Silke Stokar von Neuforn (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Silke Stokar von Neuforn
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Groß- und Außenhandelskauffrau
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Stadt Hannover II
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Niedersachsen
weitere Profile
(...) Damit hier nicht nur die Waffenlobby gehört wird, haben wir als Experten den Sprecher der Künstlerinitiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" eingeladen und wir haben uns mit Erfolg dafür eingesetzt, dass hier auch das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden zu Wort kommt. Wir unterstützen die Unterschriftenlisten und Petitionen, die sich dafür einsetzen, dass großkalibrige Kurzwaffen nicht länger als Sportwaffen zugelassen werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Silke Stokar von Neuforn
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
25.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Stokar von Neuforn,

in der Bundestagssitzung vom 18.6.09 haben Sie gemäß endgültigem Protokoll zwei Aussagen getägt.

1. "Es gibt momentan 20 labile Jugendliche in Deutschland"

Woher nehmen Sie diese Zahl?

2. "Freiheit für Waffenbesitzer" (Zwischenruf)

Was haben Sie gegen Freiheit für einen Personenkreis, der weitaus mehr auf die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen achten muss als andere, nicht Waffen besitzende Bürger?

Mit freundlichem Gruß,
Antwort von Silke Stokar von Neuforn
bisher keineEmpfehlungen
31.07.2009
Silke Stokar von Neuforn
Sehr geehrter Herr ,

im Bundestag gilt das Recht der freien Rede, für die Inhalte müssen sich Abgeordnete nicht rechtfertigen und schon gar nicht für Zwischenrufe. Vielleicht sind Sie Demokrat genug, zu ertragen, dass in den Debatten des Bundestages auch Meinungen vertreten werden, die Ihnen nicht passen. Ich unterscheide die Bevölkerung nicht zwischen "Waffen besitzenden Bürgern" und "nicht Waffen besitzenden Bürgern", ich halte es für erforderlich, dass die Belange der öffentlichen Sicherheit im Waffenrecht stärker zur Geltung kommen.
Amokläufe wie zuletzt in Winnenden können wir nur verhindern, wenn wir labilen Jugendlichen den Zugang zu einer Schusswaffe nicht ermöglichen. Es gilt die Tatsache, mit dem Gedanken eines Amoklaufs an einer Schule spielen an jedem Tag in unserem Land zahlreiche labile Jugendliche. In die Tat umgesetzt wird der Amoklauf nur, wenn eine Schusswaffe einfach verfügbar ist. Auf diese Tatsache habe ich in meiner Rede im Bundestag hingewiesen.

Mit freundlichen Grüßen
Silke Stokar
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.07.2009
Von:

Sehr geehrtre Frau Stokar,

ich habe gerade einige ältere Ihrer Antworten zu Bürgerfragen gelesen. Bei einer dieser Fragen habe ich gestutzt: bei der von Herrn Stephan vom 26. Mai.

In Ihrer Antwort schreiben Sie, daß bei der öffentlichen Anhörung zum WaffG ein Vertreter der Künstlerinitative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" als sogennanter "Experte" eingeladen wurde.

Dazu meine Fragen:

Was macht diesen Herrn zum "Experten"?

Welche waffentechnische und kriminalistische Ausbildung hat der Herr genossen?

Hat die Politik Ihrer Ansicht nach eine Liste abzuarbeiten, estellt von den Angehörigen der Winnenden-Opfer, wie mit 3.000.000 Legalwaffeneignern zu verfahren ist?
(Mit anderen Worten: Hat das Aktionsbündnis das Waffenrecht der Bundesrepublik Deustchland zu bestimmen?)

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Silke Stokar von Neuforn
4Empfehlungen
31.07.2009
Silke Stokar von Neuforn
Sehr geehrter Herr ,

manchmal ist es hilfreich ältere Fragen und Antworten zu lesen, dann muss ich die Argumente nicht ständig wiederholen. Leider mache ich die Erfahrung, dass gerade Waffenbesitzer, die immer gleichen Fragen zum Waffenrecht stellen, das ist ja nicht nur Zufall, Vorschläge für Nachfragen auf Abgeordnetenwatch werden Ihnen ja in diversen Waffenforen vorformuliert.
Die Frage, warum ich Herrn Grafe von der Organisation "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" als Experte zur Anhörung zum Waffenrecht eingeladen habe, habe ich bereits Herrn Michael Danner beantwortet. Sie können meine Antwort dort nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Stokar
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Frage zum Thema Sicherheit
31.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Stokar von Neuforn,

in Ihrer Antwort an Herrn Quandts Frage sind Sie leider überhaupt nicht auf einen - nicht nur für mich - wichtigen Punkt eingegangen.

Zitat:

"Weiters ist es eine bekannte Tatsache, daß nach dem Verbot von Faustfeuerwaffen post Dunblane die Anzahl der mit solchen Waffen verübten Straftaten sich beinahe verdoppelt hat. Ich würde gerne Ihre Position zu diesen beiden Punkten wissen."

Ich wiederhole deshalb die Frage von Herrn Quandt noch einmal und hoffe auf eine Antwort.

Und in der Antwort an Herrn Danners Frage sagten Sie wortwörtlich:

Zitat:
"Sachverständige zum Waffenrecht sind eben nicht nur Menschen, die Waffen besitzen und schießen können sondern gerade auch Organisationen, die sich dafür einsetzen, dass in Deutschland nie wieder Schulkinder mit einer leicht verfügbaren legalen Sportwaffe ermordet werden."

Ist es Ihnen demzufolge also egal, wenn Sie zur Beurteilung einer Gesetzeslage Ratschläge von einem Sachverständigen einholen, dessen Betrachtungsweise - die laut Entsprechung ja unvoreingenommen sein sollte - nicht von Sachkenntnis, sondern nur von voreingenommenen, emotionalen Gesichtspunkten gelenkt wird?

Auf diese Frage genügt mir zur Meinungsbildung ein einfaches Ja oder Nein - primär geht es mir aber um die Beantwortung der Frage, die ich eingangs erwähnte.

Vielen Dank!
Antwort von Silke Stokar von Neuforn
6Empfehlungen
31.07.2009
Silke Stokar von Neuforn
Sehr geehrter Herr ,

es macht überhaupt keinen Sinn, in den vielen Fragen zum Waffenrecht, die ich hier mit großer Geduld beantworte auf jedes Detail einzugehen. Ich messe das Verbot von Faustfeuerwaffen in Privatwohnungen an der Tatsache, dass nachdem 15 kleine Schulkinder sinnlos sterben mussten, es keinen weiteren Amoklauf mehr an Schulen in England gegeben hat. Ich würde es begrüßen, wenn wir in Deutschland eine Statistik darüber führten, wie viele Tötungsdelikte mit legalen Waffen im nahen familiären Umfeld begangen werden. Ich würde es auch begrüßen, wenn wir durch eine eindeutige Kennzeichnung und durch eine elektronische Kontrolle den Weg einer Waffe verfolgen könnten. Wenn mit einer geklauten oder verloren gegangenen legalen Waffe eine Straftat begangen wurde, gilt diese Waffe, da sie ja nicht mehr im Besitz des legalen Waffeninhabers ist, als illegale Waffe. Soviel zur Waffenstatistik und deren Aussagekraft. Zu den Sachverständigen in Anhörungen. Sachverständige vertreten einen Standpunkt, alle Fraktionen wählen die Sachverständigen, die die Position der Fraktion verstärken oder ergänzen. Sachverständige sind nicht neutral sondern interessengeleitet. Bei der Debatte um das Waffenrecht spielen Emotionen immer eine große Rolle. Als besonders voreingenommen und von emotionalen Gesichtspunkten gelenkt, habe ich die organisierte Waffenlobby erlebt, dies ist ja sogar von dem CDU-Abgeordneten Grindel in seiner Rede im Bundestag zum Waffenrecht in ungewöhnlicher Schärfe kritisiert worden.
Tote Kinder wecken Emotionen. Das Eltern nicht hinnehmen wollen, dass es zum normalen Lebensrisiko gehört, dass Kinder Gefahr laufen, an Schulen mit legalen Sportwaffen abgeknallt zu werden, ist für mich mehr als nachvollziehbar. Im Zweifelsfall gilt für mich, der Verzicht auf großkalibrige Waffen im Sport ist eher hinzunehmen als das Risiko, dass Kinder mit diesen Waffen, die nicht für den Sport sondern für das Töten von Menschen entwickelt wurden, erschossen werden. In diesem Sinne unterstütze ich die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" und ich begrüße es durchaus, dass Sie mir durch die immer selben Fragen die Möglichkeit geben, diese Position immer wieder öffentlich deutlich zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Stokar
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.08.2009
Von:

Sehr geehrtre Frau Stokar,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 31.07. Allerdings hat diese Antwort neue Fragen aufgeworfen. Zudem möchte ich Ihnen noch eine Frage stellen, die ich am 11.07. vergessen habe.

In welchem Verhältnis wurden Waffenhasser und Schützen/Jäger eingeladen und gehört?

Ist meine Vermutung zutreffend, daß auf jeden Schützen/Jäger mindestens 3 - 4 Waffenhasser kamen, um das gewünschte Ergebnis bei er Anhörung zu erzielen?

Neben mir haben Sie auch bei anden Bürgern in Ihren Antworten die Formulierung "vielleicht sind Sie Demokrat genug um......" verwendet. Dazu ergeben sich mir folgende neue Fragen.

Sind SIE Demokratin genung um zu akzeptieren, daß nicht alles verboten gehört, was Ihnen persönlich nicht gefällt?

Warum sind die Politiker ganz allgemein nicht Demokraten genug, um beispielsweise einen Hartz IV-Empfänger als Experten für eine geplante Diätenerhöhung zu hören?
(analog zu Waffenhasser-Anhörung zum Waffenrecht)

Jährlich werden in der Bundesrepublik ca. 3300 nichtrauchende Menschen durch das Passivrauchen (also durch die Raucher) zu Tode gebracht. Dazu kommen etwa 120.000 Raucher, welche an den Folgen des Rauchens sterben. Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzga.de
Durch Schußwaffen sterben jährlich je nach Statistik 220 - 280 Menschen, also weniger als 10% der durch das Passivrauchen zu Tode gebrachten Menschen.

Warum sind Schußwaffen für Sie gefährlicher als Rauchwaren?
Wie sollen insbesondere Kinder in der Wohnung der Eltern vor Rauch geschützt werden?

Mit freundlichen Grüßen

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