulabschluss, die Fachoberschulreife oder das Abitur werden durch den erfolgreichen Abschluss einer bestimmten Zahl von Kursen mit einer besonderen weiteren Prüfung erlangt. Um das Leistungsniveau innerhalb einer Schule und landesweit vergleichbar zu machen, müssen während der gesamten Schullaufbahn bestimmte Kurse durch eine zentrale Prüfung abgeschlossen werden.

Ein Curriculum mit Pflicht- und Wahlkursen gewährleistet dem einzelnen Schüler ein hohes Maß an Freiheit bei der inhaltlichen Differenzierung seiner Schullaufbahn und garantiert gleichzeitig, dass wichtige Grundkompetenzen im Sinne eines umfassenden Bildungsideals an alle Schülern vermittelt werden.

Individuelle Förderung:

Durch den Aufbau eines schulinternen Fördersystem sollen Schüler, deren Leistung nicht befriedigend ist, individuell unterstützt werden. Die dafür zusätzlich benötigten Lehrkräfte sind sofort einzustellen. Die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer durch nicht-lehrendes Personal ist eine wesentliche Vorraussetzung für die Umsetzung der individuellen Förderung. Um einen Unterricht zu gewährleisten, der allen Schülern gerecht wird, darf die Klassen- bzw. Kursgröße in den Sekundarstufen I und II maximal 15 Schüler betragen. Dort wo es pädagogisch notwendig ist, wie in speziellen Fördergruppen, muss diese Zahl entsprechend niedriger sein.

Mit freundlichen Grüßen

Simone Brand
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.03.2010
Von:

Hallo Frau Brand,

ich habe einige Ihrer Antworten im WDR-Kandidatencheck gelesen und finde Ihre Stellungnahmen überzeugend. Wie schätzen Sie denn die Chancen der Piratenpartei ein, in den Landtag einzuziehen? Gibt es aktuelle Umfragen dazu? Und gibt es ein Programm der Piratenpartei zur Landtagswahl?

Mit freundlichem Gruß


P.S. Ich weiß nicht, ob die Frage weitergeleitet wird, weil sie mglw. kein "Sachgebiet" im engeren Sinne betrifft.
Antwort von Simone Brand
6Empfehlungen
25.03.2010
Simone Brand
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage!

Wir haben in den letzten Monaten nach der Bundestagswahl eher im Stillen unsere Hausaufgaben gemacht und unser Wahlprogramm zur Landtagswahl ausgearbeitet.
Daher sind wir in der Öffentlichkeit nicht groß in Erscheinung getreten, so daß wir bei den aktuellen Umfrageergebnissen nur bei den "Sonstigen" aufgeführt werden.
Ich bin aber äußerst optimistisch, daß sich dieses mit Beginn unseres Wahlkampfes ab dem nächsten Wochenende ändern wird.
Ich selbst glaube an unseren Einzug in den Landtag mit der kommenden Wahl. Unser Wahlprogramm wird aktuell noch überarbeitet und liegt daher noch nicht in der endgültigen bzw. ausgedruckbaren Form vor. Dabei handelt es sich allerdings nur noch um formale Korrekturen, die Inhalte stehen somit fest.

Auf dem folgenden link finden Sie unser Wahlprogramm:
wiki.piratenpartei.de

Wenn Sie zu unserem Programm oder meiner Person weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte gerne wieder an mich!

Mit freundlichen Grüßen
Simone Brand
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Frage zum Thema Finanzen
30.03.2010
Von:

Liebe Simone!

Die Piratenpartei tritt erstmalig bei einer Landtagswahl in NRW an,mich würde mal interessieren, ob Sie mit einem Schwerpunktthema,z.B.Bildung oder Bürgerrechte in die Wahl gehen und wie Sie es mit dem wichtigen Thema"Wirtschaft und Finanzen" halten? Ist die Piratenpartei ähnlich wie Die Linke in NRW für eine Verstaatlichung der Banken und von Schlüsselindustrien wie Energiewirtschaft etc.oder steht die Piratenpartei zu den Idealen einer "Sozialen Marktwirtschaft" mit Privateigentum und Wettbewerbswirtschft bei Bekämpfung von Kartellen und Monopolen?

Liebe Grüsse

Antwort von Simone Brand
2Empfehlungen
03.04.2010
Simone Brand
Lieber ,

vielen Dank für Deine Frage!
Wir haben für die Landtagswahl NRW 2010 ein umfassendes Programm erarbeitet,
in welchem wir unter anderem zu den Themen Bildung und Bürgerrechte, als
auch im Bereich Wirtschaft und Finanzen Stellung beziehen.

Einen kurzen Überblick über unser Programm findest Du hier:
piratenpartei-nrw.de

Unser gesamtes Wahlprgramm ist hier nachzulesen:
wiki.piratenpartei.de

Sollten sich darüber hinaus Fragen ergeben, stehe ich zur Beantwortung gerne
zur Verfügung.

Viele Grüße
Simone Brand
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Frage zum Thema Finanzen
06.04.2010
Von:

Liebe Simone!

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage zu den finanz- und wirtschafts- politischen Vorstellungen der Piratenpartei-NRW! Ich habe die angegebenen 2 Links zum Programm der Piratenpartei in NRW genau studiert, auch das Kapitel "Wirtschaft und Finanzen",welches ja nicht sehr ausführlich und erst ziemlich am Schluss behandelt wurde,deshalb habe ich nun doch noch eine Nachfrage,die hoffentlich gestattet ist! Insgesamt finde ich das Programm der Piratenpartei schon sehr überzeugend,auch die Bildungs- politik mit einen eingliedrigen Schulsystem,kleinen Klassen und individueller Förderung der Schüler und Schülerin,auch die generelle Lehrmittelfreiheit für Schüler und die Abschaffung der Studiengebühren für Studenten begrüsse ich,aber wie will die Piratenpartei das alles finanzieren?Meine Frage lautet nun,wird die Piratenpartei die hohen Zusatzausgaben zur Umsetzung der einzelnen geforderten Massnahmen eher über die Ausgabenseite,sprich mit Kürzung von Subventionen etc.oder vorrangig über die Einnahmeseite durch höhere Steuern und Abgaben finanzieren oder sollen die einzelen Massnahmen erst nach und nach umgesetzt werden,so dass die Finanzierung gestreckt werden kann?

Liebe Grüsse
Antwort von Simone Brand
3Empfehlungen
07.04.2010
Simone Brand
Lieber ,

gerade unsere Forderung nach einem eingliedriges Schulsystem läßt sich nicht ad hoc umsetzen, sondern wird Jahre in Anspruch nehmen. Daher werden entstehende Kosten nicht auf einmal auf uns zukommen. Bezüglich der Finanzierung sollte man unbedingt bedenken, welche Einsparungen durch dieses neue Schulsystem auf den Staat zukommen. Alleine das Sitzenbleiben, welches mit dem eingliedrigen Schulsystem abgeschafft würde, kostet den Steuerzahler jährlich fast eine Milliarde Euro (s.a. www.focus.de ).

Desweiteren entfallen hohe Summen für Hauptschüler ohne Abschluss und/oder Aussicht jemals eine richtige Lehrstelle zu bekommen. Einsparungen an diese Stellen helfen beispielsweise entstehende Kosten über die Jahre zu tragen.

Ich hoffe ich konnte die Frage zu Deiner Zufriedenheit beantworten.

Viele Grüße
Simone Brand
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
07.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Brand,

Sie sind Direktkandidatin im Wahlkreis 109. In diesem liegen die Gemeinden Wattenscheid und Wanne-Eickel, die beide 1975 im Rahmen der Gebietsreform in die Städte Bochum beziehungsweise Herne zwangseingemeindet wurden. Bis heute empfinden die Einwohner von Wattenscheid und Wanne-Eickel dies als ungerecht und beklagen, dass ihre Städte immer mehr herunterkommen und die Regierungen in Bochum und Herne nichts dagegen tun. Die ehemals sehr attraktive Wattenscheider Einkaufsstraße ist zum Beispiel nur noch ein Schatten früherer Tage. Viele Sachen kann man dort nicht mehr kaufen und muss zum Teil weite Wege in Kauf nehmen. Das Bild, was zudem die Hochstraße in weiten Teilen abgibt, ist nur noch erbärmlich. Unzählige leerstehende Geschäfte. Hier müsste dringend etwas getan werden, um Wattenscheid zu helfen.

Was planen Sie, um den Menschen in Ihrem Wahlkreis wieder das Gefühl zu geben, das Wattenscheid eine Zukunftsperspektive hat?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Simone Brand
3Empfehlungen
08.04.2010
Simone Brand
Sehr geehrter Herr ,

ich kann ihren Ärger sehr gut nachvollziehen!

Während in der Bochumer Innenstadt sehr viel Geld für Prestigeobjekte wie dem Bongard-Boulevard, der Stadtbadgalerie (mit Leerständen!) und dem Gebäude für das Symphonieorchester ausgegeben wird, verelenden die Zentren in Wattenscheid und Wanne-Eickel.
Leider gab es uns 1975 noch nicht. Die Piraten treten gegen willkürliche politische Entscheidungen entgegen jeder Bürgermehrheit ganz entscheiden ein.
Eine unserer wesentlichen Forderungen zur Landtagswahl ist Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie gerade auch auf kommunaler Ebene. wiki.piratenpartei.de

Die Verteilung der Gelder innerhalb der Kommunen sollte von den Bürgern mitentschieden werden und muss vor allem transparent und nachvollziehbar sein.
Durch diese direkte Beteiligung der Bürger sollten auch die Wattenscheider wieder ein Instrument in die Hand bekommen bei der Verteilung der Gelder und der Gestaltung der Stadt mitzuentscheiden.

Ich hoffe ich konnte Ihre Frage damit beantworten. Sollten sich darüber hinaus weitere Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte wieder an mich.

Mit freundlichen Grüßen
Simone Brand
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